Kennenburg in alten Ansichten

Kennenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Eberhard Kenner
Gemeente
:   Kennenburg
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5314-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennenburg in alten Ansichten'

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6. Kennenburg nach 1925

Von der Hainbachbrücke zur 'Haine' - so nannten und nennen die Hainbacher den früheren Rübgarten- und späteren Hirschlandkopf - verläuft in Richtung Esslingen der südliche Teil der Kennenburger Straße. August Conrad Magenau hat in den 'Kennenburg-Liedern' von 1841 ein Gedicht über sie unter dem Titel 'Die Eßlinger Straße' verfaßt, hier einige Verse:

Dort zieht die Straß' den Berg hinauf, Und immer höher steigt ihr Lauf

Die sonnbestrahlte steile Bahn,

Sie kommt den Pilger sauer an ...

Dort wo des Berges Gipfel winkt, Die Straß' nach Eßlingen sich sinkt, Verliert das Aug' ihr gelblich Band, Sie zieht in ein verborg'nes Land ...

Dort oben an der Straße Saum

Am Scheidweg steht ein Birnenbaum, Er blickt voll edler Kraft zumal

Ins Heimbach- und ins Neekarthal ...

Am Anfang der Straße, oben auf der Haine, stand an der Abzweigung der Rotenackerstraße bis vor wenigen Jahrzehnten noch ein gußeiserner Wegweiser und eine 'Gruabank' aus Sandsteinquadern, auf der sich die Landfrauen von Liebersbronn, Hegensberg und Kennenburg auf ihrem Weg zum Markt 'nach Essleng' nei' ausruhen und die mit Eiern, Gemüse und Obst gefüllten 'Kretten' und 'Zoinen', die sie zum Teil auf dem Kopftrugen, abstellen konnten.

Die Straßenseite zum Hasenrain hin war zugleich die reichsstädtisch-württembergische Grenze.

Auf dem nach 1925 entstandenen Bild ist die Kennenburger Straße noch ohne festen Belag, wegen des aufkommenden Autoverkehrs aber wohl kein 'gelblich Band' mehr. Im Vordergrund links das Haus Rausch (Kennenburger Straße 19), 1905 erbaut anstelle des mit dem Nachbarhaus Eberspächer unter einem Dach stehenden Vorgängerhauses, nunmehr den Giebel nach Süden (zum Betrachter hin) ausgerichtet. Dann die Mühle und das Wohnhaus Kennenburger Straße 27, das umgebaute frühere Kelterhaus. Es folgt die ehemalige Kelter (Kennenburger Straße 27/1) und dahinter das Haus Kennen burger Straße 29 (vgl. Bild 9).

Rechts das Gasthaus 'Zur Rose' mit Gartenwirtschaft, im Hintergrund die Anstaltsgebäude, die Häuser Eberspächer (Kennenburger Straße 55), Spieth (Stäffelesweg 13/15) und Böhmerle (Stäffelesweg 10).

Aus den früheren Weinbergen sind Obstgärten, Äckerund Wiesen geworden.

7. Kennenburgum1930

Die von Karl Eccard, dem Wirt des Gasthauses 'Zur Rose' (unteres Bild), um das Jahr 1930 ausgegebene Ansichtskarte zeigt Kennenburg von Westen, von den 'Roten Äckern' her. Mit der 'Straße zum Jägerhof' , im oberen Bild rechts, ist die Esslinger Straße gemeint, die seit 1913 über Hegensberg und Liebersbronn (dort als Neue Straße) zur Höhengaststätte 'Jägerhaus' führt. An der Einmündung der Haldenstraße in die Esslinger Straße ist das 1927 erbaute und auf Oberesslinger Markung stehende Haus von Adolf Spieth (Haldenstraße 156, heute 188) zu erkennen.

Unterhalb der durch die Bildmitte verlaufenden Kennenburger Straße ein Teil der noch wenig bebauten 'Kennen burger Wiesen' mit dem Haus von Karl Roth (später Gärtnerei Heubach) und dem Haus Kenner (rechts).

Im Kandler-Riß Nr. 63 von 1769-1774 sind die 'Kennenburger Wießen gegen Liebersbron' eine geschlossene Parzelle (Nr. 90) im Ta/grund, die einerseits von der Kennenburger Straße bis zum Hainbach, andererseits von der Hainbachbrücke bis zum Remserklingenbach reicht. Das Grundstück, 1651 als 'Kastenwiesen' bezeichnet, war im Besitz des Esslinger Armenkastens, einer kirchlichen Wohlfahrtseinrichtung, und wurde 1784 von den Erben des Kastenpflegers 'meistens stückweis verkauft'.

Nach Scheubels 'Augenschein der Esslinger Marckung' von 1556/57, den Urkundenregesten des Spitalarchivs sowie einigen fragwürdigen Funden bei Grabarbeiten - darunter mündlich überlieferten - ist der Standort des 1322 erstmals urkundlich erwähnten, 1589 von der Kastenverwaltung erworbenen, 'ganz zerfallenen' mittelalterlichen 'Bergfrieds im Hainbach' nicht 'auf einem Gebirgsvorsprung' (K. Pfaff) 'am linken Talhang' (0. Wurster), sondern östlich des Hainbachs in der Niederung der heute weitgehend überbauten Kennenburger Wiesen zu vermuten.

Die Burg war teils vom Hainbach, teils von einem von ihm abzweigenden, wassergefüllten Graben umgeben. In der Markungskarte von 1556/57 ist an der Einmündung des Grabens in den Hainbach ein Gebäude eingezeichnet - ist es die rnittelalterliche Mühle? 1452 wird ein Graben bei der Burg, 1459 ein Mühlgraben erwähnt - war der Burggraben zugleich der mittelalterliche Mühlkanal? Waren die ab 1459 erwähnten Weiher bei der Burg die Spannweiher dieser Mühle?

Die schriftlichen Quellen vermitteln jedenfalls den Eindruck, als hätten Brücke, Bach, 'Staig', Weg, Burg, Kapelle, Kelter, Mühle, Weiher und Graben sehr eng beieinander gelegen. Lage, Fläche und Topographie der Kennenburger Wiesen lassen diese Deutung zu, Genaueres könnten nur archäologische Untersuchungen erbringen, die nach Auskunft der zuständigen Fachabteilung des Landesdenkmalamtes aber erst bei künftigen Bauvorhaben in diesem Gebiet durchgeführt werden würden.

8. Die Privatklinik und Kennenburg nach 1930

In den ersten Jahren nach 1900 konnte Dr. Paul Landerer eine Reihe haustechnischer Verbesserungen in den Anstaltsgebäuden durchführen, so unter anderem die Einrichtung elektrischer Beleuchtung, Wasserspülung und einer Dampfbzw. Warmwasserheizung. 1907 trat Dr. Landerer in den Ruhestand, 1915 starb er in Kennenburg. Sein Nachfolger wurde ein früherer Assistent von ihm, Dr. Reinhold Krauß. Dessen Ehefrau war die Nichte Dr. Paul Landerers und die Tochter des Sanitätsrats und damaligen Leiters der Heilaustalt Christophsbad in Göppingen, Dr. Gustav Landerer. Dr. Reinhold Krauß konnte zusätzliches Gelände erwerben, wodurch wiederum bauliche Erweiterungen der Anstalt möglich wurden.

In Bildmitte das 1910 erbaute neue Waschhaus (Kennenburger Straße 5ge). Auf dem neu erworbenen Gelände im Westen wurde 1910/11 der Herrenbau erstellt. Unterhalb davon sind das Klärgebäude und der Schuttplatz der Anstalt zu sehen. Rechts vom Waschhaus das Maschinenhaus (Kennenburger Straße 59c - vormals Magazingebäude), dessen Räurne 1924 teilweise zu Wohnungen umgebaut wurden. Zur Erzeugung hauseigenen Gleichstroms (110 Volt) waren bis in die zwanziger Jahre Dampfmaschinen im Einsatz. Eine Sauggasmotoranlage wurde 1938 durch Junkersmotoren ersetzt.

Rechts des Maschinenhauses das 1908/09 erbaute Haus von Wilhelm Eberspächer (Kennenburger Straße 55), gegenüber dessen Elternhaus (Kennenburger Straße 44), das 1927 von Johannes Mangold bewohnt war. Im Bildvordergrund die 'Kennenburger Haußgüther' (Kandier) und der Reinhold-Krauß- Weg (heute Goerdelerweg).

August Conrad Magenau, ein poetisch veranlagter Kurgast, hat 1841 die 'Kennenburg-Lieder, ein Gemälde des Kennenburger Thais und der Wasser-Heilanstalt Kürnenburg bei Eßlingen am Neckar' verfaßt. Noch neunzig Jahre nach denen sie geschrieben wurden, passen seine Worte auf die nach 1930 entstandene Fotografie:

So beschränkt die Ansicht des Thales ist, so sehr spricht sie Geist und Gemüth an durch die Abwechslung der Farben und Formen, die Fruchtbarkeit und freundliche Stille des Thälchens ... Eben diese Abwechslung der Farben und Formen, diese tieje Stille bei allseitigem reichem Leben, ist das Geheimniß, wie die Natur es anfûngt, uns so zu [esseln, daß wir nie satt an ihr werden ... Mit schweigender ehrfurchtsvoller Bewunderung sah ich die untergehende Sonne über dem dunklen Sirnauer Wald die reifen Kornfelder der Pilder vergolden, so daß ich den Anblick nicht mehr auszuhalten vermochte.

Für seine Verdienste erhielt Dr. Reinhold Krauß 1915 den Titel Sanitätsrat. 'Kennenburg konnte hinsichtlich der Einrichtung seiner Abteilungen ... für sich in Anspruch nehmen, an der Spitze der deutschen Privatanstalten seiner Art zu stehen' (Dr. Paul Krauß 1940. )

9. Kennenburg um 1935

'Bebaut = reichsstädtisches Esslingen, unbebaut = württembergisches Oberesslingen' könnte man beim Betrachten derum 1935 herausgegebenen Ansichtskarte von Kennenburg sagen.

Die Ortschaft Hainbach war 1343 in den Besitz der Freien Reichsstadt Esslingen gekommen. Als Folge davon grenzte das dadurch größer geworden en Esslingen in Kennenburg an die Grafschaft bzw. das Herzogtum Württemberg. Das Gebiet östlich des südlichen Teils der Kennenburger Straße - der Hasenrain und die Kelternwiesen - gehörte zu Oberesslingen, das Gelände rechts des unteren Teils der Alten Steige (heute Pfauenbergsteige) zu Hegensberg, das bis 1844 Teil von Oberesslingen war. Diese beiden Orte waren dann noch bis 1914 selbständige württembergische Gemeinden.

Der Grenzverlauf war mit Steinen markiert. Gegenüber vom Haus Eberspächer-Seitz (Kennen burger Straße 21) stand in den dreißiger Jahren noch ein hoher Grenzstein (Stein Nr. 144 im Kandler-Riß 64) mit dem reichsstädtischen Adler und den württembergischen Hirschstangen. Auf der Südseite der Pfauenbergsteige sind einige Grenzsteine erhalten, Steine wie Steige stehen heute unter Denkmalschutz. Anläßlich der Verbreiterung der 1322 erstmals urkundlich erwähnten Hainbachbrücke wurde 1953 auf ihrer Südseite ein Esslinger Wappen angebracht. Selbst heute ist die ehemalige 'Staatsgrenze' in Kennenburg noch an der Baulinie ablesbar. Grenzüberschreitende Bebauung entwickelte sich erst allmählich, nur wenige Häuser, die in der Nähe der Hainbachbrücke und damit in enger Beziehung zu Kennenburg stehen, liegen auf Hegensberger oder Oberesslinger Gebiet. Im Bild sind dies (von rechts) die Häuser Spieth-Mündlein (Esslinger Straße 86) und 'Schrnied-Frölich' (Esslinger Straße 88), die zu Hegensberg zählen.

Links im Bild die Kennenburger Mühle und das Wohnhaus Kennenburger Straße 27, das umgebaute ehemalige Kelterhaus. Von 1918 bis 1930 war dieses Haus im Besitz des Anstaltsleiters Dr. Reinhold Krauß und von Anstaltspersonal bewohnt. Reinhold Silberhorn, der das Anwesen anschließend erwarb, betrieb im Brennhäuschen noch bis circa 1965 eine kleine Schnapsbrennerei.

Die durch den Teilabbruch der Kelter (Kennenburger Straße 27/1) 1908/09 entstandene freie Fläche wurde zum Lagerplatz für Baumaschinen und Baustoffe der Gebr. Spieth, der Rest der früheren Kelter dient der Firma bis heute als Arbeiterwohnhaus, ein Teil war bis in die achtziger Jahre auch Lagerschuppen.

Hinter der ehemaligen Kelter das Haus Kennenburger Straße 29. Die Nordseite dieses von dem Weingärtner Karl Wilhelm Kenner (1867-1921) (Großvater des Autors) 1893/94 erbauten Hauses wurde 1899, die Süd- und Ostseite 1906 verschiefert. Diese Art des Fassadenschutzes war früher sehr verbreitet, sie war zierend und dauerhaft zugleich.

Aus den früheren Weinbergen sind Obstgärten, Wiesen und Äcker geworden.

10. Zwischen Mühlhalde, 'Haine' und Roten Äckern

Kennenburg wurde meistens aus der Richtung fotografiert, aus der die Fotografen kamen - von Esslingen, also von Süden oder Westen her. Als Hintergrund diente ihnen hierbei immer die Mühlhalde und der Pfauenberg. Die Ansicht des Ortes aus Richtung Norden oder Osten war nicht viel weniger fotogen, gleichwohl ist fraglich, ob Bilder hiervon aus alter Zeit vorhanden sind. Aus diesem Grund wurde ein Mitte der fünfziger Jahre entstandenes Foto in die Bilderserie autgenommen. Es zeigt Kennenburg von Norden her, von der Mühlhalde beim Schönblick. Das Bild vermittelt auf eindrucksvolle Weise, wie malerisch die Lage Kennenburgs im Tal des Hainbachs war und den Bliek eines jeden Betrachters fesseln mußte. 1952 sah sich ein Kennenburger dazu veranlaßt, seine Empfindungen über seinen Heimatort. so auszudrücken: 'Unten im Tale ruhest Du still, idyllisch gelegen, nicht anders ich's will.'

Zu erkennen ist der südliche Teil der Kennenburger Straße von der Hainbachbrücke zum Hirschlandkopf', zur sogenannten Haine. Diese Straßenverbindung nach Esslingen und in die Hirschländer ist sehr alt. 1463 heißt es im Spitallagerbuch 'im Hirschland, da man zu der Kürnenburg geht'. In der Kieserschen Forstkarte von 1686 ist der Straßenverlauf, der sich bis in die heutige Zeit erhalten hat, deutlich verzeichnet. Im Kandler-Riß Nr. 64 ('Rothe Acker') von 1769-1774 heißt die Straße 'Die Kennenburger Staig'.

In der Talaue am Hainbach entlang verläuft der Reinhold-Krauß-Weg (heute der untere Teil des Goerdelerweges), Teilstück eines mittelalterlichen Wallfahrtsweges. Dieser führte vermutlich von Oberesslingen kommend über die Kennenburger Liebfrauenkapelle, Sankt-Bernhardt-Kapelle, den Langen Weg von Wäldenbronn zu den Kapellen in Sulzgries, Rüdern, auf den Ailenberg und weiter nach Hedelfingen und Heumaden (F. Fezer). Der durch das Hainbachtal nach Cannstatt führende, von den Taxisschen Postreitern benutzte mittelalterliche Postweg (F. Burkhardt) hatte strekkenweise die gleiche Trasse.

Die 1388 erstmals urkundlich erwähnte Wallfahrtskapelle in Kennenburg wurde im Jahr 1700 wegen Baufälligkeit abgebrochen, ihre Steine verwendete man zur Ausbesserung der Hainbachbrücke. Nach der Kieserschen Forstkarte stand die Kennenburger 'Capele' am Platz oder in unmittelbarer Nähe der (nachmittelalterlichen) Mühle, dies wäre an der Einmündung des Goerdelerweges, des früheren Reinhold-Krauß-Weges, also des ehemaligen Wallfahrtsweges, in die Kennenburger Straße. Entlang der Ostseite des Weges verlief bis in die dreißiger Jahre der Mühlkanal, die Kennenburger nannten den Weg deshalb auch den' Kanalen( weg)' .

Im Bild noch unbebaut sind die landschaftsprägenden, großenteils auf Markung von Sankt Bernhardt liegenden Roten Äcker mit dem in der Mitte durchgehenden Rain, an dem ein Feldweg entlangführt.

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