Kalefeld in alten Ansichten

Kalefeld in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Hantke
Gemeente
:   Kalefeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5869-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kalefeld in alten Ansichten'

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11. Die größten landwirtschaftlichen Betriebe waren früher die 'Meierhöfe '.1729 zählte man in Kalefeld elfeinhalb, in Dögerode vier Meierhöfe.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen gehörten zu einem großen Hof Knechte, Mägde und eine Anzahl von Tagelöhnern, die gegen geringe Miete in einem "Iagelöhnerhaus' des Bauern wohnten, dafür jedoch bei den Feldarbeiten mithelfen mußten. Als Zugvieh wurden Pferde, meist Kaltblut- oder schwere Warmblutpferde, gehalten. Die größten Höfe verfügten über drei, manchmal sogar vier Pferde.

Einer der großen Höfe war der Strube-HofNr.102. Um 1890wurde er als Halbmeier- Hof (je Y4 des Braunschweiger und des Hildesheimer Hofs) aufgeführt. Landwirt Hermann Nolte, vom Hof Nr. 85 (Bucht, heute Grundstück Wolfgang Oppermann) stammend, heiratete Frieda Strube und führte den Hof. Im Volksmund erhielt er deshalb den Namen 'Struben-Nolte'.

Das Foto zeigt das Einfahren des letzten, mit der 'Erntekrone' geschmückten Getreidewagens. An diesem Tag feierte man bei Wurst und Schinken das Ende der Getreideernte. Die in der Scheune eingelagerten Garben wurden im Spätherbst gedroschen.

Die abgebildeten Personen sind (von links): Anna Kachel, Frieda Beulshausen, Ernst Kachel, Fritz Hille, (?) Fahlbusch, Frieda Nolte geborene Müller (Bäuerin), Hermann Nolte (Bauer) und Heinrich Koch.

Auf dem Pferd sitzt Knecht Heinrich Beulshausen, auf dem Wagen Gustav Nolte (2. von links) und Heinrich Wehe (4. van links).

12. Das nicht zum sofortigen Verbrauch bestimmte Getreide wurde auf der Scheune eingelagert und im Spätherbst gedroschen. Hierzu legte man die Garben in zwei Reihen mit den Ähren gegeneinander auf den Boden und schlug sie im Takt mit dem 'Dreschflegel' aus. Nachdem das Stroh entfernt war, mußte das Gemisch aus Korn und Kaff (Kawe) gereinigt werden. Hierzu warf man es mit einer Wurfschaufel in die Luft. Der Wind trieb die leichtere Kawe davon, und das schwerere Korn fiel auf das ausgebreitete Laken. Im18. Jahrhundert kamen handbetriebene Kornreinigungsmaschinen auf, sogenannte Windfegen oder Wavemöhlen. Der durch die Schaufelräder erzeugte starke Windzug bewirkte hierbei die Reinigung.

Große Erleichterung brachten die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts erfundenen Dreschmaschinen. Bei den 'Dreschtrommeln' wurden mit einer Handkurbel die Körner durch Schlagleisten ausgeschlagen. Später ersetzte man die Handkurbel durch einen mit Pferdekraft angetriebenen 'Göpel'. Wegen der Fortentwicklung der Dreschmaschinen genügte der Pferdeantrieb jedoch bald nicht mehr.

Die auf dem Foto abgebildete 'Lokomobile ', eine bewegliche Dampfmaschine, sorgte nun für den Antrieb. Sie mußte mit Pferden zum Dreschplatz gezogen werden. Dazu wurde der hohe Schornstein abgekippt. Die Befeuerung erfolgte überwiegend mit gepreßter Braunkohle. Das führende Unternehmen für die Herstellung dieser Maschinen war die Firma Hermann Lanz, Mannheim.

In Kalefeld gab es als feste Dreschmaschinen-Standorte einen Dreschschuppen am Ortsausgang Großer Hagen (1925 abgebrannt - danach auf dem Pfingstanger, dem heutigen Schützenplatz) und bei der 'Büttner-Mühle'. Das Dreschen in den Scheunen der größeren Bauernhöfe erfolgte jedoch weiter.

Das Foto entstand auf der Twetje, etwa in der Höhe des Hofes Heinrich Ude Nr. 73 (heute Haus Kleiner). Im Hintergrund ist das Gebäude von August Haase ('Eck-Haase') zu erkennen. Davor befindet sich der noch unverrohrte Graben des 'Welterbaches'.

13. Wind- und Wassermühlen, die ersten größeren technischen Anlagen der Landwirtschaft, gab es schon lange vor der Jahrtausendwende. Das Recht zur Errichtung und zum Betrieb von Mühlen lag beim Grundherrn, der sie verpachtete oder als Lehen vergab. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts gingen diese Mühlen durch 'Lehnsablösung' in den freien Besitz der Müller über. Bis zu dieser Zeit bestand auch der sogenannte Mühlenzwang, der festlegte, bei welcher Mühle jedes Dorf und jeder Bauer sein Korn mahlen lassen mußte.

Seit dem Mittelalter besaß Kalefeld zwei Wassermühlen, die obere Mühle (Büttner) und die untere Mühle (Eickemeyer) 'im Stift'. Während die 'Büttner-Mühle' im Jahre 1483 erstmals erwähnt wird, ist die Existenz der Mühle im Stift im Jahre 1569 durch einen Lehnsbrief (Abschrift) belegt.

Zum Antrieb der auf dem Foto abgebildeten Eickemeyer-Mühle dienten der Mühlgraben und das Eboldshäuser Wasser. Danach floß das Wasser über den Freigraben der Aue zu. Im Jahre 1904 baute man statt des Wasserrades eine Turbine ein. Die Mühle verfügte über einen Walzenstuhl, je einen Mahlgang für Weizen und Roggen sowie über einen Schrot gang.

Der letzte Müller, der aus Winzenburg stammende Robert Jürgens, arbeitete seit dem Ende des Ersten Weltkrieges im Betrieb des damaligen Mühlenbesitzers Heinrich Eickemeyer. 1931 kaufte er die Mühle und führte sie bis zur Stillegung 1972 weiter.

Den An- und Abtransport des Mahlgutes übernahmen die Kunden der Mühle meist selbst, bei kleinen Mengen auch mit dem Handwagen. Zur Auslieferung des Mehls (und für die nebenbei betriebene Landwirtschaft) verfügte die Mühle jedoch auch über Pferd und Wagen.

Das Foto zeigt das Verladen von Getreide bzw. Mehl vor dem Hauseingang, der zu den Betriebsräumen der Mühle führte. Die Inschrift über der Tür (mit Wappen) lautet:

o Gott Behûte unsern ort und di Miihle Imer fort Heinrich Christian Eikmeier

und Las di Engel wo wir gehn zur rechten und zur linken stehn Hanna Zovia Christine Kleinesorge

Anno1787

14. Eine lange Tradition hat in der Ortschaft Kalefeld das Weben. In einer Beschreibung aus dem Jahre 1779 heißt es: 'Seine Einwohner nähern sich vom Ackerbaun, Viehhandel und dem Linnen- und Planwirken.' Das Gewebe wurde damals 'besonders in die Puchwerke zu Clausthai verkauft'.1830 zählte man 279 Heimweber in 195 Hausstellen. Die Arbeit am Handwebstuhl brachte einen Nebenverdienst, der zur Verbesserung des geringen Einkommens aus der Landwirtschaft notwendig war.

Im Jahre 1846 begarm Andreas Gottlieb Ude, einer dieser Heimweber, einen Handel mit Leinengeweben. Er kaufte die fertigen Gewebe der Kalefelder Hausweber aufund brachte sie mit dem Pferdefuhrwerk zu den Messen nach Braunschweig, Magdeburg, Hannover und Bremen. Später kaufte er Garne von Spinnereien und ließ sie im eigenen Betrieb im 'Stift' von angestellten Lohnwebern zu Geweben verarbeiten. Aus dem Nebenerwerb in Heimarbeit war der Beruf des Webers geworden.

Das Unternehmen entwickelte sich schnell aufwärts. Neben Leinen verarbeitete man in der 'maschinellen Weberei' auch Jute und Baumwolle. Schließlich konnte 1907 ein Filialbetrieb in Gandersheim eröffnet werden.

Der Vertrieb der Gewebe wurde durch die Errichtung der Eisenbahnlinie Hannover-Göttingen maßgeblich erleichtert. Nun brauchte man mit Pferd und Wagen nur noch bis zum Bahnhof Kreiensen zu fahren. Im Jahre 1899 endlich erhielt Kalefeld durch den Bau der Kleinbahnstrecke nach Kreiensen selbst eine Bahnstation.

Nachdem am Silvestertag des Jahres 1914 ein Feuer die Betriebsräume im 'Stift' vollständig zerstörte, errichtete man am Rande des Dorfes, direkt an der Bahnlinie, ein neues Fabrikgebäude. Ein östlich des Dorfes gelegener Betrieb, die Weberei Nolte bzw. Fränkel (später Filiale der Textilwerke Hildesheim), wurde aufgekauft und als Werk II weitergeführt.

Heute produziert die 'Ude GmbH - Technische Gewebe', im Volksmund kurz 'Weberei Ude' genannt, hauptsächlich Gewebe für die Reifen- und Gummiindustrie, Förderbandgewebe, Filtertücher und Markisenstoffe und ist seit Jahrzehnten der größte Arbeitgeber des Ortes.

Das Foto wurde etwa 1910 aufgenommen und zeigt den Abtransport der zum Versand vorbereiteten Geweberollen mit dem Pferdewagen vom 'Stift' (heute Mühlenstraße ) zum Bahnhof. Von den im Hintergrund sichtbaren Gebäuden sind heute nur noch das ehemals 'Stift'meyersche Wohnhaus und das Wohnhaus Schaper (Großer Hagen) in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Der Schuppen (Bildmitte ) wurde abgerissen. An der Stelle des Obstgartens (rechts) erhebt sich heute der erweiterte Neubau der Scheune des Landwirts Helmut Nolte.

15. Zu den wichtigsten gemeinschaftlichen Einrichtungen des Dorfes gehörte früher die Molkerei. Im Jahre 1896 wurde die 'Molkerei Calefeld E.G.m.b.H.' als Genossenschaft gegründet. Fünf Jahre später konnte das Molkereigebäude in der Grabenstraße bezogen werden. In dem zweigeschossigen Gebäude waren im Erdgeschoß, über eine Verladerampe erreichbar, rechts die Betriebsräume und links Büro und Lagerraum untergebracht. Im Obergeschoß befand sich die Wohnung des Molkereiverwalters. Zum Betrieb der Produktionsmaschinen verfügte die Molkerei über eine Dampfrnaschinenanlage, deren hoher Schornstein sich hinter dem Gebäude befand. Aufgabe der Molkerei waren Herstellung und Vertrieb von Butter (später auch Käse und Quark) aus der von den Mitgliedern angelieferten Milch. Die Milch wurde mit der Milchkarre, im Winter auch mit dem Milchschlitten, zur Molkerei gebracht. So fand sich hier eine große Anzahl von Dorfbewohnern, meist Bäuerinnen oder Mägde, ein und tauschte während der Wartezeit die letzten Neuigkeiten aus. Auf dem Rückweg nahm man Buttermilch zur Verfütterung und Butter zum Eigenverbrauch mit nach Hause. Die von den Mitgliedern nicht abgenommene Butter wurde zum Versand in Fässern mit der zweirädrigen Butterkarre von der Molkerei zum Bahnhof gebracht.

In den sechziger Jahren holte der Landwirt Erwin Bode die Milch bei den damals mehr als zwanzig Erzeugern ab und brachte sie zur Verarbeitung zur Molkerei. Nachdem der Betrieb geschlossen wurde, transportierte er sie bis 1977 zur Molkerei Kreiensen. Den Verkauf der Molkereiprodukte übernahm in der Zeit von 1956 bis 1976 August Böker mit seinem zum fahrenden Verkaufsladen umgebauten Kleinbus. Ältere Einwohner erinnern sich noch:

Wenn 'Milch-Böker' mit der Glocke bimmelte, ging man mit Milchtopf oder -kanne zum Wagen, an dem man auch vielerlei andere Lebensmittel kaufen konnte.

1964 erwarb die Spar- und Darlehenskasse Kalefeld das leerstehende Gebäude, das gegenwärtig als Wohnhaus genutzt wird. Während der Zeit ihres Bestehens wurde die Kalefelder Molkerei geleitet von den Molkereiverwaltern Becker, Götte, Plötz, Runne und Warneke. Heute existieren in Kalefeld nur noch zwei landwirtschaftliche Betriebe mit Milchkühen, deren Milch zum Milchhof Göttingen geliefert wird.

Das Foto stammt aus den ersten Jahren dieses Jahrhunderts. Die abgebildeten Personen sind wahrscheinlich der damalige Verwalter Becker mit Frau (im Fenster), Kindern und einem Gehilfen. Im Hintergrund ist deutlich zu erkennen, daß zur Zeit der Aufnahme am Mühlenstieg noch keine Häuser standen.

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