Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

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29. Noch in den frühen dreißiger Jahren bot der Pferdemarkt ein solches geschlossenes Bild mittelalterlicher Prägung. Anders, als der Name erwarten lassen würde, handelt es sich hier um keine Platzanlage, sondern um eine Straße, bei der nur noch der Name darauf verweist, daß hier in früherer Zeit mit Pferden gehandelt wurde. Man kann daraus schließen, daß die unterschiedlichen Güter auf jeweils eigenen Märkten feilgeboten wurden: Fischmarkt, Töpfenmarkt, Pferdemarkt, Holzmarkt. Anfang des Jahrhunderts war die Straße aber eher durch ein anderes Tier bekannt: durch den goldenen Bären, der der Gaststatte 'Bärenkammer' als Symbol diente.

30. Vom Pferdemarkt zweigte in nördlicher Richtung die Müllergasse ab, an ihrem Ende kreuzte sie die Bremer Straße. Dort begarm dann die breite Holländische Straße, an der sich im Zuge der Industrialisierung Kassels in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts größere Betriebe ansiedelten. Auf dem Foto von 1904 ist das Haus Nr. 13 zu sehen, in dem Schlachter Mehlburger seinen Laden hatte, Später wurde das Geschäft vom Fleischermeister Miehling übernornmen.

31. In südlicher Richtung blickte man aus der Müllergasse in Richtung der Martinskirche, deren Türme auf dieser Aufnahme aus der Zeit von 1913/14 im Hintergrund zu erkennen sind. Für die spielenden Kinder war es an diesem sonnigen Tag bestimmt ein großartiges Erlebnis, dem Fotografen bei seiner Arbeit zuzuschauen, Der Name der Müllergasse hat übrigens mit dem Beruf des Müllers nichts zu tun, sondern leitet sich von dem Dorf Mühlhausen ab, das in früherer Zeit nicht weit von hier vor der Toren der Stadt gelegen hatte; die ehemalige Mühlhäusener Gasse war der Verbindungsweg zu diesem Ort gewesen.

32. Eine alte Fotografie aus dem Jahre 1878 zeigt das in der Mitte des 12. Jahrhunderts gestiftete Ahnaberger Kloster, die hier sichtbaren Gebäude stammen aus der Zeit um 1512. Ein Jahr später, 1879, wurde das ehemalige Kloster abgerissen. Doch bereits seit der Reformationszeit und ihren religiösen Wirren hatte es weltlichen Zwecken gedient, seit 1763 wurde es vom Militär genutzt. Die von Kurfürst Wilhelm Il, angelegte Artilleriestraße, auch Neue Straße genannt, war schon 1829 nach entsprechenden Abbrucharbeiten angelegt worden.

33. Von der Hofseite bot sich das alte Ahnaberger Kloster 1875 in dieser Ansicht dar. Der heutige Flußverlauf der Ahna - wo sie noch sichtbar zutage tritt - läßt den Namen des Ahnaberges kaum verständlich werden. Als der Fluß aber noch seinen ursprünglichen, natürlichen Verlauf nahrn, war er etwa an der Stelle des heutigen Polizeigebäudes in die Fulda gemündet. Das Kloster stand auf einem Ausläufer des Möncheberges (auch dieser Name erinnert noch an die geistliche Nachbarschaft), an dessen Fuß die Ahna entlangfloß. Die injener Gegend gelegene Packhofstraße wurde noch Anfang des Jahrhunderts im Volksmund als 'auf der alten Ahne' bezeichnet.

34. Unter dem Landgrafen Wilhelm VI., der auch der Weise genannt wurde, war im letzten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts das Zeughaus erbaut worden. Auf diesem Bild, das vor dem Jahre 1906 aufgenommen worden sein muß, blickt man vor die Südfassade des Gebäudes, die lange Straße auf der linken Bildseite ist die Artilleriestraße. Dort zieht eine Litfaßsäule mit den letzten Neuigkeiten das Interesse der Passanten auf sich. An der vorderen Ecke des Zeughauses steht eines jener auffällig bemalten Wachhäuschen, in dem die Soldaten des dort stationierten Regiments ihren Wachdienst verrichteten.

35. Im Zuge der Vereinheitlichung der militärischen Bauanlagen hatte Kurftirst Wilhelm Il. in den Jahren von 1829 bis 1831 auch die Artilleriekaserne errichten lassen, von der einige Mauern hinter dem Berufsschulkomplex noch heute kunden. Das Bild zeigt den Bliek von der Bremerstraße in den Kasernenhof, auf dem gerade einige Soldaten exerzieren. Die Gebäude auf der rechten Seite waren das Wagenhaus, in den Häusern links war das Militär1azarett untergebracht.

36. Eines der ältesten Kasseler Fotos (es wurde im Jahre 1876 aufgenommen), zeigt das Holländische Tor in der Gegend des heutigen Holländischen Platzes. Wie auch die Straßenbezeichnung des östlich angrenzenden 'Wall' deutlich macht, handelt es sich hier um einen Teil der ehemaligen Stadtbefestigungsanlagen, die nur an den Stellen unterbrochen waren, wo Ausfallstraßen aus der Stadt herausführten. Der gesamte Verkehr in nördlicher Richtung floß über die Holländische Straße. Zu der Zeit, als das Bild gemacht wurde, hatte das Tor freilich keine Verteidigungsaufgaben mehr.

37. Das Bild aus der Zeit um 1930 macht die neue Funktion der Kasseler Nordstadt deutlich: hier war nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870(71 ein Industriezentrum herangewachsen, neben Rüstungsgütem standen vor allem der Eisenbahn- und Waggonbau im Vordergrund. Auch die nun benötigten Heere von Industriearbeitern und ihren Familien mußten in Mietskasernen der Nordstadt untergebracht werden. Hier kreuzt gerade eine Dampflokomotive der Firma Henschel den Holländischen Platz; geradeaus führt die Wolfhager Straße, am rechten Bildrand ist die Einmündung der Holländischen Straße zu erkennen.

38. Auf dem Gelände des früheren Wolff'schen Gartens, an der Ecke Untere Königsstraße/Brernerstraße, errichtete die Kasseler jüdische Gemeinde 1832·1839 ihre Synagoge. Jahrhundertelang waren die Israeliten in Kasselohne ein eigenes Gotteshaus gewesen und hatten die Privathäuser von Gemeindemitgliedern für ihre Zusammenkunfte nutzen müssen. Die kleine und nicht wohlhabende Kasseler Gemeinde konnte die notwendigen Baukosten erst Anfang des neunzehnten Jahrhunderts aufbringen. In der Kristallnacht des 9. November 1938 wurde die Synagoge von den Faschisten demoliert und in Brand gesetzt.

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