Kaufungen in alten Ansichten

Kaufungen in alten Ansichten

Auteur
:   Winfried Wroz
Gemeente
:   Kaufungen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2254-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kaufungen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Kaufungen - eine Gemeinde mit tausendjähriger Geschichte

Die Gemeinde Kaufungen liegt im Osten des Kasseler Beckens, dicht vor den sanft ansteigenden mit weiten Waldungen besetzten Buntsandsteinhochflächen des Kaufunger Waldes und der Söhre. Am 1. Dezember 1970 ist sie durch den Zusammenschluß von Oberkaufungen und Niederkaufungen mit dem Ortsteil Papierfabrik entstanden.

Die Geschichte von Kaufungen geht - soweit es eine Urkunde aus dem Jahre 1011 aussagt - auf einen in 'coufunga' (Ober-Kaufungen) gelegenen Königshof zurück, in dessen Bereich Kaiser Heinrich Il. und seine Gemahlin Kunigunde 1017 ein Benediktinerinnenkloster gründeten. Am Todestag ihres Mannes, am 13. Juli 1025, trat Kunigunde als einfache Nonne in das Kloster ein und blieb bis zu ihrem Tod 1033. Erst Jahre später wurde ihr Leichnam nach Bamberg überführt und neben dem ihres kaiserlichen Gemahls bestattet.

Nach der Einführung der Reformation in Hessen durch Landgraf Philipp des Großmütigen (1527) wurde das Kloster aufgelöst. Auf dem Landtag von Homberg, der vom 12. biszum 15. Juli 1532 dauerte, erließ der Landgraf jene Urkunde, kraft deren er der

hessischen Ritterschaft die beiden freiweltlichen Kanonissenstifte Kaufungen und Wetter übergab, deren Einkünfte fortan zur Unterstützung bedürftiger Töchter des hessischen Adels dienen sollten.

Der stattliche Bau der Stiftskirche, 1025 als Klosterkirche zum Heiligen Kreuz geweiht, überragt noch heute weithin das Tal der Losse sowie die aus reichem Fachwerk bestehenden beiden Ortskerne von Niederund Oberkaufungen.

Jüngste Untersuchungen - unter Zuhilfenahme der Orientationsforschung - deuten darauf hin, daß bereits 349 vor Christus Kelten auf dem 'Hexenberg' in Oberkaufungen eine Kultstätte errichteten, die später verfiel, von wandernden iroschottischen Mönchen 638 nach Christus wieder benutzt wurde und in dessen Bereich nach 800 eine befestigte Anlage, die 'Wigbaldsburg", entstand. Die heute noch sichtbaren - teilweise in den modernen Häusern verbauten - Mauerreste sind wahrscheinlich als deren überbleibsel zu deuten. Auf dem gegenüberliegenden 'Kirchberg' ließ Bonifatius 744 die erste Kirche bauen, die spätere Georgskapelle, die heute als Heimatmuseum genutzt wird.

Oberkaufungen war bereits in den achtziger Jahren des 11. Jahrhunderts ein bedeutender Mittelpunkt für

Handel, der später nur regionale Bedeutung hatte. Während Oberkaufungen überwiegend handwerklich strukturiert war, überwog in Niederkaufungen das landwirtschaftliche Moment.

Kaufungen ist heute Wohngemeinde für nahezu 11 000 Einwohner. Aufgrund der unmittelbaren Nähe der Großstadt Kassel und ihrer landschaftlich schönen Lage, weist die Gemeinde erhebliche Standortvorteile auf.

Die Bahn- und Buslinie zwischen Kassel und Eschwege und die Bundesstraße 7, die seit Mitte 1979 die Ortskerne umgeht, erschließen das Gemarkungsgebiet von 2 600 Hektar verkehrstechnisch. Den Anschluß an das überregionale Verkehrsnetz gewährleisten die Autobahnanschlußstellen Kassel-Ost und KasselMitte. (Ein direkter Autobahnanschluß der B 7 ist für Mitte der achtziger Jahre geplant.) In den letzten Jahrzehnten ist eine starke Siedlungsentwicklung (Wohn- und Gewerbeansiedlung) zu verzeichnen.

Die Wirtschaftsstruktur der Großgemeinde basiert auf einer Vielzahl von Handwerks-, Industrie- (Metall, Kunststoff, Holz, Glas-, Bausteinverarbeitung) und Handelsbetrieben. Über 60 Gewerbebetriebe mit rund 1 700 Arbeitsplätzen haben hier ihren Standort. Einschließlich aller übrigen Dienstleistungsbetriebe ver-

fügt Kaufungen über mehr als 2 000 Arbeitsplätze. Durch den Ankauf des Heeres-Zeugamtes im Jahr 1970 konnte 1971 an der alten B 7 im Ortsteil Papierfabrik ein Gewerbegebiet geschaffen werden. Inzwischen wurden hier 170 000 Quadratmeter an 20 kleine und mittlere Unternehmen mit etwa 350 zusätzlichen Arbeitsplätzen veräußert. Daneben gibt es noch 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Nutzfläche von rund 900 Hektar, die zum Teil nach einer Flurbereinigung im Jahr 1962 in der Feldmark ausgesiedelt wurden.

Das Museum 'Roßgang' ist ein seltenes Denkmal bergmännischer Baukunst, der als ältester und einziger in der Bundesrepublik Deutschland noch erhaltener Pferdegöpel von 1824 bis 1884 in Betrieb war. Auf kulturellem Gebiet finden - neben der großen Aktivität unzähliger Vereine - die Kaufunger Konzerte in der Stiftskirche weit über Kaufungen hinaus in Nordhessen und Südniedersachsen große Beachtung.

Die Aufnahmen stammen alle aus dem Privatbesitz Kaufunger Bürger, denen an dieser Stelle für die bereitwillige Überlassung herzlich gedankt sei.

MEIN LOSSETAL

(Heinrich Cios)

Im Lossetal bin ich zu Haus,

dort geh 'icn ein, dort geh 'ich aus. Die Wälder sind mir so vertraut, kein schoner Land ich je geschaut.

Kehrreim:

Ich grüße dien viel tausendmal, mein liebes, schones Lossetal.

Es blüh 'n im sonn 'gen Wiesengrund die Blumen da so reich, so bunt, die Mägdlein sind so schon wie sie; Klein-Margaret vergeß ich nie.

Das Tal entlang mein Lied erklingt, das von der schonen Heimat singt, daß laut es schallt im grûnen Wald und zart das Echo widerhallt.

Dort ist es, wo es mir gefiilit, du meine Heimat, meine Welt!

Treu bleib ich bis zur letzten Stund, dir, kleines Dorf, im Wiesengrund.

1. Das Wappen der Gemeinde Kaufungen zeigt auf blauem Grund eine romanische silberne Arkadengruppe mit Brüstung über grünem Schildfuß.

2. Der Bliek wandert von der 'Freiheit' auf das Stift Kaufungen, das Landgraf Philipp der Großmütige im Jahre 1532 der hessisohen Ritterschaft übergeben hat. Die Einkünfte des Stiftes sollten fortan zur Unterstützung bedürftiger Töchter des hessischen Adels dienen. Heute hat das Stift den Charakter einer 'Gemeinnützigen Stiftung", Im Hintergrund ragt der Turm der Stiftskirche hervor. Im Vordergrund sehen wir zwei Frauen mit Leseholz auf ihren Kötzen. Der 1 500 Hektar große Stiftswald ist noch heute für die alteingesessenen 'Freiheiter' an zwei Tagen in der Woche zum Holzsammeln freigegeben, Ob diese Vergünstigung wohl noch genutzt wird?

3. Nicht immer plätscherte die Losse so friedlich am Steinweg in Niederkaufungen entlang. Oft verwandelten verheerende Unwetter sie binnen weniger Minuten in einen reißenden Strom und richteten schwere Schäden an. In Niederkaufungen feierte man 1890 fröhlich Kirmes, als in der Nacht ein so heftiges Regenwetter einsetzte, daß plötzlich Hochwasser eintrat. Auf dem Tanzsaal des Gastwirts Ludwig Wemer hatten sich tanzlustige junge Leute so lange aufgehalten, daß sie des Hochwassers wegen den Saal nieht verlassen konnten, und die Nacht über in Gesellschaft von Pferden, Schweinen und anderem Getier, das zur Rettung in den Saal geführt worden war, zubringen mußten. Plötzlich eintretender starker Frost ließ das Wasser fallen und die verängstigten Kirmesgäste konnten am Morgen heimkehren.

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4. Die Familie Werner ist die größte aller alten Niederkaufunger Familien, aus der vier Greben und drei Bürgermeister hervorgingen. Es waren und sind viele Familien dieses Namens, verteilt über das ganze Dorf, im Schreinerberuf seit langem sorgend für Wiege und Sarg, bei der Post für gute Nachricht und Hiobsbotschaft, tätig schaffend als Fuhrmann, Zimmermann, Fabrikarbeiter, Kaufmann, allermeist aber als Ackerleute und Bauern, wie schon 'colonus Wernherus' im Jahre 1348. Andreas Werner ist seit 1650 das sechzigste Glied seiner Familie. Aus dieser Ehe gingen vier Söhne und eine Tochter hervor. Die Aufnahme entstand um 1850.

5. Der jüngste Sohn der Familie Andreas Werner, Johann Jost Wilhelm, war ebenfalls Landwirt und mit Elisabeth Magdalena, der Tochter des Ölmüllers Johann Jost Kersten, verheiratet. Sie bewohnten das Haus Kirchweg 6 in Niederkaufungen. Dieser Ehe entstammten neun Kinder. Das Paar zeigt sich in 'Kaufunger Tracht', die anläßlich des Kaufunger Heimatfestes im Jahre 1979 wieder hergestellt und vorgestellt wurde. Das Bild entstand um 1880 und erschien in der Wochenzeitschrift 'Berliner Woche'.

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6. Die Realerbteilung führte auch in Kaufungen zu einer starken Zersplitterung des Grundbesitzes der landwirtschaftlichen Betriebe. Das bedeutete überdurchschnittlich lange Fahrtzeiten und Erschwerung des Maschineneinsatzes, vor allem konnten die Erben mit ihren Familien davon nicht allein leben. So gingen sie hauptberuflich einer anderen Tätigkeit nach. Das Bild zeigt den Schreiner Friedrich Wilhelm Rüppel, der sich mit der Familie vor seinem Haus in der Dorfstraße 29 in Oberkaufungen 'zur Erinnerung' fotografieren läßt. Immer dabei sind seine beiden treuen 'Dienerinnen' als Zugtiere. Wir würden ihn heute als Nebenerwerbs- oder Feierabend-Landwirt bezeichnen.

7. Als es in Kaufungen noch mehr - wenn auch kleine - landwirtschaftliche Betriebe als heute gab, konnte man so ein Bild in der Erntezeit des öfteren wahrnehmen. Die Aufnahme zeigt die Familie Staude bei der Kartoffelernte. Nachdem schon einige Säcke mit Kartoffeln gefüllt waren, gönnten sich die Schwerarbeiter eine kurze Pause. Dabei diente der Ackerrain als Sitzbank. Heute würden wir sagen:

Picknick im Freien, Wer das einmal mitgemacht hat, der weiß wie gut so eine Vesper als kurze Ruhepause tut.

8. Bis in die dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts war auch für viele Familien unserer Dörfer das Schlachtefest ein ganz besonderer Tag. Die Zeit für die Hausschlachtungen fiel etwa in die Monate von Dezember bis Februar. Kaufungen hatte eine ganze Reihe Hausschlachter, die hauptberuflich Handwerker oder Bauern waren und nur in den Wintermonaten jeden Tag bei einer anderen Familie Schweine schlachteten. Hier ist es der Hausschlachter Kohlhaase aus Niederkaufungen. Der Wurst- und Fleischvorrat, der durch das Eigenschlachten geschaffen wurde, mußte nun etwa ein Jahr ausreichen. Man war nicht wenig stolz, wenn man im Laufe des Jahres willkommenen Besuch eine dicke alte Wurst vcrsetzen konnte.

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