Kassel in alten Ansichten

Kassel in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans Baumann
Gemeente
:   Kassel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2998-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kassel in alten Ansichten'

<<  |  <  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  10  |  11  |  >  |  >>

79. Bevor der Friedrichsplatz nach den Aufräumungsarbeiten der Zerstörung Kassels und der in der Nachkriegszeit folgenden Stadtplanung vom Steinweg zerschnitten wurde, galt er als eine der interessantesten Platzanlagen Deutschlands, Vom Hugenottenarchitekt du Ry war er als großzügige Lösung geplant worden, um das Zusammenwachsen der Altstadt mit der ganz anders gegliederten Oberneustadt zu verbinden. Über den abgetragenen Festungsanlagen wurde der große Platz angelegt, der schon vor der Zeit der Fotografie eine der verbreitetsten Kasseler Ansichten war. Die Oberneustadt im Rücken, blickt man hier hinüber auf die vom Museum Fridericianum beherrschte Fassadenfront.

80. Von dem Platz vor dem neuerrichteten Staatstheater aus, wo früher das Auetor stand, blickt man die Museumsstraße entlang; diese zog sich von der Südostecke des Friedrichsplatzes bis zur Oberen Königsstraße, vorbei an der Elisabethkirche, der Kriegsschule (ehemalige Hofverwaltung), dem 1779 errichteten Museum Fridericianum, dem ersten Museumsbau des europäischen Kontinents und dem Roten Palais, dessen Säulenvorhalle noch erhalten ist, Ansichten, auf denen die weniger attraktive gegenüberliegende Seite des Platzes abgebildet wird, gibt es kaum - dort stand an der Ecke zur Oberen Karlsstraße zum Beispiel das Weinlokal und Kaffeehaus 'Zur Tante'.

81. Im Jahre 1774 hatten die Landstände beschlossen, dern Landgraf Friedrich Il, ein großes Denkmal zu setzen. Der Kasseler Bildhauer J.A. Nahl übernahm die Arbeit an dem riesigen Standbild, das in Karlshafen aus Carraramarmor geschlagen worden war, den man per Schiff dorthin gebracht hatte. Dann wurde die gewichtige Statue in dreiwöchiger Fahrt nach Kassel gebracht und am 14. August 1783, am Geburtstag des (wegen seines Soldatenhandels politisch umstrittenen) Fürsten in der Mitte des Friedrichsplatzes aufgestellt. Zunächst blickte er auf sein Museum, später in die Gegenrichtung; nach dem Zweiten Weltkrieg hat er, wenn auch leicht versetzt, wieder die alte Position eingenommen.

82. Anläßlich der Tausendjahrfeier der Stadt im Jahre 1913 erhielt der Kasseler Bildhauer Emanuel Ziehe den Auftrag, eine Figur zu schaffen, die während der Festlichkeiten Mittelpunkt unterschiedlicher Veranstaltungen sein sollte. Es entstand das Chassala-Denkmal, eine Allegorie der Stadt in weiblicher Gestalt mit wallendem Gewand. Auf dem hohen Sockel hatte Ziehe das umkränzte Kasseler Wappen mit den dreizehn Kleeblättern angebracht, die die Gemeinden zu beiden Seiten der - durch ein blaues Band - symbolisierten Fulda darstellen.

83. Wenn auch die Königsstraße, vor allem in ihrem repräsentativen oberen Teil, mit ihren Geschäften und geselligen Treffpunkten bereits vor langer Zeit das Zentrum der Stadt darstellte, so war sie doch durchaus nicht immer von geschäftigem Treiben erfüllt. So sind es an diesem sonnigen Tage nur wenige Fußgänger, die die Bürgersteige beleben, ein paar Fahrradfahrer - und ein abgestellter Pferdewagen. Am schräg gegenüberliegenden Friedrichsplatz dagegen war zumindest rund um das Wetterhäuschen mit den vielen Instrumenten immer etwas los. Vor allem dann, wenn auf dem Platz der Jahrmarkt veranstaltet wurde.

84. Der Bildhauer Johann August Nahl hatte sich mit diesern Bau gegenüber des Friedrichsplatzes in der Oberen Königsstraße geradezu ein Gesamtkunstwerk geschaffen - während der Besitzer selbst für den plastisohen Schmuck sorgte, stammte der Bauentwurf von den Architekten S.L. du Ry und Jussow. Die Bemalungen soll neben Nah! dem Jüngeren auch J.H. Tischbein ausgeführt haben. Das Haus mit der Nummer 41 hatte danach eine wechselvolle Geschichte, bis es durch den Bombenangriff auf Kassel zerstört wurde. Da die Fassade fast unversehrt geblieben war, hätte man das Haus ohne Schwierigkeiten erhalten können. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde es dem Erdboden gleichgemacht.

85. Die Postkarte mit dem Bliek über den Königsplatz muß nach 1912 entstanden sein, denn zuvor stand an der Stelle des wuchtigen Commerzbankgebäudes am linken Bildrand noch das Palais HessenRotenburg. Auf der gegenüberliegenden Königsstraßenseite erhob sich das von S.L. du Ry entworfene Palais; in seinem rechten Flügel war das Hotel 'König von Preußen' untergebracht. Der eindrucksvolle Kreis des Platzes war von du Ry 1767 zusammen mit dem Friedrichsplatz konzipiert worden. An Markttagen war die weite Fläche von anbietenden Bauern aus der Umgebung und zahllosen Kaufwilligen überfüllt,

Ol

86. In der gleichen Zeit wie der Königsplatz selbst wurde an seinem südöstlichen Rande die sogenannte Zweite Halle errichtet, ein großzügiges Geschäftshaus, das ein Pendant in einem bereits 1827 erbauten Gebäude hatte. Das vor 1887 aufgenommene Foto zeigt hinter der Halle den Turm und das große Dach der Garnisonkirche, in der Mitte des Platzes die seit 1877 nach Wilhelmshöhe verkehrende Dampfstraßenbahn. Nach dem Abriß wurde an der Stelle der alten Halle das Scholl'sene Kaufhaus gebaut.

87. Bereits seit 1880 beherrschte die neue Hauptpost die Nordseite des Königsplatzes, nachdem man das ursprüngliche, von du Ry stammende Gebäude aus der Zeit um 1770 abgerissen hatte. Im Hintergrund führt die Untere Königsstraße in nordöstlicher Richtung weiter. Die über den Platz gespanriten Drähte lassen erkennen, daß das Bild nach 1899 fotografiert wurde; seitdem waren Pferde- und Dampfbahn auf elektrischen Betrieb umgestellt worden. Die Dampfbahnstrecke zwischen dem Königsplatz und Wilhelmshöhe existierte bereits seit 1877, 1884 kam eine Pferdebahnstrecke zwischen Germaniastraße und Holländischer Straße dazu. Noch bis 1909 wurden der Altmarkt und Wolfsanger mit einem solchen Gefährt verbunden.

..?..? --..?. ~~

.? ~ ..?? ~ -~ ":: c- --.

88. Hier ist die Gaststätte 'König von Preußen' - die sich auf ein in den Schankräumen hängendes Bild Friedrichs des Großen bezieht - von einern Platz vor dem Gauß'schen Haus aus fotografiert. Letzteres war kurz vor dem du Ry-Palais im Rokokostil erbaut worden. Du Ry's Auftraggeber war übrigens der alte hessische General und Minister Schlieffen, der das Haus aber seit 1792 nicht mehr nutzte. Im Hintergrund ist jenseits der Oberen Königstraße das Palais Hessen-Rotenburg zu erkennen. Das Bild dürfte demnach vor 1907 aufgenommen worden sein.

<<  |  <  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  10  |  11  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek