Kandern in alten Ansichten

Kandern in alten Ansichten

Auteur
:   Volker F. Scheer
Gemeente
:   Kandern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2783-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kandern in alten Ansichten'

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9. Der Omnibuspark der Bahnverwaltung Kandern um 1937. Für Kandern und das verdere Kandertal ist die Nebenbahn vorteilhaft. Die kürzeste Verbindung nach Freiburg, Lörrach und Müllheim kann sie aber nicht schaffen. Wie die Reisenden auf direktem Weg und ohne Umsteigen ans Ziel kommen wollen, möchten auch die abseits gelegenen Orte an das Verkehrsnetz angeschlossen werden. Also bedient aus Marzen der Sonnenwirt Vollrner Malsburg und Marzell seit dem 15. August 1928 mit zwei Bussen. Am 1. Juni 1929 wird von Herrn Will aus Müllheim die Buslinie Sulzburg-Müllheim-Kandern geschaffen. Die DEBG eröffnet am 22. Oktober 1929 ihre ersten Omnibuslinien Kandern-Schliengen und Kandern-Tannenkirch. Am 25. Februar 1930 folgt die Linie Kandern-Binzen-Lörrach, und am 1. April wird die Linie Kandern-Marzell des Sonnenwirts Vollmer übernommen. Der wachsende Omnibusbetrieb macht eine Unterstellhalle mit einer kleinen Werkstatt erforderlich, die im selben Jahr gebaut wird. Am 1. März 1937 wird die Lörracher Linie bis Rheinfelden verlängert.

10. Der 'Mûller-Wagner' in der Feuerbacher Straße. Kandern ist früher der Mittelpunkt einer fast rein landwirtschaftlich geprägten Gegend, So haben Sattler, Seiler und Wagner für die Bauern eine große Bedeutung. Die Sattler sorgen für das Lederzeug der Gespanne; die Wagner sind es, die Räder, Deichseln, ganze Heu- und Erntewagen sowie Leitern herstellen. Der 'Tanner-Wagner' zeigt beispielsweise bei der landwirtschaftlichen Ausstellung 1889 auf dem Blumenplatz eine große Chaise. Auch als Zulieferer für das Transportgewerbe, das ausschließlich mit Pferdefuhrwerken arbeitet, ist das Wagnerhandwerk wichtig. Der Erztransport über die Scheideck zum Platzhof und die Beifuhr von Holz, Eisen und Holzkohle zum Eisenwerk geht ebenfalls mit Pferdefuhrwerken vonstatten. Spater werden aus den Sattlern Raumausstatter, die Wagner passen sich auch den Verhältnissen an und verlegen sich auf Drechslerarbeiten, behalten aber das Herstellen von Leitern bei.

11. Die 'Schwemme' am Zusammenfluß von Kander und Lippisbach oder Minderkander. Um die Jahrhundertwende gibt es in Kandern zahlreiche Rosser. Jeder größere Hof hat noch Pferde, so die Bauern Binal, Reinau, Ruch und Deißlinger. Es gibt auch welche in der 'Krone', der 'Sonne', bei "s Hintere Müllers', in den Tonwerken, der Weißmühle, den Baugeschäften Köbel und Lösch sowie bei den Metzgern, die mit dem Metzgerwagen 'uf 's Gäu' fahren. Jeden Samstagabend werden die Pferde in die 'Schwemme', eine Furt, geritten. Das ist ihr Sonntagsputz und ein Vergnügen für die Kinder.

12. Die Kronenbrücke im Jahre 1901. Endlich ist eine direkte Verbindung der Straße von Schliengen mit der von Lörrach zustande gekommen, als aus der Furt bei der Krone eine Brücke geworden ist, Damit ist auch die Blumenmühlgasse durchgehend befahrbar geworden. Links im Bild sehen wir einen Teil der Schmiede von Meister Kramer, wo im Freien gearbeitet wird. Neben dem 'Chrorner-Schmied' gibt es an der Ecke Haupt- und Ziegelstraße den Schmiedemeister Hanser, daneben zeitweise den Jülle-Schrnied und neben dem Forstamt Schmiedemeister Wagner. 1894 hat Lorenz Kühn von seinem Vorgänger Sütterlin die Schmiede am Lippisbach übernommen. Er, sein Sohn Karl und der gleichnamige Enkel, der heute die Werkstätte betreibt, leisten einen wichtigen Beitrag für das Fortbestehen des 'Roßmärts', weil sie die Pferde nicht nur bei der Schmiede, sondern auch auf den Schauplätzen beschlagen. Von den genarmten fünf Hufschmieden ist heute nur noch diese eine Werkstätte da. Sie setzt die Tradition sowohl der Grobschmiede, die für den Zimmermann gearbeitet haben, als auch die der Feinschmiede, die später Schlosser genannt, den Schreiner beliefert haben, fort.

13. Die Hammersteiner, Straße. Unser Bliek in die Hammersteiner Straße fällt auf einige Handwerksbetriebe, die hier daheim sind, so der des Buchbinders Duchilio aus einer Hugenctten-Familie, des Schneiders Kinzinger und des Schreinets Strübin. Diese Straße ist außerdem ein kleines Zentrum von Zimmerleuten, Wagnern und Schreinern. Es gibt hier die Wagner Läuger und Lang, den Schreiner Mayer und an der Kander das Sägewerk Hagin, heute Schmiederer. Schon früh treibt Wasserkraft die Untere Mühle, das hinterste Haus auf unserem Bild und ein stattliches Anwesen, Zwei schöne Schlußsteine zeigen das Müller-Zeichen, - Der Glöckler-Schlosser hat hier auch seine Werkstatt. Viele erinnern sich noch an ihn, der die städtischen Wasserleitungen und die Kirchturmuhr betreut hat, Ältere können sich auch noch den Strübin-Schreiner ins Gedächtnis rufen, wie er seinen Handkarren beladen mit einem Möbelstück durchs Städtchen fährt und immer zu einem kleinen Schwatz aufgelegt ist.

14. Die Papiermiihle mit Sutters Geburtshaus. Auf das Basler Konzil von 1431 bis 1448 geht wohl die Papiermühle zurück, Sicher wissen wir aus Akten, daß 1564 Sixt Petri aus Basel als Betreiber dieser Mühle Zins zahlt. 1573 geht die Papiermühle an das Kloster Klingenthal in Basel und bleibt dann jahrhundertelang im Besitz Basler Familien wie Meyer, Iselin, Blum, Häußler und Thurneisen. Zeitweise ist die Papiermühle aber auch im Besitz der Markgrafen. An den Basler Nikolaus Häußler, der sie 1735 erwirbt, erinnert ein Balken an der Außenseite des Hauses. Er darf in sein Papier das badische 'Wappen als Wasserzeichen aufnehmen, wie man im Basler Papiermuseum in St. Alban sehen kann, Bis 1819 gehört sie der Familie Häußler. Zu dieser Zeit ist ein Papiermeister angestellt, dem am 23. Februar 1803 ein Sohn geboren worden ist. Er heißt Johann August Sutter, ist der spätere Pionier Kaliforniens. Vor wenigen Jahren noch ist 'd' Pàpieri' als Pappenfabrik in Betrieb. Nach einigen Malen Hochwasser jedoch wird der Mühlkanal zugeschüttet, und das alte Mühlengebäude muß der Erweiterung eines Sägewerks weichen.

Kandern (Baden)

15. Die Storchenbriicke. Wer früher aus Richtung Lörrach kommt, fährt bei der Weißmühle über die Storchenbrücke und befindet sich dann mitten in der Stadt, Das Haus Schäfer-Lindemann in der heutigen Waldeckstraße ist damals das letzte in dieser Straße, der Schlußstein zeigt die Jahreszahl 1768. In der Hammersteiner Straße steht noch in der alten Front das Haus Bolanz aus dem Jahre 1741 neben dem Haus, das lange den Küfer Meier beherbergt, während die heutige Metzgerei Sprich weit vorspringt. Unterhalb der Storchenbrücke liegt am Kanal 'd" Wäschi'. Der 'Storchen' kommt 1937 in den Besitz der Familie Geitlinger, wird am Ende des Zweiten Weltkrieges von den französischen Truppen beschlagnahmt und nach der Freigabe 1950 verpachtet. 1959 übernimmt Frau Geitlinger wieder die Bewirtung, bis der Schwiegersohn den 'Palmgarten' baut. Nach einem Wechsel geht der 'Storchen' schließlich in das Eigentum der Familie Kurt Eichin über, die auch daraufwirtet.

