Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Willi Engelschalk
Gemeente
:   Kaufbeuren
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6605-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2'

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39 Vor der Vereinigung 1943 gab es in Kaufbeuren zwei Sparkassen, die 1825 gegründete Stadtsparkasse und die 1858 ins Leben gerufene Distriktssparkasse. Letztere betreute den Altlandkreis und erhielt 1902/03 den abgebildeten repräsentativen Neubau in der Bismarckstraße. Vorher sind die Geschäfte an Sparkassentagen bei den Gemeindeverwaltungen und sogar sonntags in den Privatwohnungen von Buchführer und Kassier abgewiekelt worden. Vor dem Eekturm des Hauses sieht man einen Leitungsmasten des staatlichen Telefonnetzes, an das die Stadt 1895 angeschlossen worden ist.

Im Haus dahinter waren damals der evangelische Kindergarten und die Wohnung des Katecheten untergebracht.

Postkarte Paul Schön, Kaufbeuren, um 1904.

40 Der Radfahrer, der auf der Bahnhofstraße, der heutigen Ganghaferstraße, stadteinwärts fährt, wird von zwei Männern bestaunt, die vor dem Gasthof Zum Hasen stehen. Es ist noch nicht lange her, daß sich das Niederrad mit Luftbereifung als Verkehrsmittel durchgesetzt hat. Das 1806 vor den Mauern der Stadt errichtete Gasthaus hat 1906 den abgebildeten Neubau bekommen. Im Sommer fand der Schankbetrieb oft gegenüber im 'Hasengarten'

start, wo es einen Pavillon, Veranda, Kegelbahn und Schatten spendende Kastanien gab. Das stattliche Jugendstilhaus mit dem Eektürmchen (hinten Mitte),

das an der Stelle des abgerissenen RennwegerTares gebaut worden ist, enthielt damals das Delikatessengeschäft und die Weinstube Hans Haupt.

Postkarte um 1 91 O.

Kaufbeuren. Bahnhofstrasse.

41 Als im Iahre 1805 das RennwegerTor abgerissen worden ist, hat man das Torhäuschen an der Westseite des Ringwegs stehen lassen, um eine Unterkunft

für den Pflasterzolleinnehmer zu haben. Dieses Gebäude stand dem Herrn von Wöhrburg bei der Anlage eines Gartens (Bild 40) im Wege, so daß er es

kaufte, abriB und der Stadt ein neues Zollhäuschen auf der gegenüberliegenden Straßenseite bauen lieB. Dieses zeigt unser Bild, als es um die Zeit der Aufhe-

bung des Pflasterzolls auch als Verkaufskiosk diente. Links sieht man das Erdmannsdorfersche Haus Ringweg 21.

Foto um 1921.

42 Die Fastnachtsgesellschaft Kunstreiter, gegründet 1 866, spielt im gesellschaftlichen Leben Kaufbeurens noch heute eine führende Rolle. Sie hat die 'Schellenkáppler' abgelöst, die älteste Vereinigung, die seit 1845 Umzüge und Bälle organisierte und alljährlich die Herrschaft eines 'Prinz-CarnevalHanswurst' ausrief. Das Bild zeigt einen Fastnachtsumzug zu einer Zeit, als die Kunstreiter nicht nur Kappenabende, sondern auch Reitvorführungen veranstalteten und in der Ballsaison 1900 sogar ein Festspiel aufführten. Der als Schiff mit Rudererpaaren passend zum Ballmotto

gestaltete Festwagen fährt am Rennweger Zollhäuschen vorbei zur Straße Am Graben, wo rechts das Daumersche Haus sichtbar ist, das 1939 einer Straßen-

verbreiterung weichen mußte.

Foto Kunstreiter 1895.

43 Einen freien Bliek nach Osten hatten die Häuser am Ringweg erst nach Niederlegung der Stadtbcfestigung am Anfang des 19. jahrhunderts. Ein Stück des gefluteten Stadtgrabens ist als Teich in den Garten der wohlhabenden Textilhändlerfamilie Haffner (rechts) einbezogen worden und als Schwanenweiher erhalten geblieben. Mit Gartenpavillon, Dachterrassen und einem luftigen Vorbau (Mitte) wenden sich die Wohnungen zur grünen Gartenseite. Dennoch ist die gewerbliche Nutzung der Rückgebäude links unverkennbar. Der Fachwerkstadel, errichtet 1807 und von einer Bäcke-

rei im Ringweg als Lager genutzt, sitzt auf einem Rest Wehrmauer auf, die sich nach rechts als Grundstücksabgrenzung fortsetzt. Postkarte]. Kreutzer, Kaufbeuren, var 1899.

