Kennt Ihr sie noch... die Gründauer

Kennt Ihr sie noch... die Gründauer

Auteur
:   Erwin Rückriegel
Gemeente
:   Gründauer,
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3083-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Gründauer'

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21. Auf diesem Bild der Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter ('off de Schanz') im Jahr 1931 erkennen wir: Willi Wiegand, Mina Preißler verh. Wiegand, Elise Ewig verh. Daus, Lina Gunkel verh. Preißler, Elisabeth Eberhardt verh. Stock, Elise Preißler verh. Herzinger, Wilhelm Göbel (verdeckt), Kurt Blam, Lina Niebling verh. Gunkel, Käthchen Stübing verh. Geb, Margarethe Eberhardt verh. Emmerich, Förster Heini Heil, Wilhelm Laubach, Emilie Valentin verh. Ewig, Georg Stübing, Mina Gunkel, Wilhelm Müller, Heinrich Ewig, Marie Sommer verh. Gunkel, Marie Ewig verh. Weber, Wilhelm Göbel und Heinrich Wiegand.

Etwa in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Mai hatten die Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter aufKahlschlägen Fichten zu pflanzen. Die Fichten waren im Pflanzgarten gezogen worden, in dem das ganze Jahr über dreijunge Frauen beschäftigt waren. Ihre Aufgabe war unter anderem Fichtensamen auf die mit untergegrabenen Lupinen gedüngten Beete zu säen, die jungen Fichten zu pikieren (auszuzupfen und auf ein neues Beet im Abstand von etwa ungefähr 25 Zentimeter zu setzen). Nach dem Umpflanzen auf Kahlschläge - die Löcher für die kleinen Fichten wurden von Waldarbeitern mit der Rodhacke gehackt - mußten die zirka zwei Jahre alte Fichten von Anfang Juni bis Ende August mit Sicheln von den schneller als die Nadelbäumchen wachsenden Pflanzen freigeschnitten werden. Außerdem waren Rüsselkäfer zu lesen. Diese wurden mit frischgeschälter Fichtenrinde angelockt, gefangen und in Flaschen gesperrt. Als Stundenlohn erhielten die jungen Frauen im Jahr 1941 39 Pfennig. Für vier Monatsverdienste konnten sich die Waldarbeiterinnen ein Fahrrad kaufen.

22. Auf dem Bild aus dem Jahr 1926 sehen wir die Steinrichter (falsch: Steinkipper) mit ihren Lehrlingen, sitzend: Wilhelm Gunkel, Otto Noll, NN, Philipp Stübing, Heinrich Stübing, Heinrich Wiegand, NN, Peter Gömmer (Waldensberg), NN, Wilhelm Ernil Ewig, Friedrich Blomeyer, Heinrich Reifschneider (Leisenwald) und Peter Wiegand.

Zweite Reihe: Heinrich Ewig, NN, Friedrich Koch, Wilhelm Noll, Heinrich Geb, Friedrich Trebing, Ludwig Wiegand, Wilhelm Kling (Leisenwald), Heinrich Ewig, Heinrich Gunkel und Ernst Stübing.

Weiter: August Stübing, Peter Ewig, Karl Gunkel, Fritz Niebling, Peter Guillemon (Waldensberg), Ernst Geb, Heinrich Eberhardt, NN, NN, Heinrich Nix, Jean Gunkel und NN.

Jeder Steinrichter arbeitete bei Wind und Wetter in seiner dachartigen Schutzhütte, Aufgabe der Steinrichter war es, bei rnöglichst wenig Materialverlust mit dem Hammer aus dem Rohmaterial Steine verschiedener Größe, zum Beispiel Pflastersteine, herauszuschlagen. Die Entlohnung der Steinrichter erfolgte nach Größe und Zahl der fertigen Steine.

Hinter den Personen und am rechten Bildrand sind vier Schutzdächer zu sehen. Um 1930 wurde für die Steinrichter ein großes Gebäude, die Steinrichterhalle, als Arbeitsplatz erbaut.

Das Rohmaterial für die Steinrichter wurde von den Brechleuten (Steinbrechern) mit Hilfe von Brecheisen und Bickeln aus der Wand herausgebrochen und so klein geschlagen, daß es der betreffende Steinbrecher in die Lore hochheben konnte. Kleines Bruchmaterial wurde in die Lore geschippt. Die Entlohnung der Bruchleute erfolgte nach Loren, die gestrichen voll sein mußten. Basalt wurde von Konrad Ewig und dessen Sohn Ernst Ewig zunächst auf dem Eichelkopf und später auf dem Vogelkopf abgebaut. Hier arbeiteten in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts etwa 40 Personen. Diese wurden bald von einem neuen Unternehmen übernommen: 1897 entschloß sich der Bergingenieur Friedrich Rousselle, Hanau-Steinheim, auf dem Vogelkopf ein modernes Basaltwerk mit Brecherwerken, Silos und einer Drahtseilbahn nach Wächtersbach, hier mit Bahnanschluß, zu bauen. Dieses Werk gab vielen Einwohnern von Breitenborn Arbeit und half die Armut beenden.

