Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Auteur
:   Margarethe Stützle
Gemeente
:   Isny im Allgäu,
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2426-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu'

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11. Während des Ersten Weltkrieges wurde im hiesigen Krankenhaus Wilhelmstift das Krankenrevier für die in Isny stationierten Württembergischen Gebirgstruppen eingerichtet. Die ärztliche Betreuung oblag Sanitätsrat Dr. Carl Ehrle.

Auf unserem Bild sitzt er vor dem ehemals auf der Westseite befindlichen Krankenhausportal inmitten der Schwestern (Franziskanerinnen aus dem Kloster Reute) und dem zum Lazarettbetrieb gehörenden Sanitätspersonal.

Carl Ehrle wurde 1843 als Sohn des Unteramtsarztes Franz Ehrle in Isny geboren. Nach Abschluß seiner ärztlichen Studien in Tübingen ließ er sich im Frühjahr 1868 in Isny als praktischer Arzt nieder. Kaum ein halbes Jahr später veröffentlichte er seine 'Konstruktion eines Maximalthermometers zur Beobachtung der Körperwärme' - unser heute noch gebräuchliches Fieberthermorneter, In Zusammenarbeit mit Apotheker Dr. Eugen Bauer entwickelte er eine blutstillende Watte, 1878 wurde er Distriktsarzt und erhielt 1906 in Anerkennung seiner Verdienste die Ernennung als Sanitätsrat. Zahlreich sind seine medizinischen Veröffentlichungen, ebenso beachtenswert seine heimatkundlichen und naturgeschichtlichen Forschungsarbeiten. Als erholsamen Arbeitsausgleich liebte er den Angelsport. Er starb kurz nach Vollendung seines 74. Lebensjahres im Jahre 1917.

12. Im Frühjahr 1917 hatte die Molkerei Eisenharz bei einer Stuttgarter Firma einen neuen Dampfkessel bestellt. Ende Juni traf der Kessel auf dem hiesigen Bahnhof ein. Eine ganze Woche lang blieb der 640 Zentner schwere Kessel auf dem Güterbahnhof, bis er vom Waggon auf ein eigens für ihn konstruiertes Untergestell verladen werden konnte. Unter Zuhilfenahme von 18 Rössern und etwa 80 Mann der hiesigen Garnison begann der schwierige Weitertransport durch die Stadt nach Eisenharz. Ohne größeren Zwischenfall erreichte man das Wassertor. Hier allerdings mußten Flaschenzüge zu Hilfe genommen werden, um das 'Monstrum' unbeschädigt und ohne Schaden für den Turm durch den engen Tordurchgang zu bringen. 'Dank der Geschicklichkeit und Kraft aller Beteiligten gelang dies vorzüglich .. .' wie auf den beiden Bildern zu sehen ist. In kräftigern Anlauf ging es dann weiter bis zum 'Ochsen' und, nach kurzer Rast, bis zur Steigung vor der Hohen Linde. Der weitere Transport wurde 'alsdann von dem stark strapazierten Zugpersonal' auf den nächsten Tag verschoben.

13. Als im Dezember 1918 das während des Krieges in Isny stationierte Württembergische Gebirgsregiment wieder hierher zurückkehrte, wurde den tapferen Soldaten trotz der schweren Zeit ein herzlicher Empfang bereitet. Eine 'Bürgerstiftung' wurde beschlossen, deren Ertrag an die bedürftigen Nachkommen Isnyer Feldzugsteilnehmer verteilt werden sollte. Die Häuser wurden zum Empfang der Soldaten mit Tannengrün geschmückt, und der derzeit in Isny amtierende 'Soldatenrat' stellte es der Einwohnerschaft anheim, 'anläßlich des Einzugs des Württembergischen Gebirgsregimentes die seither üblichen Fahnen als Straßenschmuck zu verwenden'.

Eine große Menschenmenge versammelte sich am Bahnhof, und Stadtschultheiß Seeger, der gesamte Gemeinderat, die Geistlichkeit und eine Abordnung der Isnyer Vereine geleiteten die Heimkehrer unter den Klängen der Stadtmusik bis zum Marktplatz, wo die eigentliche Begrüßungsfeier stattfand.

Auf unserem Bild sieht man den Zug wie er vom Achener Weg in die Bahnhofstraße einbiegt.

14. Stadtpfarrer Jakob Rieber, von 1886 bis 1907 als evangelischer Stadtpfarrer in Isny tätig, bewohnte mit seiner Familie das ehemalige Pfarrhaus in der Wassertorstraße (heute Kulturhaus). Munteres Leben mag damals das Haus erfüllt haben, wuchs in der Pfarrersfamilie doch immerhin die stattliche Zahl von 16 Kindern auf.

In Pfarrer Rieber verband sich umfassendes Wissen mit ungewöhnlicher Arbeitskraft. Er war ein ausgezeichneter Kenner der Isnyer Geschichte, und so fanden seine zahlreichen Vorträge und Schriften über Heimatkunde großen Anklang. Er stellte die Ahnenreihen zahlreicher Isnyer Geschlechter zusanunen, verfaßte Festschriften, hielt Festreden, veröffentlichte Artikel in Fachzeitschriften, nahm als geistvoller Gesellschafter regen Anteil am bürgerlichen Leben. Seiner Hand entstammen die mühevollen Vorarbeiten zur Ordnung der Nikolaibibliothek wie auch der Urkunden des evangelischen Kirchenarchivs, der Hospitalpflege und des Stadtarchivs. Er war Seelsorger, Kanzelredner, Lehrer, Schulinspektor, Archivarund Familienvater, er war ganz einfach ein 'universaler Mensch'.

15. Im Hinterhof des ehemaligen Heilig-Geist-Spitals sehen wir Pfarrer Immanuel Kammerer, neben ihm Schwester Emma, die Spitalschwester, Fräulein Anna Seeger, die Tochter des Senatspräsidenten Seeger in Degerloch, und Stadtschwester Luise. Vor ihnen sitzt Schwester Minna, in deren Händen die Leitung des Spitals lag.

Zu der Zeit, als dieses Bild aufgenommen wurde, war Pfarrer Kammerer Schriftleiter des Evangelischen Sonntagsblattes in Stuttgart und Else Seeger seine Schreibhilfe. Als solche begleitete sie Pfarrer Kammerer auf seinen häufigen Fahrten nach Isny, wohnte im Spital und war dort bald ein stets gern gesehener Gast.

Pfarrer Immanuel Kammerer (geboren 1891 in Stuttgart) war von 1921 bis 1931 Pfarrer in Neubronn, Kreis Aalen. In diese Zeit fallen seine ersten historischen Arbeiten. 1931 wurde ihm die Stelle eines Schriftleiters des Stuttgarter Evangelischen Sonntagsblattes übertragen. Während seiner Ferien begann er in Isny mit der Ordnung des Kirchenarchivs. 1944 zog er mit seiner Familie ganz nach Isny und widmete sich hier der Archivarbeit im evangelischen Kirchenarchiv und im Stadtarchiv. Sein 'Isny im Allgäu - Bilder aus der Geschichte einer Reichsstadt' ist bis heute das beste und umfassendste Geschichtsbuch über Isny.

Die Aufnahme, etwa um 1930 gemacht, zeigt die kleine Gruppe im Gang des ehemaligen Spitals vor der Küchentür beim Treppenaufgang, wo das 'Arme-Maale-Tischle' stand, an dem Bettler und Landstreicher ein Mittagessen bekamen.

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