Kalefeld in alten Ansichten

Kalefeld in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Hantke
Gemeente
:   Kalefeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5869-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kalefeld in alten Ansichten'

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21. In der Zeit zwischen den Weltkriegen erreichte die sich ständig erhöhende Welle der Motorisierung allmählich auch die ländlichen Gegenden. Waren die ersten durch den Ort fahrenden Automobile von den Dorfkindern noch ungläubig bestaunt worden, gehörten diese neuartigen Fahrzeuge neben den Pferdefuhrwerken bald zum alltäglichen Bild auf den Straßen.

Die sich anbahnende Entwicklung des Kraftfahrzeugverkehrs erkannte der aus dem Gasthaus Kasten (heute Meyer) stammende Robert Kasten. Im Jahre 1932 begann der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker an der Hauptstraße am Ortsausgang nach Sebexen mit dem Betrieb einer kleinen Autoreparaturwerkstatt und dem Handel mit Fahrrädern, Herden und Öfen. Zur 'Harz-Garage' gehörte auch eine Tankstelle, die zweite im Ort (siehe Bild 20). In den Jahren 1936137 wurde der Werkstatt ein Wohnhaus angefügt. Seine Meisterprüfung legte der inzwischen verheiratete Robert Kasten 1939 ab. Kurz danach mußte er infolge des Krieges Werkstatt und Tankstelle schließen. Erst nach seiner Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft im Jahre 1948 konnte der Betrieb, nun zusätzlich mit einem Mietwagen-Unternehmen, weitergeführt werden. Nach dem Tode des Gründers übernahm sein Sohn, Hans-Otto, die Leitung des mittlerweile durch Vergrößerung der Werkstatt und Anbau einer Waschhalle erweiterten Betriebes. Die Tankstellenanlage mußte allerdings Ende Dezember 1985 auf Weisung der Ölgesellschaft abgebaut werden.

Zwei Jahre später, nach dem plötzlichen Tod des Inhabers, wurde der Betrieb geschlossen.

Das Foto aus den Anfängen des Unternehmens zeigt die Tankstelle in ihrer ursprünglichen Form. Die abgebildeten Personen sind August Böker ('Milch-Böker'), Willi Meyer und Arnold Schneidenbach.

22. Für mehr als ein halbes Jahrhundert waren die dampfenden Züge der Kleinbahn Osterode-Kreiensen ein alltägliches Bild im Alten Amt. Während dieser Zeit stellten sie die wichtigste Verbindung der Ortschaft mit dem Eisenbahnknotenpunkt Kreiensen und der damaligen Kreisstadt dar.

Erste, wenn auch vergebliche, Anstrengungen, das Auetal durch Anlage einer Eisenbahnlinie verkehrstechnisch zu erschließen, wurden von einheimischen Betrieben schon 1889 unternommen. Fünf Jahre später beschloß der Kreistag den Bau einer Schmalspurbahn von 75 cm Spurweite, und im Jahre 1901 konnte nach einer mehr als dreijährigen Bauzeit die Gesamtstrecke eröffnet werden.

Von Anfang an nahm der Bahnbetrieb eine erfreuliche Entwicklung mit einer ständig steigenden Zahl von Fahrgästen. Besonders während des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit, als die Bahn das einzige zuverlässige Verkehrsmittel darstellte, erreichte der Personenverkehr Rekordzahlen. Auch das Frachtaufkommen vergrößerte sich, besonders als nach Einbau eines zusätzlichen normalspurigen Gleises der Erztransport der Grube Echte (siehe Bild 24) nach Kreiensen übernommen wurde.

Der Rückgang begann in den fünfziger Jahren. Schwer hatte die Bahn gegen die immer stärker werdende Konkurrenz des Straßenverkehrs zu kämpfen, der sie auf Dauer nicht gewachsen war. Im Jahre 1967 kam schließlich das Aus, zuerst für den Personenverkehr, kurz danach auch für den Gütertransport. Schon ein Jahr später begann der Abbau der Gleise.

