Kandern in alten Ansichten

Kandern in alten Ansichten

Auteur
:   Volker F. Scheer
Gemeente
:   Kandern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2783-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kandern in alten Ansichten'

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29. Das Haus Mez am Marktplatz. Hier begründet 1785 Carl Christian Mez, der 'Posamenter und Handelsmann', die Firma Mez und Söhne. Er stößt anfangs auf Ablehnung, setzt sich aber durch und kann irn Staffelgiebelhaus bald über 20 Gesellen am Bandstuhl beschäftigen, Das Haus am Marktplatz dient als Verkaufsgeschäft. Mez wird sogar Vogt von Kandern. 1832 wird das Unternehmen nach Freiburg verlegt. Mez baut Seidenraupenzuchten in Kleinasien auf, wohin badische und schwäbische Pietisten ziehen. Sein Sohn Carl nimmt an der politischen Entwicklung seines Vaterlandes regen Anteil und wird 1848 in das Frankfurter Parlament gewählt. Er ist ein tiefreligiöser Mensch mit einem großen Verständnis für soziale Fragen. Davon legen seine Arbeiterinnenheime in Freiburg Zeugnis ab. Das Gebäude am Marktplatz kommt später an Familie Spitz, dann an deren Schwiegersohn Benedikt Kaiser. Heute noch ist das Anwesen ein Geschäftshaus, wobei in den letzten Jahrzehnten die Branchen häufig wechseln.

30. Die Hauptstraße mit 'Café Kaiser' um 1910. Das kleine angebaute Haus links geht vom Sattler Gyss an den Blechner Ernst Müller aus Obereggenen. Das große Haus gehört dern Blechnermeister Kaiser. Bis 1864 beherbergt der Teil zur Hauptstraße unten die städtische 'Metzig' und darüber das Wachlokal. Als Kaiser zum Nachfolger von Bürgermeister Bernergewählt wird, hat er keine Zeit mehr für sein Handwerk und baut die ebenerdige Werkstatt zu einem grofsen Laden um. Dazu kommt bald das Café. Nach dem Zweiten Weltkrieg führt dort die Familie Horn eine Bäckerei und ein Café, bis das Anwesen an Familie Schlegel geht, die dort heute ein Elektrogeschäft betreibt. Stadtaufwärts in der Hauptstraße befindet sich das Anwesen Krey, wo bis zum Neubau der Volksbank ein Schlußstein von 1803 an den Färber Tobias Dietrich erinnert.

Kandern Bierbrauerei von H. Brüderlin

31. Das Gasthaus 'Brüderlin '. Aus einer Aufzeichnung von 1835 geht hervor, daß der Küfer Johann Adam Eichacker seit 1802 am Marktplatz eine Bier- und Branntweinwirtschaft betreibt. Die Familie ist 1776 aus Kleinkems hierhergekommen. Noch heute zeigt der Schlußstein über der Tür die Buchstaben JE A und darunter KG mit der Jahreszahl 1816. Das bezieht sich wohl auf diesen Johann Adam Eichacker, der 1810 die Kunigunde Göbel zur Frau genommen hat. Ihr 1813 geborener Sohn lernt später Bierbrauer, sein Vater wird gelegentlich auch Biersicder genannt. 1925 wird der große Besitz an den Bierbrauer Brüderlin aus Schopfheirn verkauft. Damit wird der bisherige 'Maien' zur 'Bierbrauerei Brüderlin', woher der heutige Name 'Zum Brüderlin' rührt, Zur Zeitder Entstehung unseres Bildes kommt dort die Lesegesellschaft zusammen. Große Wandschränke bergen eine reichhaltige Bibliothek.

32. Das Haus Eichacker, heute Schneider. Die Gründung einer Bank in Kandern 1838 geht auf Anregungen des Gewerbevereins zurück. Schullehrer Kiefer wird der erste Vorstand dieser 'Ersparnißgesellschaft Kandern'. Schon im November 1840 erhält die Stadt das erste Darlehen, ein weiteres 1849 zum Ankauf von Hafer für Militärpferde und Waffen für die Bürgerwehr, 'da die Finanzen wie gewöhnlich äußerst schlecht stehen'. 1907 zieht die Sparkasse in das Haus des Kaufmanns Johann Adam Eichacker an der Hauptstraße neben dem Rathaus, das 1912 käuflich erworben wird. Zuvor hat dort die Familie Eichacker 'zu billigen Preisen Tuch, Halblein, Kleiderstoffe etc. etc. in frischer Auswahl, Webgarne sowie gebleichte und rohe Baumwolltücher' angeboten. 1925 wird die Sparkasse in 'Öffentliche Verbandssparkasse' umbenannt, deren Bürgschaft die umliegenden Gemeinden übernehmen. Bis 1957 ist die Sparkasse hier beheimatet. Heute ist dieses Haus mit dem Anwesen Schneider vereinigt.

33. Die Hauptstraße mit der 'Sonne'. August Breh, der als Zäpfler auf den 'Storchen' kommt, besitzt bald die 'Sonne'. Sein gleichnamiger Sohn heiratet die Tochter des Depothalters Lais und übernimmt die Riegeler Bierablage in der Bahnhofstraße. Um die Iahrhundertwende wird die Sonne um einen Saal erweitert. Ökonomiegebäude und Kegelbahn befinden sich hinten auf dem Blumenplatz. Rechts neben der Sonne steht zeitweise die 'Krone', Als diese an den heutigen Platz verlegt wird, wechselt das Haus an die Spezereien- und Ellenwarenhandlung von J.I. Spohn, später an die Firma Dattler mit Eisenwaren. 1919 siedelt diese nach Lörrach iiber. Albert Schneider führt das Geschäft mit dem gleichen Sortiment fort. Das Haus an der Ecke ist identisch mit dem Haus Eichacker auf dem vorigen Bild. An der Fachwerk-Front, wo auf unserem Bild die badische Fahne hängt, steht bis in die fünfziger Jahre noch 'Haus zur alten Krone' geschrieben.

34. Die Bäckerei Hanser. Wo heute ein Blumengeschäft eingerichtet ist, befand sich früher die Bäckerei Hanser. Als am 20. Mai 1902 die Kaiserin nach Kandern kommt, munden ihr die Brezeln so vorzüglich, 'daß Allerhöchst dieselbe beim Bäckermeister Hanser persönlich sieben Kisten zu je 600 Stück bestellt ... , die nach Schloß Hausbaden geschickt werden mussen', Das rechts angebaute Eckhaus gehört zu dieser Zeit dem Schöpflin-Beck, Hier ist ab 1914 Jakob Oßwald ebenfalls als Bäcker tätig, Seine Lebkuchen und Brezeln erfreuen sich besonderer Beliebtheit, Nach seinem Tod 1961 fiihren Tochter und Sohn unterstützt bis 1968 von der rüstigen Oßwald-Oma das Geschäft weiter. Bis im August 1975 Fritz Oßwald stirbt, gibt es beim Oßwalde-Beck die letzten handgemachten Kanderner Brezeln. Die Brezel als Türgriff erinnert am heutigen Farbengeschäft von Malermeister Mayer an die Vergangenheit des Hauses.

35. Das Oberländer Sängerfest in Kandem. Früh schon bemühen sich die Kanderner Sangesfreunde, mit anderen Vereinen in Verbindung zu treten. Am 24. August 1842 wird beschlossen, an die Vereine in Schopfheim, Lörrach und im Weilertal eine Einladung zu einer gemeinschaftlichen Aufführung zu schicken, So kann schon am 7. November 1842 das erste Oberländer Sängerfest in Kandern gefeiert werden. Von da an fmden alljährlich solche wohl zu den größten Veranstaltungen jener Zeit zählenden Feste statt, Der großzügig angelegte Blumenplatz besteht 1847 erst zwei Jahre so. Links im Hintergrund sehen wir die 'Blume', die zusammen mit anderen Gebäuden in der Hauptstraße abgebrochen und auf dem Platz neu errichtet wird. 1860 kauft sie die Stadt und richtet dort und im Eckhaus links davon die Schule ein. Noch einmal zieht die 'Blume' um, und zwar dorthin, wo seit 1983 das Schuhhaus Nestle ist,

36. Der Blumenplatz. Brüderlich teilt sich der Blumenplatz die Aufgaben mit dem Marktplatz. Vieh-, Pferde- und Jahrmärkte werden hier abgehalten. Auch die großen Vereinsfeste finden hier statt, eine Tradition, an die der Gesangverein 1982 bei seiner l Sû-Jahrfeier anknüpft. Der 'Roßrnärt' lebt erst einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf, und mit ihm kommt das Budenfest auf den Blumenplatz. Wie trabt es in vergangenen Tagen aus den umliegenden Orten in aller Frühe auf den Straßen 'Chander zue, zum Märt'! Am 10. November 1859, dem hundertsten Geburtstag Schillers, wird der Platz in 'Schillerplatz' umbenannt. Im Volksmund hält sich aber der alte Namen. Den verantwortlichen Männem auf dem Rathaus und im Gemeinderat, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts derartig weitsichtig gewesen sind, den Teil einer Straßenzeile abzureißen und einen so großen Platz zu schaffen, müssen wir ob ihrer Großzügigkeit noch heute dankbar sein.

37. Das 'Kußmaul-Haus'. Am 12. Oktober 1902 wird eine 'Gedenktafel für Exzellenz und Geheimrat Professor Dr. Kußmaul, den gefeierten Gelehrten und weltberühmten Arzt' feierlich enthüllt. Verwandte und Jugendfreunde des Verstorbenen, Universitätsprofessoren sowie eine Anzahl Ärzte des Bezirks und der ferneren Umgebung finden sich ein, Auch die großherzogliche Staatsbehörde ist vertreten. Der Gesangverein trägt ein eigens für diesen Anlaß verfaßtes Weihelied vor. Hofrat Strübe aus Heidelberg, Jugendfreund des Verstorbenen und früher Pfarrer in Kandern, hält die Festrede. Die danach enthüllte Marmortafel besagt, daß Kußmaul als praktischer Arzt von 1850 bis 1853 hier tätig gewesen ist. Teile seines Buches 'Lebenserinnerungen eines alten Arztes' widerspiegeln Kanderner Geschichte.

38. Die Gartenwirtschaft der 'Blume'. Diese Gartenwirtschaft befindet sich an der Stelle des heutigen Kinos am damaligen Verbindungsweg von der Hauptstraße zum Bachwegli. Zahlreiche Gaststätten besitzen zu dieser Zeit Gartenwirtschaften, so die 'Krone', der 'Bahnhof' und die 'Weserei', Heute gibt es in Kandern eine solche nur noch beim Gasthaus 'Zum Waldeck'. Unter dem welligen Dach befindet sich die Seilerbahn vom Seiler Läuger am Blumenplatz. Geplant ist Mitte des vorigen Jahrhunderts, hier ein Schulhaus zu errichten und das Gebäude an der Straße als Lehrerwohnhaus umzubauen. Stattdessen wird die Schule in der linken hinteren Ecke des Blumenplatzes eingerichtet.

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