Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Kennt Ihr sie noch... die Dülmener

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmener,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3020-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Dülmener'

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26. Anders als nach 1945 trafen sich nach dem Ersten Weltkrieg die alten - und vermeintlich unbesiegten - Kameraden in festen Organisationen und regelmäßigen Abständen, um gemeinsam Erlebtes auszutauschen und Zusarnmengehörigkeit zu pflegen. Wenn Ähnliches nach dem Zweiten Weltkrieg nicht geschah, lag es wahrscheinlich daran, daß dieser mit der bedingungslosen Kapitulation und mit einer ungeahnten Katastrophe einschließlich der Besetzung des Landes durch die Siegermächte endete.

Ein Kriegerverein war bereits 1872 gegründet worden. Später kamen ein Garde-, ein Kavallerieund ein Marineverein hinzu. Die verschiedenen Gruppierungen in Stadt und Amt Dülmen faßte seit 1922 ein Ortskriegerverband zusammen, der sich bewußt deutschnational gab. Alljährlich veranstaltete er ein allgemeines Kriegerfest, bei dem die Veteranen von 1870/71 besondere Ehrungen erfuhren.

Die Unermüdlichen fanden sich gewöhnlich am Tag nach dem Fest in der Wirtschaft 'Schmitz an den Türmen' zu einer oft ausgiebigen Nachfeier ein. Hier sind es um 1928, von links nach rechts:

Schneidermeister Joseph Heimann (1.), Zollsekretär Paul Schlüter (3.), Fernmeldebezirksführer Kar! Röwekamp (6.), Metzgermeister Theodor Koschig (7.) und Wirt Heinrich Schmitz (9.). Auf die Pauke haut Franz Telsemeyer.

27. Zwischen den beiden Persönlichkeiten gab es mehr als nur eine Gemeinsamkeit. Die eine war katholischer Priester. Dieser wirkte von 1927 bis 1941 als Kaplan an St. Viktor, hatte als Pfarrdechant in Dü1men von 1945 bis 1966 sicherlich die schwersten Jahre seines Lebens zu bestehen und starb 1970 im Alter von 81 Jahren. Die vielfältigen Verdienste waren zuvor durch die Ernennung zum Propst anerkannt worden. Eine Verleihung des Ehrenbürgerrechtes lehnte er ab. Sein Name: Theodor Dümpelmann.

Die andere war Dü1mener Kind und gewichtiger Besitzer einer gutgehenden Wirtschaft an der Ecke Marktstraße/Marktgasse. Mit seinem urwüchsigen und unversiegbaren Humor unterhielt der Gastronom seine Gäste aufs beste. 1927 wurde er Schützenkönig und nahm die Ehefrau der nachbarlichen Konkurrenz zur Mitregentin. 1954 verstarb der Wirt im Alter von 66 Jahren. Sein Name: Clemens Wening.

Dümpelmann verstand es, in der Frühe der Sonn- und Feiertage eine stille Messe auch kurz zu machen. Wening liebte es, an solchen Tagen eher als gewöhnlich aufzustehen und um sechs Uhr zur Messe zu gehen. Wenn Dümpelmann das Credo mit den Worten begann 'Ich glaube an Gott,' antwortete Wening hinten in der Kirche mit verrauchter Stimme 'Ik auk!'

28. Seit die Stadt ein Verkehrsamt unterhält, entwiekelt sich die ursprüngliche Spottbezeichnung 'Natz von Dülmen' zu einem attraktiven Werbeslogan. Die Darstellung der Dülmener Symbolfigur als Klumpenmann mit Kittel und Kappe loekt mehr und mehr Fremde in die Stadt und ihre schöne Umgebung.