Heute besteht nur noch eine normalspurige Gleisverbindung mit Güterverkehr zwischen Kalefeld und Kreiensen. In der Zeit ihres Bestehens transportierte die Bahn mehr als 20 Millionen Fahrgäste und über 4 Millionen Tonnen Güter.

Das Foto aus dem Jahre 1903 ist die älteste bisher bekannte Aufnahme des Bahnhofs Calefeld. Zu sehen sind das Empfangsgebäude und der Güterschuppen in ihrer ursprünglichen Form.

Das eingeschossige Empfangsgebäude bestand aus dem Warteraum für Reisende und dem Dienstraum des Stationsbeamten. Der Fahrkartenschalter befand sich in der Trennwand.

Die abgebildete kleine dreiachsige Tenderlok, gebaut bei Henschel & Sohn in Kassel, gehörte zu den ersten Fahrzeugen der Kleinbahn. Maschinen dieses Typs taten bis zur vollständigen Umstellung auf Dieselbetrieb im Jahre 1960 ihren Dienst.

23. Das nebenstehende Foto einer gemütlichen Männerrunde vor dem Empfangsgebäude des Kalefelder Bahnhofs (Bahnsteigseite ) zeigt, daß man sich hier schon in der Anfangszeit der Kleinbahn zu einem gemeinsamen Bier traf.

Von den dargestellten Personen sind bekannt: der aus Opperhausen stammende Bahnagent Wilhelm Flachsbarth sen. in Dienstuniform (3. von links), am Tisch der Brennereibesitzer August Kasten (4. von links) und der damalige Bürgermeister und Landwirt August Nolte 'Schaute' (6. von links).

Im Jahre 1905 baute Wilhelm Flachsbarth ein Wohnhaus zwischen Empfangsgebäude und Güterschuppen und begann mit dem Betrieb einer Gaststätte. Durch mehrere Aus- und An bauten erweitert, entwickelte sich das Lokal mit der im Garten gelegenen Tanzfläche in den dreißiger Jahren zu einem gern besuchten Treffpunkt, besonders für die Dorfjugend.

In den Jahren 1941/42 wurde an der Südseite der Gleisanlagen das neue Bahnhofsgebäude errichtet und übernahm sämtliche bahntechnischen Funktionen (Stellwerk, Fahrkartenverkauf und Güterumschlag).

Der während des Zweiten Weltkriegs ruhende Gaststättenbetrieb im alten Bahnhof wurde 1947 wieder aufgenommen und bis 1968 als Familienbetrieb weitergeführt, anschließend für weitere zehn Jahre verpachtet. Danach ließ der Eigentümer die Räume zu Wohnungen umbauen.

24. Im Harz und Harzvorland waren bereits vor Jahrhunderten sehr ergiebige Vorkommen an Kupfer- und Eisenerzen bekannt. Versuche, diese Vorkommen abzubauen, erfolgten immer wieder. Ab Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden dann in unserem Gebiet die ersten Eisensteinsfelder 'verliehen'. Abbaustellen lagen am Ricklingsberg (zwischen Echte und Kalefeld) und nordwestlich von Oldershausen.

Für das auf dem Foto abgebildete Gebiet am 'Ricklingsberg' sind erste schriftliche Nachweise aus dem Jahre 1749 bekannt, Größere wirtschaftliche Bedeutung erlangte die Erzgewinnung jedoch erst in der Mitte der dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts. Nach vorbereitenden Arbeiten durch die Sieg-Lahn AG in Weilburg erfolgte der Abbau durch die Friedrich Krupp AG in Essen. Im Jahre 1937 wurde mit dem Abteufen des Haupt- und Wetterschachtes begonnen. Die weitere Aufschließung erfolgte danach auf vier Tiefbausohlen, die bis auf 478 m abgeteuft waren. Das erste Erz fuhr man mit Lastwagen zum Bahnhof Kreiensen. Bevor die Gleisanlage bis zur Grube und der sogenannte Erzbunker fertiggestellt waren, transportierte man das Erz zu einer Verladerampe, die in östlicher Richtung des Kalefelder Bahnhofs lag, Restbauten dieser Verladung sind heute noch im Gelände vorhanden.

Das Foto zeigt die Zeit, als man das Erz noch mit Loren zu der Verladung brachte. Auf der rechten Seite ist die Straße nach Echte zu erkennen.

Um ausreichend Bergarbeiter zur Verfügung zu haben, wurden gezielt Anwerbungen im Ruhrgebiet, Saarland und Elsaß vorgenommen. Den Arbeitskräften konnte eine Beschäftigung garantiert werden. Außerdem stellte man preisgünstig Bauland zur Verfügung. Dies führte zur Entstehung der sogenannten Bergmannssiedlungen in Echte, Kalefeld und Sebexen. Während der Blütezeit der Grube waren etwa fünfhundert Personen über- und untertage beschäftigt.

Zu Beginn der sechziger Jahre wurde der Kostendruck durch den Import billiger ausländischer Erze immer stärker. Außerdem hatten diese Erze einen größeren Eisengehalt als die hier anstehenden.

Am 22. Dezember 1962 erfolgte die letzte Förderschicht. Von dem geschätzten Eisenerzvorkommen von etwa 25 Millionen Tonnen waren bis zu diesem Zeitpunkt etwa 10 Millionen Tonnen gefördert worden. Damit endete die Geschichte der Eisenerzgrube. Der Förderturm als markantestes Zeichen wurde im November 1964 abgebaut und verschrottet, der Schacht zubetoniert.

Die Betriebsgebäude werden heute - nach größeren Umbauten - von den 'Rheinischen Kunststoffwerken' genutzt. Nur der fast unverändert erhaltene Erzbunker weist noch auf den früheren Bergbau hin.

25. Vielfältige Erinnerungen ruft bei den meisten Erwachsenen die eigene Schulzeit hervor. Man denkt an so manchen Streich, den man dem Lehrer spielte, aber auch an das damals strenge Regiment des Stockes. Man erinnert sich an Schulbänke, Tintenfässer, Kartoffelferien, Schiefertafel, Schwamm und Griffel. Zeugnisse gab es im Frühjahr zu Ostern (Versetzung) und im Herbst zu Michaelis, die Schulpflicht war schon nach acht Jahren beendet, und die schlechteste Zensur war die 'Vier'.

Vieles hat sich seit damals verändert. In der heutigen Zeit der Mittelpunktschulen, die viele Dörfer ihrer örtlichen Schule beraubte, kann man sich kaum noch vorstellen, welche Bedeutung die Schule früher in der Ortschaft hatte. Sie war eine wirkliche 'Volks-Schule', die - bis auf wenige Ausnahmen - von allen Kindern des Dorfes besucht wurde.

Der 'Schulmeister' gehörte zu den Honoratioren des Dorfes. Für die Kinder war er oftmals nicht nur Respektsperson, sondern allzu häufig auch ein Mensch, vor dem man Angst hatte. Wenn es möglich war, vermied man es, ihm auf der Straße zu begegnen.

Zwischen den Weltkriegen besaß die damalige dreiklassige Volksschule Kalefeld zwei Schulgebäude: die 'Alte Schule' im Hagen und die 'Neue Schule' am Bitkenweg.

In der 'Alten Schule', dem ehemaligen Pfarrwitwenhaus, lag im Erdgeschoß ein großer Klassenraurn. Die Schüler betraten das Gebäude von der Nordseite, wo sich auch der Schulhof und, in einem kleinen Nebengebäude, die Toiletten und der Kohlenschuppen befanden.

U nterrichtet wurden in der 'Alten Schule' hauptsächlich die Schüler der 1. Klasse (6.,7. und 8. Schuljahr), und zwar vorrangig vom Schulleiter. Dessen Dienstwohnung befand sich ebenfalls in diesem Gebäude.

Hier wohnten nacheinander die Hauptlehrer Brinkmann, Scherff, Ahlborn und Schnabel.

Heute dient das Gebäude als Sitz der Verwaltung der Gemeinde Kalefeld.

Das Foto zeigt die 'Alte Schule' im Hagen. Im Hintergrund ist die nach dem Entwurf von Kirchbaurat Hase im Jahre 1872 errichtete Kirche erkennbar.

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