Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Auteur
:   Prof. G. Helmut Brosch
Gemeente
:   Buchen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3074-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Buchen'

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Franz Burghardt (1803-1890), Buchens großer Wohltäter

6. Aus armen Verhältnissen stammend, der Vater starb früh, eröffnete sich keine rosige Zukunft für Franz Burghardt. Der Kaplan erkannte aber seine geistigen Fähigkeiten und gab ihm Lateinunterricht - gegen den Willen des Pfarrers. Dieser meinte, daß 'Gänsehüten für einen so armen Burschen gerade gut genug' sei. Sein Glück mußte er anderswo suchen. Er fand es in der Kaiserstadt Wien. Offiziere verschafften ihm dort einen Studienfreiplatz, der ihm ein Medizinstudium ermöglichte. Als Militärarzt betreute er auch die Familienangehörigen der meist aus höheren Adelskreisen stammenden Offiziere. Bald war er der gesuchteste Arzt in der ungarischen Hauptstadt. Man ernannte ihn zum Inspektor aller dortigen Spitäler.

Herkunft und Heimat hat er darüber nicht vergessen. Seine alte Mutter holte er zu sich und verschaffte ihr einen schönen Lebensabend. Seiner Heimatstadt machte er großzügige Stiftungen für das Spital-, Schul- und Gewerbewesen, insgesamt 82000 österreichisehe Gulden. Weitere bedeutende Summen flossen an Verwandte und Bittsteller. Buchen machte den großherzigen Gönner zum Ehrenbürger und ließ ihm nach seinem Tode ein Denkmal errichten. Eine Straße und das Gymnasium tragen außerdem seinen Namen.

Eine Gymnasialklasse

7. Offiziell wurde erst 1845 in Buchen eine 'Höhere Bürgerschule' errichtet, die 1904 mit sechs Klassen zum Realprogymnasium aufrückte dank einer Stiftung von Dr. Franz Burghardt. 1926 war dann daraus eine Vollanstalt mit Abitur geworden. Seit dem Mittelalter gab es aber in Buchen zumindest Lateinunterricht, wenn nicht eine eigene Lateinschule, was noch nachgewiesen werden muß. Eine stattliche Anzahl Buchener hat jedenfalls auch in früheren Jahrhunderten die Universitäten besucht.

Von diesem Atelierbesuch Buchener Gymnasiasten beim Fotografen Weiß - selbständig und ohne Lehrer - sind folgende Schüler bekannt: Sitzend, von links: Albin Kuhn, Paul Schäfer, unbekannt, Betty Stalf, HeIla Spranz, Albert Wittemann und Erich Volk.

Stehend: Franz Giebel, drei Unbekannte, Franz Kieser und Kar! Baumann. Die Namen der letzten drei sind noch offen.

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Karl Trunzer (J 856-1927), der Begründer des Bezirks-Museums in Buchen

8. Zu Neckarburken wurde Karl Trunzer am 11. April 1856 geboren. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Ettlingen kam er als Junglehrer nach Schollbrunn, später nach Eberbach und Aglasterhausen. Der engeren Heimat rückte er näher, als er Hauptlehrer in Höpfingen wurde. Hier machte er sich um die Pflege des Volksliedes verdient und gründete den Odenwald-Sängergau. Nach Limbach versetzt, schuf er sich ein bleibendes Verdienst durch den Einsatz für den Bau der Eisenbahn Mosbach-Mudau. Auf zahlreichen Wanderungen hatte er seine Heimat erkundet und war mit Sitte und Brauchtum bekannt geworden. Er begann auch schon, unter großen persönlichen Opfern, altes Volksgut zu sammeln und für seine Heimat, das badische Frankenland 'zwischen Neekar und Main' einzutreten und zu werben.

Da trat ein Ereignis ein, das seinem Tun Ziel und Richtung gab, ja seine Lebensaufgabe bestimmte. 1910 feierte man die Silberhochzeit des badischen Großherzogs in Karlsruhe. Um das Jubelpaar zu ehren, veranstaltete man dort eine Volkskunstausstellung. Jeder der recht verschiedenen Landesteile (Baden ist ein künstliches Gebilde von Napoleons Gnaden) sollte dazu seinen Beitrag liefern. Für unser Gebiet wurde Karl Trunzer mit der Sammlung und Zusammenstellung betraut. Als man nach Schluß der Ausstellung die Stücke (es war ein ganzer Eisenbahnwaggon voll) im Buchener Rathaus ausstellte, entstand der Gedanke, ein Museum daraus zu machen. Die Besitzer waren fast ausnahmslos bereit, ihre Stücke zu stiften. Noch war ein weiter Weg bis zum Einzug in das untere Geschoß des 'Steinernen Baues' der ehemaligen Kurmainzer Kellerei und Sommerresidenz. Die Erweiterung im Obergeschoß (1929) sollte Trunzer nicht mehr erleben. Er starb hochgeehrt im Jahre 1927.

Karl Tschamber (J 878-1958), ein Leben fiir Buchen

9. Der ehemalige Gymnasiallehrer hat sein eigentliches Lebenswerk erst nach seiner Pensionierung geschaffen. Er widmete sich zunächst der Musik und der Malerei. 1924 begründete er die Stadtkapelle neu, lange Jahre leitete er den Männergesangverein 'Liederkranz'. Größer aber noch sind seine Verdienste um die Volks- und Heimatkunde. Mustergültig ordnete er das Buchener Stadtarchiv, widmete sich den Kirchenbüchern, die er nicht nur vollständig abschrieb, sondern auch verkartierte. Tausende von Blättern enthält die alphabetische Kartei der Taufen, Patenschaften, Hochzeiten und Sterbefälle. In vielen Ordnern sind familienkundliehe Aufzeichnungen gesammelt. 1931 verfaßte er das historische Schauspiel 'Der Stadtvogt von Buchen', das die Belagerung Buchens 1381 zum Gegenstand hat. Im gleichen Jahr inszenierte er zum 400. Todestag des aus Buchen stammenden Konrad Koch (Wimpina) ein Festspiel. Jeder Buchener singt den von ihm vertonten 'Kerl wach uff!' (Text von Jacob Mayer). Als Kustos des Bezirksmuseums Buchen und seiner wertvollen Bücherei ist ihm die Rettung der Bestände über den Zweiten Weltkrieg hinweg zu verdanken. Zahlreiche heimatkundliche Aufsätze entstammen seiner Feder. Er illustrierte sie auch und schuf eine Reihe Buchener Ansichten, teils als Gemälde, teils als Federzeichnungen. Den Saal des alten Rathauses schmückte er mit den Wappen der Buchener und ihrer Landesherren. Lange Jahre bestimmte er dort als Stadtrat die Geschichte seiner Heimatstadt mit. Kurz vor seinem 80. Geburtstag ist er am 20. Oktober 1958 gestorben. Eine Buchener Straße trägt seinen Namen.

Der Buchener Singverein

10. Es muß jeden Kenner in Erstaunen setzen, wenn er die anspruchsvolle Kirchenmusik studiert, die Joseph Martin Kraus (1756-1792), der spätere königlich-schwedische Kapellmeister und Opernkomponist in den Jahren 1775/76 für Buchen schuf. Sie setzte einen geübten Chor mit ausgebildeten Gesangssolisten sowie ein gut geführtes Orchester voraus. Es ist kaum denkbar, daß man dafür auswärtige Kräfte verpflichtete. Kraus wußte, was er den Buchenern zumuten konnte, hat er doch von Jugend auf sowohl als Sänger als auch als Instrumentalist hier mitgewirkt.

Fast ebenso erstaunlich ist, daß erst 1842, nach der überlieferung bei einem Frühschoppen im 'Riesen', angeregt durch die Musik beim Hauptgottesdienst, der Gedanke geboren wurde, auch einen 'weltlichen' Gesangverein zu gründen. Er nannte sich schlicht 'Singverein'. 1865 wurde sogar ein zweiter Männergesangverein gegründet. 1898 taten sich beide zusammen und, obwohl bald auch Frauen mitwirkten: erst 1967 durften sie offiziell Mitglieder werden. Als Dirigenten des erfolgreichen Gremiums seien aus letzter Zeit genannt: Kar! Tschamber, Georg Bühl, Alfons Roos, Walter Roos und Erhard Wüst.

Unsere Aufnahme aus dem Jahre 1926 zeigt:

Erste Reihe (von links nach rechts): Hermann Wittemann, Josef Seber, unbekannt, Josef Lang, August Breunig, Franz Kieser, Kar! Tschamber, Kar! Heller, Albert Grasberger, August Gehrig, Max Sichel und Ludwig Wörner.

Zweite Reihe: Kar! Müller, Georg Stegmüller, Max Deggelmann, Wilhelm Ackermann, unbekannt, Fritz Stetter, Fritz Zimmermann, Otto Wilhelm Berberich, Kar! Pflüger, Julius Schönit, Schwarz, Herbert Tschamber, Franz Schwab, Valentin Geier und Karl Schäfer.

Dritte Reihe: Ernst Wittemann, Fritz Schwander, Walter Stetter, Richard Freitag, Helmut Müller, Heinrich Lauer, Toni Lemp, Albert Roos, Karl Gramlich, Alois Drolshagen, Wilhelm Eiermann und W örlein,

(Karl-Peter Ebert in: 700 Jahre Stadt Buchen.)

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