16. Die Werkstätte Knoll und das Waschhaus. So wie in der heutigen Grünanlage gegenüber der 'Weserei' und dort am Lippisbach, wo heute die Brücke zum Schwimmbad führt, befindet sich in vergangenen Tagen hier im Städtchen ein Waschhaus. Es ist auch auf dem vorigen Bild zu erkennen. Dort stehen in langer Reihe die Waschstühle. Auf der langen glatten Fläche wird gerieben und geklatscht. Daneben warten die Zuber und Büttenen mit der vorgekochten oder schon geschwenkten Wäsche. Was wird an dieser überdachten 'Wäschi' geschwatzt, gelacht, gelästert und gewaschen! An der Stelle desjetzigen Anwesen Hocevar ist vor Knoll die Bäckerei Stolz, davor "s Brueders Buuchhuus', ein Vorläufer der Mietwaschküchen. Das Bauchen ist eine mühsame, aber schonende Behandlung der Wäsche. Eugen Knoll betreibt im früheren Haus des Bäckers Stolz eine Zweirad-Werkstatt. Der 'Chnolle-Geni' ist in und um Kandern bekannt auch wegen seiner Flugversuche am Käppelebuck von 1913.

17. Die Fischer- oder Weißmüh/e. In Kandern besteht seit altersher eine Anzahl Mühlen. Die Weißmühle wird am 21. Januar 1452 mit den Worten 'Hans Stuykle, der müller uf der wissen muli' erstmals erwähnt. 1564 werden außerdem die Oberrnühl, die Mühle im Hofacker und die Mahlmühl von Hans Stücklin genannt. 1692 erscheint daneben die Kammühl, später 'Hintere Mühle' genannt. Wir erfahren auch, daß 'am 22. November 1626 ... die Brücke bei der Weißmühle gemacht worden' ist. Der Eingang zur Mühle ist direkt bei der Storchenbrücke, von der die Rede ist. Als das Bild entsteht, verdeckt der Vorbau den alten Eingang. Dort findet sich ein Schlußstein von 1687 mit dem Müllerwappen und den Namen Hans Heinrich Kammüller und Maria Mayer. Über der Haustüre am Wohnhaus steht die Jahreszahl 1874 und der Name Johann Georg Kammüller. 1904 verkauft er seine Weißmühle an Hermann Fischer, woher die heutige Bezeichnung Fischer-Mühle rührt. Bis in die fünfziger Jahre besteht die Mahlmühle als letzte in Kandern und die einzige, die über fünfhundert Jahre in Betrieb gewesen ist.

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18. Das Schuhhaus Oßwald. Gegenüber des alten Rathauses hat bis 1919 der Schlatter-Beck seine Backstube und das Ladenlokal. Nach dem Tod des Meisters wird der Handwerksbetrieb nicht weitergeführt. Stattdessen eröffnet dort Georg Oßwald - alten Kandernern als 'Schnauzli' bekannt - Schuhmacherei und Schuhladen, Noch heute ist mir der eigentümliche Geruch von Leder und Schuhcreme in der Nase, wenn ich mich an Besuche in diesem Geschäft erinnere. Bevor Oßwald dieses Anwesen übernimmt, ist er neben der Fischer-Mühle in der ehemaligen 'Schnapsi' heimisch gewesen. Der 'Liga-Fritz ' hat seine Schnäpse dort gebrannt, wo der 'Schuehni' sein Handwerk begonnen hat. Heute beherbergt dieses Haus die Familie Grieshaber mit ihrer Praxis. Im vormaligen Haus Schlatter-Beck sehen wir Georg Oßwald auf der Treppe seines Ladens, Bei ihm geht auch der heute älteste Kanderner Schuhmacher Alfred Hanser, 'd'r Schmeling', in die Lehre. Noch heute übt dieser mit mehr als 80 Jahren sein Handwerk in der Ziegelstraße aus,

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