23. Aufschlagen eines Wohnhauses in Niedergründau im Jahr 1905: Die Maurer, die den Keller und das Erdgeschoß bauten, halfen damals den Zimmerleuten beim Aufschlagen, hier beim Aufschlagen des Hauses von Ludwig Emmel, In der Burg, jetzt Liebloser Straße 17. Für die Kellerwände dieses Gebäudes wurden behauene Sandsteine - in der Art des 'gemischten Mauerwerks' aufgeführt; Gegensatz: 'Schichtmauerwerk' , bei dem, durch die gleich hohen Steine bedingt, Schichten zu erkennen sind - und für das Erdgeschoß und den Giebel 'Russen' (im Feld gebrannte Steine) der Niedergründauer Russenfabrik verwendet. Die Ecken und Fenster sind durch andersfarbige Russen hervorgehoben. Unten in der Nähe der Hausecke steht der Bock, ein hoher vierbeiniger Ständer für den mit Speis gefüllten 'Vogel'.

Folgende Handwerker, außer den Zimmermännern Wilhelm und Justus Henning nur Maurer, und Kinder haben sich dem Fotografen gestellt, auf dem Erdgeschoß: Karl Förster, Peter Protzmann, Peter Semmel, Konrad Matthäus und Wilhelm Henning mit Sohn Fritz Henning.

Auf dem Gerust: Peter Lukas mit zwei Kindern, Philipp Merz mit Tochter Gretel Merz, Ludwig Semmel (Maurer und Bauherr) und Fritz Bode.

Unten stehen Kind Wilhelm Imhof, Kind NN, Karl Maul und Justus Henning. Inhaber des Zimrnerergeschäfts war Justus ('Juhsd', daher die Familienbezeichnung "s Juhsde') Henning, Inhaber des Maurergeschäfts waren gerneinsam Philipp Merz und Karl Maul.

Das zweite Bild zeigt den Maurer und Landwirt Konrad Roth in der Nähe seines Hauses, Untergasse 20, beim Heimtreiben zweier Schweine. Im Hintergrund rechts sehen wir das im Jahr 1931 durch die Gebrüder Heinrich und Johannes Roth erbaute Wohnhaus von Willi Wagner. Konrad Roth und Karl Maul hatten bis etwa zum Jahr 1902 zusammengearbeitet. Dann wurde die Geschäftsverbindung gelöst (Kombenih äß Lombenih = Kumpanei ist Lumperei). Das Maulsehe Unternehmen wurde vor dem Ersten Weltkrieg eingestellt, das Geschäft Konrad Roths irn Jahr 1926 von den Söhnen Heinrich und Johannes übernommen. Um diese Zeit hatte der Betrieb 22 Arbeitskräfte, die meist aus Niedergründau, Mittelgründau, Haingründau und Roth stammten. Außerdem wurden damals etwa zwei bis drei Lehrlinge ausgebildet.

24. An der Außenwand bei der Haustür ist ein Schild mit der Aufschrift: 'Bäckerei von Heinrich Kalbfleisch.' (Fáhrdebägger, Fahrte = sackgassenartige Zufahrt) angebracht. Das Foto entstand etwa 1925.

Im Vordergrund sehen wir die Bäcker: Geselle Ferdinand Schilling, Christian Kalbfleisch (Sohn von Heinrich Kalbfleisch), Geselle Wilhelm Bär, Heinrich Kalbfleisch (Sohn von Heinrich Kalbfleisch) und Bäckermeister und Vater Heinrich Kalbfleisch und auf der Sandsteintreppe unter dem Wetterdach des Fachwerkhauses Familienangehörige sowie Gäste, die wegen der Kerb (dritter Sonntag im Oktober) nach Lieblos gekommen waren.

Der Verkauf der Backwaren erfolgte in der Stube rechts neben der Haustür. In diesem Raum befanden sich nicht nur die Backwaren, sondern alles, was zum Backen im Backofen (rechts neben dem Haus) gebraucht wurde, zum Beispiel Mehl, Zucker, Salz und Schlachtfett. An jedem Werktag wurden Brot und Weck gebacken, Kuchen fast nur auf Bestellung. Vor dem Backofen erblicken wir die Backgeräte (lediglich Teile der Stiele): den Backschäißer (Backschießer) zum Ein- und Ausschießen des Brotes, den Kest zum Verrühren und Herausziehen der Kohlen und den Wesch (Schdruhwesch = Strohwisch) zum Bozze (putzen). Die herausgezogenen Kohlen wurden in einem Eimer aufgefangen und später, nach dem Abkühlen, als duhre Kohle (tote Kohlen) zusammen mit glühenden Kohlen beim Bügeln zum Erwärmen des Bügeleisens verwendet. 'Macht de Bruhdwáhohe enn die Reih'!' hieß Brot und andere Backwaren in den Brotwagen einladen, das Buch mit den Bestellungen bereitlegen und das Pferd anschirren. Jeden Tag wurden Backwaren zur Kundschaft, zum Beispiel in Geschäfte, in Lieblos und Umgebung ausgefahren. Das in der Bäckerei benötigte Mehl wurde vom 'Millwàhche' (= Mühlwagen, Wagen des Müllers) gebracht. Zum leichteren Abladen der schweren Mehlsäcke war die Rampe im Hof der Bäckerei gebaut worden. Erstaunlich ist die große Zahl der in der Bäckerei Kalbfleisch beschäftigten Arbeitskräfte, wenn man bedenkt, daß es noch eine zweite Bäckerei in Lieblos mit etwa gleich viel Beschäftigten gab und daß nicht nur jede Bauernfamilie, sondern auch sogenannte 'geringe Leut" ihr Brot regelmäßig in einem der drei Liebloser Backhäuser backten.

(Foto: Susanne Knaus, Lieblos.)

25. Kaffeetrinken auf dem Acker. Durch eine Notiz auf der Rückseite des Bildes erfahren wir, daß die 'Aufnahme beim Rommelsetzen im Jahr 1929 auf dem Kuhlhofbei Karl Merz' (Niedergründau) entstand.

Wir erblicken im Schatten eines Apfelbaumes an der Chaussee Niedergründau-Langenselbold: Karl Merz, Mina Faß verh. Klingenstein, Heinrich Merz, hinter ihm Marie Merz verh. Dietz, Kätha Merz verh. Honzen, Tilly Fritzel verh. Bechtold, Elise Habermann, Mina Dietz geb. Merz, hinter ihr Wilhelm Merz und Katharine Rödiger geb. Hartwig.

Die Obstbäume im Hintergrund rechts stehen am Rand des Kuhlhofsgabens. Die Setzrommel (in Haingründau und Mittelgründau: Setzkihl) stammten aus eigener Zucht. Bei der Ernte im Herbst wurden besonders gute Exemplare als Sohmerommel (Samenrommel) ausgewählt, und nachdem das Kräurich (Kraut) auf 5 Zentimeter gestutzt worden war, im Keller in Sand und Erde eingeschlagen. Im nächsten Frühjahr wurden die Sohmerommel zwecks Samenbildung auf den Krautgarten 'gesetzt' mit Strohmist vor Hasen und mit einem Holzgestell vor dem Umfallen geschützt. An einer überdachten Außenwand aufgehängt, trockneten die geernteten Stengel mit den Samen, so daß sich diese (der Rommelsohme = der Rommelsamen) im Winter leicht von den Stengein 'abschdrebbe' (abstreifen) ließen. Im zeitigen Frühjahr erfolgte die Aussaat auf dem Krautgarten. Kurz vor dem Lamboyfest (Hanauer Volksfest am 13. Juni, das erfahrungsgemäß häufig verregnete) wurden die kleinen Rommel gerobbd (ausgerupft), zu Arfel (Arm voll), die ausje 4 mal5ü Stück bestanden, gebündelt, auf den Wagen gesetzt und zum Acker gefahren. Dieses Feld war im Vorjahr nach der Getreideemte geschält, tief gepflügt und im Frühjahr geegt, tief gepflügt - hierbei wurden, falls erforderlich, Engerlinge gelesen - und geeggt worden. Das Düngen mit Stallmist, Schafmist (Pferch) oder Pull erfolgte vor dem Pflügen im Herbst oder im Frühjahr. Die Setzrommel wurden bisselweise (der Bissel: ungefáhr ein bis zwei Handvoll) mit den Wurzeln in Wasser getunkt, an lockerer Erde abgestrichen (uhgesschlemmd) und auf die mit dem Streichpflug (Häufelpflug) aufgestrichenen Reihen verteilt. Der untere Teil der Wurzel wurde beim Setzen abgepetzt, damit die Wurzel nicht krumm wuchs, sondern Zug nach unten bekam. Die umgebende loekere Erde wurde beigedrückt. Die Rommel mußten etwa zweibis dreimal gekratzt werden. Die Ende September/Anfang Oktober geernteten Früchte wurden zu Hause im Rommelkeller und (oder) auf dem Acker im Rommelloch gelagert.

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