Kennt Ihr sie noch... die Bockhorner

Kennt Ihr sie noch... die Bockhorner

Auteur
:   Dieter Horstmann
Gemeente
:   Bockhorner,
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1948-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Bockhorner'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

11. Am 11.11.11 fand in Grabhorn eine berühmte Jagd statt. Extra aus Anlaß dieses Datums waren die besten Jäger ins Gelände gezogen. Auf dem Klosterhof Grabhorn stellte man sich nach beendetem Waidwerk in Positur und ließ für die Nachwelt verewigen, wer an diesem 11. November 1911 dabei war.

Und das sind sie: Stellmacher Georg Janßen (1857-1912), der Landwirt auf der Kronsburg Georg Theilen (1854-1913), Zimmermeister Hinrich Otken (1844-1912), Bockhoms Gemeindevorsteher Fritz Huchting (1843-1934), Johann Hahnenkamp, Landwirt in Ellenserdamm (1868-1949), Joh. Achelis, der Ziegeleibesitzer (1843-1920), Eilert Hörmann, der eine Ziegelei in Seghorn betrieb (1857-1932), Hinrich Springer, Landwirt auf Hiddels (1836-1921), G.H. Sjaukens, der Postmeister von Ellenserdamm (1859-1941), und Diedrich Addicks, Kaufmann und Gastwirt (1859-1940).

In der unteren Reihe: Hermann Grabhorn, der eine Bauerei in Ellens und eine in Ellenserdamm besaß (1875-1956), Hermann Hansen (1905-1932), neben seinem Vater Heinrich Hansen (1877-gefallen 1917), Otto Hahnenkamp, der Sohn von Johann Hahnenkamp (1898-gefallen 1918), und Garlich Habers von der Ziegelei Woppenkamp (1876-1941).

Wunderschön gerahmt und mit einem gedruckten Hinweis auf die Denkwürdigkeit des Datums 11.11.11 versehen, fanden wir das Bild im Haus der Nachfahren des Diedrich Addicks in Ellenserdamm. Seiner Enkelin verdanken wir die genauen Angaben.

12. Oben links: In den Wintermonaten war Friedrich Meiners aus Kranenkamp Schuster. Wer im Sommer defekte Schuhe brachte mußte bis zum Winter warten, denn im Frühjahr, im Sommer und im Herbst war Meiners Landwirt und Viehzüchter.

Vor seinem Hof - der auch seine Schusterwerkstatt beherbergte - sehen wir den Mann mit den zwei Berufen mit seiner Frau Elise, geborene Schweers und seinem Sohn Fritz, dem spätere Milchkutscher. 1913 wird das Bild entstanden sein.

Oben rechts: In Kranenkamp lebte Friedrich Gerdes, das ist der Mann rechts außen mit den gewaltigen Stiefeln. Neben ihm seine Frau Gesine, geborene Meiners, genannt 'die kleine Lüttje'! Das ältere Ehepaar sind Georg von Minden und seine Frau Marie, geborene Gante aus Steinhausen, die in der Baracke wohnten. Der junge Mann, mit der Mütze eines Gymnasialschülers, war ihr Sohn Albrecht, der im Ersten Weltkrieg fiel. Wer der Kleine ist, wissen wir nicht. Und der Mann mit der Kugel in der Hand? Das ist Ferdinand Poser aus Detmold, Ziegelmeister bei Achelis.

Unten links: Grabstede, Gasthof von Robert Jansen. Heute ist das 'Budelmann'. Nun wird jeder annehmen, daß der Herr rechts im Bild Robert Jansen, der Gastwirt, ist. Nein! Es ist sein Sohn, der zwar auch Robert Jansen hieß aber Kaufmann war. Neben ihm sein Sohn Bernhard, der später dann die Gastwirtschaft übernahm. (Er fiel im Ersten Weltkrieg.) Links erkennen wir Johann Jansen. Neben ihm ein Nachbarsjunge.

Unten rechts: Die Bockhorner Windmühle stand an der Grabsteder Straße und war die größte in der Friesischen Wehde. Nach Varel galt sie sogar als die größte in Oldenburg. Die Besitzer nannten sich nicht etwa Müller, das wäre auch zu wenig gewesen, sie waren Mühlenbesitzer. Die Bockhorner Mühle drehte sich beijedem Wetter, sie war nämlich nicht nur eine einfache Windmühle, sondern auch Dampfmühle und Motormühle.

Hermann Warnken steht neben seiner Mutter Lena Warnken (sie starb 1943). In der Mitte Friedrich Warnken, Jahrgang 1899. Neben Hanna, die jetzt Dierks heißt und in Zetellebt, der Senior der Familie, Diederick Warnken. übrigens, Mühlenbesitzer konnte man ohne direkte Vorbildung werden, den Lehrberuf eines Müllers gab es nicht. Man kaufte sich eine Mühle, oder pachtete sie, nahm ein oder zwei starke 'Gesellen' in Stellung und schon ging es los. Hermann Warnken hatte mit den Mühle direkt nichts zu tun, er versah den Außendienst; auf fester Tour fuhr er bis Wittmund und nach Butjadingen.

-.:iF

.. -

r I I

13. Im 'Grabsteder Krug' in Grabstede herrschten seltsame Sitten. So sagten es jedenfalls die Fremden, die dort mal hereinkamen. Zum einen mußte man den Hut aufbehalten, oder falls man keinen trug die Mütze. Was geschah wenn ein Gast weder das eine noch das andere hatte, ist nicht mehr genau in Erfahrung zu bringen. Der Wirt soll für diese seltenen Fälle einige alte Zylinder bereitgehalten haben. Außerdem war es üblich seinen Schnaps - es war eine ganz besondere rachenputzerische Art - nicht ganz zu trinken, sondern etwas ins immer brennende Feuer des Kamins zu spucken. Das sei geschehen um das Feuer in Gang zu halten und außerdem habe es so schön gespritzt und gezischt. Singen, ja sogar lautes Reden war nicht gern gesehen; die Bockhorner meinten es sei strikt verboten. Das war natürlich weit übertrieben.

Ob es wahr ist, daß all dieses nur erfunden wurde um die Bockhorner aus 'Grabscht', wie die Grabsteder ihren Ortsteil nannten, fern zu halten, ist nicht mehr ganz klar. Tatsache ist jedoch, daß die Grabsteder am liebsten unter sich blieben. Als Herrn Janßen den 'Grabsteder Kurg' übernahm wurden diese Sitten nur noch mit einem Augenzwinkern als Scherz gepflogen.

Das Ehepaar stellt sich mit seinen Kindern dem Fotografen der 'Elektra-Vare!', einem angesehen Unternehmen. Das Mädchen mit der Schleife ist die älteste Tochter Magda, die spätere Frau Rolle. Bernhard - mit dem weißen Kragen - ist im Zweiten Weltkrieg gefallen. Im 'Kieler Anzug' schaut Robert skeptisch ob denn nun wirklich ein Vögelchen aus der Kamera käme. Und dann wäre da noch Ida. Natürlich, jetzt heißt sie - seit vielen, vielen Jahren - Frau Bramkamp.

Die Aufnahme wurde Mitte 1918 gemacht, als das Bier so dünn war, daß man nur halbe/halbe trinken konnte. Halb Bier-halb Korn. Schnaps stand närnlich - wer weiß woher - immer kalt. Ob Janßen 'schwarz brannte'?

Den 'größte Nimrod aller Zeiten' nannte man um 1910 den Stellmacher Georg Janßen, den Sohn vom 'Grünen Gerd' aus dem 'Grünen Wald'! Er wurde nur knapp 55 Jahre alt. Mit seinem Tod mußten die Janßens den 'Grünen Wald' verlassen, den sie zum bedeutenden Ausflugslokal gemacht hatten.

Georg Janßen genoß das Privileg, jederzeit im 'Neuenburger Urwald bei Bockhorn' - so hieß die offizielle Bezeichnung - jagen zu dürfen. Und das tat er auch. Eine Zeitlang übernahm der Privatmann Janßen die Funktion des Revierförsters. Er starb 1912, kurz nach seinem Vater.

14. Alle Lauws auf einen Bliek! August Lauw (1826-1917), der Gründer der Dynastie, sein Sohn Carl (1858-1917), der kurz nach dem Vater starb, und die beiden Enkel August und Günther Lauw.

Daß August Lauw Seemann war - mit eigenem Schiff - ist bekannt, daß er sich als Bauer und Viehzüchter betätigte, bevor seine erste Ziegelei gekauft werden konnte, ist weniger bekannt. Daß er es bald zum Großgrundbesitzer brachte, mit dem Großherzog in Oldenburg in Wettbewerb trat: 'Wer hat nun mehr Hektar Land, der Großherzog oder Lauw?', ist überall zu lesen, wo von Lauw geschrieben wird. Lauw war der ungekrönte König der Friesischen Wehde und fühlte sich auch so. Bockhorn verdankt ihm viel, da er die Voraussetzungen für viele Dinge schuf, die sonst an Geldnot der Gemeinde nicht hätten verwirklicht werden können. Der Eisenbahn- und Straßenbau gehen im Anfang ganz auf die eine Lauw-Initiative und seine Finanzierung zurück. Lauw hatte zehn Kinder, die er alle mit einem stattlichen Vermögen versehen konnte.

