Kandern in alten Ansichten

Kandern in alten Ansichten

Auteur
:   Volker F. Scheer
Gemeente
:   Kandern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2783-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kandern in alten Ansichten'

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39. Die Bäckerei Jûlle. An der Ecke Haupt- und Ziegelstraße war früher die Bäckerei Jülle, 1904 hat Friedrich Jü1le die Schrniedewerkstatt zu einer Bäckerei umgebaut, und drei Generationen bleibt sie im Familienbesitz. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt sein Enkel als kriegsversehrter Meister die Bäckerei. Aus meiner Kinderzeit sind mir die guten Butter-Gipfel vom Jülle-Walter - weit und breit als die besten geltend - noch in guter Erinnerung. Seinen Betrieb gibt er 1956 auf und wechselt als Meister in die Brezelfabrik. Heute befindet sich hier eine Metzgerei-Filiale.

40. Die Hafnerei Blum. Die hier abgebildete Mutter Blum hat davon zu erzählen gewußt, daß beim Rheinübergang 1814 mit den verbündeten Armeen die Großmutter Blum mit Hafnerware dabei gewesen ist, Der Passiersehein ist in der Familie erhalten gewesen. So ist Karl Blurn, der letzte Hafnermeister alten Schlages hier hinter der Drehscheibe, in eine Hafnerfamilie rnit alter Tradition hineingewachsen, Wenige Tage vor seinem Tod im Jahre 1965 hat er den letzten Brand aus dem Ofen geholt und was nicht schon vorbestellt gewesen ist in den Laden gestellt. Reichtümer hat das Handwerk keine gebracht, und der Hafner ist dankbar gewesen, wenn man nicht nur bezahlt, sondern auch ein Lob und ein gutes Wort für ihn gehabt hat. Er ist noch ein richtiger Hafner gewesen: von der Aufbereitung des Tones bis zum - selbstverständlichen - Holzbrand hat er alles selbst besorgt. Echten Markgräflern ist herkömmliches Hafnergeschirr ein Stück Heimat.

41. Das Haus Mayer in der Ziegelstraße. Ida PreuschMüller schreibt: Aus der Schusterstube von Meister Wenk am Berglein in der Schneckengass kann man alles beobachten, was auf Gasse und Hauptstraße vor sich geht. Er ist ein prachtiger Mann, versteht, fesselnd zu erzählen und singt auch oft mit seiner warmen Baßstimme die schönsten Lieder, während die zahlreichen Kanarienvogel aus ihren Käfigen an der Rückwand der Stube hell dazwischen schmettern. Wenks Tochter wird später die Frau des alten Keramikers Hakenjos, der mit Professor Laeuger nach Kandern kommt. Der Bauunternehmer Köbel erbt 1886 den linken Teil dieses Hauses. 1895 verkauft er es an den Seifensieder Friedrich Dreutler und dieser 1903 an den Sattler Lorenz Mayer. Schuhmacher Wenk verkauft seinen Anteil 1910 ebenfalls an Mayer, so daß seither die beiden Teile wieder wie ganz früher beisammen sind. Heute teilt sich die Familie Mayer das Haus in Schreibwarengeschäft und Malerwerkstätte.

42. Die Bäckerei Mayer in der Hauptstraße. Von Joharm Georg Keller geht das Anwesen an Bäckermeister Kramer. 1886 kommt Ernst Friedrich Mayer zu ihm in die Lehre. Nach der Lehr- und Gesellenzeit übernimmt er 1899 die Bäckerei seines Meisters, Dieser setzt sich zur Ruhe und baut sich ein Haus in der Waldeckstraße, das heutige evangelische Gemeindehaus, Schon als Geselle hat Mayer am Feierabend die kleinen Brezeli, die in Kandern eine jahrhundertealte Tradition besitzen, hergestellt, wiewohl sein Meister davon nichts hat wissen wollen. Mit der Hutte zieht der Mayer-Beck über Land und vertreibt seine Brezeln in der Umgebung, ist bekannt für seinen guten Humor. Der alte Schlußstein am Gebäude verschwindet, als später ein neuer Laden eingebaut wird. Er hat das letzte ausgesprochene Bäckerzeichen an einem Kanderner Haus getragen und an Johann Georg Keller erinnert.

43. In 'Brezeli-Mayers' Backstube. Kurz nach der Jahrhundertwende entstanden zeigt unser Bild den Mayer-Beck am Backofen und seine Frau und Helferinnen bei der Herstellung der kleinen Brezeln von Hand. Auf einen Ring kommen 23 Stück, So beginnt die Brezelfabrikation. Die neun Kinder werden mit der Zeit die größte Hilfe, weil sie fleißig in der Backstube mithelfen. Von den sechs Buben lernen vier das Handwerk des Vaters. Willi, der zweitjüngste und schon mit jungen Jahren ein Tüftler, übernimmt das elterliche Geschäft und befaßt sich mit der fabrikmäßigen Herstellung der Brezeln. Nach dem Krieg arbeitet er bald mit der ersten Maschine und erweitert seine Bäckerei um Fabrikationsräume, dann wird die Fabrik im Käppele erbaut. Lieferungen gehen inviele europäische Länder, Zeitweise fertigt Mayer auch Brezelmaschinen, die exportiert werden. In der Brezelfabrik produziert heute noch der Enkel. Die Bäckerei in der Hauptstraße ist 1954 von Willi Mayer an seinen Neffen Ernst gegangen.

44. Das Gasthaus 'Zum Ochsen '. Der stattliche Bau steht mitten in der Stadt, wo heute die Sitzenkireher Straße nach Badenweiler führt. Weit und breit ist kaum ein Gasthof zu finden, der soviel Platz bietet. Der älteste uns bekannte Ochsenwirt ist Jakob Scheyer, 1738 geboren. 1809 finden wir Johann Senn als Wirt. Er erbaut 1819 eine Bierbrauerei. Schon 1823 aber wird das Gebäude als Bandhaus bezeichnet. Damals hat die Firma Mez dort nämlich Fabrikräume zur Herstellung von Bändern für die Tracht eingerichtet. Im folgenden Jahr übernimmt der Metzger Jakob Kibiger aus Müllheim den 'Ochsen'. Er erstellt 1825 einen 'Tanzsaal mit Anbau oder Speisezimmer'. 1901 erhält Emil Speuermann die Genehmigung zum Betrieb des Gasthauses. Nach einem Brand am 15. Februar 1906 wird das Gebäude neu aufgebaut, und von 1922 bis 1960 ist Familie Mayer auf dem 'Ochsen'. Dann erwirbt ihn die Familie Zumkeller.

45. Die Hafnerei Fritz in der Hauptstraße. Der Schlußstein von 1817 an diesem Gebäude erinnert an den Schreiner Nees. Er verkauft im Januar 1834 dem Hafner Friedrich SchanzIin sein Haus samt Werkstatt. Glasierte Ziegel auf diesem Dach, auf der Kanderner Kirche und da und dort im Markgräflerland legen von der Tätigkeit des Hafners SchanzIin noch Zeugnis ab. Auch der schöne Brunnen vor der Friedhofskapelle erinnert an ihn. Weil der Vater bei Hafner SchanzIin Arbeit findet, kommt Fräulein Marie Fritz, die später mit Fräulein Buchs aus der Weberfamilie im rechten Nachbarhaus wohnt, in jungen Jahren hierher. Leider bleibt ihr Bruder Otto im Krieg, Die Familie Fritz übernimmt von SchanzIin das Haus, In der Erzählung 'Aus einer alten Kanderner Töpferwerkstatt' hat Ida Preusch-Müller der Hafnerei Fritz ein bleibendes Denkmal gesetzt. Von Fritz kommt das Gebäude an Malermeister Schleith, dem es heute gehört.

46. Die Gürtnerei Kramer. Eine der ältesten wenn nicht sogar die älteste Gärtnerei im Markgräflerland ist die Gärtnerei Kramer. Das Gebäude, in dem sich früher eine Färberei befunden hat, ist etwa 400 Jahre alt. Dahinter ist einmal ein Weiher gewesen, in dem der Bergwerkszimmermann Kramer seine Holzstämme liegen gehabt hat. Diese hat er für Wasserleitungsrohre - Deuchel gebraucht, Der 1816 geborene Martin Kramer hat seine Lehre unterstützt von der Familie Mez in Freiburg gemacht und den Betrieb 1839 gegründet, der mit einer Baumschule begonnen hat. Dann sind Treibhauser entstanden, und jede Generation hat den Betrieb erweitert. Zuletzt haben zehn Gewächshäuser für Topfpflanzen existiert, in denen zeitweise 40 000 Begonien herangewachsen sind. Hohe Energiekosten und das Nachfolgeproblem haben die Lage verändert, so daß heute nur noch eine Verkaufsgärtnerei betrieben wird. Auf dem Foto sind drei Generationen zu sehen,

47. Das Haus mit der Sonnenuhr. Der Maurer Jakob Preusch errichtet dieses Gebäude als Werkstart für Steinmetz- und Zementarbeiten, daher die große Toreinfahrt. Sein Enkel Hans Preusch ist Lehrer und heiratet Ida Müller, die Tochter des Buchdruckers Müller in der Hauptstraße. Malermeister Löhler baut das Haus nach dem Tod von Jakob Preusch als Wohnhaus um, bemalt es so reich, wie hier zu sehen. Bei Löhler erlernen viele Maler ihr Handwerk, so auch der älteste Kanderner Malermeister Ludwig Schleith, der links als junger Mann vor dem Haus steht. Das rechts angebaute Haus mit der Giebelseite zur Hauptstraße ist eines der ältesten in Kandern. 1961 tritt bei Renovierungsarbeiten über der zugemauerten Eingangstüre zur Hauptstraße hin ein Schlußstein von 1559 mit den Buchstaben H J SeH und zwei gekreuzten Nägeln zum Vorschein. Er erinnert an den Nagelschmied Hans Jakob Scheyer.

Kandern, Brauerei Kramer z , Weserei

48. Das historische Gasthaus 'Zur weserei'. Die 'Weserei' und das Gebäude des städtischen Altersheimes gehören ursprünglich zum alten Eisenwerk; es gibt Pläne des Eisenwerkes, woraus das hervorgeht. Im heutigen Altersheim arbeitet zu dieser Zeit die Verwaltung. Über dem Eingang ist noch heute eine schöne Platte mit dem badischen Wappen zu sehen. In der 'Weserei' befindet sich damals die Wirtsohaft. Die Bergwerksordnung von 1604 bestimmt, daß der Verwalter das Recht hat zu schlachten und zu wirten. Zum Zahltag kommen die Arbeiter in den Gruben sowie die Köhler ins Werk, und da muß Speis und Trank bereitstehen. Als 1877 Johann Georg Kramer aus Müllheim die Wirtschaft erwirbt, betreibt er die bestehende Brauerei weiter. Der Erste Weltkrieg setzt dem Brauereibetrieb ein Ende, während die Wirtschaft aber bleibt. Die heutige 'Weserei' hält nicht nur die Erinnerung an frühere Zeiten und Johann Peter Hebel wach, sondern ist auch als renommiertes Haus weithin bekannt.

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