Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

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59. Mit diesem Foto und dem nächsten hat es eine besondere Bewandnis: sie wurden im Grundstein der alten, ab 1909 erbauten Fuldabrücke gefunden, als dieser nach dem Zweiten Weltkrieg bei Aufräumungsarbeiten ins Wasser fiel - das deutsche Militär hatte die Brücke gesprengt, am 1. April 1945. Dieses Bild nun wurde zusammen mit zwei weiteren, einer aufPergarnent geschriebenen Urkunde und einem großen Bauplan entdeckt. Datiert ist es auf den 8. Juni 1910. Es zeigt die Gerüstkonstruktion für die Betonarbeiten an der einbogigen Brücke, die in dieser pfeilerlosen Form gewählt worden war, um dem häufigen Hochwasser und den winterlichen Eismassen keinen Widerstand entgegenzusetzen.

60. Von der Kastellseite her fotografierte man die Bauarbeiten an der neuen Fuldabrücke am 29. Juli 1910. Die Brücke war 73 Meter lang und hatte eine Spannweite von 57,5 und eine Höhe von 5,5 Metern über dem Wasserspiegel. Die Baukosten hatten sich zu mehr als 600 000 Mark summiert, als die Brücke im Dezember 1910 dem Verkehr übergeben wurde, In der Zwischenzeit war für Fußgänger eine Kolzkonstruktion errichtet worden, auf der sie während der Bauarbeiten den Fluß überqueren konnten. Wo die Brückenkonstruktion auf das Altstadtufer trifft, erkennt man über der Steinschlagd die leere Fläche des abgerissenen Stadthauses,

61. Der Holzmarkt hatte ursprünglich abseits der Verkehrsverbindung auf der linken Seite gelegen wenn man von der Altstadtseite her kam. Als nach dem Bau der Wilhelmsbrücke die Alte Leipziger Straße und spatere Bettenhäuser Straße zu einer Sackgasse geworden war, hatte sich der dem Altmarkt gegenüberliegende Holzmarkt zum östlichen Brückenkopf gewandelt. Auf dem Bild wird man Zeuge eines Aufrnarsches der sogenannten 83er, die hier an der Unterneustädter Bevölkerung entlangziehen, Der Zug kommt aus Bettenhäuser Richtung über die Neue Leipziger Straße.

62. Wo die alte Fuldabrücke von der Kettengasse aus auf das Unterneustädter Ufer getroffen hatte, erinnerte später - so auf diesem um 1910 aufgenommenen Bild - nur noch ein Teil der steinernen Brückenfundamente an den ehemaligen Durchgangscharakter der nun zur Sackgasse degradierten Alten Leipziger Straße. Doch auch das kleine, etwas vorgebaute Zollhäuschen kündet noch aus jener Zeit. Auf älteren Fotos und Ansichtskarten ist es noch mit einer Putzschicht bedeckt; hier sieht man es nach den Renovierungsarbeiten, bei denen das Fachwerk freigelegt und die Balkenkonstruktion neu gestrichen worden war.

63. Daß sich schon am Anfang unseres Jahrhundert engagierte Kasseler Bürger gegen den Abriß von kulturell und historisch bedeutsamen Bauten wandten, zeigt besonders deutlich der Kampf um die Erhaltung der Unterneustädter Mühle, Das 1538 unter Philipp dem Großmütigen erbaute und 1614 renovierte Gemäuer mit dem vorgelagerten Kleinen Finkenherd und der großartigen Silberlinde hatte nicht nur wirtschaftliche Bedeutung, sondern mit seiner Lage am alten Fuldawehr auch eine strategische Rolle für die Verteidigung der Stadt gehabt. Der Abbruch im Sommer 1912 wurde kurzfristig durch den Einspruch des preußischen Kultusministers aufgeschoben; als er diesen zurückzog, stand dem Abriß trotz aller Proteste nichts mehr entgegen.

64. Die Verbindung zwischen Bettenhäuser- und Wallstraße war die Waisenhausstraße, die man nach den dort ansässigen Abdeckern am Stadtrand früher auch die Schindergasse genannt hatte. Der südwestlich vom Ho1zmarkt verlaufende Teil war die Obere, der nordöstliche die Untere Waisenhausstraße. Dort lag am Ende das Waisenhaus, das sich unter anderem aus den Erträgen einer zugehörigen Druckerei finanzierte. Auf dem Foto sieht man die Häuserreihe auf der Bettenhäuser Seite der Straße.

65. Die erste Straße, die am Holzmarkt gleich hinter dem Kastell abbog, führte zur Unterneustädter Mühle. Das Bild von 1904 läßt uns von der Wallstraße aus in die Mühlengasse hineinblicken. Anders als die Altstadt am anderen Ufer hatte die Unterneustadt seit undenklichen Zeiten immer wieder mit den Hochwasserfluten der Fulda zu kampfen. Um auch bei diesen Überschwemmungen, die nicht selten die Erdgeschosse der Häuser überfluteten und die Keller vollaufen ließen, die Bürger trockenen Fußes von einem Haus zum anderen zu bringen, gab es eine freiwillige Wasserwehr, die die für solche Fälle bereitgehaltenen Ho1zstege aufbaute.

66. Von Osten her traf die Wallstraße auf die Unterneustädter Mühle. Wie der Name sagt, befand sie sich bei der alten Stadtbefestigung, die aus dieser Himmelsrichtung durch das ehemalige Salztor unterbrochen wurde, Ein kurzes Stück des Stadtwalls, der dieselbe Form aufweist, wie man sie auf dieser Fotografie von 1900 sieht, ist noch heute auf einer Rasenfläche an der Fuldaseite des Messeplatzes zu finden. Für die Kinder waren die Sandsteinbögen in der WaJlstraße nur ein beliebter Spielplatz, ohne an seine ursprünglichen militärischen Zwecke zu erinnern.

67. Auf einem großen ovalen Platz vor dem Leipziger Tor, von dem aus die Leipziger Straße weiterführte zur gleichnamigen Vorstadt und zum später eingemeindeten Bettenhausen, stand die Anfang des 19. Jahrhunderts erbaute Unterneustädter Kirche. Das Bild wurde wohl weniger der Kirche wegen aufgenommen, eher ging es darum, den Zug im Vordergrund festzuhalten. Vielleicht handelt es sich auch hier um einen Aufmarsch der 83er. Auch die Kirche hat baugeschichtlich eine militärische Tradition. sie steht auf den Fundamenten einer abgetragenen Bastion der Stadtbefestigungsanlage,

68. Eine Ansichtskarte von Alt-Kassel zeigt die Leipziger Straße mit den Gleisanlagen der Straßenbahn. Bereits seit den achtziger Jahren verkehrte hier die Pferdebahn, bevor sie 1899 durch die 'Elektrische' abgelöst wurde. Das in früherer Zeit weit außerhalb der Stadtmauern Kassels gelegene Dorf Bettenhausen hatte sich im Zuge der Ansiedlung zahlreicher Industriebetriebe in der Gründerzeit immer mehr mit der sogenannten Leipziger Vorstadt vermischt und war schließlich 1906 im Zuge einer großen Eingemeindungsaktion gemeinsam mit anderen Dörfern zu einem Stadtteil Kassels geworden.

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