Kennenburg in alten Ansichten

Kennenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Eberhard Kenner
Gemeente
:   Kennenburg
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5314-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Summa Kennenburg Häußer 5' - aus diesem Ergebnis der steuerlichen Häusererfassung vom Jahre 1774 könnte man den Schluß ziehen, daß der kleine Ort im Hainbachtal kaum dafür geeignet ist, ausreichend interessanten Stoff für einen Rückblick in vergangene Zeiten zu liefern. Das Gegenteil ist der Fall, und dies keineswegs erst durch die Gründung der Heilanstalt im 19. Jahrhundert, die dem Weiler gegen Ende der Zeit des Weinanbaus im Hainbachgebiet zweifelsohne zu neuer Identität verhalf und ihn in ganz Württemberg und darüber hinaus bekannt werden ließ.

Es ist schon bemerkenswert, was der Ort im Laufe seiner Geschichte an interessanten Baulichkeiten vorzuweisen hatte hatte wohlbemerkt, denn an baugeschichtlich und architektonisch Bedeutsamem ist nur wenig geblieben, was vor der Ortsgeschichte Bestand haben dürfte - von nun an aber müßte!

Aus den mittelalterlichen Schriften erfahren wir von einer Burg, einer Mühle, einer Kelter und einer Kapelle. Hinzu kommen in späterer Zeit die erwähnte Heilanstalt, eine Schankwirtschaft und eine Schmiede.

Doch nicht allein die Liste der Baulichkeiten fasziniert, auch die Kulturlandschaft war für höhere gesellschaftliche Kreise von Belang. Hochadel, Klöster und führende Geschlechter nahmen - wohl des Weines wegen - die Gegend schon früh in Besitz, einer Esslinger Patrizierfamilie (Kürn) verdankt der Weiler seinen Namen.

Schließlich die Naturschönheiten des Orts 'in stiller, ungemein freundlicher Lage', wie wir aus der Esslinger Oberamtsbeschreibung von 1845 erfahren. Über Kennenburg wurden Gedichte verfaßt. Lange Zeit war es Motiv für Maler und Zeichner und sogar König Wilhelm 1. von Württemberg weilte zu Besuch. Der Gründe genug also, dem Ort einmal eine eigene Darstellung und Beschreibung seiner alten Ansichten zu widmen.

Das vorliegende Bändchen entstand aus privater Initiative. Viele Freunde, Bekannte und Verwandte haben mir Bild- und Datenmaterial zur Verfügung gestellt und wertvolle Hinweise gegeben. Besondere Unterstützung wurde mir durch Frau Gisela Krauß und Herrn DI. Burkhard Krauß, Göppingen, Frau Bärbel Röhm, Esslingen-Sankt Bernhardt, sowie durch die Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs Esslingen zuteil. Ihnen allen gilt mein besonderer Dank.

Von manchem interessanten Motiv gibt es keine alte Aufnahme (mehr). Andererseits mußte ich von den Bildern, die mir zur Verfügung standen, eine Auswahl treffen - ich bitte hierfür um Verständnis.

Möge das Büchlein allen Freunden Kennenburgs eine Quelle der Erinnerung an den ländlich-kulturellen Reichtum des Esslinger Filials 'im Hainbach' sein.

Eberhard Kenner

1. Die Heilanstaltum1840

Wenn man die Kiesersche Ortsansicht der Ortschaft 'Honbach' (Hainbach) vom Jahre 1687, auf der Kennenburg gerade drei Häuser hat, außer Betracht läßt, steht am Beginn der alten Ansichten von Kennenburg die Heilanstalt. Ihre Gründung ist den beiden Esslinger Ärzten Dr. Steudel, die Anhänger der Hydrotherapie waren, zu verdanken. Sie fanden in namhaften Esslinger Persönlichkeiten, darunter die Unternehmer Carl Deffner, Johannes Merkel und Wilhelm Wagner, einen Kreis, der bereit war, in Kennenburg eine Kaltwasserheilanstalt zu errichten und zur Finanzierung eine Aktiengesellschaft zu gründen. Im Februar 1840 traten die 'Statuten für die Aktien-Gesellschaft der Eßlinger Wasser-Heilanstalt' in Kraft. Die ärztliche Leitung der Anstalt oblag Dr. Hellmuth Steudel. König Wilhelm I. von Württemberg verlieh ihr anläßlich eines Besuches am 28. August 1840 den Namen 'Wilhelmsbrunnen'. Gänzlich unverhofft wurde Esslingen zu einer württembergischen Bäderstadt!

Die Statuten der 'Eßlinger Kaltwasser-Heilanstalt' enthalten auch eine von P. Herwegen geschaffene Lithographie. Sie läßt sich mit den Worten von Dr. Paul Krauß, einem späteren Besitzer der Anstalt, der 1940 eine Schrift über die Geschichte des Hauses verfaßt hat, beschreiben:

Das ursprüngliche Gelände war sechs Morgen groß. Die Quelle, die ein sehr frisches und reines Wasser liejerte, wurde gefaßt, das abschüssige Gelände mittels einer Terrasse geebnet und - nach Süden gelegen - ein architektonisch schones, schlichtes Gebäude vom Charakter eines bescheidenen Landschlößchens errichtet; der Mittelbau erhöht, die Seitenflügel etwas niedriger. Rund 20 Zimmer waren [ûr Kranke verwendbar ... In einem Anbau hinter dem Hause waren die mit Stein- und glasierten Tonplatten belegten Wannenbäder, in die man von ebener Erde hinabstieg. In Nischen unterhalb der Terrasse befanden sick die mit allen Feinheiten versehenen Duschanlagen ... Östlich des Hauses lag der Trinkbrunnen und hinter dem Haus ermöglichte ein halbmondförmig sich am Hang hinziehender Wandelgang, auch bei Regenwetter spazieren zu gehen. Das Gelände wurde parkàhnlich umgestaltet und mit einem stattlichen Springbrunnen versehen.

Im Hintergrund der Ansicht sind die Kirche von Sankt Bernhardt und das Schlößchen Hohenkreuz zu erkennen.

'Die Kennenburg' war von nun an nicht mehr der längst abgegangene, fast vergessene mittelalterliche Bergfried im Hainbachtal, sondern das stilvolle neue Landschlößchen. Die alte Burg hatte, auch wenn sie nicht an der Stelle des Anstaltsgebäudes gestanden hat, sondern am Hainbach, durch den Namensübergang auf das Schlößchen eine würdige, standesgemäße Nachfolgerin bekommen!

2. Die Heilanstalt um 1855

Nachdem König Wilhelm I. die Heilanstalt Kennenburg besucht hatte, war im 'Schwäbischen Merkur' vom 4. September 1840 zu lesen:

Am 28. August hatte die Anstalt das hohe Glück, von Seiner Majestät dem Könige eines Besuches gewürdigt zu werden. Allerhöchstdieselben wurden von den Mitgliedern des Ausschusses an dem Portale des Badhauses, welches, so wie die ûbrigen Theile der Anstalt, so weit es die Kürze der Zeit erlaubt hatte, eine bescheidene Dekoration erhalten hatte, empfangen, und Seine Majestät geruhten die verschiedenen BadEinrichtungen, das Innere des Hauses, bis auf die Plattform hinauj, den reichen Brunnen, die Quellen, aus welchen das Wasser hergeleitet wird, die DuschEinrichtungen mil Interesse und sichtbarem, öfters allergnädigst geäußertem Wohlgefallen in Augenschein zu nehmen. Hocherfreuend und zum tiefsten Danke auffordernd war die huldvolle Herablassung Seiner Majestät gegen die Anwesenden, welche die Gnade genoßen, Allerhöchstdieselben bei der Ansicht der Anstalt zu begleiten. Auf eine allerunterthdnigste Bitte geruhten auch Seine Majestät zu erlauben, daß der Brunnen zum Andenken an diesen allerhöchsten Besuch den Namen W i lh e I m s B run n en führen solle. Und so werden nun diese niemals versiegenden Quellen auch den kommenden Geschlechtern Zeuge seyn, wie in dem Herzen eines jeden Württembergers die Gefühle der Ehrfurcht, des Dankes, der Freude und der Liebe mit dem Namen Wil hel m unzertrennlich verbunden sind. Gottes Segen und langes Leben dem Könige! Den 31. August 1840. Die Vorsteher der WasserHeilAnstalt.

Der große Herrscher Württembergs zu Besuch in dem kleinen Weiler Kennenburg! Was mögen die einfachen Menschen in dem Ort beim Anblick des Königs und seines Gefolges wohl empfunden haben? Nach einem Gemälde von Carl von Häberlin schuf Konrad Schacher um 1855 eine Lithographie der Heilanstalt. Dieses Werk mag veranschaulichen, welches Bild der Anstalt sich dem König in etwa darbot.

Unter der Terrasse des Kurhauses sind mehrere mit Glastüren versehene Rundbögen zu erkennen, hinter denen sich die Duschräume befinden, davor ein Bassin mit Springbrunnen, rechts der überdachte Trinkbrunnen. Auf dem Weg zur Mühlhalde ist ein Weingärtnerpaar neben einem mit zwei Weinfässern beladenen Ochsengespann zu sehen, am rechten Rand ein Stück Weinberg des Gewanns 'Untere Rernserklinge' , ganz links die Sankt-Bernhardt-Kirche und ein Haus des Nachbarorts.

Seit ihrer Einführung um 1840 war die Heilmethode der Wassertherapie ständiger Kritik unterzogen. Dies konnte auch für die Kennenburger Einrichtung nicht ohne Folgen bleiben. Die Belegung der Anstalt ging nach 1844/45 so stark zurück, daß die Aktionäre sie mit Verlusten an die Ärzte Dr. Stimmel verkaufen mußten.

3. Die Heilanstalt und Kennenburg um 1870

Dr. Friedrich Stimmel führte die Einrichtung als 'Heilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke' trotz anfänglicher Schwierigkeiten zu neuen Erfolgen, was auch in baulicher Hinsicht zum Ausdruck kam. Das Areal wurde auf 10 Morgen ausgedehnt. 1856 erhielt das Hauptgebäude zwei dreistöckige Seitenflügel. Dieser Ausbaustand geht aus einer wohl um das Jahr 1870 von einem Künstler namens Kettlitz gefertigten Federzeichnung 'Das Privat-Asyl Kenne(n)burg bei Eßlingen' hervor. Sie ist, abgesehen von der Kieserschen Ortsansicht von Hainbach, vermutlich die älteste Totalansicht Kennenburgs.

Hatte der Ort in der Kieserschen Ansicht von 1687 drei Häuser, so waren es in den Kandler-Rissen von 1769174 fünf. Vier dieser fünf ältesten Häuser Kennenburgs sind in der Kettlitz-Zeichnung zu erkennen: die Dachfläche des Hauses Rausch (1774 Haus Nr. 5 - Kennenburger Straße 19) - das angebaute Haus Eberspächer (Haus Nr. 4 - Kennenburger Straße 21) ist verdeckt -, das Haus Böhmerle (Haus Nr. 3 - Stäffelesweg 10) und das Doppelhaus Spieth (Häuser Nr. 1 und 2 - Stäffelesweg 13 und 15). Ein sechstes Haus (Stäffelesweg 14) kam in der Zeit zwischen 1780 und 1825 hinzu (neue Bezeichnungen ab 1906).

Links vom Anstaltshauptgebäude das 1855156 erbaute Tobzellengebäude, ein Erweiterungsbau des 1848/49 errichteten sogenannten Irrenhauses im Tal. Im Vordergrund der linken Bildhälfte die Mühle, rechts das Gasthaus mit Gartenwirtschaft. Man erkennt die Wegegabelung Alte Steige (heute Pfauenbergsteige) und Kennenburger Straße (damals Vicinalweg Nr. 16). Nach der Kurve links, etwa in Höhe Kennenburger Straße 29-31, sind in den Wiesen die Stümpfe von in Reihen gepflanzten Weidenbüschen zu erkennen. Weidenruten benötigten die Weingärtner vor allem zum Anbinden der Reben. Diese 'Bandstompen' sind teils abgesägt, teils scheinen sie als 'Bandhecke' an einer von Bäumen gesäumten feuchten Stelle zu stehen. Lag hier einer der bei der Burg gelegenen, 1459 erstmals erwähnten Weiher, der 1475 'des Holdermanns See bei der Kümenburg' heißt?

