Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Willi Engelschalk
Gemeente
:   Kaufbeuren
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6605-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2'

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49 Von alters her wurde die Wasserkraft der Wertach über den Mühlbach an die Stadt herangeleitet. Nahe dem Spitaltor hatten nicht nur eine Getreidemühle, sondern auch Schleif-, Walk- und Sägemühlen ihren Standort. Aus der Spitalmühle wurde die Kunstmühle Wiedemann (rechts), deren Wasserrad 1901 von einer Turbine ersetzt worden ist. Das Bild zeigt das Haus vor dem Umbau von 1939.Aufder anderen Bachseite war aus der Schleifmühle (vorne) eine Hammerschmiede des Maschinenfabrikanten Hans Seif geworden und die Walkmühle (dahinter)

in das Sägewerk Gustav Loher (ganz hinten) einbezogen worden, das damals noch den herkömmlichen Antrieb hatte. Der Baum vorne beschattet die zur Spittelmühle gehörenden

Stallungen.

Postkarte B. Lehrburger 1910.

50 Die sich Anfang des 20. Iahrhunderts kräftig ausbreitende Jugendwanderbewegung hat überall den Wunsch nach preiswerten Unterkunftsmöglichkeiten aufkommen lassen.Von 1922 bis 1926 wurden in Kaufbeuren die im Sommer ungenutzen Räume der Landwirtschaftlichen Winterschule im Kaisergäßchen als Herberge verwendet. 1928 stellte man in einer aufgelassenen Kiesgrube an derWeinhalde die abgebildete Baracke auf, die als Quarantänestation bei Seuchen angeschafft, dafür glücklicherweise aber nicht benötigt worden war. Eingerichtet

von der Jugendgruppe, ist sie unter Aufsicht des Männerzweigvereins vom Roten Kreuz bis Kriegsbeginn jeweils von April bis Oktober zur Unterbringung von Jugendgruppen

genutzt worden. Postkarte 1 935.

5 1 Gemächlich kann ein Pferdegespann mitten auf der Augsburger Straße stadtauswärts fahren. Daß an einer wichtigen Ausfallstraße Platz für Bäume ist und kaum Verkehr herrscht, ist für uns Heuti-

ge kaum vorstellbar. Die Zeichen einer neuen Zeit sind dennoch unverkennbar. Auf dem ehemaligen Exerzierplatz östlich der Wertachbrücke, der erst 1880 in Bauparzellen aufgeteilt worden ist, sind an-

spruchsvolle Wohnhäuser (links) entstanden, für die der Magistrat 'aus Gründen der Schönheit' besondere Gestaltungsvorschriften erlassen hat. Rechts sieht man den am 1. Februar 1899 eröffneten Stadtsaal

kurz nach seiner Fertigstellung. Er diente in seiner Anfangszeit auch als Turnhalle.

Postkarte Vereinigte Kunstanstalten um 1900.

Rau ·beutren.

Augsburgerstr. mit Stadt aal.

52 Vor einem gemalten Hintergrund hat der Fotograf die Paare eines Tanzkurses von 1910 angeordnet. Als Tanzlehrer sieht man in der Mitte an der

Säule oberhalb der Treppe Georg Mayr, älteren Kaufbeurern als 'Stadtsaal-Mayr' ein Begriff Er war eine vielseitige Persönlichkeit. Neben seinerTätigkeit als

Hausmeister des Stadtsaals und als Schwimmeister in der Städtischen Schwimmund Badeanstalt am Mûhlbach (Bild 47) wirkte er als Turn- und Tanzlehrer

und hat sich bei der Einstudierung der Reigen beim Tänzelfest große Verdienste erworben.

Foto Carl Goldmann 1910.

53 Fünfzig Iahre hat die Wertachbrücke an der Augsburger Straße, die gegenwärtig durch eine neue ersetzt wird, dem Verkehr genügt - nur etwa halb so lang wie die letzte Holzbrücke (177 5-1870) an dieser Stelle des historischen Flußübergangs. Der Redner bei der Brückenweihe ist Oberbürgermeister Dr. Karl Wiebel. Er amtierte von 1948 bis 1970 und hat die Stadt in der Zeit der größten Veränderungen in ihrer Geschichte geführt. Der Brückenschlag darf als Symbol für die Integration der Heimatvertriebenen und ihres Stadtteils Neugablonz in das Gemeinwesen und für das

Wachstum in der Nachkriegszeit gelten.

Foto Stadtarchiv 19. Juni 1949.

S4 Am Spitaltor ist das historische Stadtbild Kaufbeurens nachhaltig verändert worden. Nicht nur, daß man 181 7 den Torturm mit Vorbau und die beiderseits anschließende Stadtmauer abgebrochen hat, auch die gotische Spitalkirche fiel der Spitzhacke zum Opfer. An ihrer Stelle ist das evangelische Schulhaus (rechts) gebaut und am 28. Ianuar 1819 eingeweiht worden. Ein Gewölbe des Kirchenunterbaus hat man als Keller für die Lehrerwohnungen weiter verwendet. Es ist uns erhalten geblieben und bildet jetzt den Zunftkeller im Haus des Handwerks, nachdem das Schulgebäu-

de 1960 wieder abgerissen worden ist.

Foto Stadtarchiv 1922.

55 Im Spitalhof, vor den Stufen des Altersheims, nutzt eine Frau die Abendsonne zu Stickarbeiten. Der darnals wie heute ungepflasterte Hof wird von drei Gebäuden eingefaßt, von denen nur das mittlere, das Spitalschreiberhaus, noch steht. Die evangelische Schule links (Bild

54), zuletzt Berufsschule, die zum Aufnahmezeitpunkt bereits ausgezogen war, steht auf den Fundamenten der ehemaligen Spitalkirche und wurde 1960 abgebrochen. Das kleine Haus rechts war das Waschhaus des Altersheims.

Foto privat um 1955.

56 Eine große Wiese erstreckte sich beim Sywollenturm vor dem 1825/26 errichteten Neubau des Heilig-Geist -Spitals (links). Sie gehörte zu einer Landwirtschaft, deren Bauernhaus 1871 erneuert worden ist. 1882 wurde darin die Gastwirtschaft Zum Hofbräuhaus eingerichtet. Das Braurecht, auf das der Name hinweist, ist allerdings nur kurzzeitig ausgeübt worden. Von 1920 an konnten dort Wandergesellen übernachten, für deren Unterkunft die Stadt aufkam. Wenn die sangesfreudigen Walzbrüder die Gaststube füllten, ging es in den 'Goldenen Zwanzigern' oft hoch her. Über

die Gassenschänke versorgten sich vornehmlich die Arbeiter aus den nahegelegenen Werkswohnungen der Mechanischen Baumwollspinnerei und -weberei.

Foto privat um 1910.

57 An der Stadtmauer, die zum Gerberturm zieht, sieht man den überdachten Wehrgang, der nach rechts zum Wiestor (Bild 58) geführt hat. Die sorgfältig bestellten Gärten befmden

sich zwischen der Ledergasse und der Neuen Gasse, deren östliche Häuserzeile dem Betrachter die Rückseite zuwendet. Links ist das Haus Nr. 18, daneben das Rückgebäude von Nr.

Kaufbeuren. Gerberturm.

20, beidesWohnhäuser. Es schließen sich das Haus der ehemaligen Käse-, Butter- und Schmalzhandlung von Ludwig Blender und das hochgiebelige Haus der vormaligen Druckerei

Steinweg an. Rechts neben dem Turm lugt das Dach des Lammkellers hervor, unter dem zur damaligen Zeit die Malzdarre war. Postkarte vor 1911.

58 Das Wiestor, durch das der Blick stadteinwärts zum Hafenmarkt geht, war kein Stadttor im eigendichen Sinne. Die Ledergasse endete ursprünglich an der Stadtmauer. Erst nach dem Auflassen der Stadtbefestigung hat man eine pforte durchgebrochen, die 1874/7 5 zu der abgebildeten torähnlichen Durchfahrt erweitert worden ist. Der Querschnitt des ehemaligen überdachten Wehrganges läßt sich an dem Haus links oben noch erkennen. Der Wiederaufbau des inzwischen vollständig abgerissenen Wiestores ist seit 1990 mehrfach vorgeschlagen, bei der Haushaltsdebatte 1999 vom Stadtrat aber abgelehnt worden.

Foto Peter Mayrhuber 4.Juni 1934.

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