Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Auteur
:   Margarethe Stützle
Gemeente
:   Isny im Allgäu,
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2426-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu'

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6. Auf der Kempter Straße vor seiner Villa (heute Tankstelle VW Seitz) ließ sich die Familie des Filtriersteinfabrikanten Schuler kurz vor der Abfahrt nach Bad Schachen im Jahre 1908 fotografieren und sandte den hübschen Kartengruß an Fräulein Maria Grosselfinger, welche während der Woche als Bürohilfe in der Schuler'schen Firma arbeitete und sonntags nach dem Kirchgang in der Villa als 'Kindsmagd' aushalf. Daß man Maria Grosselfinger schätzte, zeigt dieser Kartengruß ihres ehemaligen Chefs.

Am Steuer seines neuen Autos, einem Mercedes Simplex mit der Karosseriefonn 'Doppelphaeton' , Baujahr 1907, sitzt Fabrikant SchuIer, neben sich sein Söhnchen Wilhelm Karl und auf dem Rücksitz seine Frau Helene mit den beiden Töchtern Margarete Charlotte und Theodora Sofie, Dorle genannt.

7. Links: Ein 'Isnyer Büeble' wird Feldpostrneister unter Ohm Krüger im Burenkrieg.

Friedrich Gustav Fleischer wurde 1856 als zweites der vier Kinder des Sattlermeisters und Malers Fletseher in Isny geboren. 1871 wanderte er, gerade 25 Jahre alt geworden, nach Afrika aus, um sich dort eine Existenz aufzubauen. Als "Iransvaalbürger', der er nun geworden war, schloß er sich beim Ausbruch des Burenkrieges 1899 einern Burenkommando an und focht als Reiter in verschiedenen Schlachten tapfer mit. In Ladysmith wurde er Lagerpostmeister, und im Herbst 1900 konnte er nach langen Jahren der Abwesenheit endlich die Heimat wieder einrnal besuchen und begeisterte die Isnyer durch seine anschaulichen Vorträge für die 'Burensache' . Wieder nach Afrika zurückgekehrt, verhafteten ihn die Engländer im Oktober 1901 als 'Spion', und nur durch die Vermittlung des deutschen Konsuls kam er wieder frei, worauf er umgehend nach Europa und ins heimatliche Allgäu reiste. Wiederurn hielt er Vorträge und 'sammelte so manche Mark als greifbare Burenhilfe in seinern breiten, mit dem Wappen der Burenrepublik verzierten Südwester ein'. Noch etliche Male besuchte er in den folgenden Jahren die Heimat, zur großen Freude aller, die ihn kannten und als 'unerschöpflichen Erzähler' schätzten.

Kaufrnann, Abenteurer, Soldat, Lebenskünstler - er war wohl von jedem etwas. Als ihn eines Tages sein kleiner Neffe beiläufig fragte: 'Onkel, warum reist du denn mit so vielen Koffern, du hast doch gar nichts darin? ' da erklärte der vielerfahrene Onkel: 'Mein liebes Büble, in die leeren Koffer leg ich Backsteine rein, dann denktjeder, wer mit soviel schwerem Gepäck reist, muß ein bedeutender Mann sein, und ich werde höflich und respektvoll behandelt...' Ein Lebenskünstler war er gewiß, der gute Onkel. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg besuchte er seine Heimat zum letztenmal, im Sommer 1932 starb er in Johannesburg an einem Schlaganfall und fand auf dem dortigen Friedhof seine letzte Ruhestätte.

Rechts: Um 1930 - der 'lang Michl und s'kloi Burgele' stellen sich hier vor. Gut zwei Meter groß war Michel Burkhart, und das 'Burgele' , Walburga Thanner, maß nur knapp 1,50 Meter. An Mutterwitz stand, trotz des Längenunterschiedes, keiner dem andern nach, und gemeinsam war ihnen die Vorliebe für ein großes kühles Bier. So gingen sie Jahr für Jahr treulich vereint in die Brauerei Stolz zum 'Neujahranwünschen' und auch den Namenstag von Frau Stolz vergaßen sie nie, bekamen sie nach erfolgter Gratulation doch stets ein gutes Maß des geliebten Gerstensaftes.

Einmal feierte das unterschiedliche Paar zur allgerneinen Gaudi eine 'Scheinhochzeit' miteinander. Jedes hatte sich ein Blumensträußchen angesteckt, und als nun der Brautkuß ausgewechselt werden sollte, sagte der lange Michl zum kleinen Burgele: 'Du kriagsch weiß was, wenn du mir en Kuß gibscht, ohne daß du di schtrecke duesch.' Nicht faul erwiderte das Burgeie: 'Und du kriagsch no meh vo mir, wenn du mi küssesch, ohne daß du di bucke duescht.'

