Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Willi Engelschalk
Gemeente
:   Kaufbeuren
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6605-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2'

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19 Unzählige Fuhrwerke haben beim Zollhäuschen am Kempter (früher Kernnater) Tor angehalten und Pflasterzoll, eine städtische Straßenbenutzungsgebühr, bezahlt. Denn in dem hi-

storischen Gebäude (links), dem Rest eines Vorwerks der Stadtbefestigung vor dem 1 810 eingestürzten Torturm, wohnte der Zolleinnehmer, der die Abgabe bis 1921 erhob.

Am Beginn des Alleewegs, dessen Bäume nach Auffüllen des Stadtgrabens gepflanzt worden waren, hatte der Steinmetzmeister JosefPrestele sein Haus. Im Vorgarten waren außer

einem großen Steinkreuz Muster seiner Erzeugnisse ausgestellt.

Foto privat vor 1910.

20 Das bis 1946 offene Gerinne des Blatterbaches in der Straße Unter dem Berg führt zum Kloster der SeI. Crescentia und unter dessen Gebäuden hindurch: in früheren Zeiten ohne Kanalisation eine zweckmäßige Eimichtung. Wie eine ehemalige Bewohnerin des davorstehenden Hauses mit dem Erker berichtet, konnte man frühmorgens gelegentlich Leute aus der Nachbarschaft mit dem Nachtgeschirr zum Bach eilen sehen. Die einstigen Weberhäuser rechts erkennt man an den Treppen zu den Hauseingängen, die über den halb in die Erde gebauten Webkellern liegen. Die Wohnhäuser links waren wegen der tieferen Lage kaum unterkellert. Zum Haus des Sattlers Klaus (mit Schaufenster

und Nasenschild) führte ein befahrbarer Steg. Foto Peter Mayrhuber 31.5.1934.

21 Anläßlich des 4ûjährigen Gründungsjubiläums läßt die Sozialdemokratische Partei Kaufbeuren am Geburtshaus des Reichstagsabgeordneten und Leiters der Druckerei des Parteiorgans Vorwärts, Richard Fischer (1846-1926), Unter dem Berg 9 eine Gedenktafel anbringen. Die Festrede hält das Reichstagsmitglied Stelling aus Berlin und erinnert an den ersten Todestag eines großen Sohnes der Stadt. In dem Haus hatte damals Engelbert Heckelsmüller eine Schuhmacherei (siehe Nasenschild) , und in einem 'Gemach' befand sich die Verwaltung des Städtischen Leihhauses. Gemache

waren auf bestimmte Räume bezogene Eigentumsanteile an einem Haus, rechtlich gleichsam Vorläufer heutiger Eigentumswohnungen.

Foto privat 18. September 1927.

22 Das idyllische Motiv, das der Fotograf als 'K1einstadtwinkel' bezeichnet, befindet sich am unteren Ende des Fußweges zur Blasiuskirche (Bild 11). Eine Frau steht auf dem Treppenabsatz des Hauses Blasiusberg 1. Der halb aus dem Boden gemauerte Keller läßt vermuten, daß sich einst eine Weberwerkstatt darin befand, wie in vielen benachbarten Häusern des bescheidenen Handwerkerviertels (Bild 20). Das Haus links, vor dem ein Mädchen auf dem Treppenvorbau sitzt, hat einern Neubau weichen müssen. Foto earl Goldmann vor 1925.

23 Zwei Franziskanerinnen, die den bis 1956 üblichen wehenden weißen Schleier tragen, kehren ins Crescentiakloster zurück. Sie kommen vielleicht vom Institut St. Maria (Bild 14), wo damals viele Orderisfrauen tätig waren. Rechts sieht man die Klostermauer. Am Haus links, das der Rosenbrauerei gehörte, weist der Ausleger auf das Geschäft des OrthopadieSchuhmachermeisters ]osef Riha hin, der sich als Heimatvertriebener hier niedergelassen hatte. Die beiden Autos stehen vor dem Gebäude Obstmarkt 1, in dem sich Laden und Werkstatt des Bürstenbinders Wecker befunden haben.

Es wurde inzwischen

durch einen Neubau ersetzt.

Foto Dr. ]arczyk 1950.

