Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger

Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger

Auteur
:   Fritz Markmiller
Gemeente
:   Dingolfinger,
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2106-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger'

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16. Außer bei Teilnahme an Turnerfesten in Niederbayern und darüber hinaus pflegte der Turnverein Dingolfing um die letzte Jahrhundertwende noch in besonderer Weise die Geselligkeit. Diesem Ziel dienten zahlreiche Ausflüge in die nähere Umgebung, deren Hauptstation jeweils ein ob seines bekömmlichen 'Stoffs' bekanntes Wirtshaus war. Zu solchen Lokalen zählte vor allen Dingen das weithin gerühmte Oberweilnbach.

Anläßlich einer derartigen Exkursion der Dingolfinger Turnerschaft entstand vorliegendes Bild am 23. September 1907 in Gottfrieding. Ausgerüstet mit Tischstandarte und Stammkrügln versammelten sich die bereits merklich erheiterten Teilnehmer zum erinnerungsträchtigen Gruppenfoto. Eichenlaub am verwegen plazierten Hut, das Liederbuch für den unvermeidlichen Sängerspruch im Anschlag, ein Nürnberger Trichter mit Bier gefüllt, dazu Prachtexemplare holder Weiblichkeit, schließlich 'das Faßl': alles unter dem Turner-Motto 'Frisch, fromm, fröhlich, frei'!

(H. Wälischmiller.)

17. Unter jenen bürgerlichen Vereinen, die im Bereich der Ku1turpf1ege ihr bevorzugtes Wirkungsgebiet sehen, steht in Dingolfing seit Mitte des 19. Jahrhunderts die 'Liedertafel' an erster Stelle. Seit ihrer Gründung im Jahr 1850 hat auch sie wie andere Vereine eine bewegte Entwicklung hinter sich gebracht, ist aber ab 1884 kontinuierlich weiter gewachsen.

Nach der Jahrhundertwende bestimmte das damalige Führungsduo - Vorstand Adalbert Kempter (1909-1923, 1926-1937) und Dirigent Kar! Mittelmayer - die Arbeit der 'Liedertafel'. Immer noch reiner Männergesangsverein - erst seit 1921 beschritt man den Weg zum gemischten Chor mit Damen -, wurden Repertoire und Auftritte bedeutend erweitert.

In freundschaftlicher Verbundenheit mit ihrem Chorleiter Mittelmayer widmeten ihm die Sänger zum 30. April 1910 unter seinem Konterfei und einer Ansicht der Stadt ein 'künstlerisch' gestaltetes Blatt. 18 aktive Mitglieder des Vereins stehen versammelt; dazu treten eine Allegorie der Musik sowie Text und Noten des Sängerspruchs der Dingolfinger Liedertafel: 'Freies Lied, Mannes Wort schirme Gott, du starker Hort.'

Von links oben bis rechts unten sind im Bild: Stadier, Stephan, Kempter und Dr. Feichtinger (I. Tenor); Götz, Ederer, Buchstett, Maier und Gerlesberger (Il. Tenor); Mü1lbauer, Wä1ischmiller (I. Baß) und Clemente (Il. Baß); Herbig, Scholzer und Glas (I. Baß); Gegenfurtner, Gegenfurtner Il und Himrner (Il. Baß).

(H. Wä1ischmiller.)

18. Im Jahr 1910 war es, als zuerst in Dingolfing Trachtenbegeisterte zusammentraten, die in Erinnerung an den ein halbes Jahrhundert zuvor in letzten Ausprägungen noch existierenden Festtagsstaat der ländlichen IsartalBewohner sich den Namen 'D'Mooserer' gaben. Alsbald bildete sich aber auf der Ebene des damaligen Bezirksamts eine entsprechende Gruppe, die sich 'I. Volkstrachten-Erhaltungsverein, Bezirk Dingolfing' nannte und 1912 bereits am Volkstrachten-Gaufest in Salzburg teilnahm.

Die Anfänge der Trachtenpflege gehen übrigens hier wie anderswo auf die seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert gewohnte übung zurück, malerisch ausstaffierte Folkloregruppen auch aus Niederbayern zum Münchener Oktoberfestzug zu berufen. Aus diesem Anlaß entstanden verschiedene fotografische Aufnahmen, die heute wertvolle Belege für die Trachtenkunde unserer Heimat darstellen.

Vom Jahr 1895 hat sich ferner dieses Bild erhalten, das die 'Mooserergruppe' aus Dingolfing beim Volkstrachtenfest in München zeigt.

(Stadtarchiv.)

19. Unter Berufung auf die 1910 im Trachtengedanken erfolgte Verbindung von Heimatfreunden scWoß sich nach dem Ersten Weltkrieg ein 'Gebirgs- und Volkstrachtenerhaltungsverein Edelweiß' zusammen, dessen eigentliche Keimzelle allerdings ein 'Rauchklub Edelweiß' gewesen war.

Neben dem Gebrauch vornehmlich der oberbayerischen Miesbacher Tracht wurde aber nie vergessen, letzte Originalstücke mooserischer überlieferung zu bewahren und bei Trachtenfesten vorzuführen.

So paradierten Vereinsmitglieder auch anläßlich einer großen bayerischen Trachtenschau im Jahr 1921 mit den spezifischen Bestandteilen und Accessoires der Mooserer Festkleidung von etwa 1850: schwarzweiß gestreifter Schaubenrock, goldverbrämter Brustf1eck beziehungsweise Mieder rnit Silbergeschnür und Halskette, weißes Hauptentuch, schwarzes Kopftuch und Kranl bei den Frauen - gewichste Lederbundhose, geblümte Weste mit Silberknöpfen, breiter Kremphut, Uhrkette und Haklstecken bei den Männern.

(K. Kreuzpaintner.)

20. Die Kostürnierung mit früher von den verschiedenen Ständen des bayerischen Volkes als Ausdruck seines Selbstverständnisses verwendeten Trachten blieb jedoch in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg keineswegs auf entsprechende Heimatvereine allein beschränkt. Vielmehr trugen sich auch andere, ihrer gesellschaftlichen Zusammensetzung durchaus heterogene Gruppen schon damals gern in einem besonderen 'Bayern-Look'. Dies ist eine Tatsache, von der die Folklorismusforschung unserer Zeit bisher noch kaum Notiz genommen hat.

Für die Stadt Dingolfing können derartige Verhältnisse am Beispiel von Bildquellen aus dern Besitz verschiedener Vereine nachgewiesen werden. Um nur eines davon anzufuhren, stellen wir jene Fotoaufnahme des Jahres 1903 vor, zu welcher sich Mitglieder des Dingolfinger Vereins 'Subalternia' in Positur gesetzt haben. Es handelte sich dabei um Angehörige der unteren Grade des öffentlichen Diensts mit ihren Damen, welcher Verein seinerzeit unter Führung des Gerichtsdieners Albert Degendorfer (1858-1918) einen geachteten Stellenwert in unserer Stadt einnahm.

(Stadtarchiv.)

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