Eines Tages fuhr der Michel auf dem Bodensee. Da er schon einige Maß Bier getrunken hatte, ließ sein Benehmen ziemlich zu wünschen übrig. Schließlich drohte ihm der Kapitän, wenn er sich nicht anständig aufführe, bekäme er einen Strick um den Leib und er würde ihn so bis Lindau hinter dem Schiff herziehen. Keineswegs eingeschüchtert erwiderte der lange Michel: 'Vn wenn i dir it paß, no sauf i dir dei Lache aus, no kasch dr dei Schlitte im Dreck hoiziage.'

8. Vor seinem Hause am Annaplatz hat sich Schlossermeister Grosselfinger mit seinen Gesellen und dem neu angefertigten Friedhofstor fotografieren lassen. Mit berechtigtem Stolz zeigen sich alle mit der eben in ihrer Werkstatt vollendeten Arbeit.

Am 5. Dezember 1894 hatte die Stadtverwaltung in übereinstimmung mit dem evangelischen Kirchengemeinderat die Herstellung des neuen Kirchhoftores an Schlossermeister Grosselfinger vergeben, dessen Entwurf den meisten Anklang gefunden hatte. Der Preis sollte 80 Pfennig pro Kilo verarbeiteten Eisens betragen.

In der Bildmitte steht Schlossermeister Hans Grosselfinger und hält seinen kleinen Buben Hans an der Hand; neben diesem die Gesellen August Scheuchzger, Friedrich und Philipp, und vor seinem Hause Flaschnermeister Ernst Funk (rechts im Bild).

Der Geselle August Scheuchzger lernte in der Schlosserei von Meister Grosselfinger, ging später zur Eisenbahn und wurde Lokomotivführer. 1925 konstruierte er eine 'Bahngleisunkrautjätmaschine', errichtete in Lausanne eine Fabrik für Eisenbahnzubehör und wurde ein geachteter und wohlhabender Mann.

9. 'Polykarp Vollmer war ein Schuhmacher und Poet dazu .. .' Gemeinsam mit seinem 'Wesensvetter', dem Nürnberger Hans Sachs, hatte er den Beruf und die Freude an der Dichtkunst, gemeinsam war beiden auch die Beliebtheit in ihrer Heimatstadt.

Der 1864 gegründete Arbeiterbildungsverein hatte eine eigene Laienspielgruppe, und Polykarp Vollmer setzte seinen ganzen Ehrgeiz daran, dieser Theatergruppe Schliff zu geben und mit ihr gute Aufführungen zu erarbeiten. Die dazu erforderlichen Stücke schrieb er selbst, das heißt er bearbeitete Romane für die Bühne. Zunächst riet man ihm allerdings nicht nur dringend davon ab, sondern verweigerte ihm rundweg die Erlaubnis zur Aufführung, Darauf sandte Polykarp Vollmer seine Bearbeitung kurzerhand dem Romanautor zu, und umgehend traf die Spielerlaubnis ein.

'Kinder des Südens', 1912 im vollbesetzten Strauß-Saal dargeboten, war sein erster großer Erfolg. Das Stück wurde sogar von einem Münchner Theaterverlag zum Druck angekauft. Den Reingewinn der Aufführrung ließ Polykarp Vollmer der Krankenkasse des Arbeiterbildungsvereins zukommen. Polykarp Vol1mer war Verfasser, Spielleiter und Hauptdarsteller, eine 'außergewöhnliche Leistung, der die allgemeine freudigst gespendete Hochachtung gilt'. 1914 führte er 'Schicksalschläge' oder 'Des Bildhauers Tochter' auf, ein Volksschauspiel in sieben lebenden Bildern; 'nach jedem Akt konnte er stürmischen Beifall ernten'. Er selbst spielte die Rolle des armen Bildhauers Alfonso Girolama. Als solchen sehen wir ihn auch auf den beiden Bildern, einmal an einer Madonna schnitzend; auf dem zweiten Bild befindet er sich in ungerechter Kerkerhaft.

Im Juni 1924 entwand ihm der Tod Schusterpfriem und Feder, 'eine Seele, die in ihren Harmonien alle mitschwingen lassen wollte, schwingt sich zur Ewigkeit' - so sein damaliger Nachruf.

10. Isnyer Bergfreunde um 1910 - so könnte man diesen Freundeskreis nennen, der sich hier in 'alpiner Ausrüstung' zeigt. Wie mühsam muß es für die einzige Dame unter all den Herren gewesen sein, im langen Kleid alle Klettertouren mitzumachen.

Von links nach rechts sieht man Malerrneister Joseph Forderkunz, Sattlerrneister Nachbauer, Wachszieher Zengerle, Fabrikant Benk und Gattin, Schreinerrneister Nachbauer, H. Dörung und Schneiderrneister Natterer.

H. Döring und H. Natterer waren die 'Spaßvögel' der kleinen Gesellschaft; sie wußten witzig zu unterhalten und waren beliebt und geschätzt als 'Stimmungskanonen'. Viele Kletterpartien haben die Freunde gemeinsam unternommen, auch sonst hielt man zusammen, hatte viel Spaß miteinander und waren auch im Ernstfall treue Freunde.

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