Kalefeld in alten Ansichten

Kalefeld in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Hantke
Gemeente
:   Kalefeld
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5869-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kalefeld in alten Ansichten'

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26. Die im Jahre 1904 als Backsteingebäude erbaute 'Neue Schule' am Birkenweg verfügte ursprünglich, genau wie die 'Alte Schule' (siehe Bild 25), nur über einen Klassenraum im Erdgeschoß. Später wurde durch Einziehen einer Trennwand ein zweiter Klassenraum mit separatem Eingang geschaffen. Darüber befanden sich Lehrerwohnungen.

In den beiden Klassenräumen wurden die Klassen 3 (1. und 2. Jahrgang) und 2 (4.,5. und 6. Jahrgang) unterrichtet.

Das Foto zeigt die Schülerjahrgänge 1919 bis 1921 vor dem Eingang zur Neuen Schule. Links im Bild ist Hauptlehrer Ferdinand Scherff, rechts Lehrer August Ahlborn zu sehen.

Erste Reihe, oben, von links: Otto Göttling, Karl Sakel, Rolf Haselhorst, Hans Kasten, Werner Hartmann, Hannelore Harborth und Else Meyer.

Zweite Reihe: Hedwig Otto, Lisa Rehkopf, Erna Ehrhardt, Gertrud Stöckernann, Ilse Haase, Emma Fahlbusch, Margret Lübbers und Margret Lemke.

Dritte Reihe: Gustav Hille, Arnold Reinecke, Lina Meyer, Auguste Reinecke, Hermann Haase, Willi Meyer und Willi Haase.

Vierte Reihe: Louise Paare, Elsbeth Klügel, Klärchen Hillebrecht, Lieselotte Henze, Emmi Kachel, Marie Kiehne, Lina Kachel, Rosa Köll, Elli Haase, Lisa Haase, Erika Mennecke und Else Stöckemann.

Fünfte Reihe: Albert Kruse, Helmut Plötz, Hermann Stöckemann, Herbert Löwe, Karl Cludius und Hermann Zies.

27. Das Bild zeigt die Schulanfänger des Jahres 1931 mit Lehrer Ahlbom und der damals üblichen Schiefertafel mit Sütterlin - Aufschrift.

Vordere Reihe, von links: Egon Eickemeyer, Gertrud Paare verheiratete Ritter, Heinz Oelmann, Helmut Cludius, Hilde Böker verheiratete Dwelk und Elfriede Nolte verheiratete Henze.

Mittlere Reihe: Walter Henze, Helga Eickemeyer verheiratete Cichorek, Otto Meinshausen und Elsbeth Meyer verheiratete Wuyk.

Hintere Reihe: Gisela Eickemeyer verheiratete Baumgarten, Christa Haase verheiratete Hoffmann, Helga Haase verheiratete Fiedler, Albert Stöckemann und Ursula Pförtner verheiratete Kettler.

Der im Jahre 1895 in Göttingen geborene Lehrer August Ahlbom unterrichtete, ab 1950 als Hauptlehrer, noch bis 1960 an der Kalefelder Volksschule.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Osten die Schülerzahlen sprunghaft anstiegen (1952: 325 Schüler), plante der Gemeinderat zur Linderung der Raumnot zunächst einen Erweiterungsbau mit drei Klassenräumen bei der 'Neuen Schule'. Es wurden auch Überlegungen angestellt, das Fabrikgelände Stöckigt am Ortsausgang nach Eboldshausen zu erwerben und das Gebäude zur Schule umzubauen. Diese Vorhaben fanden jedoch keine Zustimrnung, und man entschloß sich zum Neubau eines sechsklassigen Schulgebäudes. In die Auswahl kamen zwei Weideflächen, an der Twetge und an der Bucht. Schließlich entschied man sich für den Standort 'Bucht'. Im Jahre 1955 konnte das neue Schulgebäude eingeweiht werden, die Baukosten betrugen296 000 DM. Damit endete die Nutzung der 'Neuen Schule' für Unterrichtszwecke. Sie diente in der Folgezeit als Lehrerwohnhaus. Heute befindet sich in diesem Gebäude eine Zahnarztpraxis.

Mitte der sechziger Jahre entstand, infolge der Bildung des 'Volksschuloberstufen-Zweckverbandes Kalefeld' , der großzügige Neubau der Mittelpunktschule mit Tum- und Schwimmhalle am 'Budenkamp' (heute Schwimmbadstraße).

In den Gebäuden an der Bucht und der Schwimmbadstraße befinden sich heute die Haupt- und Realschulklassen der Gemeinde.

28. Die Konfirmation brachte früher einen weit stärker spürbaren Einschnitt im Leben der Konfirmanden als heute. Sie fiel zusammen mit der Schulentlassung und dem Einstieg in den Beruf. War man konfirmiert, durfte man an den "Tanzvergnügen', den Höhepunkten des gesellschaftlichen Lebens im Dorf, teilnehmen.

Schon lange vor der Konfirmation begarmen die Vorbereitungen. Konfirmationskleid (häufig zwei) oder Anzug mußten gekauft oder angefertigt, die Gäste eingeladen werden. Die Köchin hatte man schon ein Jahr vorher bestellt. Zumeist wurde für die Konfirmation extra ein Schwein geschlachtet.

Zur ersten Prüfung fuhren die Konfirmanden mit Pferd und Wagen gemeinsam zur Superintendenturnach Willershausen. Nachmittags fand ein Kaffeetrinken auf dem Saal der Gastwirtschaft Thiele statt, an dem auch die Mütter und jüngere Geschwister teilnahmen. Am Sonntag vor der Konfirmation folgte die Prüfung vor der Kalefelder Gemeinde.