Sein Sohn Carl Lauw stand ganz unter dem Eindruck der Persönlichkeit des Vaters, der ihm die 'Preußische Ziegelei' überließ. Carl Lauw begann früh zu kränkeln und starb kurz nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1917. Sein Sohn Günther übernahm eine Hälfte des Familienerbes und wurde in kürzester Zeit einer der beliebtesten Bockhorner. Sein Soldatentod 1943 beendete eine Karriere, die ganz in Sinne und im Stil seines Großvaters war. Noch heute rühmt sich so mancher stolz der Freundschaft mit Günther Lauw.

Der andere Enkel des Firmengründers war August. August Lauw der Jüngere, Ein Gentleman, aber auch ein Sportler. Kurzum: gleich dem Großvater eine überragende Persönlichkeit. Als Militärflieger machte er den Ersten Weltkrieg mit und kehrte reich dekoriert zurück. Neben seiner Unternehmertätigkeit - er leistete hier gerade in der Modernisierungsphase Richtungsweisendes - gehörte seine ganze Liebe weiter dem Flugsport. Er wurde berühmt als er 1931 von Wilhelmshaven über Konstantinopel tief nach Afrika hineinflog und über das Mittelmeer zurückkehrte auf der Route Triest-Wilhelmshaven. Dieser Alleinflug brachte ihm für beste Leistung im Alleinflug mit einem Leichtflugzeug, den begeehrten Hindenburg-Pokal. August Lauw starb bei einem tragischen Autounfall ganz in der Nähe seiner Heimat im Januar 1945.

15. 'Zum goldenen Elephanten' hieß ein berühmtes Gasthaus in Bockhom. Das Gebäude steht noch heute in der Neuenburger Straße und gehört der Gemeinnützigen Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit mbH. Mitte des vergangenen Jahrhunderts gehörte das Haus der Familie Meine Ahlers. (Meine ist der Vorname.) Seit ungefähr 1840 nannte sich der Erbe Meinahlers.

Als August Lauwan einem Fest im Ortsteil Steinhausen teilnimmt, wohnt er im 'goldenen Elephanten' und lernt die Tochter Anna kennen und lieben. Bald heiraten die beiden. Anna Lauw wird als kluge , ernste Frau geschildert, die zu ihrem Mann August emporblickt und ihn verehrt. Die Ehe war sehr glücklich. Sie hatten zehn Kinder. Noch im hohen Alter galt Anna als schöne Frau. Ihre Mildtätigkeit kannte keine Grenzen, ihre Wohltätigkeitsbasare waren berühmt in der ganzen Gegend.

Alle acht Töchter auf einem Bild vereinigt: das Doppelquartett Lauw hieß es wenn - was wegen des Altersunterschieds selten war - alle zusammen in der Offentlichkeit in Erscheinung traten. Es soll hier eine Vorstellung der verheirateten Damen erfolgen, denn natürlich wurden sie - und sind es heute noch - unter dem Namen ihrer Ehegatten bekannter, obwohl man nie vergaß hinzuzusetzen: 'eine Lauw-Tochter"

Wir erkennen in der oberen Reihe, von links nach rechts: Martha Scholtz, Hedwig Münzebrock, Antonie Heumann und die unverheiratet gebliebene Marie Lauw.

In der unteren Reihen: Therese Huchting, Luise Gross, Helene Bulling und Anna Röben.

Es sind bedeutende Namen; die Töchter heirateten nämlich 'standesgemäß'. Huchting, Fritz, war der zweite Bürgermeister von Bockhom und Nachfolger von Amold Huchting, seinem Onkel. DL Gross war der beliebte und geachtete Arzt des Ortes, Röben: nun noch heute ist der Name als Ziegel- und Klinkerwerk weltberühmt. Luise Gross trat als Vermögensverwalterin ihres Vaters hervor. Noch heute wird ihr Name in Bockhom nur genannt in Verbindung mit dem Kosenamen: 'Uns Luis'. Und das ist wohl das Schönste war man einer Frau in Bockhom posthum nachsagen kann.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek