Kandern in alten Ansichten

Kandern in alten Ansichten

Auteur
:   Volker F. Scheer
Gemeente
:   Kandern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2783-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kandern in alten Ansichten'

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19. Wochenmarkt auf dem Marktplatz um 1910. Lebhaftes Treiben herrscht auf dem Kanderner Wochenmarkt zu jener Zeit. Löwen-Apotheke und Modehaus Brucker haben noch keine Schaufenster, und schöne Bäume schmücken den Platz. Das Bild zeigt, wie man damals beim Marktbesuch noch Zeit hat, Zeit zu wählerischem Aussuchen der Marktware und vor allem auch zu einem Schwatz, bei dem man über die Waren disputieren oder zuweilen auch die Nachbarsfrauen mustern kann, Die Körbe, jetzt wieder in Mode, tragen alle. Da sie alle fein zugedeckt sind, sehen wir leider nicht, was die Frauen eingekauft haben. Die Marktware kommt in 'Chorbscheesli', die speziell für diesen Zweck hergestellt worden sind. Aus den entlegensten Orten wird die Ware über oftmals bucklige Straßen zum Markt gefahren, Die Besen links neben dem Brunnen sind vielleicht in Marzell gebunden und auf dem Markt zu einem Preis verkauft worden, für den heute niemand mehr die kleinste Entfernung liefe.

20. Bliek in die Hauptstraße vor 1900. Das Stammhaus der Lacoste ist im Gebäude der heutigen Stadtdrogerie gewesen. Nachbar ist die Metzgerei Stolz, wo vorher der Löhler-Blechner und vor diesem ein Nagelschmied gewesen ist. Den Garten daneben erwirbt Adolf Lacoste, der dort das Café errichtet, während sein Bruder Hermann das Haus in der Bahnhofstraße baut. Weiter gegen die frühere Post zu kommt die Werkstatt von Sattler Schuhmacher-Jäger, dann das Geschäft der Schwestern Berner. Das Haus von Metzger Hanser steht etwas vor. Aus dieser Familie stammt G.W. Hanser, dessen Geschäft am linken Bildrand zu erkennen ist. Neben diesem befindet sich die Buchdruckerei Muller, das Heimathaus von Ida Preusch-Müller. Daneben ist die Blechnerei Müller und die 'Gnossi', die erste Molkerei im früheren Anwesen von Johann Jakob Oberlin, dem Revoluzzer von 1849. Wahrscheinlich ist er es gewesen, der die Revolutionsfahne in seinem Haus unter dem Fußboden versteekt gehalten hat. Wir bewahren sie im Heimatmuseum auf. Der Blechner Müller erwirbt spater die 'Gnossi', und in sein ehemaliges Anwesen kommt der Friseur Bachmann, heute Salon Klabunde. Aus der Blechnerei Müller wird das Haushaltwarengeschäft Korb,

21. Der Weber-Glaser. Das Glaser-Handwerk ist so gut wie ausgestorben. Der letzte Vertreter seines Handwerks in Kandern ist bis vor einigen Jahren Ernst Keller in der Ziegelstraße. Von dort zieht einst auch der Weber-Glaser in die Hauptstraße. Es ist nicht verwunderlich, wenn man in den Fenstern seines Hauses Textilwaren sieht: Webers zweite Frau ist Luise Gerwig, die Nichte von Jungfer Gerwig, die in der heutigen Backstube des Café Lacoste ein Wollwarengeschäft betreibt. Luise Gerwig nimmt den Laden ihrer Tante hinüber in ihr neues Heim und erweitert ihn. Carl Grüber, der Schwiegersohn vom Weber-Glaser, richtet ein Textilgeschäft ein. Heute beherbergt das Haus, das mit einem schönen Schlußstein zur Blumenmühlgasse hin an den einstigen Besitzer Reinhard Bub erinnert, das Optik- und Fotogeschäft Grüber.

