Kamen in alten Ansichten Band 2

Kamen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Irmgard Elger
Gemeente
:   Kamen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1304-5
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kamen in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Dieses Bilderbuch fängt da an, wo die Stadt Kamen ihren 600. Geburtstag schon hinter sich hat. Kein Maler, kein Kupferstecher ist aus ihren Mauern hervorgegangen, welcher der Nachwelt bildliche Zeugnisse hinterlassen hätte aus der Zeit, in der Kamen noch von einer 5 Meter hohen und 2000 Meter langen Mauer umgeben war. Keine Darstellung gibt uns Kenritnis vom Aussehen der Stadttore, der Häuser, des Klosters, der ältesten Kirchen. Lediglich Kamens Wahrzeichen, der 'Schiefe Turm', hat die Jahrhunderte überdauert. Matthäus Merian, Schweizer Kupferstecher (1593-1650), ist durch Deutsche Lande gezogen und hat viele Städte im Bild festgehalten. Das sind heute historische Denkrnäler! Auf seinem Weg von Unna (dort hat man ihn nicht abgewiesen) nach Werne soll er auch im Kamener Rathaus angeklopft haben - leider vergeblich. Teils aus Unverständnis, teils wegen Geldmangel haben die Stadtväter Herrn Merian weiter-

ziehen lassen! So blieb Kamen ungemalt!

Soviel Fotografien, wie dieses kleine Buch enthält, bringt ein Tourist leicht aus einem einzigen Urlaub mit nach Hause. Da kann es nicht ausbleiben, daß die lichtbildliche Darstellung unserer Stadt nur sehr lückenhafte Eindrücke vermitteln kann. Aber dennoch, wie sich viele einzelne Steinchen zu einem Mosaik ergänzen, so fügen sich die nachfolgenden Fotografien zu einem, wenn auch unvollständigen, Stadtbild zusammen, einem beschaulichen Bild aus der 'guten alten Zeit'! War diese, im Zeitalter der Nostalgie so oft zitierte Aera wirklich so gut? Zivilisationsmüde beneiden die Vorfahren um deren einfache Arbeits- und Lebensweise, um ihre Ruhe, um ihre Bescheidenheit. Die Worte: Stress, Reizüberflutung, Übersättigung waren unbekannte Vokabeln. Die Träumer seien gewarnt! Beneiden sie unsere Altvorderen auch um die nie aufhörenden Kämpfe ums

tägliche Brot, um die Ängste vor Krankheiten und Seuchen? Sie sollten auch die ganz alltäglichen Kriege gegen Ungeziefer, vor allen Dingen gegen Fliegen und Ratten nicht vergessen!

Möchte heute noch jemand das Wasser von einem öffentlichen Brunnen holen? Wer will auf Heizung, Bad und auf W.C. verzichten, ganz zu schweigen von allen anderen Errungenschaften unserer Zeit? Pfarrer Pröbsting beschreibt in seiner 'Geschichte der Stadt Camen' die Verhältnisse in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts folgendermaßen: Die Arbeit und der Verdienst war für die Menge der Tagelöhner oft recht knapp, und wenn die Ackerbürger mit dem Dreschen des Kornes fertig waren, so hatten die armen Tagelöhner manchmal keine weitere Arbeitsgelegenheit. Wir haben damals noch erlebt, daß der arme Mann zur Winterszeit im Bette liegen blieb, weil er keine Arbeit hatte und um Feuerung, Licht und

auch Brot zu sparen. Als in den dreißiger Jahren die Chaussee am Massener Damm gebaut wurde, scheuten unsere Leute täglich den weiten Weg nicht, um nur lohnende Arbeit zu haben.

Es lebe die gute neue Zeit!

Die Kommentare zu den Fotos sind, so ist anzunehmen, nicht frei von sachlichen Fehlern. Die Texte können nur so richtig sein wie die vornehmlich von älteren Mitbürgern erhaltenen Informationen; und deren Genauigkeit wiederum hängt ab von einem guten Gedächtnis. Man bedenke, die Ereignisse, um die es im Zusammenhang mit den Fotografien geht, liegen viele Jahrzehnte zurück. Manche Begebenheit ist noch nicht mal selbst erlebt, sondern stammt aus Erzählungen einer noch älteren Generation.

An dieser Stelle möchte ich allen Kamenern, die sich interessiert und geduldig meinen Fragen stellten, sehr herzlich danken.

1. Dies ist eines der ältesten Fotos vom Kamener Marktplatz, entstanden um 1865. Das Rathaus ist noch zweistöckig, wie es wohl mehrere Jahrhunderte gestanden hat, ehe es aufgestockt und vergrößert wurde. Es ist gerade Markttag. Die Menschenmenge in der Kirchstraße hört dem Ausrufer der amtlichen Bekanntmachungen zu. Rechts in der westlichen Marktecke befindet sich der Zimrnerrnannsplatz, wo die Eichenbalken für die Fachwerkhäuser zurechtgesägt wurden.

2. Dem Vater, Julius von Basse, der von 1847-1877 der Stadt Kamen vorgestanden hatte, folgte nach dessen Tod sein ältester Sohn, durch einstimmige Wahl der Stadtverordneten, im Amte nach. Beide waren Reserveoffiziere, königstreue und gute Patrioten, wie Chronist Pfarrer Pröbsting festgestellt hat. Adolf von Basse (auf dem Foto mit seiner Frau Lili, geborene vom Berg) hat sein Bürgermeisteramt bis 1913 ausgeübt. Er starb 1918 in Wiesbaden und wurde auf seinen Wunsch in der Familiengruft auf dem Kamener Friedhof unter großer Anteilnahme beigesetzt.

3. Einige Jahre nach der Inbetriebnahme der Köln-Mindener-Eisenbahnlinie erbaut, tut er noch heute seinen Dienst. Um 1910 war ein Neubau geplant, ein paar hundert Meter weiter östlich, Da brach der Erste Weltkrieg aus, und man hatte andere Sorgen. In den dreißiger Jahren rückte der Neubau des Bahnhofs wieder in greifbare Nähe, wiederum wurde das Bauvorhaben zunichte gemacht - durch den Zweiten Weltkrieg. So steht er heute noch da - unser guter alter Bahnhof.

4. Das Maschinenzeitalter forderte - und fordert noch immer - trotz aller Perfektion, seinen Tribut! Ob dieses Unglück durch technische Fehler oder durch menschliches Versagen verursacht wurde, war nicht mehr festzustellen. Im Kamener Güterbahnhof prallten 1899 zwei Eisenbahnzüge frontal zusammen. Die Wucht des Zusammenpralls kann man an den Trümmern ablesen. Wieviel Tote und Verletzte es dabei gegeben hat, ist unbekannt. Ganz links im Bild sieht man den Giebel des Jellinghausschen Hauses am Schlachthof und rechts daneben den Schornstein desselben.

5. Alexander Koepe war einer von vielen Schnapsbrennern in Kamen. Seine Produkte kontte er in seinem eigenen Lokal, dem 'Weißen Roß', an den Mann - besser gesagt an die Männer - bringen. In der 'Geschichte der Stadt Camen' fragt Pfarrer Pröbsting angesichts der großen Mengen Malz und Getreide, die in den Brennereien verarbeitet wurden: Woher nahmen denn die armen Burger zu jener Zeit das Geld, um alle diese Getränke zu bezahlen? Oder waren sie darum so arm, weil sie ihr bißchen Vermogen so unnûtz vertranken?

6. An der Mai-Brücke stand eine der zahlreichen Gaslaternen, die den Kamenern heimleuchteten. Die damaligen Stadtwerke hatten, um Energie und damit Geld zu sparen, sogenannte Brennkalender erstellt. Nach denen hatte sich der Nachtwächter, der das Anzünden und Löschen zu besorgen hatte, genau zu richten. Da heißt es zum Beispiel: 14. November von 5 1/4 bis 8 Uhr; 15. November von 5 1/4 bis 9 Uhr; 16. November von 5 1/4 bis 11 Uhr. In Vollmondnächten blieben die Laternen dunkel, der Mond sorgte für die Straßenbeleuchtung - kostenlosl

7. Diese Fotografie entstand 1890. Sie zeigt, vor imposanter Stoffkulisse, eine Klasse der 'Privaten Töchterschule'. Die attraktive Lehrerin ist Fräulein von Koschenbar, eine Verwandte des Bürgermeisters. Zwei von Basse-Töchter sind auch auf dem Bild: in der zweiten Reihe die zweite von links ist Elisabeth und die zweite von rechts ist Martha. Das glattgescheitelte Mädchen ganz oben rechts ist Frieda Bertelsmann, Tochter des derzeitigen Pfarrers und spätere Frau Karl Jellinghaus.

8. Etwa 1890. Die Südostecke des Marktplatzes ist von Bomben und Sanierungskahlschlägen verschont geblieben. Das große Haus soll von Bürgermeister Weber 1835 als erstes Steinhaus von Kamen erbaut worden sein, was aber nicht zweifelsfrei feststeht. Um 1870 ging es in den Besitz der Familie Marcus über, die dort zwei Generationen lang Eisenwaren und komplette Aussteuern verkaufte. In dem Backsteingebäude, rechts neben dem Haus, befanden sich die Lagerräume, Pferdeställe und Remisen. 1930 verkaufte Otto Markus den Besitz an den Arzt DI. Diese, dessen Nachkommen es heute noch bewohnen. Die drei Häuser rechts, gut restauriert, sind jetzt eine Zierde für den alten Marktplatz.

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