Kalefeld in alten Ansichten

Kalefeld in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Hantke
Gemeente
:   Kalefeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5869-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kalefeld in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

16. Ein in Kalefeld sehr verbreitetes Handwerk war das des Böttchers oder 'Berkers' . Er stellte in der Hauptsache Waschwannen, Tober, 'Büketonnen' und Eimer aus Fichtenholz (teilweise auch aus Eiche) her. Bei deren Anfertigung wurden genau zusammenpassende Dauben um den Gefäßboden gelegt und mit Metallreifen gehalten. Damit die Gefäße dicht waren, brauchte der Böttcher absolut gleichmäßig getrocknetes Holz.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen gab es in Kalefeld folgende selbständige Böttchereibetriebe: Hermann Becker (Nr. U5a), Heinrich Blumenhagen (41), Heinrich Haase (29), Heinrich Haase (41a), Otto Henze (108), Friedrich Nolte (127), Heinrich Nolte (la), Friedrich Paare (68) und Heinrich Pinnecke (93).

Vor dem Ersten Weltkrieg bestand in Kalefeld der Böttchereibetrieb Sander am Oberdorf, der etwa zwanzig Gesellen beschäftigte. Die Holztrocknungsanlage befand sich auf dem heutigen Grundstück Freise, der eigentliche Betrieb lag gegenüber der Straße.

Am 7. Mai 1900 brach in der Trocknungsanlage wie es heißt 'infolge unvorsichtigen Umgehens mit einem Lichte' ein Feuer aus, das wegen der großen dort gelagerten Holzmenge, trotz Windstille, schnell auf die benachbarten Gebäude übergriff. So brannten das Wohnhaus (aus dem Jahre 1750), die Scheune und die Stallungen des Kötners Eickemeyer nieder. Lediglich das Vieh und die Möbel konnten gerettet werden. Auch die Scheune des Halbkötners Höbelmann wurde völlig zerstört.

Der Böttchereibetrieb Sander scheint sich von dem erlittenen Schaden nicht wieder erholt zu haben, denn nur wenige Jahre später mußte er nach Konkurs aufgelöst werden.

Das Foto zeigt die Belegschaft der Böttcherei Sander im Jahre 1896 mit Werkzeugen und hergestellten Erzeugnissen.

17. Solange man Wohn- und Wirtschaftsgebäude noch als reine Fachwerkbauten errichtete, hatte das Handwerk des Zimmermanns eine ungleich höhere Bedeutung als heute. Es erstreckte sich nicht nur auf das Erstellen des Dachstuhls, sondern auf den gesamten Bau. Auch das Fällen der Bäume im Wald gehörte - im Winter- häufig zur Aufgabe der Zimmerleute.

Bei der Errichtung der Wände legte man zuerst den 'Schwellbalken' auf das Fundament und stellte die Ständer (senkrecht) und Riegel (waagerecht) darauf. Zur Versteifung baute man zusätzliche Streben (Schrägstützen) in die Konstruktion ein, das 'Hauptholz' bildete den oberen Abschluß. Auf die nun gelegten Deckenbalken wurde das nächste Stockwerk in gleicher Weise 'abgezimmert'. Durch die Verbindung der Holzteile (Zapfen und ähnlichem) erreichten Fachwerkbauten eine große Festigkeit.

Die Bauzeichnung für das gesamte Gebäude erstellte der Zimmermeister, der also gleichzeitig Baumeister war. In Kalefeld gründete Hermann Bierwerth im Jahre 1897 einen Zimmereibetrieb mit Holzhandel und Sägewerk am südlichen Ortsausgang nach Eboldshausen. Den Antrieb des Gatters (zum Sägen der Baumstämme) übernahm eine Dampfmaschine.

Der Betrieb führte Bauaufträge in der gesamten Umgebung aus. Unter anderem wurde auch das Rathaus in Kreiensen mit seiner aufwendigen Fachwerkfassade errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm der Sohn des Gründers, Hermann Bierwerth jun., das Unternehmen.

