Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmener,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3020-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Dülmener'

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6. Das Ensemble der vier Damen, das hier im Park des Hauses Merfeld für eine Aufnahme arrangiert worden ist, vermittelt eine Vorstellung von gutbürgerlicher Kleidung kurz vor der Jahrhundertwende. Zu sehen ist mit ihren drei Töchtern Anna Renne geborene Walt er Ct 1904), die Frau des Herzog von Croyschen Oberförsters Ferdinand Renne Ct 1915).

Rechts neben der Mutter steht Martha Renne, die eine stadtbekannte Persönlichkeit wurde. Sie heiratete den Inhaber der Marktapotheke Max Hackebram Ct 1923). Nach dessen Tod widmete sie sich, da die Ehe kinderlos geblieben war, karitativen Aufgaben. Ihre Aktivität gehörte dem Vaterländischen Frauenverein, dem Katholischen Frauenbund und vor allem dem ElisabethVerein. Da 'Tante Martha' - anders als in ihrer Jugend - später aller Mode abhold war, konnte man sie auf der Straße nicht übersehen. Sie trug stets ein langes schwarzes Jackenkleid und einen schwarzen Hut, der dann und wann ein neues Band bekam. Frau Hackebram starb 1962 nach langem Krankenlager im Alter von 86 Jahren.

7. Beim Anblick dieses Interieurs mag man bedauern, daß sich das Alltagsleben und insbesondere die Wohngegebenheiten der Dülmener Bevölkerung nicht umfassender dokumentieren lassen. Die Nische mit dem hohen Ofen - möglicherweise einem Fabrikat der hiesigen Eisenhütte Prinz Rudolph - zierte das Zimmer eines Patrizierhauses an der Lüdinghauser Straße, jener Straße, an der im alten Dülmen wohlhabende Handwerker und Kaufleute ihre Werkstätten und Wohnungen hatten.

In der Familie Hölscher übten während des 19. Jahrhunderts drei Generationen den Beruf eines Goldschmieds aus. Fräulein Gertrud Hölscher hütete als letzte ihrer Generation das von Großvater, Vater und Bruder überkommene Erbe, bis sie selbst, 83 Jahre alt, 1930 verstarb.

Das Haus ging in den Besitz des Bäcker- und Konditormeisters Franz Röckmann über und wurde bis 1945 als Café genutzt.

8. Von harter werktäglicher Arbeit und sicherlich im Schweiß des Angesichtes verdientem Brot kündet ein Bild aus der Zeit nach der Jahrhundertwende. Der Acht-Stunden-Tag war damals bereits im Gespräch, aber noch nicht durchgesetzt. Die Arbeiter, die sich auf ihre Gabelschaufeln stützen, solange der Fotograf tätig ist, bauen keine Straße, sondern einen Bahndamm. Ihren Lohn erhalten sie von dem Herrn mit Schlips und Kragen und mit dem Namen Hermann Lödding Ct 1942).

Dieser siedelte 1902 von Billerbeck nach Dülmen über. Er erwarb in der Lüdinghauser Straße die Gaststätte Kaute und übernahm auch den dazugehörigen landwirtschaftlichen Betrieb. Gleichzeitig eröffnete er ein Tief- und Straßenbauunternehmen. Desgleichen tat sein Bruder Anton. Er ließ sich ebenfalls in Dülmen nieder, errichtete an der Borkener Straße den Merfelder Hof und machte außerdem ein Hochbaugeschäft auf.

Von dem robusten Hermann Lödding verlangte der starke körperliche Einsatz seinen Tribut, wenn er abends am Stammtisch seiner Wirtschaft von des Tages Last vor dem Kamin ausruhte. Mancher sah ihn dort ein kürzeres oder längeres Nickerehen halten und entschuldigte es verständnisvoll. Die Stunden der totalen Verwüstung auch seiner Existenz blieben ihm erspart.

9. Die Stadt war seit 1802 die Residenz der durch die Revolution aus Frankreich vertriebenen Herzöge von Croy. Seit etwa 1840 bewohnten sie ihr im klassizistischen Stil erbautes Schloß an der Halterner Straße. Wenn die 'Durchlaucht' sich in Dülmen aufhielt, zeigte eine rot-weiße Fahne hoch 0 ben auf dem Dach des Gebäudes dies an.

Hausherren und Verwalter des Fideikommiß, eines unveräußerlichen und unteilbaren Familienbesitzes, waren seit 1861 die Herzöge Rudolph (t 1902), Karl Alfred (t 1906) und Carl Rudolph (t 1974). Der letzte - hier als Leutnant in der Uniform der Garde-du-corps, der kaiserlichen Leibwache in Berlin, mußte 1918 den Verlust der restlichen seinem Haus verbliebenen Privilegien hinnehmen und 1945 auch die Zerstörung des Schlosses erleben, als es mit der gesamten Innenstadt unter den Schlägen der Spreng- und Brandbomben in Trümmer sank.

Herzog Carl Rudolph bewohnte nach dem Zweiten Weltkrieg hinter dem Eingang des Wildparks das Haus seines früheren Oberförsters Fischer.

10. Jagdgesellschaften lieben es, nach dem Abschluß des letzten Treibens die Strecke und auch sich selbst zur Schau zu stellen.

Um 1845 taten dies einige Dülmener Nimrods im Süskenbrok. Sie ließen sich - die moderne 'Lichtbildkunst' begann gerade, die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen auf sich zu ziehen - von heute unbekannter Hand in Öl malen. Das farbenprächtige und für die Personengeschichte aufschlußreiche Gemälde mit der Silhouette der Stadt im Hintergrund hing hundert Jahre bei einer Dülmener Familie, ehe es 1945 ein Raub der Flammen wurde.

Im Herbst 1907 wurden diese vierzehn Waidmänner, die ihre Strecke im Dernekamp nahe einem Kotten 'in den dieken Kämpen' ausgebreitet hatten, mit ihren abseits stehenden Treibern fotografisch festgehalten. Die ermittelten Jäger sind, von links nach rechts: 2. Otto Specht, 3. Bernhard Schlieker, 4. Ernst Schücking, 5. Dr. Joseph Bremer, 7. Hermann Simons, 9. A1ex Kalvelage, 10. August Kalvelage, 11. Kasimir Roling, 12. Wilhelm Specht und 13. Johann Bernhard Löhning.

Das Bild ist von einem der beteiligten Jäger anscheinend mit Hilfe eines Selbstauslösers 'geschossen' worden. Der Fotograf eilte nach Einstellen der Mechanik an den für ihn bestimmten Platz und verwackelte das eigene Konterfei.

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