Zum Ausschmücken der Kirche zogen die Jungen zum Wald und holten Tannenzweige und Weidenruten. Die Mädchen wiekelten gemeinsam Kränze und Girlanden, die Jungen halfen ihnen dabei.

Am Freitag vor der Konfirmation wurden Kuchen im Backhaus gebacken. Für jede Familie waren etwa drei Stunden festgelegt. Die ersten mußten schon halb fünf mit dem vorbereiteten Teig beim Bäcker sein. Von den etwa dreißig Kuchen erhielt jeder Pate einen ganzen, Verwandte, Bekannte und Freunde einen halben.

Am Samstag fand die Beichte statt, zu der die Mädchen ihr Prüfungskleid trugen. Der Konfirmationstag selbst lag früher immer auf Palmarum, dem Sonntag vor Ostern. Während des Konfirmationsgottesdienstes saßen die Konfirmanden auf Stühlen vor der Gemeinde. Anschließend feierte man zu Hause zwei Tage. Am dritten Tag, dem Dienstag, wurden dann die Nachbarn eingeladen.

Unser Bild zeigt die Konfirmanden des Jahres 1914. Stehend, von links: Hermann Nolte, Heinrich Stöckemann, Joharme Müller, Albert Haase, Albert Fahlbusch, Frieda Ude, Friedrich Hillebrecht, Helene Otto, Hermann Haase und August Ude.

Sitzend, von links: Anna Kachel, August Cornelius, Frieda Ude, Pastor Lübbers, Anna Rehkopf, Otto Martin und Frieda Meyer.

29. In der Zeit, als die 'jungen Mädchen' ihre Aussteuer noch selbst herstellten, bestand in Kalefeld 'Fräulein Scherffs Nähschule'.

Alwine Scherff, die unverheiratete Schwester des Hauptlehrers Ferdinand Scherff, führte im Haus ihrer Schwägerin, Johanne Scherft geborene Kasten, Nähkurse durch. Die Teilnehrnerinnen, rneist Töchter wohlhabender Landwirte, lernten in etwa sechs Monaten alle Näh- und Stickarbeiten, die sie als angehende Hausfrauen beherrschen mußten.

Ihre Nähmaschinen brachten sie für diese Zeit zum Unterrichtsraum. Leinenstoffe waren, besonders auf den Bauernhöfen, zumeist vorhanden. Hieraus nähte man Bettwäsche und Tischdecken ('Weißnäherei'). Auch das Anfertigen von Hemden und Schürzen gehörte zur Ausbildung. Zur Verschönerung der Stücke (unter anderem 'Paradekissen' und Schürzen) wurden sie mit Lochstickerei verziert,

Als Alwine Scherff, nach Aufgabe der Nähschule, in das Haus Nr.105 umzog, betrieb Friedrich Nolte im 'Posthaus' (linke Seite) eine Böttcherei. Seine Wohnung befand sich über den Werkstatträumen.

Das Foto zeigt 'Fräulein Scherft' (sitzend, Bildmitte ) mit den Teilnehmerinnen eines Kurses. Die weißen Schürzen wurden in der Nähschule angefertigt. Von den abgebildeten Personen sind weiterhin bekannt: Ernilie Stöckemann (stehend, 1. von links), Anna Nolte verheiratete Eickemeyer (3.) und Helene Köcherrnann verheiratete Haselhorst

(7.).

30. Das Foto zeigt eine typische Hochzeitsgesellschaft Mitte der zwanziger Jahre nach dem Kirchgang. Entsprechend der Tradition trägt der Bräutigam Albert Stöckemann Gehrock und Zylinder, während die Braut Frieda Stöckemann geborene Haase ein weißes Brautkleid mit Schleier und Myrthenkranz ziert. Ähnlich festlich gekleidet ist die ganze Hochzeitsgesellschaft. Selbst die Kinder mußten ihre schönsten Kleider und Anzüge tragen. Bei den Mädchen ist eine große weiße Schleife im Haar offensichtlich sehr beliebt.

Im Anschluß an die Fotoaufnahme fand dann die eigentliche Feier mit ausgiebigem Essen und Trinken statt. Der Auftakt der Hochzeit begann jedoch bereits am Abend vorher. Nach der standesamtlichen Trauung, die meistens im Wohnhaus des ehrenamtlich tätigen Bürgermeisters und Gemeindedirektors stattfand, begab man sich überwiegend in das Haus der Braut. Verwandte und Freunde stellten sich ein und zerschmissen vor der Haustür mitgebrachtes Geschirr. Mit diesem 'Poltern' sollten die bösen Haus(Polter)geister vertrieben werden. Bei einem typischen Essen, oftmals warme Schmorwurst und Kartoffelsalat, wurde feucht-fröhlich gefeiert.

Für viele war jedoch erst die Nachfeier am Sonntag das schönste Erlebnis. Nach einem späten Frühstück, das gleichzeitig das Mittagessen ersetzte, verkleidete sich die Hochzeitsgesellschaft, um den Bräutigam zu 'putzen'. Dieser hatte sich wohlweislich rechtzeitig versteekt, Wenn er schließlich gefunden war und festgebunden vor seiner Braut stand, hatte diese die Möglichkeit, ihn durch das Anloben von reichlich Bier und Schnaps wieder 'freizukaufen'. Ihre Angebote reichten jedoch nie aus, so daß der Bräutigam schließlich, nachdem er kräftig mit Eischnee eingeseift war, meist mit einer Sense 'rasiert' und danach seiner Braut wieder in die Obhut gegeben wurde.

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