24 Am oberen Ende der Ludwigstraße, damals Hintere Gasse genannt, kommt eine Frau mit gefülltem Einkaufskorb aus dem Lebensmittelgeschäft Lechthaler, jetzt Kappeneek 3. Wo die Leiter lehnt, hatte der Maler und Lackierer Gustav Weinberger seine Werkstatt. Der berühmteste Bewohner dieses Hauses war der Bildschnitzer Jörg Lederer (um 1475-1550), der unter anderem den Altar der Kaufbeurer Blasiuskirche geschaffen hat. Das Gebäude mit dem Treppengiebel gegenüber ist das Irseer Haus, die städtische Niederlassung des Reichsstiftes Irsee, das nach der Säkularisation für 830 Gulden verkauft worden ist. Ietzt gehört es zum Hotel Goldener Hirsch. Überragt wird das Ensemble vom Hexenturm (Bild

26), zu dem die Stadtmauer hinaufzieht.

Foto privat um 1910.

25 Von der Ölmühle in Kemnat, dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern, brachte der 192 2 geborene Ernst Rüdlin die Milch mit diesem Gefáhrt und der Unterstützung des treuen Hofhundes in die Stadt, An Werktagen mußte morgens und abends das knapp drei Kilometer entfernte Milchgeschäft Rothärmel am Kappeneck beliefert werden. An den Frühtransport schloß sich für den Buben der Gang zur evangelischen Schule am Spitaltor (Bild 54). Sonntags wurde die Milch zu einer Sammelstelle bei Espermüller in der Ludwigstraße gebracht.

Foto privat etwa 1936.

26 Der 'Gruss aus Kaufbeuren' wollte der Welt zeigen, wie sich die Stadt dem industriellen Fortschritt geöffnet hat. Der Wehrturm rechts, Hexenturm genannt, bezeichnet die Südwestecke der historischen Stadtummauerung. Zwischen ihm und dem Fünfknopfturm im Hintergrund, dort wo der Fußweg hinführt, ist die Befestigung geschleift worden. Auf dem ehemaligen Vorfeld konnte der Eigentümer der Brauereigaststätte Zur Rose, der in der Schmidgasse bzw. am Obstmarkt keine Erweiterungsmöglichkeit hatte, von 1900 bis 1903 eine

neue Brauerei (links) mit Bräustüble und Biergarten errichten. Der aufgefüllte Stadtgraben ergab einen Lagerplatz und Verkehrsfläehen.

Postkarte Th. Reinhardt,

Kaufbeuren, zwischen 1903 und 1906.

Gruss ans Kaufbenren,

271m Gasthof Zur Rose am Obstmarkt ist nachweislich seit 1630 Bier gebraut worden. Der aus Kempten zugezogene Braumeister Xaver Ziegerer erwarb die Gaststätte 1872 und erbaute von 1900 bis 1903 auf dem Afraberg ein neues Brauhaus mit Bräustüble und Gartenwirtschaft. Dieses mit architektonischem Anspruch errichtete Gebäude, zwischen Hexenturm und Fünfknopfturm gelegen, zeigt die Abbildung. Von der Westseite führte eine Freitreppe ins Bräustüble, dessen Kachelofen und die übrige Ausstattung den

Eindruck von Gediegenheit und Gemütlichkeit vermitteln.

Postkarte zwischen 1903 und 1905.

28 In der Aktienbrauerei Kaufbeuren AG sind im Laufe der Zeit alle Brauereien zusammengeführt worden, die um die Iahrhundertwende auf der Hohen Buchleuthe industrielle Produktionsstätten

errichtet haben. Die mit Fässern beladenen Puhrwerke sind anläßlich des 25jährigen Gründungsjubiläums vor der Remise bei der ehemaligen Löwenbrauerei, die 1907 zur Aktienbrauerei kam, aufge-

fahren. Ochsengespanne haben das Bier zu den Wirten in der Stadt gebracht, während weiter entfernte Kunden mit Pferdewagen beliefert wurden. Zur Versorgung der Zugtiere besaß die Aktienbrauerei Wiesen

und Felder in dem nahegelegenen Gelände, das später für den Militärflugplatz beansprucht worden ist. Foto Aktienbrauerei 1910.

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