Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmener,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3020-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Dülmener'

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A913

16. Fotografien von Angehörigen gaben besonders während der beiden Weltkriege immer wieder einen gewissen Halt. Sie schlugen in einsamen Stunden oft über Tausende von Kilometern hinweg eine Brücke. Soldaten trugen unter den wenigen Habseligkeiten gern Aufnahmen ihrer Lieben bei sich. Frauen und Eltern räumten den Bildern ihrer uniformierten Männer und Söhne einen bevorzugten Platz ein.

Dieses Gruppenbild aus der Kriegszeit 1914-1918 besitzt insofern Seltenheitswert, weil auf ihm zehn Dülmener zu sehen sind, die gleichzeitig in der selben Einheit Dienst. taten. Ihr Truppenteil war in Detmold stationiert und vermutlich das Reserve- oder Landwehr-Infanterie-Regiment 55. Die Schulterklappen verraten es.

Ob alle Dülmener gesund heimkehrten, vermag niemand zu sagen. Die drei sitzend abgebildeten Soldaten erfüllten nach dem Krieg im zivilen Leben wieder ihre Pflicht. Es sind, von links nach rechts: Landwirt Antonius Middeler, Druckermeister Joseph Sievert und Kohlenhändler Joseph Lohmann. Als Beinamputierter fand Anton Dabeek - er steht am weitesten links - ein Unterkommen bei der Reichsbahn. Bis in den Zweiten Weltkrieg kontrollierte er am Hauptbahnhof die Fahrkarten. Sein Nachbar rechts ist Joseph Thoms.

17. Derartige Postkarten wurden während des Ersten Weltkrieges häufig zwischen Front und Heimat verschickt. Sie rührten ans Gemüt und sollten bei den Empfängern Ergebenheit und Zuversicht wecken.

Diese Karte löste in Dü1men auch lange nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges im November 1918 noch Schmunzeln oder Gelächter aus, wenn auf sie unter alten Kameraden die Sprache kam. Der Feldgraue, der in voller Ausrüstung gottesfürchtig niederkniet und seinen Helm zum Gebet abgenommen hat, war Angehöriger des münsterischen Infanterie-Regiments 13 und ein in seinem zivilen Leben vielen Dü1menern gut bekannter Handwerker. Die Bereitschaft, sich für eine solche Aufnahme zur Verfügung gestellt zu haben, brachte ihm den Spitznamen 'Der betende Krieger' ein.

Während des Zweiten Weltkrieges heiratete der Schreinermeister mit dem in Dü1men keineswegs seltenen Vornamen Bernhard eine Wirtswitwe und blieb auch nach dem Verlust der Gaststätte und deren Wiederaufbau ein Gastronom, der über seine Vergangenheit zu lachen verstand.

18. In diesem Falle bedarf es keiner längeren Erklärungen. Die korrekt und würdig gekleideten Damen und Herren - die älteren Damen in zünftiger hochgeschlossener Gewandung - sind das Lehrerkollegium der Josephschule. Es hat sich 1922 oder 1923 um den in einern Sessel placierten Rektor Joseph Müller gruppiert. Die Namen der Sitzenden sind Sauer, Emping, Müller, Daldrup und Coers; die der Stehenden Schramm, Bremer, ?, Honervogt, Heistermann, Middendorf, ? , Steens, Linnemann, Haimann (von links nach rechts).

Rektor Müller leitete zehn Jahre lang die beiden katholischen Volksschulen der Stadt; seit 1903 die J osephschu1e und ab 1909 auch die neuerrichtete Overbergschu1e, die erst 1919 selbständig wurde. Mü1lers Kennzeichen waren ein kurzgeschorener Spitzbart und, wenn er mit Kopfbekleidung ging, ein schwarzes 'Stiefken'. Seine Nachfolge trat 1933 für ein Jahr Wilhelm Heistermann an.

19. In den zwanziger und dreißiger Jahren kannten die katholischen Gemeinden noch keinen Mangel an Priestern. Diese hoben sich durch ihre schwarze Tracht - zur Soutane oder zum langen Rock gehörte der weiße Römische Kragen - im Straßenbild deutlich von den übrigen Passanten ab. Und wo der 'Herr Pastor' oder einer seiner Kapläne erschien, liefen ihm die Kinder entgegen, zogen Erwachsene respektvoll die Kappe oder den Hut.

In St. Viktor, der damals einzigen Pfarrgemeinde der Stadt, oblagen Gottesdienst und Seelsorge sechs Geistlichen. Sie sind hier 1924 um .den bereits von schwerer Krankheit gezeichneten Altdechanten Wilhelm Börste (t 1925) versammelt. Rechts sitzt sein Nachfolger Dechant Theodor Knepper (t 1944), links Kaplan Heinrich Hüntemann. Hinter diesen stehen, von links nach rechts: Vikar Franz Berberich, zugleich Hausgeistlicher im Heilig-Geist-Stift und als solcher 'Arrnen-Vater' genannt, und die Kapläne Aloys Dahlkamp, Wilhelm Werdelhoff und Heinrich Becking.

20. Im engsten Familienkreis feierten Dr. Ludwig Wiesmann und seine Frau Maria geborene Schlieker 1924 die goldene Hochzeit. Dr. Wiesmann war Dülmener Kind und - wie sein Vater Dr. Franz Wiesmann Ct 1883) - Arzt mit dem Titel Geheimer Sanitätsrat. Die Stadt ernannte ihn 1917 zu ihrem Ehrenbürger in Anerkennung der Verdienste, die er sich beim Ausbau des FranzHospitals, als Armenarzt und als langjähriges Mitglied des Magistrates um Dülmen erworben hatte. Der Geheimrat starb 1931 im Alter von 91 Jahren.

Seine Frau Maria war die Tochter des Kaufmanns Friedrich Anton Schlieker Ct 1880), der in Dülmen ein Dampfsägewerk und eine bedeutende Grubenholzhandlung aufbaute und in seinem Sohn Bernhard einen befähigten Nachfolger fand. Kommerzienrat Bernhard Schlieker Ct 1930) war Wiesmanns Schwager und verheiratet mit Maria Perner Ct 1941), die 1921 im neugegründeten Emrnerick-Bund den Vorsitz übernahm und bis zu dessen gewaltsamer Auflösung behielt. Das Ehepaar Schlieker steht rechts hinter Geheimrat Wiesmann.

Zu Ehren des Ehepaares Wiesmann trägt das Schwesternheim an der Coesfelder Straße, das auf einem von diesem geschenkten Grundstück errichtet worden ist, den Namen Maria-Ludwig-Stift.

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