Kennt Ihr sie noch... die Hönninger

Kennt Ihr sie noch... die Hönninger

Auteur
:   Gregor Krämer
Gemeente
:   Hönninger,
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2302-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Hönninger'

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EINLEITUNG

Die Zeit kurz vor der Jahrhundertwende bis in die dreißiger Jahre - das ist der Zeitraum, in dem Menschen aus dem damaligen Hönningen an Hand von alten Fotos und Berichten in liebenswerter Erinnerung gebracht werden sollen. 'Kennt Ihr sie noch ... die Hönninger' enthält Geschichte und Geschichten. Das Buch soll Erinnerungen an ereignisreiche Jahre wachhalten, an Menschen, Heiteres und Ernstes. Es stützt sich auf Erlebtes, Gehörtes und Erzähltes.

In diesen 40 Jahren, aus denen die Bilder sind, roch der Rhein noch anders als heutzutage; würzig nach Wasser, Dampfschiffen und Schiffstauen. Die Angler brachten oft reiche, wohlschmeckende Beute nach Hause. Samstag abends kehrte noch rechte Sonntagsruhe ein. Die Glocken läuteten zum Sonntag und gaben dem Ort etwas Festliches und Friedliches. Ein Bliek zurück löst verschiedenartige Gedanken und Gefühle aus. War Hönningen schöner? War das Leben erfüllter? Zweifellos mußten die Menschen sich in jenen Jahren mehr mühen, ja schinden. Aber: waren sie nicht weniger im Streß? Erinnerungen werden zu Fragen.

Die Bilder und Zeilen sollen dazu beitragen, diese Fragen aufzuhellen, so daß der Leser in die Lage versetzt wird, selbst Antworten zu finden. Er wird schmunzeln können, oder auch traurig werden bei manchen bekannten Gesichtern oder sonstigen Erinnerungen. Nachdenklich, wenn er das Damals mit dem Heute vergleicht. In Wort und Bild erinnert das Buch an eine Zeit, aus der vieles verloren gegangen ist, die interessant war und auch für die nachwachsenden Generationen wichtig ist.

Die Mischung verschiedenster Mitbürger hatte auffallend eines gemeinsam: alle hingen an ihrer Straße. Zu den Straßen gehörten die zweirädrigen Karren der Handwerker, denn die Hönninger waren nicht nur Bauern und Winzer, sondern ebensoviele Handwerker betrieben ihre Kunst in den Mauern des Ortes. In der Rückblende wirken solche Handwagen gemütlich, angenehm. Ein Lehrling oder Geselle, der damals eine Karre schieben mußte, dachte vermutlich anders darüber. Zu dieser Zeit gehörten die Straßen und Plätze noch vorwiegend den Fußgängern, Radfahrern und Fuhrwerken. Mit Wehmut denken sicherlich viele ältere Bürger an die Zeit zurück, in der sie in den Räumen des "Ireppchens', des Saales 'de Kiff', im Saale Gülden oder in der 'Süßen Ecke' bei Rüssels zusammen kamen. Oder an das alte Pfarrsälchen, in dem viele ernste und heitere Veranstaltungen stattfanden. Oder Persönlichkeiten wie Lehrer Großgarten, Bürgermeister Görtz oder Schwester Sarrnatia, Namen, wie de Backese Hännes, et Plönnche, de Vugels Wilhelrn, de Rüssels Fritz oder de Krämech Hein. In unserem allzeit auffällig blankgeputzten Städtchen war oft der Duft der Landwirtschaft zu Hause: die heutzutage fast unbekannte Mischung aus Heu, Stroh oder Mist, im Herbst kam der Geruch der Kartoffelfeuer hinzu. Jahreszeiten konnte man riechen, hören und sehen.

In und um Bad Hönningen hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Der schmerzliche Verlust vieler Menschen

und auch Bauwerke, sowie ein zunächst zwangsläufig eiliger und nicht in jeder Phase glücklicher Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg haben den Sinn geschärft für die verbliebenen und neu geschaffenen Schönheiten der Stadt und für das, was von ihrem Wesen trotz allem überlebt hat. Die Hoffnung und die Zuversicht der Bad Hönninger war stärker als alles, was ihnen an äußeren, weniger positiven Einflüssen zugefügt worden ist.

Das Sammeln der vorgelegten Bilder hat dem Autor große Freude bereitet. Er hofft, diese Freude an viele Mitbürger und Gäste weitergeben zu können. Er dankt besonders Herrn Siegfried Schwan für seine Mitarbeit und allen, die Fotos zur Verfügung gestellt haben.

1. Wie hier im Hofe des Hauses K1utmann, in der Schultheißgasse, sah man früher die Hausbewohner den Feierabend in geruhsamer Unterhaltung verbringen. Man sprach über Tagesereignisse und gelegentliche Passanten, die nicht selten auch zu dem einen oder anderen Thema ihre Meinung zum Besten gaben. Eine Frau sagte des öfteren in ihrer stets fröhlichen Art: 'Kommt, wir sprechen etwas über die Leut, die Leut sprechen auch über uns.' Danach pflegte man ein Gläschen zu leeren und schon sagte die erwähnte Dame in humorvoller Weise: 'Hoch lebe der Leichtsinn!' Dies soll nicht heißen, daß die oben Beschriebene nach ihrer Aussage gehandelt hat. Keinesfalls, denn sie hatte ein Kolonialwarengeschäft sowie eine vielköpfige Familie und war in Bad Hönningen Zeit ihres Lebens hochgeachtet.

Von der Familie auf unserem Foto darf man behaupten, daß sie sich, wie fast alle Bürger der damaligen Zeit, schwer um ihre Existenz bemühen mußte. Es sind dies in der Mitte der 1826 geborene Wilhelm K1utmann mit bestickter Samtmütze und Pantoffeln, rechts vom sein Sohn Markus mit Schwester Käthe und Mutter Anna. Hinter ihnen JosefKlutmann mit seiner Familie.

Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1894.

2. Die freiwilligen Feuerwehren von Bad Hönningen, Löschzug 1, und Ariendorf, Löschzug 2, und der Ariendorfer Wehr zeitweilig angegliederte Spielmannzug ließen sich 1931 vor der Fassade des Tempelhofes fotografieren.

Sitzend von links: Johann Schmitz, Josef Nelles, Kar! Rings, Johann Non, Johann Kraus, Jakob Frömbgen, Toni Kraus, Johann Kreuzberg, Franz Langenfeld und Stefan Kreuzberg.

In der zweiten Reihe sitzend: Sanitäter Kaspar Non, Peter Weiler, Gustav Leder, Johann Sartor, Christian Stüber, Jakob Kessel, Johann Krämer, Bürgermeister DI. Graff, Wehrleiter Johann Jammel, Wehrleiter von Ariendorf Heinrich Weißenfels, Josef Sieberts, Wilhelm Kraus, Friedrich Morgenstern, Andreas Adams, Heinrich Otten, Sanitäter Willscheid und JammeI.

Links stehend: Hermann Siebertz, Peter Engels, Karl Sieberts, Matthias Klein, Matthias Probst, Johann Both, Johann Nelles, Phillip Marra, Franz Hermes, Matthias Weißenfels, Fritz Eudenbach, Jakob Winnen, Otto Eyl und Wilhelm Henn.

In der vierten Reihe: Jakob Meidt, Michael Kessel, unbekannt, Peter Nebgen, Jakob Rüssel, Peter Frömbgen, August Lacher, Anton Wagner, Anton Weißenfels, Anton Rings, Heinrich Langenfeld, Lothar Frömbgen, Johann Scheidt, Andreas Hoppen, JosefPera und AdolfKraus.

In der hinteren Reihe: Johann Kindling, Jakob van Deelen, Jakob Engels, Kar! Doneker, Hermann Konrad und Nikolaus Hörsch.

3. Bild links: Mit der neuen Fahne des Marianischen Jünglingsvereins zog man mit allen christlichen Vereinen im Jahre 1910 durch die Straßen von Hönningen. Fahnenträger war Franz Weißenfels und seine Kadetten Franz Honnef und Franz Schneider.

Die ersten Bänke in den ausgedehnten Rheinanlagen waren aus Birkenholz gefertigt. Auf dem Foto rechts oben von links: Frau Käthe Krämer mit ihren Töchtern Käthe-Marie und Anita. Edmund Müller sitzt neben seinem Großvater Edmund Weidenbach. Neben Herrn Schoop eine unbekannte Dame. Rechts außen steht Fräulein Hörsch.

Rechts unten: Die Jungengruppe läßt in Haltung und Mienen erkennen, daß sie sich schnell für ein Foto zusammengestellt haben. Es sind von links: Gotthard Wüschem, Ammerich, unbekannt, Josef Theisen, Ehlen, Franz Lacher, Edmund (Mündes) Weidenbach und vor ihnen ein Unbekannter.

4. Links oben: Im Fotoatelier des Fotografen Hermann Schroers wurde 1905 die Aufnahme vom Rauch-Club 'Gut-Qualm' gemacht. Die Herren hatten sich offenbar an einem bestimmten Abend in der Woche regelmäßig in einem Lokal eingefunden.

Sitzend von links: Gockelin, JosefKraus, Hermann Bischofund Krappo, Besitzer des ehemaligen Bahnhofshotels. Stehend: Toni Gills, Jakob Jung, Wilhelm Otten (Bruder von David Otten), Johann Scheidt, August Rosenbaum und Ernst Walker.

Links unten: Im Jahre 1929 wurde das 100jährige Bestehen des katholischen Junggesellenvereines gefeiert. Hier die Repräsentanten im Jubiläumsjahr. In der Mitte Major Hubert Theisen, neben ihm Hanni Sauermann, die Offiziere, zweiter von links Franz Wagner, Fritz Kraus, Josef Schiefer und Peter Lacher.

Fähnriche links: Birnbach und rechts Hans Schoop. Fähndelschwenker: Wilhelm Fingerhut und Spieß Theo Stein.

Rechts oben: Eine Fräulein Schneider leitete 1926 einen Kochkurs für junge Mädchen, Mit den notwendigen Geräten bliekten sie recht vergnügt in die Kamera, auf der Treppe des früheren Winzervereins, heute das städtische Weingut.

Sitzend von links: Maria Hanenberg, Franziska Georg, Margarethe Krämer und Katharina Nelles.

In der zweiten Reihe: Fräulein Schneider, Weinberg, Faßbender, Gretchen Krämer, Elisabeth Ammerich, Luise Haas und Ursula Schmidt.

Oben: Agnes Scholl, Both, Maria Both, Therese Kaiser, Tini Sartor und Gertrud Zech.

Rechts unten: Vor der Sakristeitüre wurden diese Geistlichen fotografiert. In der Mitte der verdienstvolle Pastor Peter Helbach. Er wirkte fast 20 Jahre in Bad Hönningen. Vorne links Walter Busenbender, der fast drei Jahre von 1936 bis 1939 - in der Pfarrei Kaplan war. Hinter ihm lächelnd Pater Hyronimus Clemen. Jahrzehntelang lebte er in den Missionen in Brasilien. Kaplan Josef Krieger, gebürtiger Heimbacher, war ein engagierter Jugendseelsorger mit echter Frohnatur. Mit Brille Kaplan Paul Bohr, Stütze des Pastors von 1944 im Beschuß und nach dem Krieg. Vorne rechts Johannes Pütz, langjähriger Pfarrer einer Saarbrücker Pfarrei. Johannes Pütz und Pater Clemen waren gebürtige Hönninger.

5. Ein Wochenmarkt hat wohl überall auf der Welt einen Hauch von Südländischem. Dies liegt wohl an dem Duft des frischen Obstes und Gemüses, der Gewürze, den Blumen, dem bunten, fülligen Angebot, dem geschäftigen Handel und nicht zuletzt an dem temperamentvollen Anbieten der Marktleute.

Bad Hönningen hatte nach dem Ersten Weltkrieg auch einen solchen Markt. Nicht zu vergleichen mit dem Angebot in größeren Städten, aber doch ein Tag in der Woche, an dem viele Hausfrauen sich schnell ein paar frische Kartoffeln, Möhren oder ein Sträußchen Petersilie erstanden.

Die Bauern aus der nahen Umgebung oder auch etliche Privatgärtner schlugen ihre manchmal allzu einfachen Stände auf dem Marktplatz vor dem Rathaus auf. Viele erinnern sich noch an die Schürreskarren mit nur einem Rad und zwei Holmen, an denen ein Gurt befestigt war, welcher um den Hals gelegt wurde und somit die zu befördernde Last gleichmäßig verteilte.

Laut und wortreich wurde die Ware angepriesen und verführte zum Kauf. Der Markt war etwas für die Augen, Ohren und Nase. Seine Farben und sein Duft wechselten mit den Jahreszeiten. Der rheinische Bohnapfel, der im Herbst die Luft manchen Speichers oder Kellers würzte, ist nur noch selten anzutreffen. Die dicksten Äpfel brachten die Kinder zum Bäcker, um sich für ein paar Pfennige einen Teigmantel um denselben backen zu lassen. Nachmittags war dieser 'Apfelklotz' eine begehrte Delikatesse für Jung und Alt.

Maikräuter, Schlüsselblumen und Veilehen aus dem Schloßgarten oder dem Halbmond oberhalb des Homborns wurden in kleinen Sträußchen oder Bündeln von Kindern angeboten, um einmal im Jahr ein paar Pfennige in Händen zu haben. Der Markt war zwar nie ein Zeichen von Wohlstand, aber doch des Wohlbefindens.

Bild: Markt-Atmosphäre um 1919. In der Mitte am Hause Nassen mit weißer Schürze steht Frau Franz Kraus, Mutter von Anna Kraus aus der ehemaligen Tütenfabrik in der Schmiedgasse. Ihr Geschäft war an der Hauptstraße zwischen dem Kolonialwarengeschäft Georg und der Schuhmacherei Pütz.

Vorne, in gebückter Haltung mit Nackenknoten, Frau Katharina Becker, spätere Präsidentin des Damen-Komitees 'Mokkakännchen'. Links der große Wagen gehörte Herrn Schmitz (Säuschrnitz). Rechts steht das Pferdefuhrwerk des Gärtners Wottke (am Mönchhof),

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