Kenzingen in alten Ansichten

Kenzingen in alten Ansichten

Auteur
:   Oskar Kramer
Gemeente
:   Kenzingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1716-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kenzingen in alten Ansichten'

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19. Ratschreiber Josef Kreth (Mitte) 1921 mit seinen Stützen im Amt, Armbruster Gustl, und Langenbach Sepp. Armbruster erlag allzufrüh einem Kriegsleiden. Langenbach hatte, als 'Jugendlicher Held' auf der Bühne einmal einen geradezu klassischen Versprecher. Er deklamierte: 'Maria Stuttgart' statt 'Maria Stuart", Bei der Nachfeier des Theaterstücks servierte der Löwenwirt (Karlibartlos) den Mimen einen (Dach- )Hasen. Es mundete den vom Fleich gefallenen und entwöhnten in der kargen Nachkriegszeit ausgezeichnet. Niemand hat etwas 'geschmeckt', wenn der Wirt nur nicht hie und da 'rniau, miau' miaut hätte.

20. Der Neubau des Städtischen Schlachthauses auf der Elzinsel im Jugendstil sah die gesamte Stadtprominenz versammelt. Vierter von links: Bürgermeister Baptist, zweiter und sechster sind die Malermeister Weis. Bei ihnen ging der in Wagenstadt gebürtige Wilhelm Österle in die Lehre. Österle gab sich mit dem handwerklichen Können nicht zufrieden. Lovis Corinth nahm ihn als Schüler auf. Er brachte es zum anerkannten Kunstmaler und zählte zum Kreis von Heinrich Zille, Max Liebermann und Käthe Kollwitz. Eine späte Würdigung ist ihm nun auch in Herbolzheim und Wagenstadt zuteil geworden.

21. Das Modellgehäuse einer Turbine für das Stadtische Elektrizitätswerk, 1921 vom Zimmergeschäft Engier geschaffen und hier vor dem Stammhaus in der Brodstraße aufgestellt. Eine beachtliche Handwerksarbeit ohne die heute üblichen Holzbearbeitungsmaschinen. Damals war das Städtische E-Werk die einzige Energiequelle für Kenzingen: aber die elektrischen Haushaltsgeräte und Elektroofen gabs noch nicht und die Hausfrauen hatten es ziemlich schwerer als heute. Die drei Wohngebäude rechts waren 1902 abgebrannt und im historistischen Stil wieder aufgebaut worden.

22. Die Inflation der 'goldenen zwanziger Jahre' brachte eine Papiergeld flut. Auch Kenzingen durfte Gutscheine als Notgeld herausgeben. Im Bild 'Eine Milliarde Mark' mit dem optimistischer Spruch: 'Von dem Hochwald bis zur Heide geht der Stadtgemeinde Bann, darum ruhig ihr lieben Leute, nehmt mich ohne Sorgen an.' Die Rückseite zeigt die alten Kirchtürme und den Mittleren Brunnen. Dabei hat der Zeichner E. Weis die Statue des Grafen Üsenberg in eine richtigere Proportion zum Bmnnenstock gebracht.

23. Der 'Mittlere Brunnen' mit der Statuette des Grafen Usenberg , als Hintergrund die Remise vom ehemaligen Großhandelshaus Lutz & Hug. Der Üsenbergbrunnen, einst Mittelpunkt des Straßenkreuzes, mußte dem Autoverkehr weichen und machte einen gekonnten Seitensprung nach Norden. Die Leute haben sich an die Eskapade des hohen Herrn gewöhnt. Einige meinen aber, daß der Graf im Verhältnis zum Brunnenstock zu klein geriet. Ob der Schnurrbart, so wie er aussieht, aussah, oder künstlerischer Freiheit entsproß, sei dahin gestellt.

24. Karl Kern, 1922 Fahrer des ersten LKW in Kenzingen der Lebensmittelgroßhandlung Lutz & Hug, eine der wenigen Firmen, die außer den Zigarrenfabriken, in Kenzingen vor 1914 existierten. Die Gründung der Leiternfabrik 'Badenia' im Jahre 1906 gab Anlaß zur besorgten Frage: 'Was machener wenn alli Lit Leiderli hen? ' Dabei war diese Frage gar nicht so komisch, heute würde man von der Übersättigung des Marktes sprechen. Die mögliche Antwort: 'Man muß sich eben etwas einfallen lassen' ist nicht verbürgt.

25. Die Bremer Zigarrenfabrik (um 1910) ist heute 'Gottlieb-Markt' und war 1685 Dienstgebäude des Österreichischen Amtmanns Freiherr von Ehrenfels. Die Bremer Zigarrenfabrik war mit den Zigarrenfabriken Neuseh und Schindler vor den Kriegen die Hauptverdienstquelle der Kenzinger Arbeiterschaft. Die Ansiedlung anderer Industrien wußte man lange, in Übereinstimmung mit der Bürgerschaft zu verhindern, weil man am Ort kein Proletariat und jedenfalls auch keine Konkurrenz wollte. Unter dem Renaissanceportal steht der personifizierteDirektor Schäfer, links daneben sein Expedient, Kaufmann Kaase.

26. Die Kinderschule wurde schon 1909 ökumenisch und ökonomisch geführt, allen Kindern wurden abends mit dem gleichen Waschlappen das Gesichtchen gewaschen. Von den, im Sonntagskleid Aufgestellten sind noch 'da', in der zweiten Reihe unten von links: 1. Pfeifer Berta, geborene Schmieder, 2. Stehle Therese, geborene Kramer; in der dritten Reihe von links: 7. Kern Fritz, Pater, 10. Kern Otto, in der obersten Reihe zweiter von links Steiger Sepp. Die Anstalt als Schule zu bezeichnen war leicht übertrieben, denn außer Anstandsregeln, die den Unartigen mit dem Stöckchen eingebläut wurden, ist wenig gelehrt worden, zum Beispiel wie man am Tisch schläft.

27. Die 'Erstklässler' wurden, bevor das neue Schulgebäude bezugsfertig war, noch 1896 in der Kinderschule unterrichtet, Von den 'Akteuren' sind nur noch wenige bekannt. Das Bild kann aber eine Fundgrube für den familiären Erkennungsdienst sein. Manche können sich vielleicht selbst erkennen, obwohl Selbsterkenntnis schwer ist, aber hier ist ja nur die äußere Erscheinung gemeint. Man bemühte sich den Kindern das Kindliche zu nehmen und steckte sie in einen Erwachsenenhabitus. Das war im Elternhause so und setzte sich in der Schule fort, wenn der Lehrer nicht ein besonders guter Pädagoge war.

28. Das repräsentable Gebäude linker Hand im Stil des Historismus wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert als Höhere Bürgerschule gegründet und ist heute Grund- und Hauptschule. Dahinter steht nun ein modernes humanistisches Gymnasium, sowie die Üsenberg-Sporthalle. Eine Unterrichtung für alle Bildungshungrigen auch in profanen Fächern, geschah schon anno 1300 unter kirchlicher Leitung, Dem Lehrkörper der sogenannten Höheren Bürgerschule gehörte auch Hermann Susann an, der die so gut fundierte Chronik von Kenzingen schrieb. Er suchte alle nam- und habhaften Archive auf, sodaß sein Lebenswerk eine außerordentliche Leistung darstellt.

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