Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

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89. Wie die Gesamtanlage des Königsplatzes und die meisten der anderen Gebäude, die ihn umringten, ist auch die Alte Post in der Zeit zwischen 1771 und 1772 nach Plänen von Simon Louis du Ry erbaut worden. Anfangs waren die Seitenflügel nur zweigeschossig geplant; als man jedoch um 1830 die Pferdeställe ausbaute, wurden auch diese Gebäudeteile der Höhe des repräsentativen Hauptkomplexes am Königsplatz angepaßt. Das Foto wurde ebenso wie das nächste um 1877 von Georg W. Förster aufgenommen.

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~, ,~ 90. Ein Bliek in den Hof des Postgebäudes zeigt Ställe, Wagenabstellplätze und Wohnungen der Bediensteten. Der zur Post gehörende Gasthof befand sich in dem zum Königsplatz gewandten Teil. Vor der Anlage des Platzes befand sich die Kasseler Posthalterei am Martinsplatz. Inzwischen waren Brief- und Paketverkehr in erheblichem Umfang gewachsen, die Beförderung von Personen gehörte aber nach wie vor zu den bedeutsamsten Aufgaben des Postwesens. Die hellrot gestrichenen Wagen der Thurn- und Taxis'schen Post mit ihrem weitreichenden Beförderungsmonopol stellten die wichtigsten Verbindungen her.

91. Die zur Aue hin gelegene Abschlußstraße der Oberneustadt war die Bellevue - ein kaum übertriebener Name für die nach Südosten deutenden Fassaden mit unbegrenztem Bliek über die Karlsaue, das Fuldatal bis zu den Bergrücken am Rande des Kasseler Beckens. Hier stand das Bellevueschloß, von dem heute nur noch ein Gebäude, das 1714 von P. du Ry errichtete Schlößchen erhalten geblieben ist. An Stelle des zugehörigen Marstalls wurde von 1871 bis 1878 die neue Gemäldegalerie gebaut; das benötigte Sandsteinmaterial besorgte man teilweise aus der unvollendet gebliebenen Chattenburg. Vorbild der Galerie war die Münchener alte Pinakothek. Die zuvor fast nur dem Fürsten zugänglichen Gemälde konnten nun von allen Bürgern betrachtet werden.

92. Ein Bliek in nordöstlicher Richtung an der schmucken Häuserzeile der Bellevue mit ihren barocken Fassaden entlang macht deutlich, warum man dieses Stück gern als die schönste Wohnstraße Mitteleuropas bezeichnete. Unmittelbar am Hang der Aue gelegen, waren es von hier aus nur wenige Schritte für die Spaziergänger zum Park hinunter. Auf dem Gelände des Terassengartens, der zum Palais des Prinzen Georg gehörte, errichtete die Stadt im Jahre 1920, durch erhebliche Geldspenden auch von privater Seite unterstützt, ein Ehrenmahl für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

93. Im rechten Winkel zur Bellevue traf die Georgenstraße aus nordwestlicher Richtung in der typischen Gestaltungsweise der Oberneustadt auf die aueseitige Begrenzung; benannt ist sie nach dem Prinzen Georg von Hessen, der die gleichnamigen Stiftungen ins Leben gerufen hatte. An ihrem Ende, jenseits der Frankfurter Straße, steht die im strengen, calvinistischen Barock um 1700 von Paul du Ry erbaute Karlskirche in ihrer alten Forrn. Nach der Zerstörung des Zweiten Weltkrieges waren nur Mauerreste geblieben, die man nicht zu der ursprünglichen Form wiederaufbaute.

94. Wo bis 1907 das Auetor den Abschluß des Friedrichsplatzes gebildet hatte, wurde nun bis 1912 am neuen Hoftheater gebaut. Die Entscheidung, das alte Theater an der Ecke der Oberen Königsstraße abzureißen, war gefallen; Preußen setzte ein wuchtiges Gebäude an die Südostseite des Platzes, das vor allem von der Aue her bombastisch aufragte, da die Gebäudeteile dort in den Hang hinein gebaut worden waren. Am 26. August 1912 war die Eröffnung des Hauses, zu der die kaiserliche Familie angereist war. Auf Wunsch des hohen Herren wurde 'Undine' gegeben, eine Oper Lorzings.

95. Zunächst hatte man bei der Anlage des Friedrichsplatzes an dessen südöstlicher Seite nur zwei Wachthäuser mit Säulenbauten als Friedrichstor aufgestellt; der Gedanke an einen Triumphbogen war damals wie auch später aus Kostengründen verworfen worden. Nach den Freiheitskriegen errichtete man 1824 einen kleinen Bogen. Nach dem gewonnenen Krieg von 1870/71 äußerte sich der hessische Patriotisrnus an dem mittlerweile Auetor genarmten Bauwerk, indem man an seinem Fuß Kriegerfiguren aufgestellte und oben einen gewaltiger Preußenadler anbracht. Wegen der eisernen Haltebander auf der Rückseite nannte man ihn bald den 'Hosenträger-Adler'.

96. Die Orangerie hatte sich Landgraf Karl Anfang des achtzehnten Jahrhunderts als Sommerschloß in seinen Auepark setzen lassen, auf der linken Seite - hier nicht mehr sichtbar - von dem reich geschmückten Marrnorbad flankiert. Die Aufnahme, datiert auf den 27. Mai 1899, entstand während eines Sängerfestes vom Bowling-Green aus, auf dem die Schafe weideten. Der Kasseler Volksmund hatte die Wiese zum 'Bullengrün' degradiert, In der sogenannten kleinen Aue hinter der Orangerie, wo nach 1926 die Hessenkampfbahn ihren Platz fand, hatten zuvor Messen und große Veranstaltungen stattgefunden. Hier sieht man noch das Dach der Sängerhalle.

97. An der Stelle der Drahtbrücke unterhalb des Schlosses bzw. später des Regierungspalastes hatte es schon früher Fuldaübergänge gegeben. Eine Schiffsbrücke, die von Mai bis Oktober den Fuldaübergang erlaubte, existierte bis fast zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 1870 entstand eine neue Initiative für eine Brücke an dieser Stelle, sie wurde noch im selben Jahr mit einer völlig neuen Konstruktion gebaut. Da sie privat initiiert war, wurde ein Brückengeld erhoben, In ihrer hier sichtbaren Form wurde die Drahtbrücke 1940 durch Eismassen und 1945 durch Bomben stark beschädigt. 1946 wurde sie in neuer Form aufgebaut.

98. Schwierigkeiten mit alten Plänen und Ansichten Kassels rühren nicht zuletzt daher, daß die Aue bis zur Mitte des achtzehnten Jahrhunderts als Insel dargestellt wurde. Von 1764 an war die Einmündung der Kleinen Fulda flußaufwärts geschlossen worden, der Wasserlauf wurde nur noch von der Drusel gespeist. Schiffsverkehr blieb gleichwohl noch einige Zeit möglich, Das auf dem Bild sichtbare schmale Rinnsal läßt diesen alten Zustand nur noch schwer erkennen. Die beiden Briicken über die kleine Fulda bestehen noch. Oben auf dem Hang erhebt sich das Regierungsgebäude.

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