22. Das Haus G. W. Hanser. 1809 wird das Gebäude errichtet. Hanser kauft es 1884 von der Familie Lichtenberger und heiratet 1885 eine Tochter des damaligen Sonnenwirts Kammüller. Im ersten Stock wohnt Dr. Rothweiler, der als beliebter Arzt viele Jahrzehnte in Kandern wirkt. Das ländliche Kaufhaus ist damals noch klein, um 1900 wird das Haus umgebaut und bekommt große Schaufenster in der Front zur Hauptstraße hin. Der Namenszug in der Mattscheibe der Ladentüre ist so einprägsam, daß man mit der Zeit den Namen Hanser wegläßt und nur vom 'G. W.' spricht. Nach dem Tod der Eltern übernimmt die jüngere Tochter Hedwig mit ihrem Mann das Geschäft, das nun Schäfer-Hanser heißt. Ihre Schwester Emilie heiratet den Ratschreiber Karl Scholer und betreibt mit ihm den Hof in der Neuenbürg, der zum hansersehen Anwesen gehört.

23. Der Marktplatz vor 1800. Das linke Gebäude mit der Treppe ist das alte Rathaus, das 'Stadthaus' mit der Wirtschaft 'Roter Löwe'. Es ist die an allen Orten übliche Gemeindewirtschaft, gewöhnlich Stube genannt. Das sich anschließende Haus ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie Mez. Weiter oben im Bild arbeitet vor seiner Werkstatt ein Küfer, wie der 'Dugenschrank' zeigt. Das folgende Haus beherbergt den 'Maien', oberhalb davon steht das Haus Kühny-Jenny, später Brucker. Interessant ist der Abschluß des Marktplatzes gegen den Friedhof. Deutlich ist die Mauer mit dem Eingang zu sehen und dahinter die Kirche mit dem Anbau, dern Dachreiter und dem Wetterhahn, wie man das heute noch an der Riehener Dorfkirche bemerken kann. Den Platz überschauen die Apotheke und daneben das Haus vom Landphysikus. Im Haus mit den Dachgaupen auf der rechten Seite befindet sich die städtische 'Metzig',

24. Der Marktplatz um 1930. Am oberen Ende des Platzes dominieren das Modehaus Brucker und die Löwen-Apotheke. Im Schulgäßlein befindet sich am Haus Brucker ein Schlußstein von 1775, der an Hans Jakob Kühny, Hafner und Stabhalter, erinnert. Seit 1641 ist die Familie in Kandern erwähnt. Friedrich Jenny, ein Kanderner Bäcker, wird der Schwiegersohn. Seine Witwe heiratet den Bäcker Klingenfuß, der wohlhabender Bauer und Weinhändler wird. 1911 geht das Anwesen an Karl Brucker. Die Apotheke ist 1745 von Julius Duvernoy aus Mömpelgard gekauft worden. Bis 1898 ist sie in der Familie geblieben. Über die Familie Rodrian geht die Apotheke 1914 an Karl Fränckle, der sie 1962 um das angrenzende Haus 'Stift Bösiger' erweitern kann. Erst 1977 bekommt sie mit der 'Apotheke am Blumenplatz' eine Schwester, Sie befindet sich im Haus der Volksbank, wo früher Schreiner Krey, Metzger Reinacher und Gerber Färber tätig gewesen sind.

Gruß aus der Gewerbeausstellung, Kandern 1910

25. Die Gewerbeausstellung 1910. Die in Gauverbände eingeteilten landwirtschaftlichen Vereine veranstalten gewöhnlich alle zwei Jahre an einem anderen Ort das Gaufest. Solche Veranstaltungen haben in Kandern bereits in den Jahren 1867,1878 und 1889 stattgefunden. In diesem Jahr sind im alten Schulhaus auf dem Blumenplatz unter anderem 'respektable Laibe von Schweizerkäs, Spundenkäs und Butterballen der Käserei Schlächtenhaus' ausgestellt worden. Der Erbgroßherzog und seine Gemahlin haben die Ausstellung besucht, und 'bei Herrn Oberförster von Teuffel ist eine Erfrischung eingenommen worden'. 1910 nun gedenkt man der Stadterhebung 100 Jahre zuvor mit einer großen Ausstellung im neuen Schulhaus und auf dem Platz daneben. Als Höhepunkt wird der Besuch des Großherzogpaars bezeichnet. Unzählige Handwerker haben ihren Stolz daran gesetzt, Musterstücke ihrer Arbeit für die Ausstellung zu liefern. Der Findling erinnert mit den Jahreszahlen 1810-1910 daran, die Zahl1950 bezeichnet die Neuverleihung des Stadtrechts.

