Kennt Ihr sie noch... die von Drensteinfurt

Kennt Ihr sie noch... die von Drensteinfurt

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Drensteinfurt,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2088-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Drensteinfurt'

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6. Daß Lokalpatriotismus selbst bis in die umliegenden Bauerschaften reichte, wird so mancher Stewwerter Junge am eigenen Leib erfahren haben. Denn, eine Tanzpartnerin aus einer Bauerschaft zu wählen, erregte oftmals den Unmut der Bauerschaftsknaben. So mancher brave männliche Tanzkursusteilnehmer, der seine Dame heimwärts bringen wollte, sah sich unversehens kräftigen Bauerschaftsjungen gegenüberstehen. Hier gab es nur zwei Möglichkeiten: es auf eine Schlägerei ankommen zu lassen oder aber sich durch eine Runde freizukaufen. So mancher entschied sich für die zweite Möglichkeit.

7. Die Kolpingfamilie in Drensteinfurt trug in ihrer über lOOjährigen Geschichte entscheidende Impulse zum Vereinsleben in der Wersestadt bei. Dazu zählten auch die zahlreichen Theateraufführungen, die 1921 mit dem plattdeutschen Volksstück 'Söffken van Gievenbeck' begannen. Rektor Dolle, der Initiator und Regisseur, ließ zahlreiche weitere folgen. 'Pat und Pattachon', 'Carmen', 'Möllers Drüksken' sind nur einige Titel.

Das nebenstehende Foto zeigt die Mitwirkenden des Stückes 'Wildrups Hoff', das im Jahre 1928 aufgeführt wurde. Einige der Laienspieler sind vielleicht noch zu erkennen: Anton Teigelkötter, Arnold Wimber, Josefine Töns, Elli Brinker, Änne Kuhlmann, Anni Scheller, Conni Brinker, Tine Wimber, Bemhard Brüning, Käthe Bußmann, Bemhard Mussenbrock, Elisabeth Bennemann, Heinrich Teigelkötter, Bemd Funke, Maria Teigelkötter, Katharina Rövekamp, Bernhard Schmand, Ferdinand Giese, Wilhelm Hüser, Fine Gaßmöller, Theo Hirsch, Fräulein AltenselI, Heinrich Suntrop, Josef Eggenstein, Josef Gallenkemper, Elisabeth Droge, Johann Bennemann, Joh. Bemhard Gaßmöller, Heinrich Fels, Paul Elkendorf, Josef Brunker, Kar! Bockholt, Gerhard Woeste, Anton Bruhland und Vikar Kloster.

8. Im Jahre 1929 konnte die Kolpingfamilie Drensteinfurt, die damals noch den Namen Gesellenverein trug, bereits auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse stand im Mittelpunkt des Festes der große Handwerkerzug. Die ganze Innenstadt war geschmückt, auf dem Westwall stand ein riesiger Triumphbogen, als sich 22 Wagen, die von ortsansässigen Handwerksbetrieben hergerichtet worden waren, durch den Stadtkern bewegten. Nicht Traktoren, sondern Pferde zogen die Wagen, die die Arbeit der verschiedenen Handwerkszweige darstellten.

Von der Kurzen Straße kommend, biegt der Festzug in die Wagenfeldstraße ein. Der Wagen des Buchdruckergewerbes im Vordergrund trägt die Aufschrift 'Gott grüß die Kunst!' Von den urnliegenden Häusern, die auf dem Foto zu sehen sind, ist mittlerweile keines mehr vorhanden.

9. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts war das Handwerk in Drensteinfurt wichtiger Bestandteil des gewerblichen Lebens. Wegen der stark ausgeprägten landwirtschaftlichen Umgebung ist es auch verständlich, daß die Erwerbstätigen vielfach einem Landhandwerk nachgingen. Die Landwirte kamen aus den Bauerschaften nach Stewwert, um beim Wagenbauer ihre Kutschen oder Erntewagen reparieren zu lassen, sie kauften sich neue Holzschuhe bei einem Holzschuhmacher oder ließen sich beim Sattler ihre Pferdegeschirre wieder in Ordnung bringen.

Auf diesem Foto läßt sich deutlich die Verbindung des Handwerks zum agrarischen Umland ersehen. Bauern der Umgebung sind zur Schmiede Schmand an die Mühlenstraße gekommen, um ihre Pferde beschlagen zu lassen. Während der Meister und die Gesellen beschäftigt sind, stehen die Bauern daneben und unterhalten sich. Die Gunst der Stunde, fotografiert zu werden, nutzen auch die drei Frauen, die mehr von der Arbeit des Fotografen beeindruckt zu sein scheinen als von der harten Arbeit der Männer. Auf dem mit 'Kattenköppen' gepflasterten Vorplatz sind zahlreiche bäuerliche Arbeitsgeräte zu sehen, die das umfassende Betätigungsfeld des Schmiedes verdeu tlichen.

Ein Foto, das das Leben und Arbeiten in Drensteinfurt auf besonders anschauliche Art klarmacht.

10. Das Leben der Bewohner eines Ortes spiegelt sich auch in der Architektur, in den Häusern der Menschen wider. Drensteinfurt war noch bis zu Beginn dieses Jahrhunderts eine Ackerbürgerstadt, die man an den Häusern mit den großen Tennentüren erkennen konnte. Die Ähnlichkeit mit Bauernhäusern war nicht zufällig. Denn neben ihrem eigentlichen Beruf waren die Ackerbürger auch oft landwirtschaftlich tätig, Sie hielten ein paar Haustiere oder besaßen eine kleine Landfläche vor den Toren der Stadt. Noch vor einigen Jahrzehnten bestimmten die wuchtigen Fachwerkhäuser das Aussehen der Innenstadt.

Zwei Gebäude dieser Art sind nebenstehend abgebildet. Vor dem Haus Eggenstein am Honekamp (links) haben sich Handwerker zu einem Gruppenbild aufgestellt. Dieses Foto entstand 1900. Im Zweiten Weltkrieg fiel dieses Ackerbürgerhaus den Bomben zum Opfer. In den dreißiger Jahren entstand das rechte Bild. Es zeigt das Haus Terwesten in der Kurzen Straße. Vor der Niendör stehen Bertha Terwesten und ihre Mutter. 1969 wurde dieses Haus, das mit dem seitlichen Vorbau an die 'Alte Post' erinnert, im Rahmen der Stadtsanierung abgebrochen.

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