Die Ansicht vermittelt vor allem auch einen Eindruck vom Umfang des Weinbaus in und um Kennenburg. Die Mühlhalde ... ein einziger Weinberg!

Wie prachtvoll das Panorama Kennenburgs mit dem Landschlößchen vor der Kulisse des Mühlhalden-Weinberges gewesen sein muß, läßt sich nur erahnen.

In Kennenburg waren bedeutende, ja herausragende Persönlichkeiten zur Kur, Alexander Graf von Württemberg etwa, der Salz-, Jod- und Kaltwasserbäder nahm, oder der Arzt und Naturforscher Dr. J. Robert von Mayer, Vater des Energieerhaltungssatzes, der 1852 erstmals kurte.

Nach dem Tode Dr. Stimmeis (1858) kamen für die Anstalt wechselvolle Jahre. 1875 drohte ihr wegen des Fehlens eines ärztlichen Leiters die behördliche Schließung. In dieser Situation verkaufte die Witwe Dr. Stimmeis das ganze Anwesen an Dr. Paul Landerer.

4. Die Heilanstalt und Kennenburg um 1900

Die Kennenburger Einrichtung war für Geisteskranke der 'gebildeten Stände' konzipiert. Während Dr. Stimmel anfangs noch ein Haus mit Sanatoriums-Charakter zu verwirklichen suchte , entwickelte sich die Anstalt später und dann unter seinen Nachfolgern, insbesondere unter Dr. Paul Landerer, immer mehr zu einer 'Privat-Irrenanstalt' (Dr. Paul Krauß). Dr. Paul Landerer war der Sohn des Leiters der Heilanstalt Christophsbad in Göppingen, Hofrat Dr. Heinrich Landerer. Als Anhänger des italienischen Renaissancestils legte Dr. Paul Landerer auf eine repräsentative Gestaltung der Kennenburger Anstalt besonderen Wert und setzte ihren Ausbau nach der Übernahme ab 1875 zielstrebig fort.

Die Aufnahme zeigt den Ausbaustand um 1900. Dr. Landerer ließ den Mittelbau des Hauptgebäudes um ein Stockwerk erhöhen und hinter den beiden Seitenflügeln 1876177 je einen Turm anfügen. Rechts vom Hauptgebäude das Haus für den Obergärtner (das spätere Ärztehaus), links in den Weinbergen der große Pavillon. In der linken Bildhälfte das 1879/80 um einen Westflügel erweiterte Tobzellengebäude. 1901 wurde dieses Gebäude grundlegend umgestaltet und nunmehr als Unterhaus bezeichnet. Unterhalb des Haupthauses links die 1885/86 erbaute Remise, die 1903/04 zum Magazingebäude umgebaut wurde, rechts davon 'die Ökonomie' mit dem 1869 zur Straße hin erbauten Wohn- und Ökonomiegebäude (Kennenburger Straße 59).

Oberhalb der Kennenburger Straße, damals noch Vicinalweg Nr. 16, das 1873 erbaute Haus von Christof Eberspächer (Kennenburger Straße 44). Rechts daneben das mächtige Doppelhaus Spieth (Stäffelesweg 13115 - Bezeichnungen ab 1906), ganz rechts das Haus Stäffelesweg 14 (vgl. Bild 28).

Die obere Bildhälfte wird durch die Weinberge der Mühlhalde, die im Jahre 1315 als 'Mühlberg im Hainbach' erstmals urkundlich erwähnt wird, bestimmt. Man erkennt zahlreiche Terrassen, Trockenmauerzüge, einige Wassergräben und den Mühlhaldenweg, der nach Liebersbronn und Wiflingshausen führt.

Im Jahr 1603 gab es im Hainbach 377 Morgen Weinberge, das war mehr als ein Fünftel der Weinbaufläche Esslingens (W. Böhringer). 1725 waren die Weinberglagen in Esslingen in sieben Steuerklassen eingeteilt. Klasse I war den besten Lagen vorbehalten und hatte den höchsten Steuersatz. Die Lage 'Remserklingen' in der Mühlhalde war Klasse IV zugeordnet und lieferte den besten Kennenburger Wein, der 'Pfauenberg' dagegen brachte es nur zur Klasse VII (E. Salzmann).

Um die Jahrhundertwende wurden die Rebhänge im Hainbach nach und nach ausgestockt und überwiegend mit Obstbäumen bepflanzt. Teile des ursprünglichen Baumbestandes sind da und dort noch vorhanden.

Heute sind in der Mühlhalde und bei Obertal wieder Weinstöcke zu sehen - welcher Hainbacher gerät da nicht ins Schwärmen?

5. Kennenburg um 1900

Das waren noch Zeiten, als es Ansichtskarten mit dem Aufdruck 'Gruß aus Kennenburg' gab! Die Karte, die den Weiler um das Jahr 1900 zeigt, war in der 'Restauration zum Baum' (Stäffelesweg 1 - Bezeichnungen ab 1906) bei Gastwirt Ludwig Breitwieser erhältlich (vg!. Bild 27). Die Ansichtskarte ist eine ausgesprochene Rarität und von besonderem Wert, da sie das in der ursprünglichen Form nicht mehr vorhandene Kelterhaus zeigt.

Im Bild links die Mühle (Kennenburger Straße 25), deren Hauptgebäude im Dachgeschoß eine Aufzugshaube hat. Rechts der Mühle das Kelterhaus (Kennen burger Straße 27) mit dem angebauten Winkelbau der Gemeinschaftskelter (Kennenburger Straße 27/1). Diese beiden Gebäude und ein Brennhäuschen sind 1881 für die 'Keltergesellschaft Liebersbronn' erstellt worden - Liebersbronn war nach 1803 Sitz eines Esslinger Unterschultheißenamtes, zu dessen Bezirk die Filialorte Liebersbronn, Wiflingshausen und Kennenburg gehörten. Im Jahr 1892 bestand die Keltergesellschaft aus dem (Unter)Schultheißen Georg Adam Weber und 14 Genossen; 1908 wurde die Genossenschaft von dem Liebersbronner Weingärtner David Fischle angeführt.

Das Kelterhaus war mit einer zweispindeligen Weinpresse ausgestattet, die Kelter diente den Weingärtnern zum Unterstellen der Bütten, Zuber, Gelten und des Zubehörs. Kelter und Kelterhaus erfüllten nur knapp drei Jahrzehnte ihren eigentlichen Zweck - ein Zeichen dafür, daß sich der Weinanbau im Hainbach dem Ende zugeneigt hatte.

1908 erwarben die Hegensberger Brüder Christian und Ernst Spieth, Gründer der Bauunternehmung Gebrüder Spieth, das Kelterareal. 1908/09 wurde das Kelterhaus zu einem Wohnhaus umgebaut und erweitert, die daran anschließende Kelter bis auf etwa die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe abgebrochen. Die Frage, ob auf dem (nachmittelalterlichen) Kelterareal auch die 1360 erstmals urkundlich erwähnte mittelalterliche Kelter gestanden hat, ist noch nicht beantwortet.

Hinter der Kelter das Haus Kenner (Kennenburger Straße 29), rechts der Kelter die Wirtschaft 'Zum Baum' (die spätere 'Rose'),

Auf Markung Hegensberg liegen die Werkstätte von August Strobel (Gebäude Nr. 64, später Esslinger Straße 88 - vgl. Bild 38) und das circa 1892 errichtete Haus von Friedrich Spieth (Gebäude Nr. 65, später Esslinger Straße 86).

Im Bildhintergrund sind die Häuser Böhmerle (Stäffelesweg 10), Spieth (Stäffelesweg 13115), die Anstaltsgebäude und die Rebhänge der Mühlhalde zu erkennen.

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