Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

9. Bis 1891 konnte das Fachwerk der alten Dechanei (wenn auch nur an der Hofseite) von den Kasseler Bürgern bewundert werden, dann wurde das 1483 errichtete Haus abgerissen. Das Foto muß demnach vor dieser Zeit entstanden sein, als das letzte gotische Haus, das in der Altstadt unversehrt erhalten geblieben war, noch stand. Als dann die Rosenzweig'sche Fabrik abbrannte, wurde dies zum Anlaß genommen, die von dem Kanoniker Stein errichtete Dechanei gleich mit abzureißen - gegen den Protest des Geschichtsvereins.

10. Einst hatte das sogenannte Dörnberg'sche Haus am Martinsplatz 2, auch als Gouvernementsgebäude bekannt, das von dem Kasseler Bürgermeister Karl Schomburg initiierte Polytechnikum beherbergt. 1832 war der Lehrbetrieb aufgenommen worden; wer einen technisch ausgerichteten Beruf ausüben wollte oder eine entsprechende militärische Laufbahn einzuschlagen gedachte, wurde hier in den entsprechenden Fächern unterrichtet. Auch der bekannte Chemiker Friedrich Wöhler lehrte hier. 1873 wurde die inzwischen zur Höheren Gewerbeschule umbenannte Lehranstalt an den FriedrichWilhelms-Platz verlegt.

11. Die Marktgasse war eine zentrale Straße des Altstadtkerns, sie verband den Martinsplatz mit dem Altmarkt. In den dreißiger Jahren erwies sich diese Verbindung im Rahmen der Stadtsanierung als überlastet, parallel wurde der Freiheiter Durchbruch angelegt. Auf dem im Jahre 1904 aufgenommenen Bild blickt man die Marktgasse in östlicher Richtung hinunter; das große Haus, vor dessen seitlichem Giebel die Wildemannsgasse abzweigt, ist von besonderer Bedeutung. Hier wohnten einst die Gebrüder Grimm und bearbeiteten ihre Märchensamrnlung.

12. Ursprünglich hatte die Wildemannsgasse 'Heuergasse' geheißen, später bekam sie den Namen 'Große Herrengasse'. Daß sie der Nachwelt unter dem seltsamen und furchteinflößenden Namen 'Wildemannsgasse' im Gedächtnis geblieben ist, verdankt sie dem einstmals berühmten Gasthaus 'Zum wilden Mann', über dessen Eingang sich die geschnitzte Statue eines langbärtigen, mit Fellschutz bekleideten Mannes befand. Das Foto zeigt das Haus Wildemannsgasse 44, in dem damals das Tapetengeschäft Amold seine Verkaufsräume hatte.

13. In der Obersten Gasse 37 wurde in dem Laden von G. Kappel Korbwaren aller Art angeboten, 1904, als dieses Foto gemacht wurde, war ein Fotograf in Aktion noch keine alltägliche Sache - kein Wunder also, daß sich das Paar neugierig vor die Türe begab. Vielleicht war es aber auch der Ladenbesitzer mit seiner Frau, der sich im Eingang seines Geschäfts ablichten lassen wollte. Die Oberste Gasse nahm zu jener Zeit denselben Verlauf wie heute - keine Selbstverständlichkeit angesichts der weitgehend veränderten Straßenzüge in der Altstadt nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges.

14. Das Ottoneum, in dem seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts das Naturkundemuseum untergebracht ist, wurde 1604/05 von W. Vernukken als erster fester Theaterbau Deutschlands errichtet. Die vor dem Gebäude nach Westen abschwenkenden Straßenbahngleise folgten einem ganz anderen Straßenverlauf als dem heute bekannten: auf die Renaissancefront zu liefen die Colonnaden, der Steinweg bestand aus einem kurzen Straßenstück zwischen den Flügeln von Fridericianum und ehemaliger Hofverwaltung, im Bildhintergrund links vom Zwehrenturm erkennbar.

15. Vor der Altstadtzerstörung hatte das Tor innerhalb des Zwehrenturms noch eine tatsächliche Funktion, an dieser Stelle begann die hinter dem Fridericianum entlangführende Straße. Von dieser Stelle aus wurde das Bild aufgenommen, in die Oberste Gasse hinein. Die bereits umgestalteten Türme der Martinskirche zeigen, daß das Entstehungsjahr nach 1893 liegen muß. Die aus rotem Sandstein gemauerte Fassade des Elisabethhospitals ist zum Teil noch erhalten bzw. wiederaufgebaut. Als das 1297 gestiftete Gebäude für die Behandlung und Aufnahme der Aussätzigen erbaut wurde, lag es noch weit außerhalb der Stadtmauern. Auf dem Sandsteinrelief im ersten Stock ist neben dem Jahr der Renovierung 1897 auch 1587 vermerkt, als Wilhelm IV. Umbauten vornehmen ließ.

16. Die Brüderstraße hinab führen die Gleise der Straßenbahn zum Altmarkt, der auch zu jener Zeit schon als bedeutsamer Verkehrsknotenpunkt galt. Aber die älteste erhaltengebliebene Kirche Kassels, die im 13. Jahrhundert von Karmelitermönchen erbaute Brüderkirche, stand damals nicht unmittelbar an dieser Straße, sondern war nur durch einen engen Durchgang zwischen den großen Fachwerkhäusern zu erreichen. Im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert hatte man dieses Straßenstück - mit Bliek auf den nahen Altmarkt noch 'Am Markt' genannt,

17. Wenn sich hier auch vieles verändert hat, so ist auf dem Bild der Marställer Platz doch unschwer zu erkennen. Links sieht man einen Teil der Fassade des Justizpalastes, dahinter, jenseits des Schloßplatzes, findet sich das zur Brüderkirche gehörende Pfarrhaus. Das mächtige Dach vor den beiden Türmen der Martinskirche krönt die Garnisonkirche. Die rechte Bildhälfte ist mit dem Gebäude ausgefüllt, das dem Platz seinen Namen gab: dem Marstall, der im sechzehnten Jahrhundert erbaut wurde. Nur von den Gleisen der Straßenbahn durchschnitten, hatte der Platz damals noch einen weiten und großzügigen Charakter. Im Mittelalter hatte hier die St. Cyriakuskirche gestanden.

18. Die in Fuldarichtung aufgenommene Fotografie des Marställer Platzes zeigt an der Ecke der Brüderstraïseneinmündung das bekannte Deichmann'sche Haus. Hinter dem Hausblock erhebt sich die Westfront der Brüderkirche, noch weiter nach rechts, das heißt nach Osten hin, liegen die Gebäudekomplexe des Renthofes. Ursprünglich waren sie Bestandteile des alten Karmeliterklosters gewesen. Im ehemaligen Konventsgebäude finden sich die ersten Ursprünge einer Kasseler Universität: hier hatte Landgraf Wilhelm V. 1633 die Aufnahme der nur zwanzig Jahre dauernden Lehrtätigkeit angeordnet.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek