Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger

Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger

Auteur
:   Fritz Markmiller
Gemeente
:   Dingolfinger,
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2106-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger'

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6. Als 1862 im Zug der damaligen bayerischen Staatsreform die Trennung von Justiz und Verwaltung durchgeführt wurde, bildete man auch in Dingolfing aus dem bisherigen Landgericht mit seinen umfassenden Kompetenzen drei Einzelbehörden: das Amtsgericht, das Bezirksamt (die heutige Landkreisverwaltung) und das Notariat. Seit 1862 war hier als Notar neuer Ordnung der königliche Justizrat Franz Xaver Sagmeister (1828-1912) bestellt; er amtierte 42 Jahre in Dingolfing. Für besondere Verdienste um die Stadt wurde ihm 1903 die Ehrenbürgerschaft verliehen; 1951 erhielt eine Straße im Ortsbereich links der Isar seinen Namen.

Er ist hier gemeinsam mit seiner Gattin abgebildet.

(Stadtarchiv.)

7. Älter als die weltlichen Behörden, deren früheste Ausformungen hier erst ab Mitte des 13. Jahrhunderts in Erscheinung treten, ist in Dingolfing eine geistliche, närnlich das Pfarramt. Längst vor der seit 1251 gültigen Stadteigenschaft des Ortes bestehend und in die ersten Zeiten kirchlicher Organisation unseres Raumes zurückreichend, hat es immer eine hochbedeutende Rolle nicht bloß im religiösen Bereich, sondern gerade auch im öffentlichen Leben und im gesellschaftlichen Bezugsfeld gespielt.

Die gottesdienstlichen, katechetischen und pastoralen Aufgaben vollzogen um das Jahr 1865, dem unser Bild entstammt, der Pfarrer, zwei Kooperatoren sowie in bestimmtem Umfang noch drei sogenannte Benefiziaten. Dazu kamen in ihrem Kloster beim Krankenhaus zwei bis vier Franziskanerpatres.

Das alte Foto zeigt in der Mitte sitzend den damaligen Stadtpfarrer Georg Lengthaler, links und rechts von ihm die Benefiziaten Michael Baumann und Peter Attenberger. Hinter ihnen stehen die Kooperatoren Georg Kuster und JosefResch sowie Benefiziat Franz Xaver Will.

(Stadtarchiv.)

8. Dreißig Jahre lang, von 1843 bis 1873, wirkte Georg Lengthaler in Dingolfing-St. Johannes als Seelsorger; er fungierte auch als Kammerer des Dekanats und längere Zeit als Distriktsschulinspektor. Am 31. Dezember 1805 von Schneidermeisterseltern zu Pfaffenberg geboren, arbeitete er nach seiner Weihe 1829 zwei Jahre als Hilfspriester in Niederviehbach und Dingolfing, war sieben Jahre Kooperator in Cham und dann ein weiteres Jahr Präfekt im Lehrerseminar Straubing. Anschließend erhielt er die Pfarrei Niedermurach übertragen und wurde zuletzt 1843 in Dingolfing Stadtpfarrer.

Ein Zeitgenosse würdigt ihn als einen Mann nach dem Herzen Gottes, einen echten Priester der werktätigen Liebe, einen Freund der Kinder, einen Vater der Armen. Lengthaler kam aus der Schule des späteren Regensburger Bischofs Wittmann und stiftete hier ungemein viel Gutes. So war er der unermüdliche Wohltäter des Franziskanerklosters und der Armen Schulschwestern. Am Tag seines 2Sjährigen Priesterjubiläums (20. Oktober 1868) vermachte er der Stadt 1 000 Gulden in der nach ihm benannten Lengthaler'schen Hausarrnenstiftung und setzte die Stadt auch zur Erbin seines Nachlasses von 9 000 Gulden ein.

Er starb, hoch betrauert, am 23. Oktober 1873. Sein segensreiches Wirken war mit Titel und Rang eines königlichen Geistlichen Rates belohnt worden.

(Stadtarchiv.)

9. Josef Postner war arn 21. Oktober 1826 zu WaldershofjOpf. als Schuhmacherssohn geboren worden und nach seiner Priesterweihe 1850 in KooperatorsteIlen zu Kulmain, Stadteschenbach und Speinshart tätig. Seit 1858 bei der Bischöflichen Administration in Regensburg beschäftigt, wurde er 1862 zum Administrator ernannt. Von 1874 bis zu seinem Tod am 16. Juli 1882 wirkte er als Stadtpfarrer in Dingolfing.

Unter ihm begann die große Restaurierung von St. Johannes, die alle barocken Zutaten und Einrichtungen beseitigte, um die Kirche ihrem Baucharakter nach in den Stilformen der Neugotik umzugestalten. Mitten in der Arbeit wurde Postner nach schmerzhaftem Podagra-Leiden im 56. Lebensjahr in die Ewigkeit gerufen; sein Nachfolger Stephan Reger vollendete 1885 das Werk.

Von Stadtpfarrer Postner heißt es, er sei noch in seiner Vollkraft nach Dingolfing gekommen, eine imposante Gestalt, rauhschalig, gerade, aber von gutem Kern. Er erwies sich als sehr guter Prediger und war in allen kirchlichen Verrichtungen mustergültig.

(Stadtarchiv .)

10. Im Jahr 1841 zu TumsenreitjOpf. geboren, empfing Johann Baptist Hennemann 1863 die Priesterweihe. Nach verschiedenen Seelsorgeaufgaben als Kooperator übernahm er von 1881 bis 1895 die Pfarrei Böbrach, anschließend die Stadtpfarrei Dingolfing-St. Johannes. Hier wirkte er, zusätzlich Dekan, segensreich bis zu seinem Tod am 1. Dezember 1909.

Hennemann wird als höchst tatkräftige und standesbewußte, daneben aber auch als äußerst mildtätige Persönlichkeit gewürdigt. Er bemühte sich um den Bau einer elektrischen Bahn von Dingolfing nach Mengkofen sowie als Vorsitzender eines örtlichen Kommitees um die Fortflihrung der sogenannten Tauernbahn von Mühldorf über Dingolfing nach Regensburg. 1905 fungierte er zudem als Gründungsmitglied der Handwerker-KreditGenossenschaft, Vorläuferin der jetzigen Volksbank. Sogar in den bayerischen Landtag ließ er sich als Abgeordneter entsenden und erfüllte zu all diesen Aufgaben auch seine seelsorgerischen Pflichten in hervorragender Weise.

(Stadtarchiv.)

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