Kennt Ihr sie noch... die von Biedenkopf

Kennt Ihr sie noch... die von Biedenkopf

Auteur
:   Dr. Elsa Blöcher
Gemeente
:   Biedenkopf,
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2425-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Biedenkopf'

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16. Der Schützenverein bei der Grundsteinlegung des neuen Schützenhauses 1907 auf Gonzenhäuser Feld zeigt uns zwei für die Stadt und das Hinterland wichtige Persönlichkeiten.

Als Vierter in der zweiten Reihe steht Kammerherr von Heimburg, Landrat des Kreises Biedenkopf 1893-1907, beliebt, mit der Bevölkerung verbunden, voller Verständnis für die Belange und die Eigenart der Hinterländer, Förderer der Landwirtschaft in dem noch bäuerlichen Kreis, froh begrüßt bei mancher Kirmes. Von ihm ging die Anregung zum Sammeln alten Volksgutes aus, der heimisehen Volkslieder und zur Gründung des Geschichtsvereins. Er war Ehrenbürger der Stadt. Zweiter in der vorderen Reihe ist DI. Ernst Tenbaum, der seit 1896 in der Stadt praktizierte und von 1904-1916 als Kreisarzt tätig war. Vielbestaunt benutzte er für seine Dienstfahrten ein Auto, seit etwa 1907. Auch nach dem Weggang nach Limburg blieben er und seine Familie der Stadt verbunden.

Auf dem Bild sieht man in der hinteren Reihe: Zimmergesell Reinhard Weigel, Zimmergesell Ludwig Platt aus Kombach, Zimmermeister Carl Cyriax, Carl Cyriax junior und Wilhelm Cyriax. Vor ihnen in der Mitte ein Lehrjunge und - verschwommen - Louis Cyriax, Vater von Ernst Cyriax.

In der zweiten Reihe stehen: Amtsgerichtsrat Hatzfeld, Bahnhofsvorsteher Weisbrod, Georg Kramer, Landrat von Heimburg, Bierbrauer Fritz Weigand, Philipp Jäger, Heinrich Hacker,Otto Brühl (Ludwigshütte) und ganz rechts Gastwirt Karlchen Schmidt.

Vorn sitzen: Fritz Banß, Dr. Tenbaum, hinter ihm Georg Weigel, Emil Hacker, Georg Lettermann (Ludwigshütte), Ernst Kilian, Postsekretär Kranz, Theo Wagner, Färber Willi Plitt, Emil Plitt (der Kohlenplitt), Buchdrucker Heinzerling, Karl Plitt (der Eisenplitt), Friedrich Philipps (? ), Otto Heinzerling und Gustav Dörr.

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17. Grenzgang 1907.

Die Organisatoren des Grenzgangs, die Anführer der Männergesellschaften und Burschenschaften waren angesehene, wohlbetuchte Bürger aus allen Berufsschichten der Stadt, bekannt mit dem Brauchtum des Festes.

Hier sitzt in der Mitte Bürgeroberst Otto Hoffmann aus der Brauerei Hoffmann. Links von ihm sein Adjutant, Schmiedemeister Georg Adolph Schmidt aus dem Höbchen, rechts Adjutant Bäcker Wilhelm Braun vom Marktplatz. Hinter ihnen stehen Männerreiter und Männerführer; von links: Ziegeleibesitzer Eugen Göbel, Färber Wilhelm Plitt, der als letzter seines Berufs in Biedenkopf noch nach dem Zweiten Weltkrieg den gesuchten Blaudruck herstellte; weiter Kreisbaumeister Ludwig Achenbach, Steinmetz Pfaffrath aus der Hainstraße, Gastwirt Neuweger Auf der Bach, Karl Weigel aus der Wollspinnerei, der letzten des alten Biedenkopfer Gewerbes, die bis in die sechziger Jahre hinein arbeitete; neben ihm Satt1ermeister Georg Nord und Buchdrucker Carl Heinzerling.

Auf dem Boden sitzen August Kolb, 'der alte Kolb', der schon 1900 Mohr war, hier noch nicht eingeschwärzt, und die Wettläufer Heinrich Vogt und Wilhelm Schmidt.

Der alte Jörg Kraft war während der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts mehrmals in Amerika, wo er auch in einem Bergwerk arbeitete. Daheim erzählte er seinen Kegelbrüdern: 'Aich woar immer flink wie e Wisselche; on moacht de Ledder roff im Bergwerk. Wie äich beinah owe woar, wischt mer de Axt aus der Hand. Äich flink de Ledder nob, on groad ewerm Wasserspiejel ho äich se noch erwescht.'

Als er bei Goebel wieder einmal aufschnitt, gab ihm ein Kegelbruder eine schallende Ohrfeige. Der Geschlagene ließ sich hinfallen wie tot. Da kam der Kegelbruder Kramer mit einem VierteIchen Schnaps und hielt es ihm unter die Nase: 'Jörg, wedde da net erscht noch emol drenke? ' Antwort: 'Wie ka da en dore Mensch gedrenke? '

18. Die Schreinerinnung in Biedenkopf, 1907.

Uber einem großen Hobel hängt ein Riesenhobelspan als Fahne mit der Aufschrift: 'Hoch lebt das edle Schreinerhandwerk', und dem Bild der Zunftzeichen: Hobel mit Winkel und Zirkel. Darunter steht:

Seht diesen Riesenhobel an, des Handwerks schönste Zier,

gar oft wird er der Hand zu schwer, Doch hier macht er Platsier.

Das 'Zunftbuch für die loebliche Schreiner- und Schieferdecker Zunft zu Biedenkopf' ist ab 1761 erhalten. Hoch oben steht August Breidenstein. Die in mehreren Linien ansässigen und in verschiedenen Handwerkszweigen tätigen Breidenstein sehen ihren bekanntesten Vorfahr in Kurt Breidenstein, der, wie sein Bruder Tuchkaufmann in Antwerpen, 1550 in Mecheln an einem Versuch beteiligt war, Landgraf Philipp aus kaiserlicher Gefangenschaft zu befreien. Darunter stehen: Gustav Wild, dessen Vorfahren in Laisa lebten, von denen Justus Wilhelm Wild als erster des Namens 1830 Jungmeister zu Biedenkopf ist, und Karl Lose aus Dodenau; auch er weist auf die enge Verbindung des Handwerks zum Edertal hin, von woher vor allem bei den schweren Bränden Zimmerleute und Schreiner helfend einsprangen, in Biedenkopf 1717, in Wallau 1751. In der dritten Reihe stehen: Louis Geßner, dessen Vorfahr Johann Ludwig Geßner 1826 als Lehriunge aus Holzhausen a.H. in die Stadt kam; Willi Wild, Emil Hosch aus der überstadt, dessen Familie zurückgeht auf Hans Hosch, der 1568 von Eifa her in Biedenkopf einheiratete; Alexander Geßner, Wilhelm Schneider, genannt der Pariser Wilhelm, 1870 in Frankreich geboren, wo seine Eltern, zu Fuß durch Frankreich unterwegs, arbeitend, um sich später nach USA einzuschiffen, durch den Krieg überrascht und über die Schweiz abgeschoben wurden; weiter Louis Schmidt aus der Schreinerei in der Hainstraße. In der vierten Reihe sitzen Justus Angersbach, Reitze Briel von Ludwigshütte, Karl Ludwig Breidenstein, dessen Schreinerei in der Hospitalstraße von Meister Justus Breidenstein gegründet wurde; Wilhelm Ruhl in der Hainstraße, dessen Vater 1864 von Amöneburg nach Biedenkopf geheiratet hatte, und August Krich, dessen Vorfahren nach dem Dreißigjährigen Krieg in Biedenkopf zugezogen waren. Vor ihnen liegen sechs Lehrlinge und Gesellen.

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19. Oben: Die Buchdruckerei Heinzerling feiert bei einem Kartoffelbraten 40 Jahre Arbeitszeit ihres Maschinenmeisters Paul Robert, 1907.

In der vorderen Reihe stehen: Korrektor Georg Hoseh, 'der kleine Jörg'; Schweizerdegen = Drucker und Setzer Philipp Zimmermann, ein Badenser, wohnhaft Obergasse 12; Otto Heinzerling, 'der Weiße', später Buchdrucker in Hannoversch-Münden; Pau1 Robert aus Liederbach bei Alsfeld, wohnhaft am Tauwinkel, und Marie und Carl Heinzerling, 'der Buchdrucker'. Letzter in der Reihe ist wohl ein Helfer beim Feuer wie der erste in der hinteren Reihe. Neben diesem zeigen sich: Setzer Jakob Velte aus Wallau, gefallen im Ersten Weltkrieg; Setzer August Bast, SetzerFrankenberg aus der Mittelgasse, Drucker Johann Wilhelm Wetter vom Galgenberg und Förster Heinrich Michel. Vorn hocken neben Unbekannt: Drucker Heinrich Weber, zwei Kinder, dann die Kinder des Buchdruckers, Karl und Lina Heinzerling, und 'der junge Pfeiffer' mit Tasso, dem Hühnerhund.

