Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Auteur
:   Margarethe Stützle
Gemeente
:   Isny im Allgäu,
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2426-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu'

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16. Im Jahre 1928 erhält die Kirche St. Maria ein neues Geläute. Froh und stolz legt Stadtpfarrer Tritschler besitzergreifend seine Hand auf den Wagen mit den festlich bekränzten Glocken. Im März des Vorjahres hatte er im Namen des Kirchenstiftungsrates zu einer Spende für neue Glocken aufgerufen. Eine Haussammlung erbrachte die ersten Mittel; während des Kinderfestes hielt man einen 'Blurnentag' zugunsten des Glockenfonds und bat alle Kinderfestbesucher und alle Isnyer, 'den geehrten Fräulein Blumenverkäuferinnen die angebotenen Blumen um möglichst hohen Preis abzunehmen .. .'

Am 28. Juli 1928 war es endlich soweit, die neuen Glocken trafen am Isnyer Bahnhof ein, wurden umgeladen und 'von den hiesigen Jungfrauen mit Girlanden bekränzt'. Am Vorabend der Glockenweihe holte man dieselben unter großer allgemeiner Beteiligung, voran das 'Glockenkomitée', mit Musik von Bahnhof ab und stellte den Wagen zu allgemeiner Besichtigung hinter dem Chor der Marienkirche auf. Hier entstand auch unser Bild.

Am darauffolgenden Sonntag fand die Glockenweihe statt, und am Montagnachmittag ab zwei Uhr wurden die Glocken durch die Schuljugend der Pfarrei St. Maria auf den Turm gezogen und jeder Schüler erhielt zu seiner Freude eine Bretzel für seine Mühe.

17. Links: Kardinal Franz August Alois Ehrle, Mitglied der Gesellschaft Jesu, Präfekt der Vatikanischen Bibliothek, anläßlich seiner Ernennung zum Kardinal der Römischen Kurie am 11. Dezember 1922. Seine Heirnatstadt Isny verlieh ihm aus diesem Anlaß die Ehrenbürgerschaft.

Kardinal Franz Ehrle wurde am 15. Oktober 1845 als Sohn des Isnyer Unteramtsarztes DI. Franz Ehrle geboren. Seine erste Ausbildung erhielt er im Privatinstitut Neutrauchburg und trat anschließend in die Stella Matutina in Feldkirch ein. 1861 wurde er Mitglied des Jesuitenordens. Seine Priesterweihe erhielt er 1876 in England, weil während des Kulturkampfes in Deutschland die Priesterweihe eines Jesuiten unmöglich war. 1895 übernahm er das Amt eines Präfekten der Vatikanischen Bibliothek, ein Amt, welches er 1914 an den damaligen Präfekten der Ambrosianischen Bibliothek in Mailand, Achille Ratti, übergab.

Jahrelange Zusammenarbeit ließ eine herzliche Freundschaft zwischen Franz Ehrle und Achille Ratti, dem nachmaligen Papst Pius XL, erwachsen. Gelehrter von Weltruf, blieb Kardinal Ehrle doch immer seiner Vaterstadt eng verbunden, eine überragende Persönlichkeit voll tiefer Frömmigkeit und bescheidener Liebenswürdigkeit. 1934 starb er im hohen Alter von 89 Jahren.

Rechts: Dekan Monsignore Marquart am 26. Juli 1931 bei der Feier seines goldenen Priesterjubiläums, Zu diesem seinem Ehrentag hatten fleißige Hände die Georgskirche festlich geschmückt und das Kirchenportal in eine 'Ehrenpforte' verwandelt. Den Weg vom Pfarrhaus zur Kirche säumten junge Fichten, und ganz Isny prangte im Fahnenschmuck, Zeichen allgemeiner Teilnahme an diesem seltenen Feste.

Als junger Kaplan kam Johann Georg Marquart 1885 nach Isny und wurde 1894 als Stadtpfarrer investiert. 1898 ließ er die Gottesackerkapelle St. Joseph renovieren. 1904 wurde er zum Dekan des Kapitels Wangen gewählt, ein Amt, das er 19 Jahre verwaltete. Die Stadt Isny verlieh ihm anläßlich seines goldenen Priesterjubiläums das Ehrenbürgerrecht. Die herzliche Zunéigung und Anhänglichkeit seiner Pfarrkinder jedoch war wohl der schönste Dank für sein langjähriges Wirken. Viel Arbeit und große Veränderungen weisen die Jahre seiner seelsorgerlichen Tätigkeit in Isny auf. 1895 gründete er eine Kleinkinderschule, in seinen Händen lag die Verwaltung des Elisabethenhauses, welches anfangs als Krankenhaus für Isny-Vorstadt gestiftet, nach 1908 in ein Altersheim umgewandelt wurde. 1888 wurde ein Kirchengemeinderat für die Stadtkatholiken gegründet, und durch den Bau der Kirche St. Maria trennten sich die Isnyer Katholiken in zwei Pfarreien. 1911 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Isny-Vorstadt mit der Stadt Isny vereinigt. Ob es wirtschaftliche Sorgen oder persönlicher Kummer war, der drückte, Dekan Marquart hatte für alle Nöte eine offene Tür und ein offenes Herz.

18. Am 15. August 1889 feierte der Kolpingsverein sein 25jähriges Stiftungsfest. 'Bei strahlendem Wetter zeigte die Stadt in relehem Flaggenschmuck ihre Festtagsstimmung.' Eigens errichtete Ehrenpforten boten den auswärtigen Kolpingssöhnen herzliche Willkommensgrüße. Pater Gluns von Andechs, der Mitbegründer und erste Präses des hiesigen Vereins, hielt die Festpredigt, an die sich die Weihe der neuen Kolpingsfahne anschloß. Die Fahne, vom Kloster Sießen preisgünstig erworben, zeigt auf der Vorderseite in feinster Stickerei das Bild des Heiligen Joseph.

Auf unserem Foto sieht man in der Bildmitte Kaplan Marquart, den derzeitigen Präses des Gesellenvereins. Hinter ihm in der oberen Reihe stehen von links nach rechts: Josef Burger, 1. Fahnenjunker, Fähnrich Jakob Grnür und Chrysost Zengerle, 2. Fähnrich.

In der Bildmitte Franz Heizmann, Eberhard Müller, Heinrich Gulde, Anton Denzel, JosefKüchle, Josef Kah, Carl Müller, H. Sauter und rechts neben Kaplan Marquart und der Fahne stehen Konrad Beutel, Senior August Brauchle, Benedikt Bischofberger, Remig Zengerle, Johann Schreiber, Xaver Wipper und Ulrich Zeiler.

In der vorderen Reihe sitzen von links nach rechts: Friedrich Schiebler, Paul Vollmer, Josef Seitz, Gebhard Kolb, Johann Rauch und Jakob Widmann.

Den festlichen Tag beschloß ein 'Bankett' in der Schloßwirtschaft. 'Auch hier floß der Rede Strom und wechselten die Toaste ab mit Liedvorträgen und Deklamationen ... alle aber, welche zum Gelingen des Festes beigetragen haben, haben sich Dank und Anerkennung des Vereins erworben, insbesondere der Präses Kaplan Marquart, H.H. Pater Gluns, Lehrer Luib mit seinen Sängern, nicht zu vergessen des Hochkarnmandierenden des Festzuges, H. Malermeister übelhör.'

19. Auf diesem Bild nehmen im Jahre 1890 die Mitglieder des 'Veteranen-, Militär- und Excapitulantenvereins' vor dem neuen Kriegergedächtnismal Aufstellung. Knapp 20 Jahre nach dem Kriege von 1870/71 hatte man dieses Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen erstellt, nicht als Sieges-, sondern als Kriegergedächtnismal.

Im Jahre 1874 hatte sich der Veteranenverein konstituiert und ein Jahr später eine Vereinsfahne angeschafft. Leider reichte der von den Vereinsmitgliedern gesammelte Geldbetrag nicht ganz, so bat man die Stadtverwaltung, die noch fehlende Summe von 45 Gulden zu spendieren, was auch geschah. Als nächstes Ziel strebte man die Errichtung eines würdigen Denkmals für die im Krieg 1870/71 gefallenen Kameraden an. Im September 1890 war es soweit, stolz präsentieren sich die Vereinsmitglieder vor dem neuen Denkmal.

In der Mitte der hinteren Reihe stehen die drei Fahnenträger mit der Vereinsfahne, und in der vorderen Reihe sehen wir den Vorstand des Krieger- und Veteranenvereins, H. Pfiffner; neben ihm der Vorsitzende des Komitées, H. Dethleffs, umgeben von den Herren König, Krebser (Mohrenwirt), Bäckermeister Schleicher, Frommknecht, Durach, Herburger, Amtsdiener Hengger, Maurermeister Siebenrock und den übrigen Vereinsmitgliedern.

über das neue Denkmal gab es nur Lob und alles war sich bewußt, 'es dürfe schwer halten, im weiten Umkreis ein gleich schönes Monument zu finden. Da die Gesamtkosten mit nahezu 4000 Mark jedoch sehr hoch, so mußte der Ausgabeetat bedeutend überschritten werden und es sei deshalb für solche, die keine feuer- und diebessicheren Geldschränke besitzen, immer noch Gelegenheit vorhanden, so ihre Sorgen um den schnöden Mammon los zu werden'.

20. Im Jahre 1890 gab die Rohrdorfer Theatergesellschaft das romantische Ritterspiel 'Frauentreue' oder 'Die Ritter von der Rosen'. Es galt als eine der glänzendsten Vorführungen, Schon der am Vormittag des Spieltages übliche Reiterzug, an dem sich außer der Musikgesellschaft von Frauenzell über 40 Reiter in historischen Kostümen beteiligten, wurde in Isny von einer großen Menschenmenge mit Spannung erwartet und herzlich begrüßt. Die Bühne, im Freien gegenüber dem Gasthaus 'Zum Kreuz' errichtet, bot eine überraschende Neuerung. Erstmals hatte man dem Stück entsprechende Kulissen aufgestellt. Das über drei Stunden dauernde Ritterschauspiel war 'in gleicher Weise unterhaltend, belehrend, erbauend und rührend', so berichtet der Chronist.

In besonderem Maße galt der Dank und die Anerkennung nächst den Spielern den Hauptleitern Pfarrer Zimmer, Oberförster Schinabeck und Schmiedmeister ZiegIer.

Auf unserem Bilde sehen wir in der vorderen Reihe (Bildmitte) Josef Ziegler als Ritter von Treuenburg, ihm zur Seite Theres Gletter als seine Gemahlin Luitgarde, ferner Maria Ziegler und Theres Schwickhart als die beiden Dienerinnen Kordula und Jukunda sowie Remig Hengge als Klausner Nikodemus und in der Mitte Remig Zengerle als Jäger Giselbrecht, Johann Schmid als Fortunatus und Wunibald Ebenhoch als Kunz der Köhler.

Noch viele Jahre später erzählten die damals mitwirkenden Spieler vom guten Gelingen dieses Stückes und 'unter allen Theatervorführungen im Allgäu zählt 'Frauentreue' zu den besten'.

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