Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu

Auteur
:   Margarethe Stützle
Gemeente
:   Isny im Allgäu,
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2426-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Isny im Allgäu'

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36. Fabrikant Albert Dethleffs, Kaufmann und Weltreisender, eine charmante Mischung von Pedanterie und Nonchalance.

Albert Dethleffs wurde 1875 in Isny geboren. Sein Vater war Teilhaber der hiesigen 'Vereinigten Peitschenfabriken Schuler & Dethleffs'. In Mailand absolvierte er seine Kaufmannslehre und erwarb sich gleichzeitig umfassende italienische Sprachkenntnisse. Mit dem Eintritt in die väterliche Firma entschied er sich für das Verkaufsresort, während sein Bruder Rudolf den elterlichen Betrieb in Isny weiterführte. Der Peitschenverkauf ermöglichte Albert Dethleffs weite Reisen, - und reisen war ihm eine Lust. Er durchquerte Rußland, den Balkan, die Türkei und Ägypten. Drei Sprachen beherrschte er und fand, das genüge, Eines Tages saß er irgendwo in Rußland in einem Restaurant, eine führ ihn unleserliche russische Speisekarte vor sich. In der Erwartung, daß die oben auf der Karte angeftihrten Gerichte Suppen, die in der Mitte Hauptgerichte und die unten auf der Karte angegebenen Gerichte Desserts seien, bestellte er je eines von oben, aus der Mitte und eines vom unteren Teil der Speisekarte. Wie erwartet, bekam er erst eine Suppe; vorzüglich, dachte er, und ließ es sich schmecken. Danach erhielt er wiederum eine Suppe; nun gut, überlegte er, das schmeckt auch. Als aber als drittes Gericht auch eine Suppe gebracht wurde, fand er, nun sei es an der Zeit, Russisch zu lernen.

Ein andermal versuchte er in einem Bazar in Sofia seine Peitschen zu verkaufen; erfolglos, wie es zunächst schien. Albert Dethleffs mochte seine Ware anpreisen, wie er wollte, an allem hatte der Händler etwas auszusetzen. Von Natur ohnedies kein sehr geduldiger Mensch, schlug er wütend den Deckel seiner Peitschenkiste zu und drehte sich brüsk zum Gehen um. Da vernahm A. Dethleffs die plötzlich ausnehmend freundliche Stimme des Händlers: 'Warum denn schon gehen, wir fangen doch erst an.' Es wurde ein ausgezeichneter Handel, und zum Abschluß gab ihm der Bazarbesitzer die Adressen seiner drei Söhne in Istanbul, Belgrad und Budapest, und beijedem brauchte er nur zu sagen 'Tate hat gekeuft', und die Söhne kauften getreu dem väterlichen Vorbild ebenfalls.

Die Eindrücke seiner Ägyptenreise faßte er auf einer Postkarte kurz und prägnant zusammen: 'Pyramiden gesehen, Kamele geritten, herrliche Weiber.' Noch vieles wird von ihm erzählt. Die Peitschenfabrik hat sich längst zum Wohnwagenwerk Dethleffs gewandelt, doch der Seniorchef Albert Dethleffs verabscheute Autos und alles was damit zusammenhing; Autos waren die unsympathischen Konkurrenten seiner geliebten Pferde.

1963 starb Albert Dethleffs im hohen Alter von 93 Jahren. Unser Foto zeight ihn etwa um 1925.

37. Im August 1931 feierte die Gautrachtengruppe 'Almrösl' ihre Fahnenweihe. Beinahe hätte das Wetter einen Strich durch die Festesfreude gemacht. Doch auf den strömenden Regen des Vortages folgte ein klarblauer Sonntagshimmel. Der auf der neuen Fahne aufgestickte Spruch 'Treu der alten Sitt' und Brauch' bildete auch das Leitmotiv der Festrede. Nach der kirchlichen Feier erfolgte auf dem Marktplatz inmitten einer dichtgedrangten Menschenmenge die Fahnenübergabe. Der nachmittägliche Festzug brachte ein 'selten farbenfreudiges Bild, das Schönste aber waren doch unbestreitbar die von Herrn Christoph Schleicher und Frl. Ida Frommknecht zusammengestellten 'Alt Isnyer Trachten' in Original'. Wir sehen diese aufunserem Bild.

Von links nach rechts: Anna Vollmar, Georg Wiedemann, Maria Bodenmüller, Maria Reinich geborene Bühler, Paula Gletter von Eisenharz, Liesel Bühler, Willi Kleiner von K1einweilerhofen, Frau Warger, und direkt vor ihr stehend Gertrud Bopp, daneben Paula Wender und Anton Bernhard, der kleine Schildträger.

Nach den verschiedensten Liedvorträgen und Ehrentänzen beschlossen die Mitglieder des 'A1mrösl' das Fest im 'Schwanen', ihrem Vereinslokal, 'mit einem Dank: an alle Spenden und Helfer des Festes und der Hoffnung, das Interesse an den alten Trachten wieder geweckt und verstärkt zu haben'.

38. Januar 1927 - Eröffnungsspringen an der Ibergschanze bei Maierhöfen. Aus allen Teilen des Schwabenlandes, aus Vorarlberg und aus Tirol kamen die Teilnehmer. Das Hauptinteresse galt dem Springen auf der neuen, 800 Meter hoch gelegenen Ibergschanze, die ein Gefälle von zirka 38% aufwies. Es war damals die größte und, 'inmitten einer ideal schönen Landschaft darf sie auch als die schönste Schanze Deutschlands angesprochen werden'. Bürgermeister Mader von Maierhöfen sprach die Eröffnungsworte, dann ging es unter den bewundernden Blieken von Ehrengästen und Zuschauern ab in die Tiefe. Den ersten Sprung wagte Julius Schlegel, Lammwirt in Isny. Sprungtechnik im heutigen Sinne kannte man damals noch nicht. Jeder sprang so gut er konnte, notfalls versuchte man mit Arrnschwüngen und Beinbewegungen den Schwung zu verstärken.

'Juie' Schlegel, unser Springer, zählte wohl zu den bekanntesten Isnyer Originalen. In seiner Wirtschaft 'Zum Lamm' trafen sich häufig allerlei umherziehende Leute. Oft trugen sie ihre Meinungsverschiedenheiten in seiner Wirtstube aus. Rief nun Jule's Schwester die Polizei zu Hilfe, erhielt sie meist die lakonische Antwort, 'die sollen sich selbst verschlagen'. Kam dagegen Jule selbst, der nebenbei als Holzmacher im Wald arbeitete, und stand mit seiner großen Waldaxt unter der TÜTe, fluchte und blickte er grimmig in die Runde, wurden alle schlagartig friedlich, zahlten und verließen die Wirtschaft außerordentlich höflich,

Die nebenstehende Ansicht des kühnen Skispringers wurde nicht ohne Absicht als abschließendes Bild ausgewählt; seinen Sprung ins Weite mag man gleichzeitig als Sprung in die Zukunft, ins 'Heute', deuten. Glück auf, ihm und uns.

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