Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Auteur
:   Prof. G. Helmut Brosch
Gemeente
:   Buchen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3074-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Buchen'

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Der 'Blecker-Club'

31. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fanden sich die 'Jung-Blecker' in der Heimat wieder. Zwei Mitglieder - Heinrich Wolf und Josef Meixner - waren gefallen. Im Hotel 'Prinz Carl' wurde von den inzwischen nicht mehr ganz so jungen am 1. Januar 1919 ein 'Blecker-Club' gegründet. Während im alten Club die Pflege der Kameradschaft und Gemütlichkeit im Vordergrund stand, so wollte man jetzt mehr das kulturelle Leben fördern. Für musikalische und gesangliche Darbietungen sowie die Einübung kleinerer Theaterstücke sorgte Karl Tschamber. Der Maler Ludwig Schwerin schuf Saalpostkarten und eine 'Blecker-Zeitung'. Einen Einschnitt brachte die Inflation. Einige der meist den jüngeren Jahrgängen angehörenden Mitglieder wanderten in die USA aus. Die Konsolidierung war von kurzer Dauer, da brach die Weltwirtschaftskrise aus. Das Bezirksamt beschränkte die Zahl der Tanzveranstaltungen auf eine pro Jahr. Fast wäre es zu einer Auflösung gekommen. 1933 sollte der Club 'gleichgeschaltet' werden. Das ging nicht, denn er gehörte ja zu keinem Verband, hatte keine 'Dachorganisation', damit allerdings auch keinerlei Rückhalt. Die Vorstandschaft legte ihre Ämter nieder, und bis 1946 ruhte jede Tätigkeit des Vereins. Erst 1947 konnte mit Genehmigung der amerikanischen Militär-Regierung wieder ein Fastnachtball veranstaltet werden. Sogar das Tragen von Masken wurde erlaubt.

Vom Februar 1919, aus der Zeit der Wiedergründung also, stammt unser Bild. Es zeigt, von links nach rechts, vorne: Leo Krüger und Heinrich Häfner.

Zweite Reihe: Hermann Wittemann, August Breunig, Otto Wilhelm Berberich, Josef Kaufmann, Willy Gehrig, Karl Weinlein, Hermann Gramlich und Willi Geier.

Dritte Reihe: Albert Grasberger, Willy Fleckenstein, Helmut Mangler, Kurt Görig, Josef Spieß, Karl Öftering, Leonhard Burkart und Adolf Müller,

Hinten: Adolf Flum, Otto Berberich, Karl Schäfer, Erich Schwander, Wilhelm Kaufmann und Otto Becker.

(Max Deggelmann in 'Der Wartturm' NF 4.Jg. 1969, Nr. 5.)

Der Hohe Elferrat

32. Wenn auch die kurfürstliche Urkunde von 1447 über den Ursprung der Buchemer Faschenacht ein Scherz von Kar! Tschamber ist, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß viele Teile des Fastnachtsbrauchtums hier bodenständige Tradition sind. Schon vor dem Ersten Weltkrieg pflegte man sie und schuf eine organisatorische Betreuung. Jacob Mayer als Präsident des Elferrates hat sich hier hervorgetan. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fastnachtsgesellschaft 'Narrhalla' wiederbegründet, ein 'Fränkischer Narrenring' entstand, der unter Anerkennung der Eigenständigkeit fränkischer Fastnacht Aufnahme in den 'Bund deutscher Karneval' fand.

Unser Bild zeigt den 'Hohen Elferrat' samt 'Blecker' aus dem Jahre 1930.

Am Tisch sitzend, von links nach rechts: Götz, Ernst Stetter, Jacob Mayer, Anton Kaufmann, Franz Fertig, Adolf Oehmann und Alfred Stetter.

Stehend: Hermann Wittemann, Pau1 Schäfer, Albrecht Lang, Emil Schwander, Josef Reinhard, Otto Wilhelm Berberich, Albert Grasberger, Hermann Hefner, August Gehrig, unbekannt, Hans Eschwig und Georg Stegmüller.

Das Schützenkorps

33. Im Jahre 1822 stellte der 'Verein hiesiger Bürger und Bürgersöhne' den Antrag auf Genehmigung zur Bildung einer 'Bürgergarde mit Schützen-Corps', Dem Antrag wurde stattgegeben, die Zahl der Mitglieder aber auf dreißig Mann beschränkt. Auch sollten sie bei Bedarf 'zur Handhabung polizeilicher Maßnahmen' mitwirken. Als sie 1839 auf Befehl des Bezirksamtes gegen die Huddelbätze an Fastnacht ausrücken sollten, verweigerten sie den Gehorsarn. Daraufhin wurde das Schützenkorps für ein Jahr suspendiert (das letzte Vierteljahr aber durch gnädige Verfügung des Großherzogs erlassen). 1859 nannten sie sich 'Schützengesellschaft" und durften nun fünfzig Schützen aufnehmen. Ihr Domizil wechselte. Beim Musterplatz wurde ein Schützenhaus, später eine Schützenhalle errichtet. 1945 wurde diese Halle samt dem Vermögen des Vereins beschlagnahmt, da die Schützengesellschaften als militärische Organisationen angesehen wurden. Die Halle ging in den Besitz der Stadt über und existiert, mehrfach umgebaut und erweitert, als 'Frankenlandhalle' weiter. Im 'Kleinen Roth', in der sogenannten Schlucht, hatte man schon 1919 eine Schießanlage neu gebaut, die inzwischen ins Mühltal verlegt wurde, In das alte Gebäude sind die Pfadfinder vom Stamme 'Wildenburg' eingezogen, die Schießanlage wurde Spielplatz.

Unser Bild aus dem Jubiläumsjahr 1922 zeigt, von links nach rechts: vorne liegend: Sonnenwirt Rudolf Bopp, Ludwig Kieser, Anton Grasberger und Josef Lauer.

Erste Reihe: Franz Herkert, Hermann Lang, Kar! Jakob, Franz Bernhard, Franz Kieser, Franz Fertig (Oberschützenmeister), Heinrich Schwander, Franz Karl Schäfer, Kar! Geier und Heinrich Bott.

Zweite Reihe: Hermann Krug, Josef Reinhard, Anton Wittemann, Theo Schmitt, Emil Schwander, Oswald Brandenburger, Otto Wilhelm Berberich, Karl Schlatter, Joseph Hernlein, Joseph Farrenkopf und Alois Lauer.

Dritte Reihe: unbekannt, Albert Grasberger, Christian Phillip, unbekannt, Heinrich Zimmermann, Sebastian Geier, Hermann Wittemarm (?), Franz Fürst, Theo Schäfer, Willi Schäfer und Kar! Müller.

Letzte Reihe: Joseph Pfaff, Hermann Hefner, Karl Gramlich, Fritz Reinhard, Eduard Hollerbach, Julius Schmitt und Alfred Stetter, (Dieter Fichter in: 700 Jahre Stadt Buchen.)

Die Römer in Buchen

34. Anlaß, Zeit und Thema des Bildes sind unbekannt. War es eine Theatergruppe oder waren es Teilnehmer an einem historischen Festzug, die sich da im Fotoatelier Weiß zu einem Erinnerungsfoto stellten? Die Waldkulisse gehörte zu den ersten Kulissen von Weiß. Auf den Boden war Heu gestreut worden, um den Eindruck von Natur zu verstärken. Römer stellten sie auf alle Fälle vor:

Soldaten, einen Feldherrn und einen Konsul. Hinten stehen noch zwei Liktoren mit den Faszes, den Rutenbündeln mit Beil, Zeichen der Amtsgewalt. Sie begleiteten die höheren Beamten. Buchen war in der Römerzeit Grenzgebiet. Zuerst lag es noch außerhalb des hinteren oder Odenwaldlimes, dann wurde der römische Grenzwal1 nach Osten vorverlegt (Osterburken) und Buchen wurde römisch. Reste eines Gutshofes aus dieser Zeit zeugen davon.

Als Konsul sitzt vorne (ohne Kopfbedeckung) Jacob Mayer, der Feldherr neben ihm ist Herr Reisemann.

Hinten stehen, von links nach rechts: Adolf Seeber, Löwenwirt Schönit, unbekannt, die beiden Liktoren sind auch unbekannt, dann folgen: Grasberger und Paul Leo Krüger.

Wilhelm Emelé (1830-1905), zu seiner Zeit gefeierter Historienmaier

35. Sein Geburtshaus war der Gasthof 'Zum Riesen', einer der ältesten in Buchen, sein Vater der Riesenwirt. Pferde sah er dort von Jugend auf, und die Darstellung von Pferden in der Malerei sollte ihn berühmt machen. Als eine begonnene Soldatenlaufbahn ihn nicht weiterbrachte, wandte er sich der Historienmalerei zu. München, Wien und Berlin waren seine Wirkungsorte. Die Napoleonischen Kriege hatten ihn schon als Schüler beschäftigt, er malte sie später in großen Tafelbildern, einige im Auftrag von Erzherzog Albrecht von Österreich, dessen Vater, Erzherzog Karl, der berühmte Feldherr war. Am deutsch-französischen Kriege von 1870/71 nahm er als Beobachter teil. Ein Hauptwerk Emelé's aus dieser Zeit, der 'Vormarsch der badischen Grenadierbrigade im Gefecht bei Nuits, 18. Dezember 1870' hängt jetzt als Leihgabe der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe im Bezirksmuseum Buchen.

Den Akzent in seinem Namen schrieb er - irrtümlich - von einer französischen Abstammung her. Lovis Corinth zog ihn schon in München damit auf, und noch an seinem Alterssitz Freiburg reimten die Studenten:

Herr Emelé ist wohlbekannt Bei Mannem, Frau'n und Kindern, Weil er drei 'E' im Namen hat Und den Akzent am hintern.

Der damals hochgeschätzte Maler bekam auf der Weltausstellung in Wien im Jahre 1873 die Medaille für Kunst und durfte in Berlin noch Kaiser Wilhelm zu Pferde malen. Historische Treue in der Darstellung bis ins Detail, das war seine Absicht. Seine Schlachtenbilder wollen keine Kriegsbegeisterung wecken, sie bauen auch kein Feindbild auf, trotz aller nationalen Einstellung, wie sie sich damals weltweit von selbst verstand. Sie sind aber auch keine Antikriegsbilder. Was dann? Fern jeder Propagandaabsicht sind sie zu zeitüberauernden Geschichtsgemälden geworden.

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