Karlsfeld in alten Ansichten

Karlsfeld in alten Ansichten

Auteur
:   Ilsa Oberbauer
Gemeente
:   Karlsfeld
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4800-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Karlsfeld in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Mit einer Mordtat tritt das Gebiet der Rothschwaige - heutiges Gemeindegebiet - in die Geschichte ein. Graf Arnulf Il. von Dachau war zwischen 1120 und 1126 auf der Jagd ermordet worden. Sein Hund brachte die abgehauene rechte Hand ins elterliche Schloß in Dachau. Seine Mutter, Gräfin Beatrix, ließ 1128 an der Fundstelle eine Kapelle errichten und schenkte diese mit großen Waldbeständen dem Kloster Indersdorf. Um 1450 wurde die baufällige Kirche nahe an der Straße nach Dachau neu erstellt und eine Schwaige zur Viehhaltung für das Kloster errichtet, Diese Kapelle fiel 1802 der Säkularisation zum Opfer. Auf einer Landkarte von Philipp Apian um 1550 ist die Rothschwaige auf einer Insel abgebildet, die von der Würm und dem Reschenbach umflossen wird.

Außer dieser Schwaige und der Kapelle gab es im heutigen Gemeindegebiet keinerlei Besiedlung. Die Bemühungen um Urbarmachung der Moosgründe gehen bereits auf das 16. Jahrhundert zurück, Erst unter Kurfürst Max IV. Joseph, dem späteren König Max 1. Joseph von Bayern, wurde die planmäßige Trockenlegung

soweit fortgeführt, daß an der Straße zwischen München und Dachau drei Ansiedlungen gegründet werden konnten: Ludwigsfeld, nach dem späteren König Ludwig 1. benannt, Karlsfeld, nach dem zweitältesten Sohn Karl Theodor, und Augustenfeld, nach der Tochter Augusta Amalia,

1802 wurden innerhalb neun Monaten acht Häuser gebaut und Bauern und Handwerker angesiedelt. Sie stammten aus dem Dachauer Hinterland, der näheren Umgebung, dem Bayerischen Wald, Württemberg und der Rheinpfalz. Den ersten Siedlern gelang es nur unter schwersten Bedingungen und mannigfaltigen Rückschlägen die Moorerde, die 'voller Warzen und Schroppen' und sehr sumpfig war, zu kultivieren. Im ersten Winter gab es strenge Fröste. Die Erträge der Felder waren zum Teil so gering, daß die Bauern ihr Saatgetreide als Nahrungsmittel verwendeten. Hirsche aus dem nahen Forst Schwarzhölzl fraßen die Vorgärten leer und verwüsteten die Wintersaaten auf den Feldern. Große Not löste die Requirierung durch die französische Armee 1806 aus.

Außerdem kam es immer wieder zu Hochwasserkatastrophen durch die Würm, denen man um 1900 durch die Regulierung und die Begradigung des Flusses entgegenwirken wollte.

Karlsfeld gehörte mit den Ortsteilen Obergrashof, Rothschwaige, Untermoosschwaige und Waldschwaige zur Gemeinde Augustenfeld, zur königlichen Schule Ludwigsfeld, zur Post Schleißheim, zur katholischen Pfarrei Feldmoching und zur evangelischen Pfarrei Schieißheim undDachau.

Die Bemühungen, sich politisch von der Gemeinde Augustenfeld zu trennen, hatten erst 1939 Erfolg, als Teile der Gemeinde Augustenfeld zur Stadt Dachau kamen und Karlsfeld zur selbständigen politischen Gemeinde ernannt wurde. Während des Kriegs war der Ort, besenders durch die Nähe der Industriegebiete MAN, BMW und Krauss-Maffei, durch Bombenabwürfe in Mitleidenschaft gezogen.

In den Jahren nach 1945 veränderte Karlsfeld seinen Charakter: Aus dem bäuerlichen Straßendorf mit rund 1 000 Einwohnern bei der Gemeinde-

gründung entwickelte sich ein dicht besiedeltes Vorstadtgebiet am Rande Münchens mit rund 14500 Bürgern. Das was vor allem auf den Zuzug von Bombengeschädigten und vieler Flüchtlinge aus den Ostgebieten zurückzuführen.

