Karlsruhe in alten Ansichten

Karlsruhe in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Ernst Otto Bräunche
Gemeente
:   Karlsruhe
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5999-9
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Karlsruhe in alten Ansichten'

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9 Die Menschenmenge auf dem Schloßplatz begrüßt den Zeppelin 3. der am 11. September 1909 über der Stadt kreiste. Die Luftschiffe des Luftfahrtpioniers Graf Ferdinand von Zeppelin konnten sich damals der ungeteilten Aufmerksamkeit sicher sein. Seit dem ersten Zeppelinflug im Iahr 1900 zogen sie bei ihren Flügen die Massen in ihrenBann.

Vom Balkon des Großherzoglichen Schlosses verfolgten unter anderen der deutsche Kaiser Wilhelm 11. und das Großherzogspaar das Schauspiel.

10 Wie andere Residenzstädte besaß Karlsruhe seit 1808 ein eigenes Theatergebäude - vorher fanden die Aufführungen zunächst im markgräflichen Schloß, dann seit 1782 im 'Markgräfhchen Cornoedienhaus'. der umgebauten Orangerie, am Linkenheimer Tor statt. Das von Friedrich Weinbrenner (1766-1826) erbaute erste Theater fiel am 28. Februar 1847 einern Brand zum Opfer. Der Neubau von Heinrich Hübsch (1795-1863) wurde 1853 feierlich eröffnet. Unter der Leitung von Eduard Devrient und Felix Mottl stieg das Karlsruher Hoftheater in denjahren 1860 bis 1900 zu einem der ersten Häuser in Deutschland auf. Die

Wagneraufführungen ließen die Stadt zu einem 'KleinBayreuth' werden.

Die Postkarte zeigt das Hoftheater von der Waldstraße aus mit Blick auf den westlichen Schloßfiügel und den

Schloßturm, links im Hintergrund der Botanische Garten. Heute steht an diesem Platz das Bundesverfassungsgericht.

11 Im Zuge der Neugestaltung der zur großherzoglichbadischen 'Haupt- und Residenzstadt' aufgestiegenen Stadt anfang des 19. [ahrhunderts erhielt der neue Mittelpunkt der Stadt, der Marktplatz, seine heutige Form. Anstelle der ersten Karlsruher Kirche, der Konkordienkirche, baute Friedrich Weinbrenner 1823 die Pyramide, bis heute das Karlsruher Wahrzeichen. Unter ihr ruht der Stadtgründer Markgraf Karl- Wilhelm. der sich geradezu programmatisch in der jungen Residenz hatte begrabenlassen. Mit der Wahl seiner Grabstätte setzte Karl-Wilhelm ein Zeichen für seine Nachfolger, die Residenz in Karlsruhe zu belas-

sen. Die Postkarte aus dem [ahr 1904 zeigt den Blick von der Kaiserstraße nach Sûden. Straßenbahn und Pferdefuhrwerke haben noch nebeneinander ihren Platz.

Karlsruhe i. B. t1arktplatz.

12 Die Westseite des Marktplatzes prägt bis heute das von Friedrich Weinbrenner gebaute zweite Karlsruher Rathaus, Das erste stand seit 172 9 an der Westecke Marktplatz/Kaiserstraße. Als die Stadt zu Beginn des 19. jahrhunderts kontinuierlich wuchs, das Haus zudem zunehmend baufállig geworden war und seiner Funktion nur noch unzureichend gerecht werden konnte, erhielt Weinbrenner den Auftrag, ein neues, repräsentatives Rathaus zu banen. In den Iahren 1805 bis 1825 entstand der Neubau, der im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffen bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Im Zuge des Wiederaufbaues wurde zu-

rnindest die Fassade des Weinbrennerbaus in den fünfziger Iahren rekonsrruiert und trägt bis heute dazu bei, daß die Marktplatzbebauung nach wie vor den klassizistlschen Weinbrennerstil wider-

spiegelt wie kein zweiter Platz. Die Postkarte zeigt das Rathaus um die Iahrhundertwende; außerdem ist das Gasthaus 'Zum goldenen AdIer' zu sehen.

Karlsruhe, Marktplatz

13 Die Ostseite des Marktplatzes wird beherrscht von der evangelischen Stadtkirehe. Sie entstand in den [ahren 1807 bis 1816 nach Plänen von Friedrich Weinbrenner und ersetzte die Konkordienkirche, die erste Karlsruher Kirche. Durch Luftangriffe wurde die Kirche 1944 schwer getroffen und brannte bis auf die Grundmauern aus. Nach dem Wiederaufbau mit neu gestaltetem Innenraum prägen die klassizistischen Säulen wieder das Bild des Marktplatzes.

Auf der Postkarte aus dem [ahr 1907 kann man gut das Marktleben betrachten, das bis ins 20. [ahrhundert hinein hier herrschte. Lebens-

mittel und Produkte aus den umliegenden Dörfern konnten die Karlsruher hier erstehen. Die Straßenbahn behinderte den Markt kaum.

I{arbrube Marktplatz

14 Auf diesem Bild des Marktplatz um 1875 fehlen noch die Straßenbahnschienen. An der Ecke Zähringerstraße/Marktplatz ist das Hotel Grosse zu sehen, das dort seit 1855 anstelle des 'Zähnnger Hofes' betrieben wurde. An der südöstlichen Ecke steht noch das Haus des ersten Karlsruher Oberbürgermeisters Wilhelm Christian Griesbach. 1809 wurde Griesbach zum Bürgermeister der Stadt Karlsruhe gewählt, von 1812 bis 1816 war er Oberbürgermeister. Von 1819 bis 1823 vertrat er die Stadt als Abgeordneter in der Il. Kammer des Badischen Landtags.

15 Den Abschluß des Marktplatzes bilden das Gasthaus 'Zum goldenen Adler', heute Hotel Kaiserhof, und links das Großherzogliche Badische Bezirksamt, heute Landespolizeidirektion. Das Bezirksamt entstand in den [ahren 1896-1899 nach Plänen von Iosef'Durm. Früher stand hier die Tabakfabrik des ersten Karlsruher Oberbürgermeisters Wilhelm Christian Griesbach. Der Neorenaissance-Bau, der sich gegen die Weinbrennersche Bebauung des Marktplatzes abhebt, wurde schon von Zeitgenossen vielfach kritisiert. Später, während der nationalsozialistischen Herrschaft, wurden hier im Polizeipräsidium Gegner und

Verfolgte des Regimes verhórt und mißhandelt. Die Karlsruher Iuden sowie Sinti und Roma wurden von hier aus im jahre 1940 in Konzentrationslager verschleppt.

16 Schräg gegenüber dem Bezirksamt stand von 1881

bis 1938 die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft. Wie in vielen anderen deutschen Orten entstand auch in Karlsruhe im [ahr 1869 eine orthodoxe jüdische Gemeinde, die sich gegen die neuen reformerischen Tendenzen abgrenzen wollten. Zum Bruch kam es, als die liberale Gemeindemehrheit den Einbau einer Orgel in der Synagoge in der Kronenstraße beschloß. Der Innenraum der orthodoxen Synagoge ist auf dieser Postkarte aus demjahr 1925 zu sehen.

1938 wurde auch diese Synagoge von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt und

zerstört. Auch hier erinnert heute nur noch eine Gedenktafel an das Gebäude und das dort geschehene Verbrechen.

17 Vom Marktplatz gelangt man über die Karl-FriednchStraße zum Rondellplatz. 'einern kleineren, gefilligen Platze, seiner runden mit schönen, gleichartigen Gebäuden geschmückten Form wegen so genannt', wie es in einer Beschreibung der Stadt aus dem Iahr 1858 heißt. Die beim Schloßplatz beginnende und am Ettlinger Tor endende Karl- Friedrich -Straße galt als Karlsruher 'via tnurnphalis', wozu das Großherzog-KarlDenkmal, das schon bald nur noch 'Verfassungssäule' hieß, beitrug. Die Straßenbahn fährt Richtung Marktplatz am Haus des Kommerzienrats Robert Koelie vorbei. Links

zu sehen die Konditorei Ludwig Oesterle und an der Ecke

zur Erbprinzenstraße ein Privatgebäude, in dem das badische Parlament bis zum Bau des Ständehauses 1822 tagte.

Karlsruhë

Rondel!platz

18 Die von der Stadt in Auftrag gegebene und nach Plänen von Friedrich Weinbrenner in den Iahren 1822 bis 1832 geschaffene 'Verfassungssáule' prägt bis heute den Rondeliplatz. Sie trägt die Inschrift 'Carl, Großherzog von Baden' und 'Dem Gründer der Verfassung die dankbare Stadt Carlsruhe'. Damit soli an die von Großherzog Karl am 22. August 1818 erlassene badische Verfassung, die noch heute

als die modernste ihrer Zeit gilt, erinnert werden. Diese Verfassung ermöglichte eine Entwicklung, in der Baden zum Vorreiter einer parlamentarischdemokratischen Entwicklung im 19. [ahrhundert wurde.

Die Postkarte zeigt den Bliek von Südwesten auf die Ecke Markgrafen - / Karl- Friedrich Straße mit dem Haus des Kommerzienrats Koelie. Links etwas versetzt ist im Hintergrund noch zu sehen die

Landesgewerbehalie. Bis zur Mitte des 19. Iahrhunderts stand hier das Café Beek.

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