Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

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19. Vor dem Regierungs- und Justizgebäude lag der Schloßplatz, so genannt nach der Reihe von Herrschaftsgebäuden, die sich an der Stelle des heutigen Verwaltungssitzes des Regierungsbezirks Kassel über der Fulda erhoben. Das Foto zeigt die Stelle, an der der Graben auf den Schloßplatz trifft; in den Geschäftsräumen im Erdgeschoß des Hauses erkennt man die Auslagen des Optikers Hess. Wie der Namen 'Graben' verrät, befand sich an dieser Stelle einst die Ausschachtung vor den Stadtmauern; im Zuge der Stadterweiterung wurde sie zugeschüttet.

20. In der westlichen Hälfte des großen Gebäudekomplexes, das an der Stelle des nie fertiggestellten Chattenschlosses 1880 errichtet worden war, residierte die Regierung. Bereits der Standort des ersten Königshofes, bei dem es sich um ein einfaches Stein- und Holzhaus gehandelt haben dürfte, befand sich an derselben Stelle. Am Ende des breiten Weges führte eine - noch heute erhaltene - breite Steintreppe zu einem Brückchen über die Kleine Fulda. Etwas weiter rechts lag in späterer Zeit (das Foto wurde 1890 aufgenommen) das vom Friedrichsplatz versetzte Auctor.

21. Vom Ostufer der Fulda aus gesehen erhebt sich das Justiz- und Regierungsgebäude über der alten Befestigungsanlage; in der Bildmitte sitzt wuchtig das Rondell, rechts davon erkennt man die letzten Ausläufer der Stein-Schlagd am westlichen Fuldaufer. Die preußische Regierung hatte das gewaltige Gebäude, dessen hier sichtbare Front zum Justizpalast gehörte, 1876 bis 1882 nach den Plänen des Baurates Paul Rönisch errichten lassen. Auch dieses Bild wurde im Jahre 1890 fotografiert.

22. Dieses Foto aus dem Jahre 1904 zeigt den Druselturm noch mit seiner einfachen, spitzkegeligen Dachform. Ein Jahr später brannte er aus und wurde 1906 wiederhergestellt dem historisierenden Zeitgeschmack entsprechend aber in veränderter Form und rnit vier zusätzlichen Ecktürmchen auf dem Dach versehen. Ursprünglich war der Turm, dessen Name an den vom Brasseisberg herabkommenden Druselbach erinnert, Bestandteil der Kasseler Befestigungsanlagen gewesen. Auch vor unserer Zeit erschien den Planem ein frei fließender Bach inmitten der Stadt als Stein des Anstoßes - so wurde die Drusel schon früh in die Kanalisation verbannt.

23. Die Ansichtskarte aus späteren Jahren zeigt den Druselturm mit seiner neuen, ergänzten Dachform. Der Bliek geht von der Druselgasse aus über den Druselplatz auf den rechts vorn Turm sichtbaren Flügel der Hauptpost an der Unteren Königsstraße. Hinter dem Turm, im Bild nicht sichtbar, beginnt die Turrngasse, im Vordergrund verläuft nach rechts und links die Oberste Gasse, Damals wurde der Druselturm als Warenlager benutzt, früher hatte er neben seiner Aufgabe als Wachtturm auch als Gefängnis gedient. Daß er nach seinem Brand nicht völlig abgerissen wurde, war eine nur mit knapper Mehrheit zustande gekommene Entscheidung der Stadt.

24. Die Franziskusstraße war eine kurze und enge Gasse, die die Wildemannsgasse mit dem Judenbrunnen verband. Wie aus der leichten Linksbiegung des Straßenverlaufs zu erkennen ist, zeigt das Bild die Straße in östlicher Richtung. Die romantischen Ansichten der verwinkelten Altstadt lassen allzu leicht vergessen, daß in den dunklen und feuchten Gassen erhebliche sanitäre Probleme bestanden und die soziale Lage der Bewohner alles andere als gut War. Ältere Kasseler Einwohner erinnern sich an die in der Franziskusstraße lebenden Prostituierten, die die in ihr Revier eindringenden Mädchen als mögliche Konkurrentinnen mit Geschrei ('Fischgerippe') vertrieben.

25. Nach einem alten Brunnen, der sich früher hier befunden hatte, erhielt dieses Straßenstück in der Nähe des Altmarktes seinen Namen: Judenbrunnen. Das Haus Nummer 3, das auf dem Foto zu sehen ist, war der Gasthof 'Zum Goldenen Helm'; der Helm ist links vom Baurn an der oberen Begrenzung des Erdgeschosses zu erkennen. An der Stelle, von der aus das Bild aufgenommen wurde, hatte sich bis zum Jahre 1837 das im 15. Jahrhundert erbaute Altstadter Rathaus befunden, in dessen angemieteten Kellern die zum Gasthaus gehörigen Weinvorräte aufbewahrt wurden.

26. Zwischen A1tmarkt und Töpfenmarkt lag der ehemalige Fischmarkt, der allerdings schon früh als Fischgasse umbenannt worden war. Auf diesem Foto von 1904 sieht man die Anlagen, die Fischgasse und Judenbrunnen voneinander trennten. An dem Kiosk vorn links holten sich die Kinder der Umgebung begeistert Bonbons und für wenige Pfennige Limonade. In einem der Häuser im Hintergrund befand sich das Kolonialwarengeschäft der Reuffurths, das durch den Kinderspruch 'Frau Reuffurth, 's klewet' (Frau Reuffurth, es klebt) im Gedächtnis geblieben ist.

27. So bot sich der Altmarkt dem Betrachter am 11. Apri11914 dar, als dieses Bild gemacht wurde. Es zeigt die westliche Seite des Platzes in Richtung der Freiheit. Vorn links biegen die von der Unterneustadt her kommenden Straßenbahngleise in die Brüderstraße ein, dort ist im Hintergrund die typische Eckkonstruktion des Deichmann'sohen Hauses gerade noch zu sehen. Das zweite Haus von rechts ist das Linker'sche Haus, auch das Gebäude am rechten Bildrand gehörte zu der bekarmten Metalldrahtfirma. Als Anfang der dreißiger Jahre der Freiheiter Durchbruch angelegt wurde, fiel dieses Haus den Bauarbeiten zum Opfer.

28. Die Ostseite des Altmarktes wurde von einem eindrucksvollen Fachwerkhaus beherrscht, das 1644 erbaut worden war. Ungefähr seit 1880 beherbergte es in seinem Erdgeschoß ein Postamt, in den zwanziger Jahren zog dort eine Bankfiliale ein, Berühmt waren die Gaststätten um den Altrnarkt, so das BierIokal von Ferdinand Peter, das am rechten Bildrand gerade noch zu sehen ist. An seiner Stelle steht heute das Gebäude der Polizei, hinter den Häusern liegt die Holz-Schlagd und die Fulda. Die damalige Straßenführung in diesem Bereich ist für den heutigen Betrachter kaum noch nachzuvollziehen: die mittlere Gasse, in die man hineinblickt, geht in Richtung des Karlshospitals, die linke führt weiter zur Weserstraße.

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