Der Name 'Natz von Dülmen' läuft wie eine griffige Münze ungefähr seit einem Jahrhundert um. Aber niemand vermag zu sagen, wer gemeint ist. Manche wollen wissen, daß ein Wirt - entweder Bernhard Ostrop von der Coesfelder Straße (t 1876) oder Bernhard Bügelmann von der Großteichsmühle (t 1908) - bei der Geburt Pate gestanden habe. Möglicherweise wird aber auch nur die starke Verbreitung dieses Vornamens in Dülmen aufs Korn genommen. Die Absicht, der imaginären Gestalt ein Denkmal zu setzen, scheiterte trotz einiger erfolgversprechender Anläufe. Da in Dülmen früher alle einschlägigen Geschäfte eine Zigarrenmarke 'Natz von Dü1men' angeboten haben, braucht die fragliche Bezeichnung als Name eines Kegelklubs nicht zu verwundern. Sinniger wäre es allerdings gewesen, wenn jedes seiner Mitglieder ein wirklicher 'Natz von Dü1men' hätte sein müssen. Deren lassen sich aber in der fröhlichen Runde nur zwei ausmachen. Den einen lernten wir bereits als 'Betenden Krieger' kennen (hintere Reihe, Fünfter von links); der andere ist Stadtoberinspektor Mensmann (t 1945). Einer Prothese wegen, die er am linken Arm trug, nannte man ihn den 'Hölten Büörgermester' (vordere Reihe, Erster von links).

29. Als erste Sportarten wurden in der Stadt seit 1884 Turnen und Schwimmen betrieben. Den Fußball machten nach 1918 einige Dü1mener heimisch, die aus englischer Kriegsgefangenschaft heimkehrten. Um 1920 schlossen sich zwei Mannschaften zum 'FC Union' zusammen. Eine der beiden, der 'FC Viktoria', hatte bis dahin im Wildpark nahe dem Vogelsberg einen eigenen Platz zur Verfügung gehabt, der seitdem auch dem Partner offenstand.

Ab etwa 1925 erweiterte der 'FC Union' seine Aktivität und nannte sich bis 1936 'Verein für Leibesübungen' (VfL). Kurz zuvor hatte er sich an der Coesfe1der Straße gegenüber der Wirtschaft Nordmann - wiederum auf herzoglichem Grund und größtenteils in Selbsthilfe - ein neues Spielfeld geschaffen. Fast gleichzeitig erhielt unmittelbar nebenan der Verein 'DJK Sportfreunde 1920' sein Feld. Obwohl der 'VfL' 1932 in größerer Nähe zur Stadt ein Stadion - das heutige TSG-Stadion - bezog, blieben bei Nordmann die beiden Plätze bestehen. Sie wurden erst nach 1945 überbaut.

Bei Nordmann trat 1931 die erste Mannschaft des 'VfL' gegen die erste Mannschaft von PreußenMünster zu einem Freundschaftsspiel an. Zur Dü1mener Elf gehörten die Fußballer (von links nach rechts): Erdbrügge, Norgall, Wälter, A. Stevermüer, R. Stevermüer, Kerckhoff, Göckener, Nientiedt, Reuvener, H. Stevermüer und Elskemper.

30. Die älteren Mitbürger werden in dem untersetzten freundlichen Herrn inmitten der Wildpferde den Domänrat August .Kreuz (1873-1957) erkennen. Pius XII. verlieh ihm den Orden 'Für Kirche und Papst'. Der Bundespräsident zeichnete ihn mit dem Großen Verdienstkreuz aus. Die Stadt gab einer Straße seinen Namen.

Domänrat Kreuz war Leiter der Herzog von Croyschen Verwaltung und ein weit über Dülmen hinaus - auch durch seine Schriften - bekannter Fachmann für Wasserwirtschaft. Die Erschließung des Heubachgebietes galt ihm als wichtigstes Anliegen. Auf seine Pläne gehen die Anlage der Fischteiche, die Entwässerung des Lavesumer Moores und der Ausbau der Wildbahn zurück. Die Stadt verdankte ihm ein ausgedehntes und mustergültiges System von Rieselfeldern zur landwirtschaftlichen Nutzung der Abwässer. Maßgeblich war Domänrat Kreuz auch bei der Gestaltung des Waldfriedhofes und der Errichtung der Heilig-Kreuz-Kirche beteiligt.

Nur den örtlichen Nationalsozialisten war der Domänrat als Zentrumsmann und ehemaliges Magistratsmitglied eine unliebsame Person. Höchste Anerkennung fand sein Wirken 1939, als das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Dülmen eine Reichsberatungsstelle für Abwässerverwertung eröffnete und Kreuz zu deren Leiter ernannte.

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