Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

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49. Nach dem ehemals dort gelegenen Schützenhaus hat die Schützenstraße ihren Namen, die von der Weserstraße aus dem offenen Bachlauf der Ahna bis hinunter zur Mündung in die Fulda folgt, Die Brücke im Vordergrund dürfte zur Weserstraße gehören, die hier - am Katzensprung - den Endpunkt der Schützenstraße markiert. Das Bachbett der Ahne ist immer wieder umgestaltet worden - während der hier sichtbare Teil bereits ein ganzes Stück flußabwärts verlegt worden ist, wurde der Verlauf in Richtung der Holländischen Straße nach dem Zweiten Weltkrieg abermals der neuen Bebauung angepaßt.

50. Auch in der Ysenburgstraße im Westertorviertel hat die Zerstörung der Bombergeschwader große Zerstörungen angerichtet, erhalten geblieben ist das Haus Nr. 24 und die daran angrenzende Häuserzeile. Das Haus ist ein typisohes Beispiel für die Mietskasernen der Nordstadt, die in großer Zahl gebaut wurden, als Industrie und Verwaltung mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerzeit viele neue Arbeiter und Angestellte brauchten, für die bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden mußte. Die Balkons des Hauses wurden später entfernt, im Zuge der Straßenverbreiterung fielen auch die Vorgärten weg.

51. Vom Dach eines Hauses auf der Höhe des Möncheberges geht der Bliek weit über die Dächer der Weserspitze hinweg auf die Berge, die das Kasseler Becken in östlicher Richtung begrenzen. Auf Stadtplänen um 1880 sieht man an dieser Stelle, wo sich die Weserstraße in die Wolfsanger Straße und die Ihringshäuser Straße aufgabelt, noch so gut wie keine Bebauung; die im Hintergrund zu erahnende Gartenstraße erinnert in ihrem Namen noch an die Grünflächen, die sich hier erstreekten. Wenige Jahrzehnte später bietet sich die Gegend in geschlossener Bebauung dar und vermittelt so einen Eindruck von der heftigen Ausdehnung der Stadt Anfang des Jahrhunderts.

52. Auf dem östlichen Fuldaufer bekam mit der Bau der neuen Wilhelmsbrücke 1788 ein Gebäude eine bedeutsame Funktion als Brückenkopf, das zuvor schon zahlreichen anderen Zwecken gedient hatte, so als Fabrik oder Kaserne. Dem ersten Kurfürsten, Landgraf Wilhelm IX., erschien das durch starke Befestigungsmauern zur Unterneustadt abgesicherte, auf der anderen Seite durch den Fluß geschützte Haus als geeignetes Gebäude zur Unterbringung eines Gefängnisses, es wurde hinfort als das Kastell bezeichnet. Nach dem Krieg erbaute man an seiner Stelle das Haus der Jugend. Das Foto entstand um 1900.

53. An einem kalten Wintertag in den zwanziger Jahren wagte sich der Fotograf dieses Bildes mit seiner Kamera in den erstarrten Fingern ans Fuldaufer, um ein Bild von den sich mächtig aufstauenden Eisplatten auf dem Fluß zu schießen. Durch die großangelegte Fuldaregulierung Anfang des Jahrhunderts hatte sich, auch im Zusammenhang mit dem Bau der Edertalsperre, vieles am Strömungsverhalten der Fulda geändert. Ein zugefrorener Fluß war damals keine Sertenheit. So hatte man beispielsweise beim Bau der Wilhelmsbrücke die alten Brückenpfeiler der flußaufwärts gelegenen Brücke in ihrem unteren Teil stehenlassen, um sie als Eisbrecher zu benutzen.

54. Vom Zentrum der Altstadt, dem Altmarkt, blickt man hier über die Fuldabrücke zum Zentrum der Unterneustadt, dem Holzmarkt. Das Foto muß nach 1910 entstanden sein, da es bereits die neue, einbogige Fuldabrücke zeigt. Auch die Automodelle lassen auf eine Zeit um 1930 schließen. Vom links sieht man das Peter'sche Bierlokal, nach rechts biegt die Fuldagasse ein. Es ist eine für den heutigen Betrachter ungewohnte Ansicht, jenseits der Fulda die rechte Straßenseite in voller Bebauung zu sehen. Heute finden sich dort Grünanlagen und der Messeplatz.

55. Dieses kurz vor dem Ersten Weltkrieg aufgenommene Foto zeigt noch einmal deutlich die L-förmige Konstruktion des Kastells und die starken Befestigungsanlagen zur Unterneustadt hin. Das große Rundbogentor, aus 8andsteinen zusammengefûgt, ist noch heute an derselben Stelle zu sehen, Nicht nur Kinder, sondern auch die Angehörigen der preußischen Polizei und militärische Uniformträger, die sich vor dem Holzzaun um das Kastell in Positur gestellt haben, interessieren sich für die Arbeit des Fotografen.

56. Was heute kaum vorstellbar ist: im Wasser der Fulda konnte man sogar einmal baden und schwimmen; es war noch vergleichsweise klar und nicht von den Abwässern der Industrie vergiftet. So nutzten die Kasseler Bürger gern die Möglichkeit, von August Gerhardts Badeanstalt auf dem Unterneustädter Ufer aus ins Wasser zu steigen. Zunächst war das öffentliche Schwimmen ein Privileg der Männer gewesen, das unter 'Schwirnmi' Gerhardts Vorgänger Collet den Frauen und Mädchen noch vorenthalten worden war. Das wurde anders, als Gerhardt die Badeanstalt 1892 erwarb und ausbaute. 1896 wurde damit begonnen, in jedem Frühjahr eine Holzbrücke über die Fulda zu zimmern, die am Ende der Badesaison wieder abgebaut wurde. So konnte man das Bad auch vom Aueufer ohne Fährbetrieb leicht erreichen.

57. Von Alters her verdankte Kassel seine wirtschaftliche Bedeutung seinem Standort am Kreuzungspunkt von Landstraßen, die von weither karnen und an dieser Stelle die Fulda überquerten. In früheren Jahrhunderten hatten bereits einige Brücken den Fluß überspannt, so die zwischen 1509 und 1512 vorn Steinmetzmeister Klaus erbaute Steinbrücke. Des zunehmenden Verkehrs wegen wurde diese nach häufigen Reparaturen gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts abgerissen und 1788 durch die neue, ebenfalls dreibogige Wilhelrnsbrücke ersetzt. Auf dem gegen 1900 entstandenen Foto sieht man diese im Hintergrund; weiter vorn sind noch zwei verbliebene Pfeiler der alten Brücke zu erkennen, der

dritte fiel bei der Verbreiterung der Schlagd fort. .

58. Flußaufwärts bot die Wilhelrnsbrücke diesen Anblick, Links oberhalb der angelegten Boote steht das Kastell, rechts erheben sich oberhalb der Brücke das Justiz- und Regierungsgebäude, der Renthof, die Häuser entlang der Schlagd mit dem Türrnchen der Brüderkirche darüber und schließlich an der rechten Seite des westlichen Ufers der Stadtbau. Dieses Gebäude, das auch als Hochzeitshaus bekannt war, mußte wenige Jahre später beim Bau der neuen Fuldabrücke 1909 weichen, weil deren Verbreiterung nur durch entsprechende Abrißarbeiten möglich war.

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