Kalefeld in alten Ansichten

Kalefeld in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Hantke
Gemeente
:   Kalefeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5869-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kalefeld in alten Ansichten'

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6. Im Jahre 1864 gründete der Gastwirt August Kasten mit seinem gleichnamigen Sohn eine Brennerei und Destillation. Die Produkte dieses Betriebes, Kornbranntwein und Likör, erfreuten sich schnell wachsender Beliebtheit. Mit dem Pferdefuhrwerk wurden sie im weiten Umkreis, hauptsächlich in die Gebiete um Alfeld, Gronau, Lamspringe und Seesen, vertrieben. Besonders der 'Calefelder Cabinett' entwickelte sich zu einem bekannten Markenzeichen.

Die Glanzzeit der Brennerei begann im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts. Der Erste Weltkrieg beendete diese positive Entwicklung. Während des Krieges ruhte der Betrieb. Alle Anstrengungen, das Unternehmen, trotz der inzwischen veralteten und durch den langen Stillstand geschädigten Anlagen, wieder zu neuer Blüte zu führen, scheiterten an der herrschenden Getreideknappheit.

Notwendige Investitionen zur Modernisierung machte die Inflation 1923124zunichte. Im Jahre 1927 kam schließlich das Aus. Die Brennerei wurde endgültig geschlossen, man beschränkte sich auf den Betrieb der Gastwirtschaft und die stets daneben betriebene Landwirtschaft.

Im Jahre 1954 wurden die Eisenschornsteine der Brennerei abgerissen, die ehemaligen Fabrikationsräume umgebaut und an die Spar- und Darlehenskasse bis 1963 als Warenlager verpachtet.

Das Foto zeigt die an den hohen Schornsteinen erkennbare Brennerei (die Likörherstellung fand in einem hinter dem Hof liegenden Gebäude statt). Das Haus am linken Bildrand, das Gastwirtschaftsgebäude, wurde 1898 bis 1900 erbaut und ist der einzige heute noch vorhandene Fachwerkbau mit drei Vollgeschossen im Ort.

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7. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts herrschte in den Dörfern Südniedersachsens, so auch in Kalefeld, das sogenannte mitteldeutsche quergeteilte Ernhaus (Ern = Hausflur) vor. Ursprünglich vereinigte dieses bäuerliche Fachwerkhaus nebeneinander Wohnung, Stall und Scheune unter einem Dach.

Betrat man den Flur (Diele) durch die Haustür, befand sich geradeaus die Küche. Auf der einen Seite des Flures waren Wohnräume (Stuben) untergebracht, auf der anderen Seite lag der Stall. An diesen wiederum schloß sich der Scheunenteil an, der von außen durch das große Scheunentor erkennbar war. Wohnteil und Stall waren von gleicher Geschoßhöhe und stockwerkweise abgezimmert, wobei sich im Obergeschoß Kammern, Wurstkammer, Schneidekammer und Boden befanden.

Bei älteren Gebäuden war das Obergeschoß meist leicht vorkragend. Für den Scheunenteil war wegen der Höhe der vollbeladenen Erntewagen eine andere Geschoßhöhe notwendig. Über der geräumigen Dreschdiele (bei größeren Höfen auch noch zusätzlich daneben) befanden sich die Lagerräume der Scheune.

Die Füllungen zwischen den Ständern und Riegeln der Holzkonstruktion bestanden aus lehmbeworfenem Flechtwerk. Das Dach war ein Sparrendach, wobei die Sparren durch sogenannte Dachträger unterstützt wurden.

Die Länge der Häuser war, je nach Bedürfnis des Besitzers, sehr unterschiedlich. Bei großen Höfen erreichte sie mitunter ein beachtliches Ausmaß. Dagegen lag die Breite der Gebäude fast durchweg bei zehn Metern.

Diese ursprüngliche Form des Ernhauses ist heute noch deutlich am Schapersehen Wohnhaus im Kleinen Hagen erkennbar.

In der Neuzeit setzte sich die Tendenz durch, den Scheunenteil (manchmal auch den Stall) als separates Gebäude, meist im rechten Winkel zum Haupthaus, zu bauen. So entstanden regelrechte Gehöftanlagen, wie sie im Kalefelder Dorfkern mehrfach anzutreffen sind.

Der auf dem Foto abgebildete Hof Heinrich Nolte Nr. 21 stellt eine derartige Anlage dar. Von rechts nach links erkennen wir Wohnteil, Stallungen und (im Winkel dazu) die Scheune. Nicht auf dem Bild zu sehen ist das Tagelöhnerhaus.

Alle Gebäude brannten am 26. Oktober 1926 nieder.

8. Auch bei kleineren Anwesen ging man dazu über, die Scheune als separates Gebäude rechtwinklig zum Haupthaus zu bauen. Ein Beispiel dieser Bauweise ist das auf dem Foto abgebildete Haus NT. 74. Es gehörte dem Drechsler Hermann Haase, Twetge. Rechts des Hauseinganges (vorn) lag die Stube, dahinter (gemauert) die Drechslerwerkstatt. Links der Haustür waren die Stallungen, erkennbar an der separaten Tür, die zum Misten diente.

Die abgebildeten Personen sind (von links): Hilde Winkelmann verheiratete Böker, Hermann Haase, Johanne Haase, Otto Meyer und Helene Haase verheiratete Meyer.

Eine Bank wie auf dem Bild war früher fast vor jedem Haus zu finden. Abends, nach getaner Arbeit, saß man hierFernsehen war ja noch unbekannt - in gemütlicher Runde, häufig auch mit Nachbarn, zusammen.

Am Abend des 3. Februar 1929 richtete die im Vorjahr gegründete Schützenbrüderschaft auf dem Saal der Gastwirtschaft Thiele eine Maskerade aus. Mitten in die Veranstaltung platzte die Nachricht: 'Es brennt!' Im Gebäude des Landwirts Albert Haase Nr. 71 (heute Volksbank) war ein Feuer ausgebrochen. Die sofort eingeleiteten Löschund Rettungsarbeiten, an denen sich auch mehrere Einwohner in Kostümen beteiligten, wurden durch die herrschende Kälte erheblich beeinträchtigt. Sämtliche Feuerwehrschläuche waren sofort eingefroren. Deshalb konnte man nicht verhindern, daß das Feuer auf die Nachbargebäude übergriff.

So brannten auch die Anwesen des Landwirts Heinrich Nolte NT. 72, Hermann Ude NT. 73 und das auf dem Foto abgebildete Haus Nr. 74 (heute Haus Fanelsa) völlig nieder.

9. Seit dem Beginn der Jungsteinzeit vor etwa 7 000 Jahren, als die Menschen ihre nomadisierende Lebensweise als Jäger und Sammler aufgaben und seßhafte Bauern wurden, griffen sie zunehmend in die sie umgebende Natur ein und gestalteten sie nach ihren Bedürfnissen.

Das heute vorhandene Landschaftsbild ist jedoch noch gar nicht so alt. Es entstand vor etwa 150 Jahren, als durch die 'Verkoppelung' die Dorfflur völlig neu aufgeteilt, alle Feldgrenzen und das gesamte Wegenetz festgelegt wurden.

Der Anteil der einzelnen Dorfbewohner an der landwirtschaftlichen Fläche der Dorfflur war unterschiedlich und bestimmte den Rang, den Wohlstand und damit das Ansehen des Inhabers. Im Jahre 1689 zählte man in Kalefeld bei 342 Einwohnern 7 Halbmeier, 12 Viertelmeier, 8 Großkötner, 27 Kleinkötner und 8 Brinksitzer, außerdem 1 Häusling,2 Müller, 1 Ölmüller, 1 Kleinschmied, 1 Kuhhirt, 1 Schweinehirt und 2 Schäferknechte, 1 Schulmeister und 1 Pastor. Die Geschicke des Dorfes bestimmten die Inhaber der großen Höfe unter Leitung des 'Bauermeisters', Ende des letzten Jahrhunderts verschwanden die früheren Bezeichnungen für die bäuerliche Rangordnung. Neue Erwerbsquellen in Industrie und Gewerbe ließen eine neue Schicht, die Arbeiter, entstehen. Für die Landwirtschaft ergab sich die Notwendigkeit, die Abwanderung der Hilfskräfte durch Maschineneinsatz auszugleichen. Dieser kostenintensive Schritt war jedoch nur den größeren Höfen möglich.

Die kleineren Bauern, die sogenannten Kuhbauern, hatten bis zu 25 Morgen Ackerland. Da sie von dem Ertrag der Landwirtschaft allein nicht existieren konnten, gingen sie häufig noch einem Beruf oder Handwerk nach. Als Zugtiere besaßen sie, wie schon der Name sagt, Kühe,

Unser Bild zeigt zwei solcher Kuhgespanne auf dem Weg zur Feldarbeit. Der nicht befestigte, teilweise mit Gras bewachsene Feldweg im 'Steckelbach' (westlich der Weberei), ist ein typisches Beispiel für das damals noch nicht asphaltierte Wegenetz der Feldmark.

10. Die Ernte, heute ein weitgehend mechanisierter Vorgang, verlangte früher einen erheblichen Einsatz an Hilfskräften,

Die arbeitsreiche Zeit der Getreideernte begann mit dem Mähen der Gerste, danach folgten Roggen, Weizen und schließlich der Hafer.

Vor dem Aufkommen der Mähmaschinen - und später der 'Selbstbinder' - mußte das Getreide mit der Sense gemäht werden. Während das Mähen meist die Männer übernahmen, war das Abnehmen und Garbenbinden Aufgabe der Frauen. Die Seile zum Binden der Garben wurden aus den Halmen gedreht. Nach dem Mähen stellte man gemeinsam die Garben zu Stiegen zusammen. Je zwanzig Garben bildeten eine Stiege.

Damit möglichst keine Ähre auf dem Feld liegenblieb, wurde noch einmal mit der sogenannten Schmachtharke nachgeharkt. Die Garben blieben einige Tage zum Trocknen auf dem Feld stehen. Bei feuchter Witterung konnten daraus mitunter auch mehrere Wochen werden. Damit die Ähren während dieser Zeit nicht auswuchsen, war man gezwungen, die Stiegen umzustellen.

Sobald die Garben genügend getrocknet waren, begann - wenn das Wetter es erlaubte - das Einfahren. Hierzu stapelte man die Garben auf dem Wagen zu einem hohen Fuder. Der 'Westbaum " eine lange Fichtenstange, wurde zur Sicherung der Ladung darübergelegt und mit Seil und Winde festgezurrt.

Das Foto zeigt die Roggenernte bei 'Kuhbauer' August 'Stift-Meyer'. August Meyer war von Beruf Maurer. Im Winter arbeitete er als Hausschlachter. Die Landwirtschaft betrieb er zusätzlich.

Man sieht, daß bei den Erntearbeiten die ganze Familie mithelfen mußte: Der Bauer (mit Forke) reicht die Garben auf den Wagen, wo sie seine Ehefrau Helene stapelt ('banst'). Sohn Otto führt das Gespann. Zu sehen sind weiter Schwägerin Johanne Haase ('Dreßler') und Frieda Eckelt.

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