Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Auteur
:   Prof. G. Helmut Brosch
Gemeente
:   Buchen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3074-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Buchen'

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Die Familie Emele in Buchen

36. Franz Joseph Bernhard Emele, dessen Vorfahren aus der Pfalz stammen, war im Buchener Gasthof 'Zum Riesen' als Küfer beschäftigt. Der Riesenwirt Josef Kreuter betrieb nämlich auch eine Weinhandlung. Emele heiratete dessen Nichte, und da Kreuter keine Kinder hatte, bekam Emele den Gasthof dazu. Sein Sohn war der Maler Wilhelm Emelé, über den an anderer Stelle berichtet wird.

Das bei Kar! Weiß entstandene Familienbild zeigt in der Mitte sitzend die Riesenwirtin Appolonia Emele, geborene Claes (1837-1901) und ihren Mann Theodor Emele (1824-1900), einen Bruder des Malers. Der Sohn Theodors, Wilhelm (1860-1926) übernahm den 'Riesen'. Er steht links mit seiner Schwester Ludwina (1861-1888). Neben ihm sein Bruder Heinrich (1869-1956), der Jurist wurde, und ganz rechts die Schwester Berta (1866-1942).

Ludwig Schwerin (1897-1983), ein bedeutender Maler Israels

37. Im Jahre 1897 wurde Ludwig Schwerin als Sohn des jüdischen Religionslehrers Jakob Schwerin in Buchen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Buchen studierte er an der Landeskunstschule Karlsruhe und anschließend an der Akademie München. In München blieb er bis 1932 als freischaffender Künstler, dann zog er nach Berlin. Als sein Atelier 1938 von SS- Leuten gestürmt und verwüstet wurde, ging er illegal über die Schweizer Grenze und 1939 nach Israel. 1983 ist er dort kurz vor Erreichung seines 86. Geburtstages gestorben.

Schwerin begann als Zeichner. Zahlreiche Bücher hat er illustriert. Über seine Holzschnitte hat sich Stefan Zweig sehr begeistert ausgesprochen. Berühmte Persönlichkeiten saßen ihm für ein Porträt: Stefan Zweig selbst, dann Thomas Mann, Se1ma Lager1öf, Oskar Miller und viele andere. Den Kopf der Zeitschrift des Vereins Bezirksmuseum Buchen 'Der Wartturm' hat er entworfen. Studienreisen führten ihn durch ganz Europa, seine Ausstellungen wanderten bis nach Amerika und Japan. Bis zuletzt war er künstlerisch tätig und schuf noch in den letzten Lebensjahren eine stattliche Anzahl großer Ölgemälde. Schwerin war auch ein ausgezeichneter Erzähler und Briefeschreiber. Sein 'Vaermländischer Sommer' und eine Autobiographie fanden zahlreiche Leser. Ohne sein Wissen hat man seine Fluchtgeschichte in der 'Tribüne' abgedruckt und ihn damit überrascht.

Von Ehrungen und Auszeichnungen hielt er nichts, seine Geburtstage verlebte er still im Ausland. Einem Freund schrieb er einmal:

Was ist der ganze Ruhm der Welt?

Heut Lorbeerkranz und morgen Besen.

Ein Scheck, im Diesseits ausgestellt, Vielleicht im Jenseits einzulösen.

'Man muß es halt hinnehmen', setzte er hinzu, 'und ich sage wie die Bauländer: in Gottes Namen.' Er bekam das Bundesverdienstkreuz und wurde Ehrenbürger seiner neuen Heimatstadt Ramat Gan in Israel. Buchen hat eine Straße nach ihm benannt.

Unser Bild zeigt Ludwig Schwerin (rechts) mit einem Freunde in Frankfurt um 1920.

Alexandra Röhl (1899-1976): Vom Kurfürstendamm in den Odenwald

38. Eine außerordentliche Frau, ein nicht alltägliches Schicksal. Als Tochter eines Rittergutsbesitzers wurde sie 1899 in Friederikenruh (Ostpreußen) geboren. Die Vorfahren waren Adelige (von Richthofen, von Eschholtz, von Haine) und hohe Offiziere. Ihr Urgroßvater nahm Napoleon gefangen. Zum Empfang beim russischen Zaren Alexander kam er einst zu spät. Der Grund: seine Frau wurde gerade von einer Tochter entbunden. Als der Zar davon erfuhr, rief er aus: 'Ich will ihr Pate sein, sie soll Alexandra heißen.' Nach ihr bekam Frau Röhl ihren Vornamen. Ihr Entschluß, Malerin werden zu wollen, war das, was die Eltern wohl am wenigsten erwartet hatten. Sie setzte sich aber durch. Bei Walther Klemm studierte sie in Weimar und bekam auch bald Kontakte zum 'Bauhaus' dort. Feininger, Klee, Schlemmer, Kandinsky gehörten zu ihren engeren Bekannten. Peter Röhl ward ihr Mann, der Maler Werner Gilles war Trauzeuge. Die Ehe hielt nur wenige Jahre. Sie mußte sich eine eigene Existenz aufbauen, machte eine Schneiderlehre, die Meisterprüfung und eröffnete ein Modeatelier in Berlin am Kurfürstendamm, das bald zu hohem Renommée gelangte. Berühmte Schauspielerinnen von Film und Theater, Damen von Adel (zum Beispiel die Kronprinzessin Cecilie) gehörten zu ihren Kunden. Die Bomben des Zweiten Weltkrieges ließen davon nichts übrig. Im Odenwald, zunächst im Wolfsbrunn bei Amorbach, dann in Buchen, fand sie eine neue Heimat.

Ein Erlebnis mit einem verletzten Rotkehlchen, das sie gesundpflegte, führte sie zur Schriftstellerei. Das Buch 'Duette mit ihm' wurde ein großer Erfolg. Sie arbeitete sich in die Ornithologie ein und hatte die Freude, vor ihrem Tode - sie starb 1976 in Buchen - noch das Erscheinen und erste positive Kritiken über ein weiteres Buch 'Geflügelte über uns' zu erleben. Zuletzt galt ihr Engagement dem Tierschutz, sie war eine erklärte Gegnerin von Tierversuchen.

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