26. Das Gasthaus 'Zur Schnecke'. Das Gebäude stammt aus neuerer Zeit: über der Eingangstüre ist die Jahreszahl1893 zu lesen. Wo heute das Haus mit dem Fachwerk, das frühere Schlachthaus steht, ist noch in den neunziger Jahren ein Garten mit Kastanienbäumen gewesen, in dem Bier ausgeschenkt worden ist. In guter Erinnerung sind bei den älteren Kandernern die Wirte und Metzger Reinhard Berner jung und alt. Der Uhrmachermeister Reinhard Berner hat Elise Brenner, die Tochter aus der 'Schnecke', zur Frau genommen. Er hat seinen Beruf wechseln und das Geschäft des Schwiegervaters übernehmen müssen. So ist er zum Übernamen 'Uhren-Metzger' gekommen. Er ist ein begeisterter Jäger gewesen, und viele Jagdgeschichten haben ihn überlebt, Sein Sohn, beliebter 'Schnecke-Hardi' und viele Jahre aktiver Fußballer, ist nur vier Jahre nach seinem 84jährigen Vater 1966 gestorben. Seither hat die 'Schnecke' oft den Besitzer gewechselt.

27. Die Einweihung des neuen Schulhauses am 10. September 1901. Die Schulkinder ziehen in festlichem Zug unter Gleekengeläut vom alten Schulhaus am Blumenplatz in das neue neben der Kirche. Bürgermeister Kaiser übergibt den Bau, und Reallehrer Mölbert hält die Festrede. Die Kinder werden am Nachmittag, die Festgäste am Abend im 'Ochsen' bewirtet. Die Feier war eine erhebende und hielt lange die Teilnehmer in frohlichster Stimmung beisammen. Möge das Unternehmen, das große Anforderungen an die Leistungsfëhigkeit Kanderns steilte, zum Wohle und Segen der Stadt und ihrer Bewohner ausschlagenl lautet ein zeitgenössischer Kommentar, Tatsächlich ist ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Mit vielen großen und hellen Räumen bietet die Schule alle Möglichkeiten ftir einen guten Unterricht und steht sogar in der Nähe des ersten Kanderner Schulhauses von 1634, dem späteren Anwesen vom Hafner Brombacher.

28. Ein Klassenfoto aus dem Frûhsommer 1908. Das Foto zeigt die siebte und achte Klasse mit ihrem Lehrer Saaler. Er leitet die Volksschule bis zu seiner Pensionierung. Die neue Schule besitzt zusätzlich einen Gewerbeschulsaa1; dort unterrichtet Gewerbelehrer Haug, dessen Name mit der Gewerbeausstellung von 1910 verbunden ist. Außerdem kommen Lehrer der Lörracher Handelsschule nach Kandern und halten hier Unterricht. Gewerbe- und Handelsschul-Unterricht finden nach der Kreisreform von 1936 in Müllheim statt. 1940 wird die Hauptschule eingerichtet, die viele Schiller aus der Umgebung besuchen. Die seit 1901 bestehende Bürgerschule leidet unter Schillermangel und läuft 1941 aus, Eine vierklassige Mittelschule löst sie ab. Bei Beginn des Frankreichfeldzuges werden Schule und Kindergarten am Rebacker Lazarette. 1940 wird Albert Eisele Rektor aller Schulen, nachdem er am 1. Juni 1930 auf Oberlehrer Saaler gefolgt ist.

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