In ihrer Blütezeit beschäftigte die Firma, die auch einen Brand am 4. August 1924 überstand, zeitweise mehr als fünfzig Mitarbeiter,

Nach dem Tode Hermann Bierwerths (1956) wurde der Betrieb noch zwei Jahre weitergeführt, anschließend von der Firma Eggers, Edesheim, übernommen. Nachdem diese im Jahre 1974 den Zimmereibetrieb einstellte, erwarb Heinz-Joachim Hochberger das Gebäude und baute es zu einem Sanitärhandel um. Heute gehört es, neben dem ehemaligen Werk II der Weberei, der 'Maier-Motor-Press GmbH'.

Das Foto aus dem Jahre 1911 zeigt den Betrieb von Osten. Die Zimmerleute sind mit Abbundarbeiten auf dem Profil beschäftigt.

Im Hintergrund ist das Betriebsgebäude mit dem hohen Schornstein der direkt neben der Kleinbahnlinie befindlichen Dampfmaschine zu sehen.

Zimmerplatz H. Bierwerth, Calefeld

18. Im Jahre 1869 gründete Heinrich Brakel im damaligen Eickemeyerschen Haus Nr. 31 eine eigene Schlachterei. Sein Schlachtvieh bezog er von den Bauern aus Kalefeld, Dögerode und Eboldshausen. Aus der 1874 mit Caroline Eickemeyer geschlossenen Ehe gingen zwei Söhne und drei Töchter hervor. Während beide Söhne aus Kalefeld fortzogen, heiratete 1908 die jüngste Tochter Anna den aus Lechstedt (bei Hildesheim) stammenden Landwirt und Schlachter Karl Brinkmann, der den Betrieb übernahm.

Am 2. August 1911, einem heißen Sommertag, brach in der 'Kleinen Schmiede' im Hagen ein Feuer aus, das schnell auf die angrenzenden Häuser übergriff. Neben den Gebäuden des Schmiedemeisters Hermann Nolte, des Dachdeckers Hermann Blumenhagen, des Landwirts Heinrich Eickemeyer und des Landwirts Heinrich Schaper brannte auch die Schlachterei bis auf die Grundmauern nieder.

Beim Wiederaufbau bestand Heinrich Brakel darauf, den Hauseingang an die Stelle der Eingangstreppe des alten Hauses zu legen, um die beiden Linden, die den Brand überlebt hatten, erhalten zu können. Nach langen Verhandlungen gelang es 1932, das links an die Schlachterei grenzende Gartengrundstück zu erwerben und so die beengte Raumsituation zu beheben.

Der 1908 geborene einzige Sohn, Karl Brinkmann jun., heiratete 1933 Hanna Lohrberg aus Eboldshausen und führte die Schlachterei weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb erstmals umgebaut und erweitert. Rolf Brinkmann, der jüngere der beiden Söhne aus dieser Ehe, heiratete 1966 Liesel Kasten und leitet das Unternehmen seit 1967. Als fünfte Generation arbeitet deren Sohn Klaus Brinkmann als Meister im elterlichen Betrieb.

Das Foto zeigt den Firmengründer Heinrich Brakel mit Tochter und Großsohn Karl Brinkmann jun. vor dem 1911 abgebrannten Haus. Zu sehen sind auch die beiden jungen Linden am Hauseingang. Während der rechte Baum dem letzten Geschäftsumbau 1965 zum Opfer fiel, schmückt der linke noch heute den Eingang zum Verkaufsraum. Am rechten Bildrand ist erkennbar, daß das Tagelöhnerhaus des Landwirts Friedrich Eickemeyer direkt an das Schlachtereigebäude grenzte. Durch diese dichte Bebauung wird erklärbar, wie leicht der Brand im Jahre 1911 auf die benachbarten Häuser übergreifen konnte.

19. Der Maurer August Stöckemann gründete im Haus Twetge Nr.117 gegen Ende des vorigen Jahrhunderts ein Handelsgeschäft, in dem Steingut, Töpfe und insbesondere Weißkalk angeboten wurden. Dieser Weißkalk war damals Grundstoff für den Anstrich von Häusern und Ställen. Der Kahlberg hatte bereits seit Jahrhunderten eine große Rolle als Rohstofflieferant gespielt. Von den Forstinteressenten und der Gemeinde Calefeld wurden deshalb die dort bereits vorhandenen Steinbrüche regelmäßig verpachtet. August Stäckemann nutzte die Steinbrüche, um dort Fundamentsteine für den Haus- und Scheunenbau zu gewinnen. Bald wurde das sehr beengt stehende Haus auf der Twetge für den Geschäftsbetrieb zu klein. Er erhielt deshalb die Genehmigung, westlich der Aue und der Kleinbahnstrecke - in der Verlängerung des Großen Hagens - das Grundstück Nr.117a für seinen Betrieb zu nutzen.

Das Foto zeigt den ersten Ausbauzustand des Gebäudes. Bei den abgebildeten Personen handelt es sich, von links, um Albert Stäckemann jun., August Stöckernann, Caroline Stöckemann, Albert Stöckemann sen. und Ernst Lossie (Schwager von Albert Stöckemann sen.),

Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren die Scheune des Dachdeckermeisters Hermann Blumenhagen und das Wohnhaus von Hermann Ude (jetzt Lindner) noch nicht errichtet. In den Folgejahren baute man das Gebäude mehrfach um und erweiterte es zum 'Cementwaren-Geschäft Calefeld'. Hergestellt wurden insbesondere Zementröhren verschiedener Größen, Kuh- und Pferdekrippen, Schweinetröge, Fensterbänke, Abdeckungsplatten für Brand- und Gartenmauern sowie Zementpfosten.

Nach dem Tode von August Stöckemann führten Albert Stöckemann sen. und Albert Stöckemann jun. den Betrieb weiter. Mit der fortschreitenden maschinellen Fertigung der angebotenen Artikel setzte ein immer stärker werdender Konkurrenzkampf ein. So wurde mehrfach angezweifelt, daß die handgestampften Rohre in der Druckfestigkeit mit den maschinell hergestellten konkurrieren könnten. Albert Stöckemann sen.ließ deshalb vom Gemeindedirektor wahllos einige Rohre auswählen und brachte sie zur Prüfung zum Physikalischen Institut der Universität Göttingen. Hier bestätigte sich die Konkurrenzfähigkeit der handgestampften Rohre zwar eindeutig; gegen die schnellere und preiswertere maschinelle Herstellung war jedoch auf Dauer nicht anzukommen, so daß der Betrieb Mitte der siebziger Jahre geschlossen wurde.

20. Der aus Banteln stammende Rudolf Haselhorst arbeitete als Buchhalter in der Brennerei Kasten. Nach seiner Heirat mit Helene Köchermann gründete er im Haus seiner Ehefrau einen Handel mit Fahrrädern, Nähmaschinen, Öfen und Herden, später auch Kinderwagen. Außerdem verkaufte er Jagd- und Sportwaffen, Munition und Schießscheiben, womit er Jäger und insbesondere eine große Anzahl von Schützenvereinen der Umgebung belieferte. Vor dem Geschäftshaus legte er die erste Tankstelle des Ortes an.

Rudolf Haselhorst fuhr eines der ersten Autos in Kalefeld, mit dem er auch Taxifahrten durchführte. Mitte der fünfziger Jahre übernahm Sohn Egon den Betrieb und leitete ihn bis 1972 weiter.

Das Foto, aufgenommen aus der Einmündung der Mühlenstraße, zeigt das Geschäftshaus Haselhorst mit dem an dem Schaufenster im Vorbau erkermbaren Verkaufsraum. An dieser Stelle hatte sich ursprünglich die Scheuneneinfahrt befunden. Neben der Tankstelle stehen Rudolf Haselhorst und seine Söhne Rolf und Egon (am Motorrad). Auch der Jagdhund fehlt nicht, da Haselhorst passionierter Jäger war. Die Tankstelle (mit Handpumpe) wurde wenige Jahre nach der Aufnahme abgebaut. Links sieht man das Haus des Schneidermeisters Heinrich Reinecke Nr.106 (heute Textilgeschäft Heinz Reinecke), rechts wird gerade das am 17. April 1931 durch Brand zerstörte Wohnhaus des 'Handelsmanns' Heinrich Henze Nr. 108 wieder aufgebaut.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek