Karlsruhe in alten Ansichten

Karlsruhe in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Ernst Otto Bräunche
Gemeente
:   Karlsruhe
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5999-9
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Karlsruhe in alten Ansichten'

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49 Das Elektrotechnische Institut der Karlsruher Technischen Hochschule hatte einen sehr guten Ruf. Dazu harte nicht zuletzt die Entdekkung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz in den [ahren 1887 und 1888 beigetragen. So ehrte man Hertz in der neuen Hochschulaula mit einem Portrait. Er hatte Karlsruhe 1894 verlassen und erlebte die Eröffnung des Neubaus seines Elektrotechnischen Instituts nicht mit. Es lag, geplant von Otto Warth, nordöstlich hinter dem alten Hochschulgebäude auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes der Dragonerkaserne, die an die Karserallee umgezogen war.

Karlsruhe,

Elektroteehn, Institut der Techn. Hochschule

SO Die Sr.-BernhardusKirche war erst der zweite katholische Kirchenbau der Stadt. Seit den 18S0er Iahren wegen des Anstiegs der katholischen Bevölkerung geplant, scheiterte er [edoch an dem gespannten Verhältnis von Staat und Kirche. So konnte erst 1893 an der städtebaulich herausragenden Stelle am östlichen Ende der Kaiserstraße der erste Spatenstich vollzogen und 1901 die Fertigstellung der von Max Meckel im neugotischen Stil geplanten Kirche gefeiert werden. Der Standort zwischen dem 'Dörfle' und der neuen Oststadt sollte auch

zur Festigung der zahlreichen, den ärmeren Volksschichten zugehörenden

Katholiken des 'Dörfle' vor den 'Verlockungen der Socialdemokratie' beitragen. Die Benennung nach dem Seligen Bernhard Markgraf von Baden (1429-14-58) signalisierte die Versöhnung von ka-

tholischer Kirche und badischem Staat.

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J>urlacher jf'lu mi! lJtrnharduskin:M· (J(blcl7 J:utherkrrde) .

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51 Karlsruhe wuchs seit den 1870er jahren nach Osten, wo einst der Kuchengarten der Großherzöge lag. Das Bevölkerungswachstum im Zeichen der Industrialisierung verlangte nach neuem Wohnraum. Mit der Anlage des Schlachthofes an der Durlacher Allee und der Verlegung des Hauptfriedhofes an die heutige Haid-und-NeuStraße war der Ausbau der Oststadt vorgegeben. Bis zur Mitte der 1890er jahre war nördlich der Durlacher Allee zwischen Durlacher Tor und Gottesauer Platz bereits eine geschlossene Bebauung von Wohnhäusern entstanden. Der Einblick in die Rudolfstraße von der Durlacher Allee aus gibt einen Eindruck

von den zumeist viergeschossigen Mietshäusern, die von Privatleuten errichtet wurden.

Karlsruhe Durlacher Allee " mit Rudolfstrasse

52 Der rasche Ausbau der Oststadt bestimmte die Wahl am Gottesauerplatz für den Bau der evangelischen Lutherkirche. Sie wurde 1905-1907 nach Plänen des Karlsruher Architekturbüros Curjel & Moser errichtet. Diese hatten auftragsgemäß eine Kirche im romanischen Stil entworfen, jedoch auch moderne Elemente des Jugendstils eingebracht, die nicht ohne Kritik geblieben sind, Die Kirche liegt nicht mehr frei und erhöht von einer Platzanlage umgeben. Nur aus südlicher Richtung kann die in die Oststadtbebauung eingebettete Lutherkirche in ihrer Gesamtheit auf den Betrachter wirken.

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53 Diese Postkarte aus dem jahr 1905, ganz offensichtlich eine Fotomontage, zeigt einen Bliek auf das Großherzogliche Schloß mit dem Denkmal Großherzog KarlFriedrichs im Vordergrund. Die Karlsruher und Karlsruherinnen nutzten den Schloßplatz gerne zur sonntäglichen Promenade. Bis in die 1870er [ahre diente der Schloßplatz auch als Festund Paradeplatz.

Das Denkmal des ersten badischen Großherzogs KarlFriedrich steht seit 1844 bis heute in der Achse Schloßturm/Karl- FriedrichStraße und erinnert an den badischen Fürsten, in dessen 65jährige Regentschaft der Aufstieg der kleinen Mark-

grafschaft Baden -Durlach zum Kurfürstentum bzw. Großherzogturn Baden (1803-1806) fiel.

Karlsruhe

Bliek auf Sehlces lil. Grosshersog Karl ~·ri~clriçh·D.:nIcmal

54 Auf dem Schloßplatz fanden auch häufig Militärparaden start, Die Reitergruppe auf der Postkarte aus dem Iahr 1910 kam aber wohl nicht von einer solchen Parade, sie könnte vielmehr auf dem Weg zurück in die Dragonerkaserne an der Kaiserallee sein.

Heute wird der Innere Zirkel unter dem Schloßplatz durchgeführt und kommt erst zwischen Lamm- und Ritterstraße wieder ans Tageslicht.

I(arlnubt

Schloßplatz

55 Nach dem Abriß der Infanteriekaserne und dem Neubau des Reichspostgebäudes, hier noch ohne den Südflügel, entstand im [ahr 1901 aufdem südlichen Teil des ehemaligen Kasernenareals der Stephanplatz, benannt nach dem 1897 verstorbenen Generalpostmeister Heinrich Stephan. Auf dem mit drei regelmäßigen Baumreihen bepflanzten nördlichen Teil des Platzes fand der Wochenmarkt statt. Den südlichen Teil im Vordergrund schmückte ein von dem städtischen Gartendirektor Friedrich Ries geplanter Garten.

Auf dieser im Iahr 1905 ge-

schriebenen Postkarte ist der Stephanplatz noch ohne den Brunnen zu sehen.

56 Der im Oktober 1905 fertiggestellte Brunnen auf dem Stephanplatz war einer von drei Brunnen, die im Auftrage der Stadt im Rahmen einer neuen Kunstpolitik gebaut wurden. Schon im jahr 1901 war zum erstenmal darüber gesprochen worden, auf dem Stephanplatz einen Monumentalbrunnen zu bauen.

Schon bald sorgte der Brunnen für einigen Wirbel in der Residenzstadt. Den Auftrag hatte der Architekt Hermann Billing bekommen, der in den Iahren 1904/05 gemeinsam mit Hermann Binz (Plastik) den Brunnen auf dem Stephanplatz entwarf und baute. Die nackte Frauengestalt führte zu heftigen Aus-

einandersetzungen in den städtischen Gremien und in der Presse. Die Künstler bewiesen ihren Humor, indem sie die ursprünglich vorgesehenen Hermenköpfe durch die Gesichtszüge maßgebli-

eher städtischer Repräsentanten und Mitdiskutanten ersetzien. Bis heute blieken nun unter anderen die Künstler selbst neben dem damaligen Oberbürgermeister Karl Schnetzler und Professor

Reinhard Baumeister, einem der entschiedensten Gegner, auf die Brunnenfigur.

57 Auf dem heutigen Ludwigsplatz führte im 18. [ahrhundert eine Brücke über den Landgraben. Im Zuge der Stadterweiterung begann ab 1809 die Bebauung des Areals. 1815 wurde der Landgraben überwölbt und es entstand der charakteristische Platz in Form eines Dreiecks, der zu einem Mittelpunkt städtischen Lebens wurde. Von 1821 bis zur [ahrhundertwende fand dort ein Wochenmarkt statt. Seit 1976 feiern Anwohner und zahlreiche Besucher jährlich das Ludwigsplatzfest.

Das Foto zeigt den Blick von der Karlstraße auf den Ludwigsplatz um 1905. Rechts

vorne das Gasthaus 'Zum Krokodil' noch vor dem Urnbau von 1919.

Karlsruhe, Ludwigsplatz

58 Dem Motto 'In unserer Stadt das schönste Ziel, arn Ludwigsplatz isch's Krokodil' folgten viele Karlsruher und Karlsruherinnen gerne. Das Krokodil gehörte zu den beliebtesten Karlsruher Lokalen. Schon seit 1877 stand hier ein Gasthaus, das bis 1884 'Fortuna' hieß. In seiner heutigen Form besteht das Haus seit 1919. Dieser 'Gruß aus dem Krokodil' erreichte 1904 seinen Adressaten.

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