44 In einer Stadt, in der über Jahrhunderte hinweg die Weber der dominierende Handwerkszweig waren, spielten auch die Färber eine wichtige Rolle. Ihre hohen Färberstadel mit den vorspringenden Dächern und den hölzernen Trockengestellen, Hängen genannt, waren weithin sichtbar. Nahe am Wasser lagen sie häufig außerhalb der Stadtbefestigung. Einer der letzten Betriebe, die Färberei und Bleicherei Ludwig Osterried, befand sich am Mühlbach, einem von der Wertach abgeleiteten Kanal, an der heutigen Otto-Müller-Straße. Unser Bild zeigt Wohnhaus und Stadel.

Foto privat urn 1910.

45 Unweit der Färberei Osterried (Bild 44) war ein Steg über den Mühlbach, von dem man über eine Viehweide einen unverstellten Blick auf den Südostrand der Altstadt hatte. Links schieben sich Behördengebäude an der

Ganghaferstraße vor die Hohe Buchleuthe mit den Brauereikaminen. In der Mitte sieht man den quadratischen Gefängnisturm und ganz rechts, vor dem Kamin der Vereinigten Kunstanstalten, die sogenannte Alte Kaserne. Dieses

ehemalige Färberhaus, abgebrochen 1962, war zu einer Mietskaserne geworden, in der einfache Leute, meist aus demArbeiterstand, wohnten. Sie mußten sich mit einem Wasserhahn und zwei Fallklosetts pro Stockwerk zufrieden-

geben und bis in die dreißiger [ahre ohne elektrisches Licht auskommen. Foto privat um 1905.

46 Eislaufhat in Kaufbeuren eine lange Tradition. Schon in einem Stadtführer von 1889 ist ein Schlittschuhclub erwähnt. Nahe den ]ordananlagen, etwa

an der Stelle des jetzigen Berliner Platzes, befand sich ein Weiher, auf dem, von städtischen Bediensteten betreut, ein Eislaufplatz eingerichtet wurde, wenn

der Frost für eine tragfáhige Eisdecke gesorgt hatte. Der Eintritt kostete 10, für Schüler 5 Pfennige. Im Hintergrund sieht man das Gasthaus Zum Bad (Mitte)

und den rauchenden Schlot der Vereinigten Kunstanstalten. Postkarte um 1920.

47 Nach [ahrzehntelangen Vorbereitungen konnte am 17. Juni 1903 die erste städtische Schwirnm- und Badeanstalt am Mühlbach eröffnet werden. Der Bach war angestaut und zu einem Bassin von 75 m Länge, 15 m Breite und

1 ,65 m Tiefe erweitert worden. Am Rand sieht man die offene Kleiderablage, an die sich links einige Kabinen anschlossen. Nur männliche Wesen sind zu sehen. Denn erst ab

191 0 durften sich beide Geschlechter gleichzeitig im Wasser erfrischen, mußten die Umkleideanlagen aber abwechselnd benutzen. Erst 193 1 wurde an Sonn- und Feiertagen

ein Familienbadebetrieb erlaubt. Der Bademeister rechts ist der legendäre 'Stadtsaal-Mayr', der Stadtsaal und Bad betreute, als Schwimm-, Turn- und

Tanzlehrer (Bild 52) wirkte und die Tänze und Reigen für dasTänzelfest einstudierte.

Foto Stadtarchiv 1904.

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48 Eine reiche Turrnlandschaft erschließt sich beim Bliek vom Forettle nach Westen auf die Altstadt: vom Fünfknopfturm (links) über die Türmchen des Rathausdaches in seiner vormaligen Gestalt, den Turm van St. Martin

( eingerüstet) bis zur Blasiuskirche. Das alte Rathaus wird von den Giebeln der Häuser um den Saumarkt verdeckt, die 1970 für den Neubau der Stadtverwaltung abgebrochen worden sind. Am Mühlbach (Mitte), der seit alters her die Spitalsäge angetrieben hat, ist das Sägewerk Gustav Loher so gewachsen, daß die Kraft der 1 92 5 eingebauten Wasserturbine

nicht ausreichte. Von 192 6 an mußte eine Dampfmaschine, deren rauchender Schlot störend in den Himmel ragt, zusätzlicheAntriebsenergie liefern. Fotoprivat 1927.

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