Heinzerling sind seit 1640 in Biedenkopf nachweisbar. 1836 richtete Tobias Heinzerling eine 'Druckerei und lithographische Anstalt' ein; seit Juni 1837 erschien hier die Zeitung, die als Kreisblatt und seit 1877 als 'Hinterländer Anzeiger' kaum in einem Haus der Stadt fehlt. Carl Heinzerling war der letzte Herausgeber mit dem Namen der Gründerfamilie, gestorben 1943.

Links unten: In der Bachgrundstraße Ecke Bahnhofstraße steht die Uhrmacherei Heinzerling. Albert Heinzerling war Uhrmacher und Optiker wie auch sein Sohn und Nachfolger. Vor dem Aufgang des ehemaligen Hauses stehen Frau Justine Heinzerling geborene Heek und ihre Kinder Emma, später Liewald, geboren 1899, und Wilhelm, geboren 1893. Aufnahme um 1924.

Rechts unten: Ottilie Heinzerling (1900-1981) aus der 'Mechanischen Strickerei', in der zuletzt Handschuhe gewirkt wurden, unterhielt im Elternhaus in der Stadtgasse ein Ladengeschäft für Textilien. (Aufnahme um 1920.)

20. Vier Namen sind unvergessen als die der Betreuer des Heimatmuseums in Schloß Biedenkopf:

Karl Pfeil Senior, Spenglermeister und Schornsteinfeger, genannt 'der alte Suppes', kannte durch das Kaminfegen alle Hausböden der Umgegend. Mit den dort sichergestellten Funden legte er den Grund zum Hinterländer Heimatmuseum, das Vater und Sohn weiter ausbauten und Zeit ihres Lebens pflegten. Ihr Humor hält sie auch in der Gegenwart lebendig.

Oben: Das Bild stammt aus der Zeit der Eröffnung um 1908. Drei Trachtenpuppen, ein Bauernbursch, ein Bauer im Dreispitz und ein Mädchen in Marburger Tracht, stehen, soeben angezogen, vor dem Schloß, flankiert links von Schreinermeister Louis Schmidt und Schornsteinfeger Georg Link, rechts von Stadtsekretär Wilhelm Rumpf aus der Hintergasse. Davor sitzen Frau Käthe Weidemann, trachtenkundig und als Schneiderin Hauptkraft beim Einkleiden der Puppen, in der Mitte Karl Pfeil senior und neben ihm eine Verwandte von Frau Weidemann, wahrscheinlich aus Dexbach. Die Kinder vor ihnen sind wohl ein Sohn Schmidt, Erich Weidemann und eine seiner Schwestern.

Links unten: Die Dreiergruppe vorm Eingang zum Museum zeigt Karl Pfeil, den Junior, auch Schornsteinfeger, auch später 'der alte Suppes' genannt. Unvergessen sind seine beiden Reisen nach Amerika, sein Bariton, der überall anzeigte, wo er arbeitete, und eine vorzügliche Schuhcreme, die er aus Ruß herzustellen wußte. Hier steht neben ihm eine Besucherin, Lina Frischholz, später Möntenich, aus Ludwigshütte und 'Das Altertümchen', Reitze Fischbach aus Eckelshausen, damals Kastellan des Hauses, in dem er jedes Stück wie kostbaren Eigenbesitz pflegte und an das Urteil eines Besuchers glaubte: 'Ich und der Bismarck, wir seien nicht zu ersetzen.'

Rechts unten: Postamtmann a.D. Reinhold Fuhr, heirnatkundig und gewissenhaft forschend, langjähriger Geschäftsführer des Hinterländer Geschichtsvereins, Betreuer des Heimatmuseums in den schweren dreißiger und vierziger Jahren, gestorben 1953. Hier sehen wir ihn nach dem Grenzgang 1928 als ältesten Burschen der Burschenschaft 'Auf der Bach' mit dem jüngsten Burschen, dem gerade 14jährigen Willi Breidenstein, dem späteren Schreinermeister aus der Hospitalstraße.

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