Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmener,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3020-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Dülmener'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

21. Was seit kurzem von oben durch ein Landesfischereigesetz geregelt ist, betrieb seit 1926 in eigener Initiative eine Anzahl zumeist Dülmener Bürger, die sich für die heimisehen Gewässer und einen gesunden Fischbestand verantwortlich fühlten. Als 'Kreisfischereiverein' sorgten die etwa fünfzig Mitglieder - anfänglich unter dem Vorsitz des Landrates vom Hove (t 1932) - alljährlich für das Aussetzen von Jungfischen und das Abfangen der ausgewachsenen Tiere. Der Verein hat bis 1980 bestanden. Die von ihm vorrangig besetzten Gewässer waren zunächst der obere Mühlenteich in Merfeld, dann der Teich auf der Karthaus.

Das Bild zeigt das erste Abfischen im Herbst 1926. Titel und Berufe der Beteiligten sind der Einfachheit halber weggelassen. Vordere Reihe, von links nach rechts: Krampe, Besselmann(? ), Leeser, Horstmann, Gaters1eben, vom Hove, Schulz, Kreuz (August), Banniza, Vornefeld, Prinz, Holthöver (Carl), Mues, Schücking (Paul) und Nikolaus. Hintere Reihe: Bremer, Kreuz (Bruno), Fischer, Schlieker, Lödding, Sebbel, Nordhoff, Roling, Schücking (Ernst), Specht (OHo), Schwartze, Eggert(?), Göllmann, Schulze Bertelsbeck, Kersting, Specht (Wilhelm), Holthöver (Hans), Heintjes und Andresen.

22. Nach den Entbehrungen der Kriegs- und Inflationszeit regte sich ab 1924 mit der Stabilisierung der Verhältnisse ein gesteigertes Lebensbedürfnis. 1925 wurde erstmals wieder ein Schützenfest in der hergebrachten Weise gefeiert. 1926 führte der Kreisinnungsausschuß in Dü1men vom 7. bis 24. August eine Leistungsschau durch, an der sich im Gymnasium am Nonnenwall und in dessen nächster Umgebung alle im Kreis Coesfe1d heimisehen Zweige des Handwerks beteiligten. Großen Zuspruch fand das Rahmenprogramm mit seinen vielen geselligen Veranstaltungen.

Für Stimmung sorgte während der 'Gewerbeschau' auf dem Hof des Gymnasiums ein Stand der 'Dampf-Kornbranntwein-Brennerei' des Johann Bernhard Löhning (t 1931). Die Herren - zur Kamera wendet sich inmitten der Gesellschaft der Wirt Anton Preun; rechts neben ihm sitzt der Kaufmann Anton Abel - lassen sich anscheinend die angebotenen scharfen Sachen gut munden, zuma1 der Doppelkorn nur 20, der Steinhäger nur 30 Pfennig kostet. Vater Löhning wird durch seinen Sohn Alfred (t 1960) vertreten, der unmittelbar rechts hinter der Serviererin sitzt. (Der Herr links mit Schirm und 'Melone' ist der Schäftemacher Car1 Meyer. Er gehörte zwischen 1919 und 1933 zeitweilig der Stadtverordnetenversammlung bzw. dem Magistrat an.)

23. Die beiden Herren waren in Dü1men vierzehn Jahre nebeneinander für die ihnen anvertrauten Bürger tätig und begegneten sich - nicht nur wegen des unterschiedlichen Alters - in großer Hochachtung.

Adolf Fiedler (1859-1926) war gebürtiger Warburger. Knapp ein Jahr nach seiner Ordination als Pastor übernahm er 1887 die Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde und verwaltete diese bis zu seinem Tod. Während seiner Amtszeit stieg die Zahl der Seelen so rasch, daß 1892 das Gotteshaus vergrößert und mit einem Glockenturm versehen wurde. 1895 erhielt die Gemeinde ein eigenes Schulgebäude und 1898 den Friedhof.

Dr. Karl Pieper-Sicking (1878-1970) stammte aus Rietberg und war, bevor er nach Dü1men kam, in Dortmund Assessor des Magistrats. 1912 und 1924 wurde er für jeweils zwölf Jahre zum besoldeten Bürgermeister der Stadt gewählt. Als Jurist und korrekter Verwaltungsmann legte er sich besonders 1933 mit den Nationalsozialisten an. 1936 mußte er ohne ein Wort des Dankes gehen. Von 1945 bis 1948 stand Dr. Sicking wieder im Dienst der Stadt, jetzt als Leiter des Bauamtes. In dieser Zeit wurden entscheidende Vorarbeiten für einen geordneten Wiederaufbau geleistet. (Aufnahme von 1958.)

24. Eine Freiwillige Feuerwehr besaß Dülmen seit 1879, und obwohl dieser am Coesfelder Tor ein Gerätehaus mit Steigerturm zur Verfügung stand, löste sie sich 1887 'wegen zu geringer Beteiligung aus der Bürgerschaft' auf.

Erst 1902 konnte die Feuerwehr neu ins Leben gerufen werden. Als sie im Juli 1927 ihr erstes Jubiläum feierte und sich für das Erinnerungsfoto vor der damaligen 'Schloßgarage' - der heutigen Musikschule - aufbaute, waren ihre Führer die beiden Herren mit der Pickelhaube, rechts der Kaufmann Theodor Trippelvoet, links als dessen Stellvertreter der Verleger Ludwig Schnell.

In seinem Unternehmen, der 1842 eröffneten A. Laumannsehen Buchhandlung, druckte Ludwig Schnell (t 1928) vornehmlich Gebetbücher und religiöse Literatur. Seit 1922 durfte er sich deshalb offiziell 'Verleger des Heiligen Apostolischen Stuhles' nennen.

Die Gründung des Spielmannzuges und der Musikkapelle fällt in das Jahr 1872. Das Korps der Trommler und Pfeiffer - hier unter Georg Mölleck - blieb stets ein Teil der Feuerwehr. Die Blasmusiker wechselten zwei-, dreimal ihre Zugehörigkeit, ehe sie unter ihrem Dirigenten Anton Kadell zur Feuerwehr fanden.

25. Wer auf kleine K1assenfrequenzen als unabdingbare Voraussetzung für den Lernerfolg schwört, sollte die kurzgeschorenen und pflegeleichten Köpfe zählen. In dieser Gemeinschaft wurden 1926/27 dreiundvierzig Jungen nicht nur an Ruhe und Ordnung gewöhnt, sondern auch nachhaltig erzogen und unterrichtet. Es handelt sich um eine Klasse des vierten Jahrgangs der Josephschule. Die Schule war 1892 gebaut worden und lag bis 1945 versteekt hinter der Post und den Häusern der Lüdinghauser Straße. Den Hauptzugang hatte sie am Marienplatz. Wieviele von den damals Neun- bis Zehnjährigen mögen noch leben und nun auf die Siebzig zugehen?

Ihr Lehrer, der sich hier nicht sonderlich glücklich in Pose setzt und mit randloser Brille und Mittelscheitel einen überholten und häufig verspotteten Typ des Magisters verkörpert, hieß Heinz Bremer (t 1951). Er war ein Schwiegersohn des Brennereibesitzers und langjährigen Stadtverordnetenvorstehers Thomas Göllman (t 1952). Seit 1911 unterrichtete Bremer an der Josephschule. 1930 wurde er nach Sythen versetzt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2021 Uitgeverij Europese Bibliotheek