Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

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39. Daß dieses Bild der Fuldagasse zwischen 1879 und 1917 aufgenommen wurde, findet sich in Sütterlinschrift auf seiner Rückseite; eine genauere Datierung innerhalb dieses vierzig Jahre umfassenden Zeitraums war nicht möglich. Wahrscheinlich gab es in dieser Straße bauliche Veränderungen, an Hand derer der Zeitgenosse eine solche Zuordnung treffen konnte. Aus dem leichten Abknicken der Gasse nach links hinter der ausladenden Renaissancefassade ist zu schließen, daß man - den Renthof im Rücken - in Richtung des Altmarktes blickt.

40. Ein anderes Foto aus dieser Zeit bildet das Haus Nr. 9 in der Unteren Kettengasse ab. Schräg gegenüber lag auf der linken Seite eines der ältesten Gasthäuser Kassels, die 'Stadt Schmalkalden', Vor dem Bau der neuen Wilhelmsbrücke im Jahre 1793 hatte die Fuldagasse noch eine wichtige Durchfahrtsfunktion für den aus Richtung der Leipziger Straße fließenden Verkehr gehabt, denn hier befand sich die ursprüngliche Brücke über die Fulda. Danach verloren die Untere und die Obere Fuldagasse diesen Charakter - Holzmarkt und Altmarkt waren nun die beiden Durchgangsplätze auf beiden Seiten des Flusses geworden.

41. Das die Fulda aufstauende Wehr, wie es in seiner heutigen Form bekannt ist und immer wieder in Vordergrund von Stadtansichten in westlicher Richtung auftaucht, wurde erst im Jahre 1912 gebaut, um die Wasserkraft für die Vogt'sche Mühle nutzbar zu machen. Vorher war ein flacheres Wehr, diagonal zum Flußverlauf und weiter flußaufwärts gelegen, in Höhe der Unterneustädter Mühle verwendet worden. In der Nähe hatten sich auf dem nördlichen Ufer einige kleinere Handwerksbetriebe angesiedelt. Auf dem Bild sind einige der dort errichteten Lohgerberhäuschen zu sehen.

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42. Das älteste Foto dieses Bandes stammt aus dem Jahre 1865 und zeigt die letzte kurhessische Schanze auf dem Finkenherd während einer Übung der Infanterie. Mit der Einverleibung Kurhessens in die preußische Monarchie hatte sich die politische Bedeutung Kassels grundlegend gewandelt; es wurde Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirkes und preußische Provinzialhauptstadt. Auch die Organisation der in Kassel stationierten Truppen war hiervon betroffen, so die des 83. (ehemals 3. kurhessischen) Infanterieregiments, das hier seine Garnison hatte.

43. Die heute unter dem schönen Namen 'Karlshospital' bekannte Ruine an der Fulda, wenige Meter flußaufwärts vom Finkenherd gelegen, war ursprünglich von Landgraf Kar! 1720/21 zu anderen Zwecken errichtet worden: als Zuchthaus und Besserungsanstalt. Die Ortsangabe war ehemals 'am Zuchtberge', in späterer Zeit 'am Karlsberg'. Ende der zwanziger Jahre wurde das Gebäude, das nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr als Strafanstalt genutzt wurde, der bündischen Jugend zur Verfügung gestellt, die sich hier um soziale Randgruppen kümmerte. Das Unternehmen fand viele Förderer und freiwillige Helfer.

44. Die Fliegengasse war eines der engen Sträßchen, das sich ungefähr auf dem Verlauf der heutigen Weserstraße befand, Sie bildete eine Verlängerung der vom Altmarkt abgehenden Essiggasse in nördlicher Richtung und stieß an ihrem anderen Ende auf die Klosterstraße vor dem Ahnaberger Kloster. Woher der Name kommt, ist ungewiß, Die ärmliche Gegend, die dem alteren Judenviertel zuzurechnen ist, war in früherer Zeit Teil der ersten Stadterweiterung. Die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1904.

45. Der Beginn der Weserstraße war damals nicht am Altmarkt zu finden, sondern ein ganzes Stück weiter in nordöstlicher Richtung, in Höhe von Vogts Mühle. Das Haus Weserstraße Nr. 2, das auf dem Foto von 1904 zu sehen ist, beherbergte das Restaurant zum Kloster, das sich gegenüber seiner Rückseite anschloß. Auf der Straßenseite der Weserstraße, von der aus das Bild fotografiert wurde, lag die Vogt'sche Mühle, in der große Mengen von Getreide gemahlen wurden, vor allem nach der Fuldaregulierung und dem Bau des neuen Wehres, die der Mühle zusätzliche Wasserkraft bereitstellten. Einst hatte hier die Ahnaberger Mühle von 1555 gestanden.

46. Noch um 1930 bot sich dem Betrachter dieses idyllische Bild vom Ostufer der Fulda aus, wenn er zum Kern der Altstadt hinüberblickte. Links sieht man einen Teil des Renthofes, die folgende Baulücke ist der Beginn der Kettengasse, die hier auf die Schlagd trifft. Dort war vor dem Bau der neuen Wilhelmsbrücke der Zugang zur alten Fuldabrücke gewesen. Das flache Uferstück am Fluß, das sich über die ganze Bildbreite hinzieht, diente vor dem Bau des Hafens als Anlegeplatz für Schiffe, die hier ihre Ladung löschten, Den Teil flußabwärts der Brücke nannte man die HoJzschlagd.

47. Diese Ansicht der Stadt dürfte etwa aus dem ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts stammen und von den Anhöhen östlich Kassels gemacht worden sein. Die Doppeltürme der Martinskirche und der neugotische Turm der Lutherkirche sind identifizierbar, ebenso der nach 1880 gebaute Schlachthof in der Nordstadt. Auch die weiten Industrieanlagen der Firma Henschellassen sich erkennen, wie überhaupt die große Menge hochgezogener Fabrikschornsteine deutlich macht, daß sich industrielle Produktionsstätten in Norden und Osten Kassels angesiedelt haben.

48. Nach dem dort ansässigen Bürger gleichen Namens wurde die Straße zunächst Branthayns-, später Brantsgraben genannt, bis sie schließlich der sich abschleifenden Sprache wegen als der Franzgraben bekannt wurde; eine Bezeichnung, die sie noch heute trägt, Es ist zu vermuten, daß das Foto in der Gegend aufgenommen wurde, wo der Franzgraben die Ysenburgstraße kreuzt.

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