Kennt Ihr sie noch... die von Drensteinfurt

Kennt Ihr sie noch... die von Drensteinfurt

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Drensteinfurt,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2088-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Drensteinfurt'

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21. So schön auch heute Fachwerkhäuser aussehen, früher waren mit ihnen viele Probleme verbunden: sie waren schwer zu beheizen, die Räume waren niedrig und klein, und die Brandgefahr war groß. Ein typisches Stewwerter Fachwerkhaus war das der Familie Haaler an der Münsterstraße. Vor der Eingangstür stehen Frau Haaler und die Kinder Bernhard, Heinz und Hedwig (nach 1920).

Wenn man die Münsterstraße weiter stadtauswärts ging, so kam man zur Wersebrücke und konnte dort die Badeanstalt sehen. Der Vorgänger des modernen Erlbades war auf der Werseinsel eingerichtet. Der Nebenarm des Flusses diente als Schwimmbecken. Von einem hohen Bretterzaun umgeben, um neugierige Blicke abzuhalten, gab es einen Nichtschwimmer- und Schwirnmerbereich, die durch eine Stange voneinander getrennt waren. Die Badezeiten waren fest geregelt. An ein Gemeinschaftsbad, wie heute üblich, war nicht zu denken. Damen- und Herrenschwimmen fand zu unterschiedlichen Zeiten statt.

Die drei Damen, die sich im Wasser tummeln (von links: Frau Wältermann, Frau Fels und Frau Lackhoff), scheinen ihren Spaß zu haben. Das Wasser jedenfalls war noch klar und sauber.

22. Typisch für Drensteinfurt aber war nicht nur das Leben der Ackerbürger und Handwerker in der Innenstadt, sondern auch das der Landwirte in den umliegenden Bauerschaften. Die weit auseinanderliegenden Bauernhöfe bewirkten eine Isolierung der Bewohner. Häufig karnen sie nur einmal und dann am Sonntag nach Stewwert. Aus allen Himmelsrichtungen fuhren dann die Kutschen vor. Jeder Bauer hatte im Ort eine Anlaufstelle, wo er seine Pferde ausspannen konnte. Neben dem Besuch der Messe traf man sich in den Gastwirtschaften zu einer Tasse Kaffee oder einem Bier und tauschte Neuigkeiten aus. Der Sonntagvorrnittag wurde aber auch dazu genutzt, um Waren für die Woche einzukaufen. Die Kolonialwarengeschäfte waren geöffnet. An den Werktagen hingegen karnen die Bauern selten nach Stewwert. Lediglich, um Fahrzeuge und Gerät reparieren zu lassen, verließ man die Bauerschaft.

Wie auf dem mächtigen Hof Ringhoff in Büren, bildeten die Bewohner eine in sich geschlossene Gemeinschaft. Im Winter ließen zudem die kaum passierbaren Wege es nicht zu, den Hof zu verlassen.

23. Blickfang der münsterländischen Bauernhöfe ist die mächtige Hofseite mit dem verbretterten Steilgiebel und den mit alten Feldbrandsteinen ausgemauerten Gefachen des Fachwerks. In der Mitte des Vierständerhofes fällt das große Tennentor ('Niendör') ins Auge. Gerade bei den Schultenhöfen des Kernmünsterlandes lag diese oft aus vier Teilen bestehende Eichentür ein paar Schritte zurück. Der entstandene Freiraum wurde von den Bauern 'Vüörschöpsel' genannt.

Auf unserem Bild ist dieses deutlich zu sehen. Von der mit Sandsteinplatten ausgelegten Tenne geht der Bliek durch die halbseitig geöffnete 'Niendör' auf den Hof, der von zahlreichen Nebengebäuden umgeben ist. Die Scheune und die angebaute Wagenremise sind zu erkennen. Im Spiel von Licht und Schatten lassen sich die Strukturen des Fachwerks im Bereich des Tennentores ausmachen.

24. Gesellschaftliche Höhepunkte im bäuerlichen Leben der Drensteinfurter Umgebung bildeten die Hochzeiten, an denen die gesamte Bauerschaft Anteil hatte. Die Vorbereitungen begannen bereits Wochen vorher. Die Nachbarn selbst übernahmen zahlreiche Aufgaben, die vom Schmücken des Hofes bis hin zu Spanndiensten reichten. Nicht wegzudenken waren bei den Bauernhochzeiten die zahlreichen Kutschen, mit denen die Hochzeitsgesellschaft zur Trauung nach Drensteinfurt zur Kirche fuhr.

Die Hochzeitsgäste der Familie Wällermann fahren mit ihren Kutschen über die Hammer Straße in die Bauerschaft Eickendorf zurück. In derselben Bauerschaft entstand das Foto mit dem vierspännigen Landauer, der das Hochzeitspaar auf den Hof Kampmann bringt. Die Abfahrt der Kutschen vom Kirchplatz loekt viele Schaulustige an, mit der Ankunft auf dem Hof Mackenbrock 'auf der Rieth' beginnt der 'weltliche Teil' der Feierlichkeiten.

25. Ländliches Leben - das hieß für die Landwirte mit ihren Familien in den Drensteinfurter Bauerschaften fast das ganze Jahr hindurch harte körperliche Arbeit. Um einen Bauernhof funktionsfähig zu halten, waren zahlreiche Personen zur Mithilfe erforderlich. Daher erklärt sich die große Zahl von Bewohnern, die auf einem Hof anzutreffen waren. Neben den Großeltern, Eltern, eventuell Onkel und Tanten, Knechten und Mägden, war eine große Kinderzahl selbstverständlich.

Die Atmosphäre einer solchen großen Familie kann das Foto vermitteln, das auf dem Hof Welp in der Bauerschaft Natorp im Jahr 1945 entstand.

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