Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger

Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger

Auteur
:   Fritz Markmiller
Gemeente
:   Dingolfinger,
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2106-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Dingolfinger'

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21. Anders als die bisher besprochenen Gruppierungen fonnierte sich im Jahr 1875 ein loser Zusammentritt von Handwerksgesellen zum Zweck frohgemuter Unterhaltung, aus dem dann ein berufsständischer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit entstand. Unter dem Namen 'Eintracht' beschloß man 1879 erste Statuten. Seit 1885 existiert der 'Handwerker-Gesellen-Kranken-Unterstützungs-Verein' unter dieser Bezeichnung bis jetzt. Der HGKUV steht damit in der Reihe vieler im Lauf des 19. Jahrhunderts aus sozialen Notwendigkeiten entsprungener Selbsthilfeaktionen.

Vom 9. Oktober 1890 (oder 1892) stammt unser Bild. Mitglieder und Vorstandschaft haben sich vor einem allerdings recht ramponierten - Gebäude unter Mitführung der Vereinsfahne für den Fotografen aufgebaut. Offenbar galten auch hier Faßl, Trinkhorn, Bierkrüge und Kellnerin als unverzichtbare Attribute der Repräsentanz. Harmonika und Zither stehen für den musikalisch-unterhaltsamen Teil der Szene.

(Handwerker -Gesellen -Kranken -Unterstützungs-Verein.)

22. Am 11./12. Juni 1905 feierte der Handwerker-Gesellen-Kranken-Unterstützungs-Verein Dingolfing sein 30jähriges Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe. Ein festliches Ereignis ersten Ranges ging damit in unserer Stadt über die Bühne. Auf dem Programm standen ein musikalischer Festabend im Garten der Herzogsburg, ein Festakt am Marienplatz, der Zug aller teilnehmenden Vereine durch die Straßen der Stadt und ein großes Unterhaltungskonzert wieder im Herzogsburg-Garten.

Seinen bildmäßigen Niederschlag fand die Feier in diesem Foto. Festjungfrauen von links nach rechts, erste Reihe: Leni Ernst, Maria Meier, Annerl Bauer, Therese Fastlinger, Elise Loichinger, Zenzi Ebersberger, Anna Bernreiter, Therese Zeiler und Reserl Loichinger.

Zweite Reihe: Maria Huber, Maria Kurzlechner und N. Gröll.

Ausschuß, erste Reihe: Fritz Landsdorfer, Johann Grassinger, Sebastian Ringlstetter, Michael Amann, Michael Ernst, Michael Meier, Sebastian Westerrneier, Kar! Schweiberger und N. Simon.

Zweite Reihe: Xaver Holzer, Thomas Obauer, Johann Ebermeier, Jakob Huber, Josef Stöckl, Xaver Peitzl und ein Unbekannter.

(Handwerker-Gesellen -Kranken-Unterstützungs-V erein. )

23. 'The modern times' äußerten sich auch in der niederbayerischen Kleinstadt Dingolfing vorzugsweise in der Einführung und fortschrittsgläubigen Aufnahme des Automobils. Schon im Jahr 1913 hatten einige hiesige Motorsportfreunde einen örtlichen Verein gebildet, der damals dem Münchner Automobilelub angeschlossen wurde bis 1918 die Ubemahme in den ADAC erfolgte. Nach mehreren neuen Anläufen geschah schließlich 1926 die Gründung eines 'Kraftfahrer-Clubs Dingolfing und Umgebung', der als 'Ahnherr' des heutigen MSC Dingolfing im ADAC gelten darf.

Unter den historischen Fotoaufnahmen im Rahmen der Vereinsgeschichte sind die beiden hier abgebildeten von besonderem Interesse. Wir stellen vor: Oldtimer Wanderer-'Püppchen' mit 4 PS, Leistung 60 bis 70 Kilometer pro Stunde, Preis 5000,- RM; ferner die Familie Kreuzer-Steininger, Dingolfing, bei der Ausfahrt mit einem Opel 6-Sitzer um 1916/1918.

(Motorsportclub Dingolfing.)

24. Genau wie andere Vereine unserer Stadt ließen es sich auch die Motorsportfreunde nicht nehmen, während der freundlichen Monate des Jahres gesellige Ausflüge in die Umgebung und zu damals beliebten Wirtshäusern zu unternehmen. Selbstverständlich benutzte man hier die eigenen, auf Hochglanz präparierten und technisch aufs Beste getrimmten Fahrzeuge.

Eine Clubausfahrt vom Juni 1926 zum Zweiten Vorstand Alfons Merz in Oberweilnbach gab Anlaß das Ereignis fotografisch festzuhalten.

Zu erkennen sind von links nach rechts, erste Reihe: Richard Hagn, Rosa Kreuzer, Mina Homberg, Maria Markmiller, Frieda Schweiberger, Wolfsindis Waas, Anna Schindlbeck, Else Clemente, Herta Glas, Elisabeth Fastlinger, Martin Gabler (Kassier), Ernst Homberg (Sportleiter), Rosa Homberg, unbekannt, Kathi Gabler, Josef Fastlinger (Erster Vorstand), Ludwig Englbrecht, Mina Kreuzer, Josef Zahnweh, Hans Glas, Alfons Merz (Zweiter Vorstand), Xaver Binder, Mina Homberg, Walter Heinowsky (Schriftführer), Josef Kreuzer, Mirzl Gabler und Fini Markmiller.

Zweite Reihe: Alois Wandinger, Georg Schweiberger, Adolf Clemente jun., Adolf Clemente sen., Alfons Meindl, Josef Zehetbauer, Josef Amon, Valentin Beisl, Albert Waas, Josef Hochreiter, Gustav Heindl und Fritz Markmiller.

(Motorsportclub Dingolfing.)

25. Die 'bürgerliche' Gesellschaft der Stadt Dingolfing vor 100 Jahren kann natürlich nicht als 'bourgeois' im abwertenden Sinn politisch-soziologischer Termini gekennzeichnet werden. Wir haben es hier im tiefsten Niederbayern mit einer jahrhundertelang quasi gesetzmäßig herausgebildeten Schicht von Handel- und Gewerbetreibenden einfacher Kategorie zu tun, wie sie eben in allen Landstädten und Märkten unserer Heimat typisch waren und durchaus noch heute sind.

üb ihre Vertreter innerhalb einer vereinsmäßigen Gruppierung oder im Kreis der Familienmitglieder für die Aufnahme des Fotografen figurieren, der heutige Betrachter darf sich nicht durch die gewählte Pose verwirren lassen. Nicht Würde und Bedeutungsschwere bestimmten das Arrangement, sondern primär die Notwendigkeit sowohl alle aufzunehmenden Personen gleichmäßig auf die Platte zu bannen als auch deren Anordnung so stabil zu halten, daß kein 'Verwackeln' den Erfolg in Frage stellte. Wenn dabei noch ein repräsentativer Eindruck der Abkonterfeiten für den Bildempfänger hervorzurufen war, hatte der Fotokünstler die gestellten Ansprüche und die ihm zu Verfügung stehenden Möglichkeiten aufs Beste genützt.

Bezeichnende Beispiele für diese Art bürgerlicher Selbstdarstellung im späten 19. Jahrhundert, die sich dazu in besonderem Maß der Fotografie bediente, besitzen wir auch aus unserer Stadt. Dazu rechnet dieses Bild der Familie des Seilermeisters Johann Fichtner (Haus Bruckstraße Nr. 25), von der neben dem Vater - von links beginnend - noch die älteren Kinder Betty, Hans und Fanny, dann - rechts außen stehend - Lina zu benennen sind.

(Stadtarchiv.)

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