Was in anderen Gemeinden im Laufe der Jahre organisch gewachsen war, mußte nun hier neu und rasch eingerichtet werden: Schulen, Wasserwerk, Kanalisation, Kirchen, Friedhof, Rathaus, ausgebautes Straßennetz und vieles mehr. Dies alles hat die Gemeinde in den letzten Jahren geschaffen und ist sornit für viele eine liebenswerte Heimat geworden.

Bedanken möchte ich mich bei den 'alten' Karlsfelder Familien, die mir spontan Fotos und Informationen zur Verfügung gestellt haben und mithalfen, ein Bild von Karlsfeld nachzuzeichnen, wie es sich zu Großvaters Zeiten bot.

Ilsa Oberbauer

1. Diese Ansichtskarte stammt aus der Zeit um 1930 und zeigt charakteristische Gebäude 'beider' Karlsfeld.

2. Die Grundsteinlegung zum ersten Haus in Karlsfeld, der 'Ansiedlung am Würrnkanal', fand am 20. März 1802 statt. Das Anwesen soll aus Steinen der Kapelle in der Rothschwaige erbaut worden sein, die nach der Säkularisation abgebrochen wurde. Der erste Kolonist war Joseph Xaver Hartmannsgruber aus Oberbachern, Landgericht Dachau, der hier mit Frau und drei Kindern einzog. Dieses letzte, aus den Gründungsjahren stammende Haus, wurde 1988 abgerissen.

3. Diese Hochzeitskutsche stand vor dem Anwesen Hausnummer 1. Das Brautpaar, Johann Evangelist Pscherer und Kreszenz Seemüller aus Allach, feierten am 20. Mai 1913 Hochzeit. Er übernahrn mit seiner jungen Frau den Hof von seinem Vater Michael Pscherer. Kutscher war J osef Froschmayer, 56 Jahre alt, vom Haus Nummer 2.

4. Johann Pscherer erhielt ein Anerkennungsschreiben 'Zum steten Gedenken für alle Zeiten' - für seine Verdienste im Ersten Weltkrieg. Er wurde im Oktober 1915 eingezogen und kam im Januar zur PionierKompanie 3 ins Feld. Er kämpfte in den vier Jahren vor allem in Frankreich und wurde im Juli 1918 an der Somme verwundet. Im August konnte er - krank - in die Heimat zurückkehren und wurde im November 1918 in 'Ehren' aus dem Heer entlassen. Zum Dank für seine Rückkehr aus dem Krieg errichtete er auf seinern Hof ein Feldkreuz und pflanzte zwei Trauerweiden daneben.

5. Früher besuchten die Karlsfelder Katholiken sonntags die Messe in Feldmoching. In der Kirche stand ein Holzfaß, von dem sich die Frommen Weihwasser mit heimnahmen. Eines Tages gab Johann Pscherer seiner Tochter Marie den Auftrag, Weihwasser zu holen. Sie scheute den fast einstündigen Weg nach Feldmoching, ging aber bereitwillig los. Als sie ein Stück am Würmkanal entlangmarschiert und außer Sichtweite des elterlichen Hofes war, legte sie sich auf die Wiese und schaute genüßlich in den blauen Sommerhimmel. Als es Zeit war, zurückzukehren, füllte sie das Kännchen mit Würmwasser und brachte es zum Hof. Dort wurde es als geweihtes Wasser benützt, und Marie hatte sich den weiten Weg gespart. Hier steht Marie als Kommunionkind unter dem Feldkreuz beim elterlichen Hof im Jahre 1924.

6. Das Anwesen mit dem Hausnamen 'Zum Zwoarar' erhielt bei der Gründung von Karlsfeld das kleinste Grundstück, bedingt durch den Verlauf des Würmkanals, Seit 1862 besitzt es die Familie Froschmayer. Das Haus wurde 1937 abgerissen und neu aufgebaut.

7. Hier fungierte Franziska Groißmaier aus Etzenhausen als Firmgod (Pate). Sie war seit 1922 mit Mathias Froschmayer von Hausnummer 2 verheiratet. Dessen Vater war lange Zeit Bürgermeister von Augustenfeld.

.. -~

8. Vor seinem Anwesen 'Zum Badersepp' an der Münchner Straße 3 stand hier Joseph Hufnagel mit seiner Tochter Magdalena, etwa 1925. Die Hofmitte zierte ein buntbcmaltes Taubenhaus.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek