Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

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69. Das Bettenhäuser Siechenhaus mit seinen zahlreichen Fachwerkgebäuden fand sich an der Leipziger Straße 63. Die vorgebaute Siechenhofkapelle, die etwa aus dem Jahre 1383 stammt, ragte ein Stück in die Straße hinein. Als sie durch die Bombenabwürfe des Zweiten Weltkrieges schwer beschadigt wurde, baute man sie nicht wieder auf', sondern riß auch die verbliebenen Mauern ab, um dem Neubau und der Verbreiterung der Leipziger Straße Platz zu schaffen.

70. Zunächst hatte die katholische Bettenhäuser Gemeinde in einer schmucklosen, kleinen Kapelle im Tormannweg ihre Gottesdienste abgehalten; das Gebäude ist noch erhalten und dient heute wieder als Wohnhaus. Erst 1927 erhielt die Gemeinde eine eigene Kirche: St. Kunigundis im hinteren Teil der Leipziger Straße. An den ersten Pfarrer, Monsignore Brandstetter, erinnern sich manche Bettenhäuser noch heute. Mitte der dreißiger Jahre wurde er von einem Ordenspater abgelöst, Im Krieg wurde nur das Dach der Kirche und der äußere Figurenschmuck geringfügig beschadigt.

71. Vierzehn Jahre, nachdem die alte Residenzstadt Kassel die großen Feierlichkeiten zu ihrem tausendjährigen Bestehen abgehalten hatte, gab es auch für das mittlerweile eingemeindete ehemalige Dorf Bettenhausen Anlaß zum Feiern: man konnte auf eine achthundertjährige Geschichte zurückblieken. Ein Festausschuß aus interessierten Bürgern bereitete alles vor, so daß im August des Jahres alles planmäßig ablaufen konnte. Während des Festzuges am 7. August 1927 säumten Tausende von begeisterten Bettenhäusern und Kasselern die Leipziger Straße.

72. Der Bilderspaziergang durch das alte Kassel hat uns bis zu den östlichen Ausläufern der Stadt gebracht. Neben der schon früh einbezogenen Unterneustadt hatte sich Kassel nach der Aufnahme der Hugenotten gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts vor allem in südwestlicher Richtung ausgebreitet. Das neue, streng rechtwinklige Viertel wurde (von der Aue her) vom Bellevue, der Frankfurter-, Karls- und Königsstraße geprägt, An ihrem oberen Ende stand (an der Stelle des heutigen Rathauses) das Meßhaus, das hier, im September 1891, in vollem Schmuck auf den Besuch des Kaisers vorbereitet worden ist,

73. Von dem Platz am Rondel, vor dem 1911-1913 nach Plänen von Prof. Fischer errichteten Landesmuseum, geht der Bliek über die Friedrichsstraße und die Fünffensterstraße die Obere Königsstraße bis zum Königsplatz hinunter. Bevor weiter rechts um 1905 das Bibliotheksgebäude für die von den Murhardts gestiftete Büchersammlung gebaut worden war, konnte man von hier, vorbei an dem 1888 errichteten Elisabethkrankenhaus, über die Höhe des Weinberges bis weit zur Söhre hinüberschauen,

74. Das erste Kasseler Rathaus hatte noch am Altmarkt gestanden; 1769 wurde ein neues Gebäude in der Oberneustadt errichtet, das westlich der Karlskirche am Meßplatz stand, in der Oberen Karlsstraße. Nach langen Planungen wurde schließlich 1909, noch rechtzeitig vor der Tausendjahrfeier, das im neubarocken Stil von Karl Roth entworfene Rathaus an der Ecke Obere Königsstraße/Fünffensterstraße erbaut. Bis auf die Dachhaube und den Dachfirst hat das Rathaus auch nach der Restaurierung der Kriegsschäden diese Erscheinung von der Frontseite her beibehalten.

75. Eine wechselhafte Geschichte verbindet sich mit dem Haus Nr. 45 in der Oberen Königsstraße auf der linken Bildseite. Das Haus, 1770 erbaut, wurde von Landgraf Friedrich Il. gekauft, um dort ein Lottohotel unterzubringen, in dem 'auch die minder Verrnögenden ihr Glück versuchen ... mögen', Das Glück währte nur bis 1787, danach diente das nun als Fürsten- oder Prinzenhaus bezeichnete Gebäude wechselnden Zwecken. So brachte der Fürst hier seine Gäste unter oder es diente dem Nachwuchs der kaiserlichen Familie als Wohnung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es noch als Lazarett verwendet und nahm schließlich Verwaltungsbehörden auf.

76. Die eher inoffizielle Bezeichnung des nordwestlichen Ausläufers des Friedrichsplatzcs als Spohrplatz ist wegen des hier stehenden Denkmals des Komponisten heute einsichtiger als der offizielle Name Opernplatz. Dieser leitet sich, ebenso wie die im Bild nach rechts hinten führende Opernstraße, von dem grotsen Gebäude an der Ecke der Oberen Königsstraße her, dem Hoftheater, das im Jahre 1909 abgebrochen wurde. An seiner Stelle wurde später ein großes Kaufhaus errichtet,

77. Aus dem Jahre 1904 stammt dieses Foto der Oberen Königsstraße vom Friedrichsplatz in Richtung des Königsplatzes. Gegenüber den dichten Baumreihen steht an der Ecke der Theaterstraße das erhalten gebliebene Nahl'sche Haus, in dem daneben gelegenen Gebäude befand sich das beliebte Residenz-Kaffee in der Nummer 39. 1925 hatte es sein Besitzer, Franz Dorn, in nur vierteljährlicher Umbauzeit von dem Architekten Sichel neu gestalten lassen. Das von der Bevölkerung 'Resi' genannte Kaffee war im Wiener Stil gehalten; später wurde es um ein Automaten-Restaurant ergänzt,

78. Am 5. April 1883 wurde in der Mitte des Opernplatzes, auf der Terrasse vor dem Palais des Barons Waitz von Eschen, das Denkmal des Komponisten und Hofkapellmeisters Louis Spohr enthüllt, pünktlich zu seinem 99. Geburtstag. Seit 1822 war Spohr in Kassel gewesen und hatte sich hier um die Förderung der Musik gekümmert. Da Spohr während der 48er Revolution liberale Ideen vertreten hatte, mußten die Pläne zur Errichtung eines Denkmals bis zur preußischen Herrschaftszeit warten. Geschaffen hat das Standbild Ferdinand Harzer.

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