Kennt Ihr sie noch... die Elzer

Kennt Ihr sie noch... die Elzer

Auteur
:   Werner Müller
Gemeente
:   Elze
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6530-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Elzer'

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21 HeinrichWoge

Heinrich Woge, der im Iahre 1876 die Elzer Strohpappenfabrik an der Saale gegründet hatte, ist am 17. Juli 1848 in Brunkensen geboren. Zwei Generationen lang waren seine Vorfahren schon in der Papierherstellerbranche tätig.

In Hannover hatte er das Polytechnikum besucht und Maschinenbau studiert. Diese Vorbildung ist später für die Gründung der Elzer Fabrik richtungsweisung gewesen. Nach seinem Studium führte er zunächst das Familienunternehmen, eine Papiermühle, in Gronau. 1876 kaufte er in Elze ein dreieindrittel Morgen großes Gelände am südlichen Ortsrand von Elze. Entscheidend für die Auswahl des Standortes war der Rat seines Onkels August, der ihm riet, daß für einen Betrieb mit der neuen Dampfkraft der Ort mit einer Eisenbahnverbindung für den Bezug von Rohmaterialien und den Absatz günstig sei.

Acht Iahre nach der Firmengründung hatte Heinrich

Woge sich ein herrschaftliches Wohnhaus bauen können. Weder die Fabrik noch das Wohnhaus stehen noch. Hauptabnehmer der Strohpappe war seinerzeit die Continental Caoutchouc Camp. in Hannover, später lieferte er seine Pappen auch im großen Umfange nach Berlin. Die großformatigen Fotoalben, die in Mode gekommen waren, förderten den Absatz.

Der Erste Weltkrieg erforderte eine Umstellung der Produktion. Nun wurde Strohkraftfutter produziert; was immer man darunter auch verstehen kann.

Am 30. Mai 1934 ist Heinrich Woge in Elze verstorben.

22 Friedrich Schmidt

Großvater und Enkelin stehen im Winter 1912/13 vor der Tür ihres Hauses in der Bahnhofstraße. Es sind der Zimmermeister Friedrich Schmidt und seine Enkelin Elisabeth Bock-Schmidt. Auf dem Passepartout des Fotos ist mit dem Bleistift vermerkt worden: Großvater 77 Iahre, Großtochter 10 Ij2 Iahre alt. An der Haustür leuchtet das weiße Emaille-Firmenschild, dessen Text nur mit der Lupe zu entziffern ist.

Friedrich Schmidt hat im Iahre 1883 in Bahnhofsnähe nach den Plänen der hannoverschen Postdirektion zusammen mit dem Maurermeister Lampe das alte Postgebäude gebaut und an die Kaiserliche Post vermietet. Bis zum Iahre 1965 ist dieses Gebäude von der Post genutzt worden. Dann errichtete die damalige Bundespost ein eigenes Gebäude am Bahnhofin der Einmündung der Sophienstraße.

Mit Elisabeth Bock-Schmidt, die dreiundneunzigjährig erst 1995 gestorben ist, ist in Elze die Familie des Zimmermeisters Schmidt ausgestorben. Wie wichtig der Enkelin die Familientradition gewesen ist, zeigt, daß sie bei der Eheschließung mit dem Elzer Verwaltungsangestellten Karl Bock den Geburtsnamen als Zweitnamen beibehielt. Fotos und Erinnerungsstücke an die Familie BockSchmidt zeigt das Elzer Heimatmuseum.

23 Elzer Zuckerfahrik

Hermann Bosse war der Direktor einer sehr kurzlebigen Fabrik. Im Iahre 1 873 war schließlich auch in Elze eine Aktien-Rübenzuckerfabrik gegründet worden, nachdem in der Nachbarschaft in Nordstemmen 1865 eine Rübenzuckerfabrik den Betrieb aufgenommen und auch die Gronauer drei Iahre den Elzern voraus gewesen waren. Einer der Direktoren der Elzer Zuckerfabrik ist Heinrich Bosse gewesen, über dessen Leben und Wirken in Elze nichts mehr bekannt ist. Lediglich sein Foto existiert noch. Er leitete die Fabrik in ihrer Hochblüte. Schon 1884 waren - so berichtet Martin Stöber - neben vierzig ständig

beschäftigten Personen in der Rübenkampagne 185 Saisonkräfte tätig. Als in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg die Zuckerrübenproduktion rückläufig war, mußte die Elzer Rübenzuckerfabrik ihre Zuckerproduktion einstellen. 1913 wurden die Gebäude an die Firmen Neumarm und Stutz und an Heine und Holländer verkauft. Heute ist das Gebäude ein Teil der Graaff Vertriebs GmbH (ehemals Niedersächsische Waggonfabrik).

Von allen Zuckerfabriken in der Region arbeitet lediglich die in Nordstemmen noch.

24 Zuhause beim EhepaarWagenbrett

Ein Stück altväterliche, bürgerliche Gemütlichkeit geht von diesem Gruppenbild mit Katze aus. Das Foto scheint in den dreißiger Iahren in der Wohnstube Wagenbretts aufgenommen worden zu sein.

Otto Wagenbrett hat in Elze ein Stück lokaler Zeitungsgeschichte geschrieben. Im Iahre 1913 hatte er in der Bahnhofstraße gegenüber dem Amtsgericht das Druckerei- und Wohngebäude des Verlegers und Buchdruckers Robert Heinrich Vogel übernommen und damit auch die Herausgabe der Elzer Zeitung / Niedersächsischen Post.

Im gleichen Iahr hatte er den Bürgerbrief der Stadt Elze erworben, nachdem er dafür eine Gebühr von sechzig Mark erlegt hatte.

Im Iahre 1941 wurde die Herausgabe der Niedersächsisehen Post unterbrochen. Die Zeitung mußte aufDruck der Nationalsozialisten hin an die Niedersächsische Tageszeitung GmbH in Hannover verkauft werden. Im Vertrag legte man ein Leserzahl der Niedersächsischen Post (NP) von 750 vollzahlenden Beziehern zugrunde.

Die NP war die erste Zeitung im ehemaligen Landkreis Alfeld, die ihr eigenständiges Erscheinen einstellen mußte. Schon am 18. Juni 1945 beantragte Otto Wagenbrett die Genehmigung, die Elzer Zeitung wieder herausgeben zu dürfen. Es dauerte noch vier Iahre, bis sie wieder erschien. Länger als fünfzig Iahre hat das Ehepaar Wagenbrett die Niedersächsische Post in der Bahnhofstraße herausgegeben.

2S Hausschlachter FritzWiese

Das Foto zeigt gleichsam das Standbild eines Hausschlachters. Der Elzer Schlachter und Hausschlachter Fritz Wiese hat sich hier im Atelier eines Elzer Fotografen postiert. Selbstverständlich trägt er die Utensilien seines Handwerkes, die weiße Schürze, das Besteck am Gürtel, den Stahl und das Messer.

Sein Arbeitsplatz als Hausschlachter war aber nie ein Raum sondern der Hof, wo er das Schwein schoß oder schlug, es brühte und am Krummholz an der Stellwand aufhing. Der Vorteil der Hausschlachtung lag einmal beim selbstgefütterten Schwein, das langsam heranwuchs und

dadurch festes schmackhaftes Fleisch entwickelte. Und zum anderen lag es an der Möglichkeit des Hausschlachters die Wurst selbst nach eigenem Geschmack zu würzen. Er war nicht an die strenge Würzordnung gebunden, da er Wurst für den eigenen Verbrauch herstellte.

Fritz Wiese war in Elze geboren und hatte in der Löwentorstraße gewohnt. Verheiratet war er mit der Hannoveranerin Johanna Wiese, geborene Thomas. Erfreulicherweise ist das Foto datiert. Am unteren Querholz des Blumenständers steht das Datum: 9.12.1915.

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